SolarWorld AG

Nach vorläufigen Zahlen verzeichnete die SolarWorld AG im ersten Quartal 2017 eine Absatzsteigerung auf 382 MW. Allerdings führte der anhaltende Preisverfall zu einem deutlichen Umsatzrückgang von 213 auf 186 Mio. Euro. Das EBITDA verschlechterte sich dabei gegenüber dem Vorjahresquartal von 2 auf minus 18 Mio. Euro. Auch das EBIT ging von minus 10 auf minus 28 Mio. Euro zurück. Laut Management liegen die operativen Ergebniskennziffern aber im Rahmen der Unternehmensplanung. Zum Quartalsende beliefen sich die liquiden Mittel auf 84 Mio. Euro. Zu Jahresbeginn hatten die Mittel noch bei 88 Mio. Euro gelegen.

PSI Aktiengesellschaft für Produkte und Systeme der Informationstechnologie

Die PSI Aktiengesellschaft für Produkte und Systeme der Informationstechnologie steigerte den Auftragseingang im ersten Quartal 2017 um 11 Prozent auf 78 Mio. Euro. Mit dem Auftragseingang auf Rekordniveau erhöhte sich auch der Auftragsbestand um 4 Prozent auf 163 Mio. Euro. Beim Umsatz kam die Gesellschaft um 3 Prozent auf 43,8 Mio. Euro voran.
Ergebnisseitig kletterte das EBIT überproportional um 20 Prozent auf 2,6 Mio. Euro. Auch das Konzernergebnis legte um 27 Prozent auf 1,8 Mio. Euro zu. Entsprechend verbesserte sich auch das Ergebnis je Aktie von 0,09 auf 0,11 Euro. Für das Gesamtjahr erwartet das Management, dass das operative Ergebnis eher am oberen Rand der Prognosespanne von 12 bis 15 Mio. Euro liegen wird.
Der Umsatz im Segment Energiemanagement stieg um 1 Prozent auf 15,9 Mio. Euro und auch das Betriebsergebnis erhöhte sich von 1,4 auf 1,5 Mio. Euro. Um 8 Prozent auf 23,0 Mio. Euro verbesserte sich der Umsatz im Segment Produktionsmanagement. Darauf aufbauend legte das EBIT um 7 Prozent auf 1,6 Mio. Euro zu. Das Segment Infrastrukturmanagement verzeichnete ein Umsatzwachstum von 13 Prozent auf 4,8 Mio. Euro. Dabei konnte das Minus beim Betriebsergebnis von 0,4 auf 0,1 Mio. Euro reduziert werden.

Epigenomics AG

Die Epigenomics AG erzielte im Geschäftsjahr 2016 eine Umsatzsteigerung von 102 Prozent auf 4,2 Mio. Euro. Bei einem Anstieg der operativen Gesamtkosten verschlechterte sich das EBIT von minus 9,3 auf minus 12,3 Mio. Euro. Der Jahresfehlbetrag belief sich auf 11,2 Mio. Euro entsprechend einem Ergebnis je Aktie von minus 0,55 Euro. Zum Jahresende verfügte das Unternehmen über Liquidität von 12,3 Mio. Euro. Für 2017 rechnet das Management mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau und einem EBITDA, das niedriger als 2016 ausfällt.
Die Gesellschaft hat mit der Cathay Fortune International Company Limited (CFIC) und deren Tochtergesellschaft Blitz F16-83 GmbH (zukünftig Summit Hero Holding GmbH) ein Busines Combination Agreement hinsichtlich der Übernahme der Epigenomics AG abgeschlossen. Neben der CFIC wird auch der aktuell größte Aktionär BioChain an der Blitz F16-83 GmbH beteiligt sein. Das Abkommen sieht einen Übernahmepreis von 7,52 Euro in bar je Epigenomics-Aktie vor. Dies bedeutet einen Aufschlag von 49,9 Prozent auf den gewichteten durchschnittlichen dreimonatigen Börsenkurs vor Bekanntgabe der Übernahmeabsicht.
Auch nach einer Übernahme sollen die Unternehmensniederlassungen und die Hauptaktivitäten aufrecht erhalten werden. Zudem sollen Greg Hamilton Vorstandsvorsitzender von Epigenomics und Dr. Uwe Staub Chief Operating Officer (COO) bleiben.

Feature

Am 16. Februar präsentierten Statista, Le Temps und die Handelszeitung erstmals die wachstumsstärksten Unternehmen in der Schweiz. Ein Blick auf diese Liste kann auch für deutsche Anleger interessant sein. Der Effecten-Spiegel hat für seine Leser die Sieger unter die Lupe genommen und analysiert, wo sich ein Einstieg lohnt.

Es ist ein Wettbewerb der besonderen Art –ein Wettstreit zwischen den Unternehmen der Schweiz, um herauszufinden, wer die Besten und die Umsatzstärksten von ihnen sind. Alle eigenständigen Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz konnten sich bis November 2016 bewerben. Es mussten testierte Umsatz- und Unternehmenszahlen eingereicht werden, und das Umsatzwachstum musste organisch sein.

Nun stehen sie fest, die 55 Unternehmen mit dem größten Umsatzwachstum zwischen 2012 und 2015 (s. Abb. S. 3). Darunter finden sich so bekannte Namen wie der Medizintechniker Ypsomed (WKN: A0B8VP, akt. Kurs: 193 sfr) auf Rang 47 oder Lindt & Sprüngli (WKN: 870503, akt. Kurs: 5.605 sfr) nur einen Platz dahinter. Der Schokoladenproduzent nimmt für 2015 mit dem höchsten Jahresumsatz von 3,65 Mrd. sfr sogar den Spitzenplatz ein, seine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate seit 2012 liegt bei 11 %. Mit beiden Titeln konnten Anleger in den letzten Jahren viel Geld verdienen. Inzwischen sind sie trotz ihrer Geschäftsstärke aber maßlos überteuert. 

Die meisten Firmen der aktuellen Champions-Liste sind jedoch hierzulande eher unbekannt. Das trifft auch auf die absolute Nummer 1 zu. Der Softwareanbieter Sherpany legte beeindruckende 203,7 % durchschnittliches Wachstum pro Jahr hin. Zwar gehören die börsennotierten Valiant, Julius Bär oder auch Oerlikon zu den Kunden, Sherpany selbst ist aber (noch) nicht an der Börse notiert. Leider trifft das auf die meisten der 55 Preisträger zu, vor allem auf jene, die ganz vorne mit dabei sind – so auch auf den Zweitplatzierten, den Informatik- und Telekomanbieter Xovis. 

Das Ergebnis des Wettbewerbs macht deutlich, dass es gerade auch in der Schweiz viel Potenzial an jungen, wachstumsstarken Firmen gibt, die im Zeitalter der Digitalisierung mit neuen Geschäftsmodellen punkten. So liest sich die Liste der Champions wie das Silicon Valley der Schweiz. Mit 24 Unternehmen kommt fast die Hälfte der Gewinner aus dem IT- und Softwarebereich. In den Top 10 stammen vier aus diesem Umfeld. 

Zu ihnen gehört auch die Crealogix Holding (WKN: 552904, akt. Kurs: 106 sfr). Die Gruppe gehört weltweit zu den Top 100 der Fintech-Unternehmen. Mit einem Umsatzanstieg von 28,4 % auf 63,3 Mio. sfr in 2015 belegte Crealogix Platz 51 der wachstumsstärksten Schweizer Unternehmen. Das Softwarehaus deckt den gesamten digitalen Zahlungsverkehr für Privat- und Geschäftskunden sowie für Vereine ab. Die Gesellschaft unterstützt mit ihren Software-lösungen Banken auf der ganzen Welt. Im Heimatland fungiert sie inzwischen sogar als digitale Schnittstelle zwischen allen Schweizer Banken und deren Kunden. Entsprechend solide präsentiert sich auch die Bilanz von Crea-logix. 

Auch die Pharmabranche gilt seit Jahren als innovativer und wachstumsstarker Sektor. In der Schweiz konnte sich GeNeuro Rang 4 der Champions sichern, obwohl der Wert seit seinem Börsendebüt im April 2016 an der Euronext in Paris eher enttäuschte (WKN: A2AHDP, akt. Kurs: 9,24 Euro). Das Unternehmen entwickelt neue Therapien zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen, darunter Multiple Sklerose (MS). Wichtigster Wirkstoffkandidat ist der monoklonale Antikörper GnbAC1, der sich derzeit in der klinischen Phase IIb befindet. Das verschlingt viel Geld und belastet die Bilanz der Schweizer. Gelingt jedoch der Durchbruch, hätten sie eine Alleinstellung auf einem riesigen Markt mit hohen Gewinnmargen. Denn im Gegensatz zu den bisher gängigen Behandlungsmethoden, bei der quasi die Immun-antwort an den Körper angepasst wird, versucht GeNeuro, die Bestandteile der Krankheit zu blockieren. Zu diesem Zweck bindet GnbAC1 z.B. das überschüssige Protein, welches bei MS vermehrt gebildet wird. Derzeit plant die kleine Biotechfirma zusätzliche Tests, um das Potenzial seines Wirkstoffs bei anderen Autoimmunkrankheiten (wie z.B. Diabetes Typ I) zu prüfen. 

Ein interessantes Geschäftsmodell hat die seit 2005 börsennotierte Dottikon ES Holding AG (WKN: A0D9DF, akt. Kurs: 589 sfr) zu einem der wachstumsstärksten Schweizer Unternehmen gemacht (Rang 43). 1913 als Sprengstofffabrik gegründet, ereignete sich im Werk 1969 eines der größten Explosionsunglücke des Landes. 18 Menschen starben, die Gemeinde Dottikon -wurde völlig verwüstet. Aus der Ursachen-forschung für die Katastrophe entwickelte sich ein neues Geschäftsmodell. Heute ist Dottikon ES ein international tätiges Unternehmen, das sich auf chemische sicherheitskritische Reaktionen spezialisiert hat. Es stellt Veredelungschemikalien, kundenspezifische Wirkstoffe und Zwischenprodukte für die pharmazeutische und die chemische Industrie her. Im Geschäftsjahr 2015/16 legte das Unternehmen beim Gewinn kräftig zu. Eine Großinvestition von 100 Mio. sfr in den eigenen Produktionsstandort soll das Wachstum weiter vorantreiben. Einziger Wermutstropfen: Eine Dividende gehört bisher nicht zur Unternehmensphilosophie.

Ein echter Champion auch für seine Aktionäre ist die auf Rang 45 platzierte Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG (WKN: A1W1VQ, akt. Kurs: 327 sfr). Das Geschäftsjahr 2014/2015 beendete der Bergbahn- und Tourismuskonzern zum wiederholten Male mit einem Rekordergebnis und erhöhte die Dividende um 33 % auf 8 sfr. Allerdings ist die Aktie auch nicht mehr ganz preiswert.

Von 55 Schweizer Champions 2017 sind gerade einmal sechs an der Börse notiert. Sie alle haben interessante Geschäftsmodelle und weiteres Wachs-tums-potenzial. Dennoch müssen Anleger genau abwägen, welcher Titel zu ihrer Anlagestrategie passt. 

 

 

Noch nie war die Diskrepanz zwischen Dividenden- und Anleihenrendite so groß wie in dieser Dividendensaison. Neben den großen Indexwerten lassen sich auch gerade bei den Titeln aus der zweiten und dritten Reihe respektable und vor allem kontinuierliche Dividendenrenditen einfahren.

Wer spart, verliert bei dem derzeitigen Zinsniveau Kapital. Umso wichtiger ist es, sich nach starken Dividendentiteln umzuschauen, die dem Anleger eine kontinuierliche Ausschüttung bieten. Insbesondere europäische Unternehmen zeigen sich im internationalen Vergleich ausschüttungsfreudig. So lagen deren Dividendenrenditen Ende 2016 marktweit bei durchschnittlich 3,5 %. 

Noch nie war der Spread zwischen Dividenden- und Anleiherendite größer. Glaubten 2016 noch einige Investoren, sie benötigten keine Aktien, weil sich auch an den Anleihemärkten noch Renditen von 4 bis 6 % realisieren ließen, sind diese Zeiten nun vorbei. Die wieder steigenden Rohstoffpreise und die zuletzt positive Entwicklung an den Aktienmärkten haben die Deflationssorgen verscheucht, und die Inflationserwartung ist deutlich gestiegen. Für Anleihen ist dies eine sehr schlechte Ausgangsposition. Während die DAX-Rendite auf rd. 2,7 % kommt, landen Unternehmensanleihen mit einem BBB-Rating in der Eurozone gerade einmal bei 1,2 %. Bei zehnjährigen Bundesanleihen liegt die Rendite sogar bei nur 0,4 %.

Gerade in starken Wirtschaftsländern wie Deutschland weisen die Unternehmen höhere Gewinne und verbesserte Margen aus. Die stabilen Cashflows können somit durch überdurchschnittliche Dividendenzahlungen an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Europaweit peilt man in diesem Jahr eine Ausschüttungssumme von nahezu 100 Mrd. € an. Allein beim DAX rechnet man mit einer Rekordsumme von mehr als 35 Mrd. €. Deutschlandweit wird eine Summe von knapp 47 Mrd. € als Dividende an die Aktionäre fließen (vgl. ES 6/17). 

Allerdings gibt es zum 1. Januar 2017 eine Änderung bezüglich des Zahltages für Dividenden. Bisher erfolgte in der Regel am Tag nach der Hauptversammlung die Gutschrift. Seit Jahresanfang sind Dividenden inländischer Unternehmen am dritten Bankarbeitstag nach der Hauptversammlung fällig. Die Neuregelung ergibt sich aus der Anpassung des § 58 Aktiengesetz (AktG) an die europäische Aktienrechtsnovelle (s. Randnotizen ES 46/16).

In der nebenstehenden Tabelle ist eine Auswahl an SDAX-Titeln und Nebenwerten aufgelistet, die mit einer kontinuierlichen Dividendenzahlung zu überzeugen wissen, wie z.B. Amadeus Fire. Bei dem Zeitarbeitsvermittler stimmen die ersten Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 ebenso wie die Dividenrendite von 4,88 %. Auch der SDAX-Titel WashTec präsentierte erste Jahreszahlen und kommt auf eine attraktive Dividendenrendite von 3,45 %. Das Modeunternehmen Ahlers steht trotz schwieriger Jahre für eine langfristige Dividendenpolitik. Bei Surteco, dem Zulieferer für die Möbelindustrie, kommt man auf eine satte Rendite von 3,84 %. Die Effecten-Spiegel AG zahlte in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 0,80 € Dividende an ihre Aktionäre, was einer Durchschnittsrendite von knapp 5 % entspricht.

Dividendentitel sind die einzige Alternative zur derzeitigen Nullzinspolitik. Der Dividenden-Guide Effecten-Spiegel zeigt Ihnen abseits der großen Indizes die interessantesten Titel.

 

 

Dass der DAX fest in den Händen ausländischer Investoren ist, weiß man schon lange. Inzwischen ist ihr Anteil im DAX sogar auf 55 % gestiegen. Eine aktuelle Studie bringt nun jedoch Überraschendes zutage: Auch der German Mittelstand gehört längst ausländischen Anlegern. Sie sind sowohl in MDAX, SDAX als auch TecDAX die Mehrheitsaktionäre. Ausländische Investoren lieben Made in Germany. 

Bisher galt: Je größer ein Unternehmen, desto internationaler seine Aktionärsstruktur. Gemessen am Anteil der gehaltenen Aktien ist der DAX zu rund 55 % in ausländischem Besitz, so das Ergebnis einer Studie der -Unternehmensberatung Ernst & Young (EY). Bei der Deutschen Börse oder Linde liegt der Ausländeranteil sogar bei 85 % bzw. 84 %. Zunehmend geraten aber auch Unternehmen der zweiten und dritten Reihe in das Visier inter-nationaler Investoren. Dabei treten vermehrt Käufer in Erscheinung, die bei den DAX-Konzernen zu spät dran sind und nun nach Alternativen suchen. So hat z.B. der chinesische- Hausgerätehersteller Midea jüngst den deutschen Robotik-spezialisten Kuka übernommen. 

Wem also gehört der börsennotierte Mittelstand? Dieser Frage geht die soeben vorgelegte Studie der cometis AG auf den Grund. Der „deutsche börsennotierte Mittelstand“ wird dabei durch alle Unternehmen re-präsentiert, die in den drei deutschen In-dizes MDAX, SDAX und TecDAX vertreten sind. Stichtag für die Auswertung der Daten war der 30.09.2016. Allerdings wurden nur aktive Investoren berücksichtigt. Klassische Passivanleger, wie z.B. BlackRock, die über ETF, Zertifikate oder andere Instrumente -investieren, sind somit nicht erfasst, ob-
wohl deren Passivanteile beträchtlich sind.

Zum Stichtag im Jahr 2016 hielten demnach aktive Investoren aus Deutschland gerade mal 19 % des institutionell gehaltenen Streubesitzes aller MDAX-Unternehmen (vgl. Abb.). Das heißt im Umkehrschluss: 81 % aller Aktien deutscher MDAX-Firmen sind in ausländischer Hand. Das ist deutlich mehr als im DAX. Die nordamerikanischen Investoren sind mit 31 % am German Mittelstand beteiligt, die britischen und irischen Investoren mit 22 %. In den anderen beiden Indizes sieht es nicht viel anders aus. 72 % der Small-Caps des SDAX sind im ausländischen Besitz, bei den Unternehmen des TecDAX sind es 71 % (vgl. Abb.)

Größter Einzelinvestor über alle drei mittelständischen deutschen Indizes hinweg ist die Norges Bank. Über sie ist der norwegische Staat mit ca. 5,4 Mrd. Euro im deutschen Mittelstand investiert. Der größte Anteil entfällt dabei mit ca. 3,9 Mrd. Euro auf den MDAX. Das kleine Norwegen ist auch die Nummer Eins im SDAX. Im TecDAX wird es allerdings von der Deutschen Asset Management (DWS) und den Allianz Global Investors von der Spitze verdrängt.

Die DWS gehörte zwischen dem 30.09.2015 und dem 30.09.2016 in allen drei Indizes zu den Top 10-Käufern und stieg damit zum zweitgrößten Investor über alle Indizes auf. Asiatische Investoren kauften sich überwiegend im TecDAX ein. Innerhalb eines Jahres haben sie so im deutschen Technologiesektor ihre Investitionen nahezu verdoppelt. Insgesamt liegt ihr Anteil im TecDAX damit aber gerade erst bei 1 %. Zunehmend treten die Chinesen als Käufer in Erscheinung (vgl. Randnotizen ES 49/16). Sie haben sich alleine im vergangenen Jahr an 309 deutschen Unternehmen vornehmlich aus dem Mittelstand beteiligt oder diese übernommen. Das waren mehr als in den vorangegangenen vier Jahren zusammen. 

Die großen internationalen Index-Fonds dagegen zogen etwa 1,7 Mrd. Euro über alle drei Indizes hinweg ab. Dafür aber gewinnen die wertorientierten Fonds als Investoren zunehmend an Bedeutung. Im MDAX sind
33 % der Aktionäre Value-Anleger und 31 % wachstumsorientierte Investoren. 

Hedge Fonds dagegen stehen mehr auf SDAX und TecDAX. Ihr investiertes Vermögen erhöhte sich zwischen den letzten beiden Stichtagen um 48 % bzw. 53 %. Dadurch stieg die Marktkapitalisierung der Technologieunternehmen im SDAX um 338 %. Erneuerbare Energien waren in der Betrachtungsperiode übrigens am unbeliebtesten, und zwar über alle drei Indizes hinweg. Ihre Marktkapitalisierung sank um 54 %. 

Das Interesse der ausländischen Investoren am deutschen Know-how ist ungebrochen. Das betrifft sowohl Unternehmen, die wie Grammer als Innenausstatter für Autos und Lkw (liefert z.B. Sitze und Armlehnen) in Nischen sehr erfolgreich sind, als auch jene, die wie Infineon führend im Technologiesektor sind. Die Anleger aus dem Ausland streichen mit ihren Engagements zudem fette Gewinne ein. Die Deutsche Börse rechnet damit, dass im lfd. Jahr alleine 35 Mrd. Euro an Dividenden von den DAX-Unternehmen ausgeschüttet werden. Dazu kommen ca. 8,5 Mrd. Euro an Ausschüttungen von den MDAX-Firmen, 1,3 Mrd. Euro aus dem SDAX und 1,8 Mrd. Euro aus dem TecDAX. Zwischen 30 und 35 Mrd. Euro an Dividende werden damit schätzungsweise ins Ausland überwiesen. Geld, das deutsche Aktionäre kassieren könnten.

Kleinanleger sollten dem Gespür ausländischer Investoren folgen, denn gerade im deutschen Mittelstand finden sich wahre Unternehmensperlen. In MDAX, SDAX und TecDAX lassen sich mit einem überschaubaren Kapitaleinsatz noch hohe Renditen erzielen. 

Redaktionelles

Effecten-Spiegel AG: Jahresergebnis

Effecten-Spiegel AG: Vorjahresergebnis erneut übertroffen

In einem anspruchsvollen Marktumfeld hat die Effecten-Spiegel AG ihre guten Geschäftsergebnisse der Vorjahre erneut übertroffen. Der Jahresüberschuss liegt per Ultimo 2016 bei 3,244 (Vj.: 3,153) Mio. €. Der Bilanzgewinn erreicht 3,81 Mio. nach 3,38 Mio. € in 2015 und liegt damit um 12,6 % über dem Vorjahresniveau.

Aus Verkäufen von Wertpapieren wurden im Berichtszeitraum insgesamt Gewinne in Höhe von 4,44 Mio. € realisiert. Allein der Verkauf eines Teilbestandes an der infas Holding AG im Januar sowie des Depotbestandes an der schweizerischen Actelion Ltd. steuerten zusammen einen Ertrag von 2,035 Mio. € bei. An Zinsen und Dividenden wurden 1,196 Mio. € vereinnahmt. Dem stehen stichtagsbedingt zu bildende außerordentliche Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 1,334 Mio. € sowie des Umlaufvermögens in Höhe von 256 T€ gegenüber. Das Verlagsgeschäft konnte sich mit Umsatzerlösen von 2,87 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren und liefert nach Abzug aller Kosten unterm Strich ebenfalls einen zum Vorjahr verbesserten positiven Ergebnisbeitrag. 

Vor Finanzergebnis und Steuern ergibt sich ein Betriebsergebnis von 4,27 Mio. €, nach Finanzergebnis und vor Steuern liegt das Ergebnis bei 3,77 Mio. zu 3,40 Mio. € in 2015. Gegenüber dem Ausweis zum Jahresultimo 2015 hat sich das Eigenkapital auf 71,775 Mio. € leicht erhöht und entspricht 95,65 % der Bilanzsumme. Während unterjährig die Barliquidität reduziert wurde, um günstige Einstandskurse zu nutzen (30.06.2016: 8,57 Mio. €), hat sich der Kassenbestand durch Gewinnrealisierungen zum Ende des Berichtszeitraums wieder erhöht und beläuft sich per Jahresultimo auf 18,325 Mio. €. Bankverbindlichkeiten sind weiterhin nicht vorhanden.

Für das Geschäftsjahr 2016 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 19. Mai 2017 eine konstante Dividende von 0,80 € je Stamm- und Vorzugsaktie vor. Der nach Ausschüttung verbleibende Restgewinn von 433 T€ wird dem Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von 566 T€ zugerechnet, sodass ein Betrag von 999 T€ in das Jahr 2017 vorgetragen werden soll.

VW-Dieselskandal

Die Tübinger Rechtsanwaltskanzlei TILP hat am vergangenen Sonntag eine umfangreiche Klage verschiedener institutioneller Anleger gegen die Porsche SE (PSE) am Landgericht Stuttgart eingereicht – unter den Klägern auch die Effecten-Spiegel AG, die seit Jahren 46.000 Vorzugsaktien der Porsche SE in ihrem Depot hält. Die Ansprüche der Kleinanleger werden zudem in mehr als 100 Einzelklagen von den TILP-Anwälten geltend gemacht. 

Begründung der Klage: Da Martin Winterkorn von Ende 2009 bis zu seinem Rücktritt im Herbst 2015 durchgängig Vorstandsvorsitzender sowohl bei der Muttergesellschaft (also der Porsche SE) als auch bei der Tochter VW war, hat er Kenntnis über alle Risiken gehabt. Und dieses Wissen ist auch der PSE zuzurechnen. 

Die Wissenszurechnung kann auch nicht von der Verschwiegenheitspflicht der Organe überlagert werden.

Denn VW und Porsche hatten am 7.12.2009 vertraglich vereinbart, dass der Muttergesellschaft bestandsgefährdende Risiken von VW umgehend mitgeteilt werden müssen. Diese hätten dann in der Folge auch eine Ad-hoc-Mitteilung ausgelöst. Die Offenbarungspflicht der Tochter involviert zugleich auch eine Informationsbeschaffungspflicht der Mutter, also der Porsche SE. Dass eine solche Bestandsgefährdung bestand, hat der jetzige VW-Chef Matthias Müller am 11.09.2016 in einem Interview selbst zugegeben. Müller räumte ein, dass VW erst jetzt „das Heft des Handelns in die Hand bekomme“, und damit „das Unternehmen ... weiter bestehen“ wird.

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