Noch nie war die Diskrepanz zwischen Dividenden- und Anleihenrendite so groß wie in dieser Dividendensaison. Neben den großen Indexwerten lassen sich auch gerade bei den Titeln aus der zweiten und dritten Reihe respektable und vor allem kontinuierliche Dividendenrenditen einfahren.

Wer spart, verliert bei dem derzeitigen Zinsniveau Kapital. Umso wichtiger ist es, sich nach starken Dividendentiteln umzuschauen, die dem Anleger eine kontinuierliche Ausschüttung bieten. Insbesondere europäische Unternehmen zeigen sich im internationalen Vergleich ausschüttungsfreudig. So lagen deren Dividendenrenditen Ende 2016 marktweit bei durchschnittlich 3,5 %. 

Noch nie war der Spread zwischen Dividenden- und Anleiherendite größer. Glaubten 2016 noch einige Investoren, sie benötigten keine Aktien, weil sich auch an den Anleihemärkten noch Renditen von 4 bis 6 % realisieren ließen, sind diese Zeiten nun vorbei. Die wieder steigenden Rohstoffpreise und die zuletzt positive Entwicklung an den Aktienmärkten haben die Deflationssorgen verscheucht, und die Inflationserwartung ist deutlich gestiegen. Für Anleihen ist dies eine sehr schlechte Ausgangsposition. Während die DAX-Rendite auf rd. 2,7 % kommt, landen Unternehmensanleihen mit einem BBB-Rating in der Eurozone gerade einmal bei 1,2 %. Bei zehnjährigen Bundesanleihen liegt die Rendite sogar bei nur 0,4 %.

Gerade in starken Wirtschaftsländern wie Deutschland weisen die Unternehmen höhere Gewinne und verbesserte Margen aus. Die stabilen Cashflows können somit durch überdurchschnittliche Dividendenzahlungen an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Europaweit peilt man in diesem Jahr eine Ausschüttungssumme von nahezu 100 Mrd. € an. Allein beim DAX rechnet man mit einer Rekordsumme von mehr als 35 Mrd. €. Deutschlandweit wird eine Summe von knapp 47 Mrd. € als Dividende an die Aktionäre fließen (vgl. ES 6/17). 

Allerdings gibt es zum 1. Januar 2017 eine Änderung bezüglich des Zahltages für Dividenden. Bisher erfolgte in der Regel am Tag nach der Hauptversammlung die Gutschrift. Seit Jahresanfang sind Dividenden inländischer Unternehmen am dritten Bankarbeitstag nach der Hauptversammlung fällig. Die Neuregelung ergibt sich aus der Anpassung des § 58 Aktiengesetz (AktG) an die europäische Aktienrechtsnovelle (s. Randnotizen ES 46/16).

In der nebenstehenden Tabelle ist eine Auswahl an SDAX-Titeln und Nebenwerten aufgelistet, die mit einer kontinuierlichen Dividendenzahlung zu überzeugen wissen, wie z.B. Amadeus Fire. Bei dem Zeitarbeitsvermittler stimmen die ersten Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 ebenso wie die Dividenrendite von 4,88 %. Auch der SDAX-Titel WashTec präsentierte erste Jahreszahlen und kommt auf eine attraktive Dividendenrendite von 3,45 %. Das Modeunternehmen Ahlers steht trotz schwieriger Jahre für eine langfristige Dividendenpolitik. Bei Surteco, dem Zulieferer für die Möbelindustrie, kommt man auf eine satte Rendite von 3,84 %. Die Effecten-Spiegel AG zahlte in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 0,80 € Dividende an ihre Aktionäre, was einer Durchschnittsrendite von knapp 5 % entspricht.

Dividendentitel sind die einzige Alternative zur derzeitigen Nullzinspolitik. Der Dividenden-Guide Effecten-Spiegel zeigt Ihnen abseits der großen Indizes die interessantesten Titel.