BPK INDUS Holding AG

Die INDUS Holding AG aus Bergisch-Gladbach hat auch das Geschäftsjahr 2016 erfolgreich abgeschlossen und das vierte Rekordjahr in Folge vorgelegt. Mit dem Geschäftsverlauf zeigte sich Unternehmenschef Jürgen Abromeit auf der Bilanzpressekonferenz im Düsseldorfer Hyatt Hotel zufrieden. Bei Rekordumsatzerlösen von 1,44 (1,38) Mrd. Euro lag das EBIT bei 155,4 (145,8) Mio. Euro, die EBIT-Marge verbesserte sich leicht auf 10,0 Prozent nach zuvor 9,8 Prozent. Unter dem Strich wird ein Ergebnis von 80,4 (68,3) Mio. Euro ausgewiesen, dies entspricht einem Ergebnis je INDUS-Aktie von 3,27 (2,78) Euro.

Strategisch sieht Abromeit das Unternehmen mit der verfolgten Buy- and Hold-Strategie nach wie vor richtig aufgestellt und zeigte sich im Gespräch mit ES vor Ort überzeugt davon, dass sich "gerade in unruhigen Zeiten die langfristig orientierte Strategie der Portfolioentwicklung durch Zukäufe und weitere Internationalisierung" auszahlt. Verlässlich ist INDUS auch als Dividendenzahler. So wird der Hauptversammlung am 24. Mai 2017 in Köln eine Anhebung der Ausschüttung auf 1,35 Euro nach zuvor 1,20 Euro vorgeschlagen. Die Ausschüttungsquote liegt mit gut 43 Prozent damit innerhalb der angestrebten Bandbreite zwischen 40 und 50 Prozent des Konzernergebnisses. Zusammen mit der ordentlichen Eigenkapitalquote von 42,4 (41,9) Prozent dürfte hier für die Zukunft noch Luft nach oben sein.

Ordentlich ist auch der Start ins laufende Jahr 2017 erfolgt. Mit der M+P INTERNATIONAL, einem Anbieter von Mess- und Testsystemen zur Schwingungsprüfung und -Analyse konnte auch schon eine erste Akquisition erfolgreich abgeschlossen werden. Angesichts der immer weiter nach oben tendierenden Preisvorstellungen der Verkäufer ist aber hier von einer gewissen Verlangsamung der Einkaufsgeschwindigkeit auszugehen.

Ungeachtet dessen rechnet INDUS auch im laufenden Jahr mit weiterem organischen Wachstum aus den bestehenden Portfoliounternehmen. Laut Abromeit soll der Gruppenumsatz erstmals die Schallmauer von 1,5 Mrd. Euro durchbrechen und auf Ebene des EBIT rechnet man mit einem Wert zwischen 145 und 150 Mio. Euro. Da die Prognose gewohnt konservativ ausfällt, könnte je nach Konjunkturlage im weiteren Jahresverlauf aber durchaus noch die Chance auf ein weiteres Rekordjahr bestehen.


Wirecard AG

Die Wirecard AG erwarb in Südafrika sämtliche Anteile an dem Payment Dienstleister MyGate Communications. Die Gesellschaft betreibt eines der größten afrikanischen Payment Gateways, das jüngst zum besten Online Payment Gateway in Afrika im Jahr 2016 gewählt wurde. Der Kaufpreis für das Unternehmen mit aktuell 21 Mitarbeitern beläuft sich auf 23,1 Mio. Euro. Diese gliedern sich in Barzahlungen von 18,2 Mio. Euro und Earnout-Zahlungen von bis zu 4,9 Mio. Euro. Im laufenden Jahr strebt MyGate Communications ein EBITDA von 2,0 Mio. Euro an.

MERKUR BANK KGaA

Die MERKUR BANK KGaA steigerte im vergangenen Jahr die Kreditbeanspruchung um 4,1 Prozent auf 847,1 Mio. Euro. In der Vermögensanlage konnte das Depotvolumen sogar um 17 Prozent auf 248 Mio. Euro ausgeweitet werden. So erhöhte sich auch das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit um 23 Prozent auf 7,8 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie legte um 10 Prozent auf 0,56 Euro zu.
Der Zinsüberschuss erhöhte sich im letzten Jahr um 6,9 Prozent auf 23,1 Mio. Euro, wobei die Zinsspanne mit 2,24 Prozent nur geringfügig nachgab. Aufgrund der günstigen Risikolage hat die Bank aus Vorsichtsgründen netto 4,2 Mio. Euro für Risikovorsorge und Rücklagen für allgemeine Bankrisiken verbucht. Das Neugeschäft bei der Bauträgerzwischenfinanzierung lag bei einem Wachstum um 6,0 Prozent auf 773,8 Mio. Euro über den Erwartungen des Managements. Angesichts der guten Geschäftsentwicklung soll die Dividende von 0,22 auf 0,26 Euro angehoben werden.

Aktuelle Chartanalyse

Redaktionelles

Effecten-Spiegel AG: Jahresergebnis

Effecten-Spiegel AG: Vorjahresergebnis erneut übertroffen

In einem anspruchsvollen Marktumfeld hat die Effecten-Spiegel AG ihre guten Geschäftsergebnisse der Vorjahre erneut übertroffen. Der Jahresüberschuss liegt per Ultimo 2016 bei 3,244 (Vj.: 3,153) Mio. €. Der Bilanzgewinn erreicht 3,81 Mio. nach 3,38 Mio. € in 2015 und liegt damit um 12,6 % über dem Vorjahresniveau.

Aus Verkäufen von Wertpapieren wurden im Berichtszeitraum insgesamt Gewinne in Höhe von 4,44 Mio. € realisiert. Allein der Verkauf eines Teilbestandes an der infas Holding AG im Januar sowie des Depotbestandes an der schweizerischen Actelion Ltd. steuerten zusammen einen Ertrag von 2,035 Mio. € bei. An Zinsen und Dividenden wurden 1,196 Mio. € vereinnahmt. Dem stehen stichtagsbedingt zu bildende außerordentliche Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 1,334 Mio. € sowie des Umlaufvermögens in Höhe von 256 T€ gegenüber. Das Verlagsgeschäft konnte sich mit Umsatzerlösen von 2,87 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren und liefert nach Abzug aller Kosten unterm Strich ebenfalls einen zum Vorjahr verbesserten positiven Ergebnisbeitrag. 

Vor Finanzergebnis und Steuern ergibt sich ein Betriebsergebnis von 4,27 Mio. €, nach Finanzergebnis und vor Steuern liegt das Ergebnis bei 3,77 Mio. zu 3,40 Mio. € in 2015. Gegenüber dem Ausweis zum Jahresultimo 2015 hat sich das Eigenkapital auf 71,775 Mio. € leicht erhöht und entspricht 95,65 % der Bilanzsumme. Während unterjährig die Barliquidität reduziert wurde, um günstige Einstandskurse zu nutzen (30.06.2016: 8,57 Mio. €), hat sich der Kassenbestand durch Gewinnrealisierungen zum Ende des Berichtszeitraums wieder erhöht und beläuft sich per Jahresultimo auf 18,325 Mio. €. Bankverbindlichkeiten sind weiterhin nicht vorhanden.

Für das Geschäftsjahr 2016 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 19. Mai 2017 eine konstante Dividende von 0,80 € je Stamm- und Vorzugsaktie vor. Der nach Ausschüttung verbleibende Restgewinn von 433 T€ wird dem Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von 566 T€ zugerechnet, sodass ein Betrag von 999 T€ in das Jahr 2017 vorgetragen werden soll.

VW-Dieselskandal

Die Tübinger Rechtsanwaltskanzlei TILP hat am vergangenen Sonntag eine umfangreiche Klage verschiedener institutioneller Anleger gegen die Porsche SE (PSE) am Landgericht Stuttgart eingereicht – unter den Klägern auch die Effecten-Spiegel AG, die seit Jahren 46.000 Vorzugsaktien der Porsche SE in ihrem Depot hält. Die Ansprüche der Kleinanleger werden zudem in mehr als 100 Einzelklagen von den TILP-Anwälten geltend gemacht. 

Begründung der Klage: Da Martin Winterkorn von Ende 2009 bis zu seinem Rücktritt im Herbst 2015 durchgängig Vorstandsvorsitzender sowohl bei der Muttergesellschaft (also der Porsche SE) als auch bei der Tochter VW war, hat er Kenntnis über alle Risiken gehabt. Und dieses Wissen ist auch der PSE zuzurechnen. 

Die Wissenszurechnung kann auch nicht von der Verschwiegenheitspflicht der Organe überlagert werden.

Denn VW und Porsche hatten am 7.12.2009 vertraglich vereinbart, dass der Muttergesellschaft bestandsgefährdende Risiken von VW umgehend mitgeteilt werden müssen. Diese hätten dann in der Folge auch eine Ad-hoc-Mitteilung ausgelöst. Die Offenbarungspflicht der Tochter involviert zugleich auch eine Informationsbeschaffungspflicht der Mutter, also der Porsche SE. Dass eine solche Bestandsgefährdung bestand, hat der jetzige VW-Chef Matthias Müller am 11.09.2016 in einem Interview selbst zugegeben. Müller räumte ein, dass VW erst jetzt „das Heft des Handelns in die Hand bekomme“, und damit „das Unternehmen ... weiter bestehen“ wird.

Thema der Woche