DATA MODUL AG

Die DATA MODUL AG schloss das vergangene Geschäftsjahr mit Rekordwerten ab. So stieg der Umsatz um 9,3 Prozent auf 197,1 Mio. Euro. Auch der Auftragseingang verbesserte sich von 179,6 auf 197,6 Mio. Euro. Fortschritte erzielte das Unternehmen auch bei der weiteren Inernationalisierung. Die Exportquote legte im vergangenen Jahr von 39,4 auf 45,2 Prozent zu.
Bei einer EBIT-Marge von 7,6 Prozent erwirtschaftete die Gesellschaft ein operatives Ergebnis von 15,0 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss verbesserte sich um 21,4 Prozent auf 10,2 Mio. Euro entsprechend einem Ergebnis je Aktie von 2,90 Euro. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen dabei der Hauptversammlung vor, die Dividende je Aktie von 0,12 auf 1,50 Euro anzuheben.

BPK CEWE

Weiterhin rund läuft es beim FOTOBUCH-Hersteller CEWE Stiftung & Co. KGaA. Auf der heutigen Analystenkonferenz stellte Vorstandschef Dr. Hollander die Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 vor. Gegenüber der Bekanntgabe der vorläufigen Werte im Februar haben sich keine nennenswerten Änderungen ergeben.

So kletterten die Umsatzerlöse um 7 Prozent auf 593,1 (554,2) Mio. Euro, bei einem EBITDA von 90,3 (75,1) Mio. Euro wird ein EBIT von 47,0 (36,4) Mio. Euro ausgewiesen. Unter dem Strich liegt das Jahresergebnis des SDAX-Unternehmens bei 30,4 Mio. Euro nach zuvor 22,5 Mio. Euro. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 4,25 nach zuvor 3,15 Euro. Die Aktionäre der Oldenburger dürfen sich zudem über die achte Dividendenhebung in Folge freuen. Der Hauptversammlung am 31. Mai 2017 wird die Ausschüttung eines Betrages von 1,80 Euro nach zuletzt 1,60 Euro vorgeschlagen.

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr zeigt sich das Management um den künftigen Vorstandschef Dr. Christian Friege insgesamt optimistisch. Dennoch ist durch die ab 01. Januar 2017 geltende erhöhte Umsatzsteuer von 19 statt bislang 7 Prozent auf Fotobücher mit gewissen Effekten auf der Umsatz- und Ergebnisseite zu rechnen. Aktuell geht das Management auf der EBIT-Ebene von einer Auswirkung zwischen null bis hin zu einem hohen einstelligen Mio. Euro-Betrag aus.

Vor diesem Hintergrund ist die ausgegebene Guidance zu verstehen. Beim Umsatz rechnet Dr. Friege mit einer Range zwischen 585 und 615 Mio. Euro, das Konzern EBIT soll sich im Bereich von 45 bis 51 Mio Euro bewegen. Daraus ergibt sich ein erwarteter Jahresüberschuss zwischen 30 und 34 Mio. Euro oder 4,23 bis 4,81 Euro je Aktie. Positiv hervorzuheben ist die weiterhin gut gefüllte Pipeline bei neuen Produktideen und -qualitäten und das in Aussicht gestellte positive Ergebnis aus dem Kommerziellen Online-Druck. 

CTS Eventim AG & Co. KGaA

Die CTS Eventim AG & Co. KGaA steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr das normalisierte EBITDA um 7,4 Prozent auf 194,5 Mio. Euro. Als Wachstumstreiber fungierte vor allem das Online-Ticketing. Das Konzernergebnis erhöhte sich von 89,0 auf 94,6 Mio. Euro entsprechend einem Ergebnis je Aktie von 0,99 Euro.
Geschäftsleitung und Aufsichtsrat werden der kommenden Hauptversammlung vorschlagen, daraus eine Dividende von insgesamt 0,98 Euro auszuschütten. Die Dividende umfasst eine Basisdividende von 0,50 Euro je Aktie und eine Sonderausschüttung von 0,48 Euro je Aktie. Auch zukünftig sollen als Basisdividende 50 Prozent des Konzernergebnisses ausgeschüttet werden. Für das laufende Jahr geht das Management von einem anhaltenden Wachstum aus.

Thema der Woche

Ausgabe 12 | 22.03.2017

Stromer für alle

Energiewende auf der Straße

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Randnotizen

Eigentlich soll das Finanzamt mit den Steuerzinsen nur den Vorteil abschöpfen, den der Steuerzahler durch die spätere Steuerzahlung erlangt hat. Doch angesichts von Nullzinspolitik bzw. ersten Strafzinsen der Banken auf das Ersparte kann der Steuerzahler das Geld, das er dem Fiskus schuldet, gar nicht gewinnbringend anlegen. Dennoch berechnet der Fiskus für Steuererstattungen und Steuernachzahlungen 0,5 % Zinsen pro Monat, also 6 % Zinsen pro Jahr. Das ist nicht nur deutlich mehr als der marktübliche Zinssatz, das ist Wucher! 

Im letzten Jahr wanderten kumuliert per Saldo aus Erstattungs- und Nachzahlungszinsen insgesamt 670,5 Mio. Euro ins Staatssäckel. Wer aber als Steuerzahler tatsächlich mal eine Gutschrift vom Finanzamt erhält und sogar noch Zinsen darauf, muss diese Zinsen versteuern. Denn die Zinszahlungen des Finanzamtes an den Steuerpflichtigen werden wie Kapitaleinkünfte behandelt, d.h. es werden 25 % Abgeltungssteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag fällig. 

Wird man demgegenüber als Bürger zu einer Steuernachzahlung verdonnert, dann werden nicht nur 6 % Zinsen pro Jahr drauf geschlagen, sondern dieser Aufwand kann nicht einmal steuerlich abgesetzt werden. Das ist eindeutig eine Ungleichbehandlung, gegen die inzwischen auch eine Verfassungsbeschwerde anhängig ist (Az. 2 BvR 1711/15). Auch gegen den Zinssatz des Fiskus läuft ein Musterverfahren vor dem Finanzgericht Münster (Az.: 10 K 2472/16 E). Doch dieser Satz ist seit 50 Jahren in der Abgabenordnung fest verankert und orientiert sich nicht am Marktzins, was das Gerichtsverfahren schwierig macht (s. Randnotizen Ausgabe 38/2016). 

Die Abzocke ist also staatlich sanktioniert und eine lukrative Einnahmequelle. Denn erst seitdem die EZB die Zinsen so niedrig hält, verdient die Bundesregierung mit den Steuerzinsen richtig Geld. Schon in den Jahren 2014 und 2015 haben die deutschen Finanzämter die Rekordsumme von 1,92 Mrd. Euro an Zinseinnahmen kassiert. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass der Gesetzgeber tatsächlich den Klagen der Bürger stattgeben und den Zinssatz absenken wird. 

Seit ein paar Monaten tönt es laut und kämpferisch aus dem Vaterland von Sultan Osman I und Staatsgründer Kemal Atatürk. Ihr gefühlter Nachfolger Recep Erdogan poltert gegen jeden, der Bedenken gegen seine präsidialen Allmachtsabsichten hegt. Egal, ob eigene Bevölkerung, andere Regierungen oder die EU – den Kritikern wird mit Vergeltung und harter Bestrafung gedroht. Da spielt es auch keine Rolle, dass die EU zwischen 2007 und 2013 dem Land insgesamt 4,8 Mrd. Euro zur „Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“ überwiesen hat. Auch die Milliardensummen für die Beherbergung von Flüchtlingen oder die Nato-Hilfe zur Sicherung der türkischen Grenze können ihn da nicht milder stimmen. Ankara zockt auf die nationale Karte, um das Wahlvolk hinter sich zu scharen. Und nichts hilft da besser als ein äußerer Feind. Das wissen aber auch andere Regierungschefs. So hat der niederländische Premier Mark Rutte unlängst seinen Ton gegenüber Ankara verschärft, um vor der am Mittwoch anstehenden Parlamentswahl noch ein paar mehr Wählerstimmen für sich zu bekommen. Auch in Deutschland werden wir feststellen, dass mit dem nahenden Bundestagswahltermin im September der Ton schärfer werden wird.

Danach aber, wenn alle Wahlen gelaufen sind, werden Handel und Wandel wieder den Vorzug erhalten. Das gilt insbesondere für die Türkei, deren Kreditwürdigkeit von den Ratingagenturen wie Standard & Poor‘s und Fitch auf Ramschniveau gesetzt wurde. Für sie ist die EU als größter Absatzmarkt ihrer Produkte (über)lebenswichtig. Ruf nach Vergeltung und Strafe? Alles nur getürkt. 

In dem Spruchverfahren zum Squeeze-out bei der HypoVereinsbank (HVB) sorgte vor einigen Tagen eine Meldung für Aufsehen, wonach in den Gutachten zur Bewertung der Bank ein Betrag in Höhe von 3,6 Mrd. Euro einfach unterschlagen worden sein soll. 

Konkret geht es um den Verkauf des 71,03%-Anteils der österreichischen Bank Austria (BACA) an der polnischen Bank BPH S.A. an die UniCredit. Für diesen Anteilsverkauf wurde 2006 ein Preis von 3,6 Mrd. Euro vereinbart, der bis Jahresende 2009 gestundet wurde. 

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale für Kapitalanleger e.V. sei dieser Kaufpreis weder als Cashflow noch auf andere Weise in die Bewertung der BACA mit eingeflossen, obwohl er ja fix vereinbart und lediglich gestundet war. Spätestens aber nach Eingang der Zahlung von 3,6 Mrd. Euro in 2009 hätte der Wert der BACA korrigiert werden müssen. Dies sei aber nicht erfolgt. Das jedenfalls  ergebe sich aus den Akten der Zentralen Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption (WKStA) in Wien (Az. 1 UT 5/15 f). 

Die Effecten-Spiegel AG, die ebenfalls Klägerin im Spruchverfahren ist, hatte schon vor Jahren gerügt, dass der hohe Finanzmittelbestand der BACA, einschließlich des in die Gewinnrücklage eingestellten Gewinns aus dem Verkauf der BPH, als Sonderwert in Form nicht betriebsnotwendigen Vermögens hätte eingerechnet werden müssen. Nach dem Deloitte-Gutachten zur Bewertung der BACA vom Mai 2007 war der fixe Kaufpreisanteil für die BPH zwar mit einem Barwert von 3,2 Mrd. Euro berücksichtigt, wobei ein Verkaufsgewinn in Höhe von lediglich ca. 1,5 Mrd. Euro als Einmalertrag verbucht wurde (s.S. 63 und 67). 

Die Hedge Funds hatten ihrerseits wiederum eine Schadenersatzforderung in Höhe von ca. 2 Mrd. Euro geltend gemacht. Begründung: Die von der BACA verkaufte BPH sei ca. 2 Mrd. Euro mehr wert gewesen. Dies ist auch Gegenstand des jetzigen Spruchverfahrens zur HVB. 

Der Sachverhalt ist also nicht neu, wird aber scheinbar nun auch von der Staatsanwaltschaft verfolgt. Das stärkt die Position des ES und bringt Schwung in das Verfahren. 

Redaktionelles

Effecten-Spiegel AG: Jahresergebnis

Effecten-Spiegel AG: Vorjahresergebnis erneut übertroffen

In einem anspruchsvollen Marktumfeld hat die Effecten-Spiegel AG ihre guten Geschäftsergebnisse der Vorjahre erneut übertroffen. Der Jahresüberschuss liegt per Ultimo 2016 bei 3,244 (Vj.: 3,153) Mio. €. Der Bilanzgewinn erreicht 3,81 Mio. nach 3,38 Mio. € in 2015 und liegt damit um 12,6 % über dem Vorjahresniveau.

Aus Verkäufen von Wertpapieren wurden im Berichtszeitraum insgesamt Gewinne in Höhe von 4,44 Mio. € realisiert. Allein der Verkauf eines Teilbestandes an der infas Holding AG im Januar sowie des Depotbestandes an der schweizerischen Actelion Ltd. steuerten zusammen einen Ertrag von 2,035 Mio. € bei. An Zinsen und Dividenden wurden 1,196 Mio. € vereinnahmt. Dem stehen stichtagsbedingt zu bildende außerordentliche Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 1,334 Mio. € sowie des Umlaufvermögens in Höhe von 256 T€ gegenüber. Das Verlagsgeschäft konnte sich mit Umsatzerlösen von 2,87 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren und liefert nach Abzug aller Kosten unterm Strich ebenfalls einen zum Vorjahr verbesserten positiven Ergebnisbeitrag. 

Vor Finanzergebnis und Steuern ergibt sich ein Betriebsergebnis von 4,27 Mio. €, nach Finanzergebnis und vor Steuern liegt das Ergebnis bei 3,77 Mio. zu 3,40 Mio. € in 2015. Gegenüber dem Ausweis zum Jahresultimo 2015 hat sich das Eigenkapital auf 71,775 Mio. € leicht erhöht und entspricht 95,65 % der Bilanzsumme. Während unterjährig die Barliquidität reduziert wurde, um günstige Einstandskurse zu nutzen (30.06.2016: 8,57 Mio. €), hat sich der Kassenbestand durch Gewinnrealisierungen zum Ende des Berichtszeitraums wieder erhöht und beläuft sich per Jahresultimo auf 18,325 Mio. €. Bankverbindlichkeiten sind weiterhin nicht vorhanden.

Für das Geschäftsjahr 2016 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 19. Mai 2017 eine konstante Dividende von 0,80 € je Stamm- und Vorzugsaktie vor. Der nach Ausschüttung verbleibende Restgewinn von 433 T€ wird dem Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von 566 T€ zugerechnet, sodass ein Betrag von 999 T€ in das Jahr 2017 vorgetragen werden soll.

VW-Dieselskandal

Die Tübinger Rechtsanwaltskanzlei TILP hat am vergangenen Sonntag eine umfangreiche Klage verschiedener institutioneller Anleger gegen die Porsche SE (PSE) am Landgericht Stuttgart eingereicht – unter den Klägern auch die Effecten-Spiegel AG, die seit Jahren 46.000 Vorzugsaktien der Porsche SE in ihrem Depot hält. Die Ansprüche der Kleinanleger werden zudem in mehr als 100 Einzelklagen von den TILP-Anwälten geltend gemacht. 

Begründung der Klage: Da Martin Winterkorn von Ende 2009 bis zu seinem Rücktritt im Herbst 2015 durchgängig Vorstandsvorsitzender sowohl bei der Muttergesellschaft (also der Porsche SE) als auch bei der Tochter VW war, hat er Kenntnis über alle Risiken gehabt. Und dieses Wissen ist auch der PSE zuzurechnen. 

Die Wissenszurechnung kann auch nicht von der Verschwiegenheitspflicht der Organe überlagert werden.

Denn VW und Porsche hatten am 7.12.2009 vertraglich vereinbart, dass der Muttergesellschaft bestandsgefährdende Risiken von VW umgehend mitgeteilt werden müssen. Diese hätten dann in der Folge auch eine Ad-hoc-Mitteilung ausgelöst. Die Offenbarungspflicht der Tochter involviert zugleich auch eine Informationsbeschaffungspflicht der Mutter, also der Porsche SE. Dass eine solche Bestandsgefährdung bestand, hat der jetzige VW-Chef Matthias Müller am 11.09.2016 in einem Interview selbst zugegeben. Müller räumte ein, dass VW erst jetzt „das Heft des Handelns in die Hand bekomme“, und damit „das Unternehmen ... weiter bestehen“ wird.

Thema der Woche

Randnotizen