SolarWorld AG

Nach vorläufigen Zahlen verzeichnete die SolarWorld AG im ersten Quartal 2017 eine Absatzsteigerung auf 382 MW. Allerdings führte der anhaltende Preisverfall zu einem deutlichen Umsatzrückgang von 213 auf 186 Mio. Euro. Das EBITDA verschlechterte sich dabei gegenüber dem Vorjahresquartal von 2 auf minus 18 Mio. Euro. Auch das EBIT ging von minus 10 auf minus 28 Mio. Euro zurück. Laut Management liegen die operativen Ergebniskennziffern aber im Rahmen der Unternehmensplanung. Zum Quartalsende beliefen sich die liquiden Mittel auf 84 Mio. Euro. Zu Jahresbeginn hatten die Mittel noch bei 88 Mio. Euro gelegen.

PSI Aktiengesellschaft für Produkte und Systeme der Informationstechnologie

Die PSI Aktiengesellschaft für Produkte und Systeme der Informationstechnologie steigerte den Auftragseingang im ersten Quartal 2017 um 11 Prozent auf 78 Mio. Euro. Mit dem Auftragseingang auf Rekordniveau erhöhte sich auch der Auftragsbestand um 4 Prozent auf 163 Mio. Euro. Beim Umsatz kam die Gesellschaft um 3 Prozent auf 43,8 Mio. Euro voran.
Ergebnisseitig kletterte das EBIT überproportional um 20 Prozent auf 2,6 Mio. Euro. Auch das Konzernergebnis legte um 27 Prozent auf 1,8 Mio. Euro zu. Entsprechend verbesserte sich auch das Ergebnis je Aktie von 0,09 auf 0,11 Euro. Für das Gesamtjahr erwartet das Management, dass das operative Ergebnis eher am oberen Rand der Prognosespanne von 12 bis 15 Mio. Euro liegen wird.
Der Umsatz im Segment Energiemanagement stieg um 1 Prozent auf 15,9 Mio. Euro und auch das Betriebsergebnis erhöhte sich von 1,4 auf 1,5 Mio. Euro. Um 8 Prozent auf 23,0 Mio. Euro verbesserte sich der Umsatz im Segment Produktionsmanagement. Darauf aufbauend legte das EBIT um 7 Prozent auf 1,6 Mio. Euro zu. Das Segment Infrastrukturmanagement verzeichnete ein Umsatzwachstum von 13 Prozent auf 4,8 Mio. Euro. Dabei konnte das Minus beim Betriebsergebnis von 0,4 auf 0,1 Mio. Euro reduziert werden.

Epigenomics AG

Die Epigenomics AG erzielte im Geschäftsjahr 2016 eine Umsatzsteigerung von 102 Prozent auf 4,2 Mio. Euro. Bei einem Anstieg der operativen Gesamtkosten verschlechterte sich das EBIT von minus 9,3 auf minus 12,3 Mio. Euro. Der Jahresfehlbetrag belief sich auf 11,2 Mio. Euro entsprechend einem Ergebnis je Aktie von minus 0,55 Euro. Zum Jahresende verfügte das Unternehmen über Liquidität von 12,3 Mio. Euro. Für 2017 rechnet das Management mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau und einem EBITDA, das niedriger als 2016 ausfällt.
Die Gesellschaft hat mit der Cathay Fortune International Company Limited (CFIC) und deren Tochtergesellschaft Blitz F16-83 GmbH (zukünftig Summit Hero Holding GmbH) ein Busines Combination Agreement hinsichtlich der Übernahme der Epigenomics AG abgeschlossen. Neben der CFIC wird auch der aktuell größte Aktionär BioChain an der Blitz F16-83 GmbH beteiligt sein. Das Abkommen sieht einen Übernahmepreis von 7,52 Euro in bar je Epigenomics-Aktie vor. Dies bedeutet einen Aufschlag von 49,9 Prozent auf den gewichteten durchschnittlichen dreimonatigen Börsenkurs vor Bekanntgabe der Übernahmeabsicht.
Auch nach einer Übernahme sollen die Unternehmensniederlassungen und die Hauptaktivitäten aufrecht erhalten werden. Zudem sollen Greg Hamilton Vorstandsvorsitzender von Epigenomics und Dr. Uwe Staub Chief Operating Officer (COO) bleiben.

Randnotizen

Am vergangenen Samstag traf sich Europa auf dem Kapitolshügel von Rom im geschichtsträchtigen Konservatorenpalast und feierte sich und seinen 60. Geburtstag. Europahymne und ein blaues Tischtuch mit riesigen gelben Sternen dienten als standesgemäßer Rahmen, um jeden der anwesenden Staatslenker bei seiner Unterschrift unter die „Erklärung von Rom“ ins rechte Licht zu rücken. Und das war noch nie einfach. 

Was 1957 als sog. „Römische Verträge“ mit sechs Unterzeichnerstaaten begann, ist zwischenzeitlich auf eine Großfamilie von 28 Staaten angewachsen. In gleichem Maße wuchsen aber auch die Probleme und noch schneller Bürokratie und Selbstverwaltung. Vom Krümmungsradius der Salatgurke, über den Abstand von Grillroststäben, die elektrische Leitfähigkeit von Waldhonig, bis hin zu einer 54 Seiten umfassenden Schnullerkettenverordnung bietet das Kuriositätenkabinett der Brüsseler Bürokraten vieles, dessen Sinnhaftigkeit dem Normalsterblichen wohl für immer verschlossen bleiben wird. „Die EU muss deutlich machen, dass sie sich auf die großen Dinge konzentriert, nicht auf das Kleinklein“, meinte daher auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. „Die Leute mögen das nicht.“ 

Aber auch auf dem großen Parkett tut sich die EU schwer. Die Überschuldung Griechenlands, Banken- und Eurokrise, unkontrollierte Flüchtlingsströme – Brüssel konnte stets die Flächenbrände nur ein wenig eindämmen, nicht aber löschen. Die nationalen Alleingänge nahmen stetig zu, der Protektionismus ebenfalls: Polen will mehr Rechte, Ungarn über seine Grenzen selber bestimmen. Die Niederlande und Luxemburg wollen auf ihre Steuermodelle nicht verzichten. Tschechien möchte keine Flüchtlinge aufnehmen, die Griechen wollen mehr Geld und Frankreich mindestens so viel zu sagen haben wie Deutschland. Um die eigenen Interessen durchzusetzen, droht jedes Mitglied stets mit Boykott des großen Ganzen. Dann wird viel geredet und verhandelt, noch mehr gegessen und getrunken und am Ende ein weichgespülter Konsens präsentiert. Bis zum nächsten Treffen. 

Um der zunehmenden sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheit der EU-Mitgliedsländer zu begegnen, braucht es daher mehr als eine einseitige und falsch verstandene Solidarität innerhalb der Gemeinschaft, wie jüngst auch Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem feststellte: „Als Sozialdemokrat halte ich Solidarität für äußerst wichtig. Aber wer sie einfordert, hat auch Pflichten. Ich kann nicht mein ganzes Geld für Schnaps und Frauen ausgeben und anschließend Sie um Ihre Unterstützung bitten.“ 

Als Erste haben die Briten nun genug von diesem Europa. Sie wollen raus aus der EU. Seit ihrem Beitritt 1972 – 1963 hatte Frankreichs Präsident Charles de Gaulle noch per Veto den Beitritt Großbritanniens verhindert – sehen sich die Briten von Brüssel vornehmlich gegängelt und in ihrer nationalen Selbstbestimmung derart beschnitten, dass sie nun im Alleingang ein „global agierendes“ Großbritannien installieren möchten. Und schon liebäugeln auch andere Mitgliedsländer offen mit der britischen Idee. Daher sucht man nun innerhalb der EU händeringend nach einer Formel, wie es gemeinsam weitergehen kann. Beim Sondergipfel in Rom am 25. März haben die 27 verbleibenden EU-Staaten einen Ausblick auf die kommenden zehn Jahre gegeben: „Wir werden gemeinsam handeln, in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Intensität, dort, wo es notwendig ist, bewegen uns aber in die gleiche Richtung (…), die Tür offen lassend für jene, die später dazu kommen wollen.“ 

Es ist wohl das erste Mal, dass nicht Gemeinsamkeit, sondern Unterschiedlichkeit zwischen den EU-Mitgliedsstaaten festgeschrieben wird. Ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten ist auch nicht das Lieblingsszenario der EU-Kommission. „Mein Lieblingsszenario wäre, dass wir alles zu 27 machen. Aber wenn es nicht geht, dann geht es nicht“, so Jean-Claude Juncker. 

Es bleibt zu wünschen, dass der Kater nach den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge nicht allzu groß ist und die EU zukünftig nicht weiter bröckelt. Denn bei aller berechtigten Kritik, die EU steht auch für 60 Jahre Frieden in Europa.

Mit einer volumenunabhängigen Ordergebühr von 5 Euro ging flatex am 6. März 2006 als Online-Broker an den Start. Keine Kontoführungsgebühren, keine Depotgebühren – und das dauerhaft. So warben die Kulmbacher damals für das neue Geschäftsmodell, das sich an den Modellen von Billigfliegern und Mobilfunk-Discountern orientierte. Seither bietet flatex wenig Service und noch weniger Informationen, dafür aber günstigen Handel von Wertpapieren aller Art. 

2015 dann sorgte flatex für Aufsehen, als der Online-Broker als erster Finanzdienstleister den deutschen Einlagensicherungsfonds verließ. Seither sind die Gelder der Kunden nur noch im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Höhe von 100.000 Euro geschützt. 

Nun prescht flatex erneut vor und verlangt seit dem 15. März die ersten Strafzinsen im Online-Geschäft – und zwar 0,4 % ab dem ersten Euro! flatex sei nicht mehr bereit, die „Parkgebühren“ für die Kunden zu übernehmen, so Frank Niehage, Vorstandschef der Fintech Group, zu der flatex heute gehört. 

Ab dem ersten Euro, der auf dem Verrechnungskonto liegt, zahlt der Kunde nun also Zinsen –  das ist schon ein Hammer! Denn flatex hat als Online-Broker auch nie Zinsen auf Einlagen gezahlt, weil das Geld auf den Konten ausschließlich zur Verrechnung von Wertpapiergeschäften dient. Vielleicht will flatex aber auch nur Kundengelder geschickt in die Tages- und Festgeldangebote seiner Partnerunternehmen lotsen. Schließlich ist der Geldtransfer und die Anlage innerhalb der FinTech-Gruppe mit nur wenigen Klicks und ohne Neuregistrierung direkt aus dem flatex-Kundenmenü ganz einfach möglich. 

Redaktionelles

Effecten-Spiegel AG: Jahresergebnis

Effecten-Spiegel AG: Vorjahresergebnis erneut übertroffen

In einem anspruchsvollen Marktumfeld hat die Effecten-Spiegel AG ihre guten Geschäftsergebnisse der Vorjahre erneut übertroffen. Der Jahresüberschuss liegt per Ultimo 2016 bei 3,244 (Vj.: 3,153) Mio. €. Der Bilanzgewinn erreicht 3,81 Mio. nach 3,38 Mio. € in 2015 und liegt damit um 12,6 % über dem Vorjahresniveau.

Aus Verkäufen von Wertpapieren wurden im Berichtszeitraum insgesamt Gewinne in Höhe von 4,44 Mio. € realisiert. Allein der Verkauf eines Teilbestandes an der infas Holding AG im Januar sowie des Depotbestandes an der schweizerischen Actelion Ltd. steuerten zusammen einen Ertrag von 2,035 Mio. € bei. An Zinsen und Dividenden wurden 1,196 Mio. € vereinnahmt. Dem stehen stichtagsbedingt zu bildende außerordentliche Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 1,334 Mio. € sowie des Umlaufvermögens in Höhe von 256 T€ gegenüber. Das Verlagsgeschäft konnte sich mit Umsatzerlösen von 2,87 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren und liefert nach Abzug aller Kosten unterm Strich ebenfalls einen zum Vorjahr verbesserten positiven Ergebnisbeitrag. 

Vor Finanzergebnis und Steuern ergibt sich ein Betriebsergebnis von 4,27 Mio. €, nach Finanzergebnis und vor Steuern liegt das Ergebnis bei 3,77 Mio. zu 3,40 Mio. € in 2015. Gegenüber dem Ausweis zum Jahresultimo 2015 hat sich das Eigenkapital auf 71,775 Mio. € leicht erhöht und entspricht 95,65 % der Bilanzsumme. Während unterjährig die Barliquidität reduziert wurde, um günstige Einstandskurse zu nutzen (30.06.2016: 8,57 Mio. €), hat sich der Kassenbestand durch Gewinnrealisierungen zum Ende des Berichtszeitraums wieder erhöht und beläuft sich per Jahresultimo auf 18,325 Mio. €. Bankverbindlichkeiten sind weiterhin nicht vorhanden.

Für das Geschäftsjahr 2016 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 19. Mai 2017 eine konstante Dividende von 0,80 € je Stamm- und Vorzugsaktie vor. Der nach Ausschüttung verbleibende Restgewinn von 433 T€ wird dem Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von 566 T€ zugerechnet, sodass ein Betrag von 999 T€ in das Jahr 2017 vorgetragen werden soll.

VW-Dieselskandal

Die Tübinger Rechtsanwaltskanzlei TILP hat am vergangenen Sonntag eine umfangreiche Klage verschiedener institutioneller Anleger gegen die Porsche SE (PSE) am Landgericht Stuttgart eingereicht – unter den Klägern auch die Effecten-Spiegel AG, die seit Jahren 46.000 Vorzugsaktien der Porsche SE in ihrem Depot hält. Die Ansprüche der Kleinanleger werden zudem in mehr als 100 Einzelklagen von den TILP-Anwälten geltend gemacht. 

Begründung der Klage: Da Martin Winterkorn von Ende 2009 bis zu seinem Rücktritt im Herbst 2015 durchgängig Vorstandsvorsitzender sowohl bei der Muttergesellschaft (also der Porsche SE) als auch bei der Tochter VW war, hat er Kenntnis über alle Risiken gehabt. Und dieses Wissen ist auch der PSE zuzurechnen. 

Die Wissenszurechnung kann auch nicht von der Verschwiegenheitspflicht der Organe überlagert werden.

Denn VW und Porsche hatten am 7.12.2009 vertraglich vereinbart, dass der Muttergesellschaft bestandsgefährdende Risiken von VW umgehend mitgeteilt werden müssen. Diese hätten dann in der Folge auch eine Ad-hoc-Mitteilung ausgelöst. Die Offenbarungspflicht der Tochter involviert zugleich auch eine Informationsbeschaffungspflicht der Mutter, also der Porsche SE. Dass eine solche Bestandsgefährdung bestand, hat der jetzige VW-Chef Matthias Müller am 11.09.2016 in einem Interview selbst zugegeben. Müller räumte ein, dass VW erst jetzt „das Heft des Handelns in die Hand bekomme“, und damit „das Unternehmen ... weiter bestehen“ wird.

Thema der Woche

Randnotizen