AIXTRON SE

Die AIXTRON SE hat angekündigt, die ALD und CVD Produktlinie für Speicherchips an eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Eugene Technology zu verkaufen. Der Kaufpreis liegt zwischen 45 und 55 Mio. USD und soll in bar beglichen werden. Der Kaufpreis beinhaltet Vorräte sowie andere Vermögensgegenstände. Der Wert dieser Gegenstände kann jedoch erst zum Zeitpunkt des Verkaufs genau bestimmt werden. Die Transaktion unterliegt behördlichen Genehmigungen, trotzdem ist ein Abschluss der Transaktion in der zweiten Jahreshälfte 2017 vorgesehen. Der Vorstand geht davon aus, dass der Verkauf keinen Einfluss auf die Prognose für das Gesamtjahr haben wird.

Rheintex Verwaltungs AG

Die Rheintex Verwaltungs AG prüft einen Verkauf der Beteiligung an der Softship AG. Derzeit laufen Gespräche über die Veräußerung der 6,5-prozentigen Beteiligung. Daneben werden aber auch andere Optionen der Valorisierung des Investments geprüft. Ein Verkauf dieser Beteiligung könnte das Ergebnis des laufenden Jahres durch die Hebung der stillen Reserven maßgeblich positiv beeinflussen.

KWS SAAT SE

Die KWS SAAT SE steigerte ihren Umsatz in den ersten drei Quartalen um 8,6 Prozent auf 904,7 Mio. Euro. Dabei verbesserte sich das EBIT von 128,7 auf 170,1 Mio. Euro. Im Segment Mais kam es zu einem Umsatzzuwachs von 6,6 Prozent auf 691,4 Mio. Euro. Auch das Segmentergebnis verbesserte sich von 71,4 auf 87,2 Mio. Euro. Der Bereich Zuckerrüben verzeichnete ein Umsatzplus von 8,2 % auf 358,6 Mio. Euro.

Angesichts des Geschäftsverlaufs hob das Management die Prognose für das Gesamtjahr an. Demnach rechnet der Vorstand mit einem Umsatzzuwachs von 5,0 Prozent auf. Die EBIT-Marge soll trotz Investitionen ein Niveau von mindestens 11 Prozent erreichen.

ES-Aktienfavoriten

Ausgabe 21 | 24.05.2017

Konservativ

Aktie mit konservativem Potenzial

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Täglicher Börsenbericht

Lustlos

DAX driftet ab

Am letzten Tag der Börsenwoche agierten die Marktteilnehmer am deutschen Aktienparkett eher lustlos. Der DAX driftete in negatives Terrain ab.

Vor allem die Automobilwerte verloren nach den jüngsten Trump-Äußerungen an Fahrt.

Manz rutschten in die Tiefe. Die chinesische Shanghai Electric wird kein Pflichtangebot für das Unternehmen vorlegen. 

Die Streichung einer Verkaufsempfehlung trieb Aixtron in die Höhe.

Randnotizen

In Deutschland ist die Rechtsform der Aktiengesellschaft deutlich älter als die der GmbH. Während es in Preußen schon vor 1800 die ersten Aktiengesellschaften gab, entstand die erste Gesellschaft mit beschränkter Haftung erst 1892. 

Am 3. Oktober 1825 wurde in der Domstadt die „Preußisch-Rheinische Dampfschifffahrtsgesellschaft“ gegründet. Die Gesellschaft, die Schaufelraddampfer wie die „Concordia“ oder „Friedrich Wilhelm“ betrieb, ging 1832 in Köln an die Börse. Am 28. April 1853 schloss sich die Gesellschaft mit ihrem größten Konkurrenten, der 1836 in Düsseldorf gegründeten „Dampfschiffahrtsgesellschaft Nieder- und Mittelrhein“ zusammen. Die beiden Reedereien blieben zwar selbständig, betrieben aber ihre Schiffe mit einem gemeinsamen Fahrplan. 

Im zweiten Weltkrieg verlor der Schiffahrtsverbund fast seine gesamte Flotte. Von 31 Schiffen überlebte nur ein einziges schwimmend und fahrfähig. Bis 1953 wurden 18 Schiffe wiederhergestellt, darunter auch der Traditionsdampfer „Goethe“, bei dem erstmals im deutschen Schiffbau Leichtmetall verwendet wurde. Seit 1960 bot die Gesellschaft auch Rheinkreuzfahrten an. Ihre „MS Europa“ war das erste jemals gebaute Flusskreuzfahrtschiff. Um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, fusionierten die beiden Gesellschaften schließlich 1967 zur „Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrts AG“. Ihr Sitz wurde von Köln nach Düsseldorf verlegt. Abgekürzt wird der Name auch „Köln-Düsseldorfer“ oder einfach „KD“. 

Eine Besonderheit dieser Gesellschaft war, dass ihre Aktien auf fünf verschiedene Wahlbezirke verteilt ausgegeben waren. Jede Gruppe wählte separat ihr Aufsichtsratsmitglied. Die ersten Wertpapiere trugen das alte Firmenlogo Anker mit Wappen. Sie wurden bei Oldenbourg in München gedruckt. Es sind mehrere DM-Jahrgänge ab 1967 bis 1994 im Sammlermarkt bekannt. 

Vorletzte Woche nahm Deutschlands älteste durchgängig börsennotierte Aktiengesellschaft nach 185 Jahren Abschied von der Börse. Die Hauptversammlung am 20. April fand auf der „Rhein-Energie“ statt, auf der Papst Benedikt XVI. beim Weltjugendtag 2005 in Köln seine Rheinfahrt unternahm. Einziger Tagesordnungspunkt war die Übertragung aller Aktien der Minderheitsaktionäre an die KD River Invest GmbH als Hauptaktionärin gegen einen Barabfindungspreis von 9,70 Euro. Die Aktie, die am Regulierten Markt der Börse Düsseldorf zugelassen war sowie im Freiverkehr an der Börse Berlin, Frankfurt und Hamburg, wird nun endgültig vom Kurszettel verschwinden.

Unter fremder Flagge fuhr die KD AG allerdings schon lange: 1993 verkauften die damaligen KD-Gesellschafter (Sparkasse Düsseldorf, Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. und Henkell & Co.) das verlustträchtige Unternehmen an die WestLB. Die ließ die veraltete Flotte sanieren und spaltete das Unternehmen in die beiden Segmente Flusskreuzfahrt- und Tagesausflugsgeschäft. Anfang 2000 wurden die Anteile der WestLB AG an die Unternehmen Viking River Cruises AG (Flusskreuzfahrtgeschäft) und Premicon Beteiligungs GmbH (Tagesausflugsgeschäft) veräußert. 

Die Hauptanteile lagen nunmehr bei der Münchner Premicon Beteiligungs GmbH, mit Nebensitz in Limassol auf Zypern. Sie baute die KD AG verstärkt als Schifffahrtsveranstaltungsunternehmen um. Im Oktober 2016 wurden die KD-Anteile der Premicon Beteiligungs GmbH und nahestehender Aktionäre (insgesamt 97,32 %) an die KD River Invest GmbH verkauft. Die übrigen Aktien waren bis letzte Woche im Streubesitz. Die Holdinggesellschaft KD River Invest GmbH hat ihren Sitz zwar in Köln, gehört aber selbst zu 90 % der Rifero AG in Basel und zu 10 % der River Invest AG in Lugano. 

Unter welcher Flagge die Schiffe auf dem Rhein auch künftig vorbei an Düsseldorf, Köln, dem Drachenfelsen und der Loreley  fahren mögen, das Börsenkapitel ist nach beinahe zwei Jahrhunderten endgültig geschlossen. Lediglich die historischen Wertpapiere werden noch an die wechselvolle Parkett-Geschichte der ältesten deutschen börsennotierten Aktiengesellschaft erinnern. 

Börsensignale und statistische Auswertungen für die Märkte gibt es zuhauf. Eines davon ist das vom Wirtschaftsnobelpreisträger Robert J. Shiller entwickelte CAPE-Ratio (Cyclically Adjusted Price/Earnings-Ratio bzw. Shiller-KGV). Es basiert auf dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) eines Unternehmens, aber nicht dem aktuellen, sondern dem der vergangenen 10 Jahre. Durch die Ermittlung der tatsächlich erwirtschafteten Gewinne in der Rückschau mehrerer Jahre ist das Shiller- KGV weniger anfällig für kurzfristige Unternehmensentwicklungen und erlaubt eine langfristige Einschätzung. 

Zwischen 1881 und 1989 schwankte das Shiller-KGV für den breit gefassten amerikanischen S&P 500-Aktienindex  zwischen 8,8 und 20,8. Der historische Durchschnitt betrug 14,6. Derzeit liegt es jedoch bei knapp 29 und damit höher als vor Ausbruch der Finanzkrise 2007. Nur unmittelbar vor der Weltwirtschaftskrise 1929 erreichte es mit 32 und vor dem Platzen der Dotcom- Blase mit 44 noch höhere Werte als jetzt.

Damit scheint die Börsen-Hausse ihrem Höhepunkt zuzusteuern. Zudem besagt eine andere Statistik, dass es im zweiten Halbjahr  eines 7er Jahres nicht so gut läuft. In neun der bisher vierzehn 7er Jahre seit 1871 gaben die Kurse der US-Aktien in der zweiten Jahreshälfte deutlich nach, während sie Ende Juli noch mit durchschnittlich 2,7 % im Plus lagen. Die letzten fünf Monate des Jahres hatten es dann allerdings in sich. Sie brachten im Schnitt einen Kursrückgang von kumuliert 10,6 %. 

Folgt man jedoch den statistischen Berechnungen konsequent weiter, könnte zum Ende des Jahres letztlich wieder alles gut werden. Dafür spricht ein anderes Signal, das die Performance der Monate Januar und Februar als Basis für seine Erhebungen verwendet. Seit dem Jahr 1945 gab es insgesamt 27 Börsenjahre, in denen sowohl im Januar als auch im Februar der S&P 500 im Gewinn lag. In allen 27 Jahren schaffte der Index dann auch auf Total-Return (TR)-Basis einen Jahresgewinn. Dieser lag im Durchschnitt sogar bei 24 %. Auch im aktuellen Jahr 2017 konnte der S&P 500 sowohl im Monat Januar als auch im Februar ein Plus verzeichnen. Statistik gut – Ende gut!

Minuszinsen, schwache Währung und staatliche Eingriffe erhöhen den Druck auf Anleger, ihr Geld jenseits von Sparbuch und Anleihe zu investieren. Neben den Aktienmärkten und den Edelmetallen haussiert daher auch die sog. Kryptowährung Bitcoin. Diese rein virtuelle Währung steht inzwischen vor einem Rekordhoch. Ein kurzer Blick hinter die Kulissen zeigt auch warum. Größter Treiber sind die chinesischen Anleger. Über 90 % des Bitcoin-Handels findet auf den chinesischen Plattformen statt. Die Menschen versuchen, sich dem staatlichen Zugriff zu entziehen und ihr Vermögen vor der stark schwächelnden Landeswährung Renminbi zu retten. Auch der indische Anleger sieht sich mit einem ähnlichen Problem konfrontiert. Neben der hohen Inflation war es der Eingriff des Staates, der die Bitcoin-Nachfrage befeuerte. Denn Ende vergangenen Jahres wurden die 500- und 1000-Rupien Geldnoten zur Bekämpfung der Korruption überraschend aus dem Verkehr gezogen. Plötzlich waren die Bitcoins eine Möglichkeit, sein Geld einigermaßen wertstabil umzutauschen. Gleiches Szenario bahnt sich nun auch in Venezuela an. Nachdem zu Jahresbeginn das Bargeld zur Bekämpfung der Inflation drastisch reduziert wurde, sucht man Alternativen. Eine Marktkapitalisierung von ca. 10 Mrd. $ und steigende Bitcoin-Kurse mögen auch hierzulande den einen oder anderen in Versuchung führen, doch muss man sich darüber im Klaren sein, wer den Preis macht: Zocker, die ihrem staatlich diktierten Wirtschaftssystem ein Schnippchen schlagen wollen. Gegenbewegungen sind da vorprogrammiert.

Spezial

Auslandsnachrichten

Unternehmensticker Ausland

Börsenparkett intern

Feature

Am 16. Februar präsentierten Statista, Le Temps und die Handelszeitung erstmals die wachstumsstärksten Unternehmen in der Schweiz. Ein Blick auf diese Liste kann auch für deutsche Anleger interessant sein. Der Effecten-Spiegel hat für seine Leser die Sieger unter die Lupe genommen und analysiert, wo sich ein Einstieg lohnt.

Es ist ein Wettbewerb der besonderen Art –ein Wettstreit zwischen den Unternehmen der Schweiz, um herauszufinden, wer die Besten und die Umsatzstärksten von ihnen sind. Alle eigenständigen Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz konnten sich bis November 2016 bewerben. Es mussten testierte Umsatz- und Unternehmenszahlen eingereicht werden, und das Umsatzwachstum musste organisch sein.

Nun stehen sie fest, die 55 Unternehmen mit dem größten Umsatzwachstum zwischen 2012 und 2015 (s. Abb. S. 3). Darunter finden sich so bekannte Namen wie der Medizintechniker Ypsomed (WKN: A0B8VP, akt. Kurs: 193 sfr) auf Rang 47 oder Lindt & Sprüngli (WKN: 870503, akt. Kurs: 5.605 sfr) nur einen Platz dahinter. Der Schokoladenproduzent nimmt für 2015 mit dem höchsten Jahresumsatz von 3,65 Mrd. sfr sogar den Spitzenplatz ein, seine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate seit 2012 liegt bei 11 %. Mit beiden Titeln konnten Anleger in den letzten Jahren viel Geld verdienen. Inzwischen sind sie trotz ihrer Geschäftsstärke aber maßlos überteuert. 

Die meisten Firmen der aktuellen Champions-Liste sind jedoch hierzulande eher unbekannt. Das trifft auch auf die absolute Nummer 1 zu. Der Softwareanbieter Sherpany legte beeindruckende 203,7 % durchschnittliches Wachstum pro Jahr hin. Zwar gehören die börsennotierten Valiant, Julius Bär oder auch Oerlikon zu den Kunden, Sherpany selbst ist aber (noch) nicht an der Börse notiert. Leider trifft das auf die meisten der 55 Preisträger zu, vor allem auf jene, die ganz vorne mit dabei sind – so auch auf den Zweitplatzierten, den Informatik- und Telekomanbieter Xovis. 

Das Ergebnis des Wettbewerbs macht deutlich, dass es gerade auch in der Schweiz viel Potenzial an jungen, wachstumsstarken Firmen gibt, die im Zeitalter der Digitalisierung mit neuen Geschäftsmodellen punkten. So liest sich die Liste der Champions wie das Silicon Valley der Schweiz. Mit 24 Unternehmen kommt fast die Hälfte der Gewinner aus dem IT- und Softwarebereich. In den Top 10 stammen vier aus diesem Umfeld. 

Zu ihnen gehört auch die Crealogix Holding (WKN: 552904, akt. Kurs: 106 sfr). Die Gruppe gehört weltweit zu den Top 100 der Fintech-Unternehmen. Mit einem Umsatzanstieg von 28,4 % auf 63,3 Mio. sfr in 2015 belegte Crealogix Platz 51 der wachstumsstärksten Schweizer Unternehmen. Das Softwarehaus deckt den gesamten digitalen Zahlungsverkehr für Privat- und Geschäftskunden sowie für Vereine ab. Die Gesellschaft unterstützt mit ihren Software-lösungen Banken auf der ganzen Welt. Im Heimatland fungiert sie inzwischen sogar als digitale Schnittstelle zwischen allen Schweizer Banken und deren Kunden. Entsprechend solide präsentiert sich auch die Bilanz von Crea-logix. 

Auch die Pharmabranche gilt seit Jahren als innovativer und wachstumsstarker Sektor. In der Schweiz konnte sich GeNeuro Rang 4 der Champions sichern, obwohl der Wert seit seinem Börsendebüt im April 2016 an der Euronext in Paris eher enttäuschte (WKN: A2AHDP, akt. Kurs: 9,24 Euro). Das Unternehmen entwickelt neue Therapien zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen, darunter Multiple Sklerose (MS). Wichtigster Wirkstoffkandidat ist der monoklonale Antikörper GnbAC1, der sich derzeit in der klinischen Phase IIb befindet. Das verschlingt viel Geld und belastet die Bilanz der Schweizer. Gelingt jedoch der Durchbruch, hätten sie eine Alleinstellung auf einem riesigen Markt mit hohen Gewinnmargen. Denn im Gegensatz zu den bisher gängigen Behandlungsmethoden, bei der quasi die Immun-antwort an den Körper angepasst wird, versucht GeNeuro, die Bestandteile der Krankheit zu blockieren. Zu diesem Zweck bindet GnbAC1 z.B. das überschüssige Protein, welches bei MS vermehrt gebildet wird. Derzeit plant die kleine Biotechfirma zusätzliche Tests, um das Potenzial seines Wirkstoffs bei anderen Autoimmunkrankheiten (wie z.B. Diabetes Typ I) zu prüfen. 

Ein interessantes Geschäftsmodell hat die seit 2005 börsennotierte Dottikon ES Holding AG (WKN: A0D9DF, akt. Kurs: 589 sfr) zu einem der wachstumsstärksten Schweizer Unternehmen gemacht (Rang 43). 1913 als Sprengstofffabrik gegründet, ereignete sich im Werk 1969 eines der größten Explosionsunglücke des Landes. 18 Menschen starben, die Gemeinde Dottikon -wurde völlig verwüstet. Aus der Ursachen-forschung für die Katastrophe entwickelte sich ein neues Geschäftsmodell. Heute ist Dottikon ES ein international tätiges Unternehmen, das sich auf chemische sicherheitskritische Reaktionen spezialisiert hat. Es stellt Veredelungschemikalien, kundenspezifische Wirkstoffe und Zwischenprodukte für die pharmazeutische und die chemische Industrie her. Im Geschäftsjahr 2015/16 legte das Unternehmen beim Gewinn kräftig zu. Eine Großinvestition von 100 Mio. sfr in den eigenen Produktionsstandort soll das Wachstum weiter vorantreiben. Einziger Wermutstropfen: Eine Dividende gehört bisher nicht zur Unternehmensphilosophie.

Ein echter Champion auch für seine Aktionäre ist die auf Rang 45 platzierte Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG (WKN: A1W1VQ, akt. Kurs: 327 sfr). Das Geschäftsjahr 2014/2015 beendete der Bergbahn- und Tourismuskonzern zum wiederholten Male mit einem Rekordergebnis und erhöhte die Dividende um 33 % auf 8 sfr. Allerdings ist die Aktie auch nicht mehr ganz preiswert.

Von 55 Schweizer Champions 2017 sind gerade einmal sechs an der Börse notiert. Sie alle haben interessante Geschäftsmodelle und weiteres Wachs-tums-potenzial. Dennoch müssen Anleger genau abwägen, welcher Titel zu ihrer Anlagestrategie passt. 

 

 

Raketentest in Nordkorea, US-amerikanischer Bombenabwurf in Syrien, mordende Terrormiliz Islamischer Staat, Demokratieabbau in der Türkei – jedes dieser Ereignisse für sich genommen hat das Potenzial, für die Börsen zum Schwarzen Schwan zu werden und einen Crash auszulösen. Doch die weltweiten Aktienmärkte zeigen sich weitgehend unbeeindruckt.

„Der Schwarze Schwan: die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“ ist ein Buch des Publizisten und Mathematikers Nassim Nicholas Taleb. Weil jahrhundertelang ihre Existenz bestritten wurde, wählte der Autor diese Tiere als Symbol für unvorhersehbare Ereignisse, die völlig überraschend eintreten und große Konsequenzen nach sich ziehen. Nach Nassim Talebs Lehre wird irgendwann eine Katastrophe über die Aktienmärkte hereinbrechen. Nur weiß niemand, welche es sein wird und wann sie eintritt. Der Terroran- schlag vom 11. September 2001 ist wohl das bekannteste Beispiel für einen solchen Schwarzen Schwan. Es ist allerdings fraglich, ob eines der aktuellen Ereignisse einen ver- gleichbaren Crash auslösen kann, denn sowohl der Krieg in Syrien als auch Erdogans Machtansprüche sind lange bekannt. Auch die Provokationen Nordkoreas sind nicht neu und treffen den Rest der Welt nicht unvorbereitet.

Seit Beginn des modernen Börsenhandels gilt der Nahe Osten mit seinen kriegerischen Auseinandersetzungen fast durchgängig als Krisengebiet. Solange diese regional begrenzt bleiben, lösen sie aber nur vorübergehende Kursturbulenzen aus, denn Börsen kennen keine Moral. So sind vor dem Sechstagekrieg zwischen Israel, Syrien und Jordanien die Aktienkurse zunächst gefallen, um nach Ausbruch des Krieges mit jedem Tag zu steigen. Einen Tag nach Beginn des Irak-Krieges im Januar 1991 sackte der Dow Jones um 5,2 % ab, gewann aber schon am Folgetag 9,7 % dazu. Auf regional begrenzte Konflikte ohne Beteiligung zweier Groß- oder Supermächte reagieren die Börsen kaum, weil sie praktisch keinen größeren ökonomischen Einfluss haben. Menschliches Leid blenden die Märkte aus, sie sind charakterlos. Das gilt für sämtliche Auseinandersetzungen weltweit: Bei Ausbruch des Korea-Krieges 1950 verlor der Dow zwar 12 %, doch noch während des Krieges holte er sein Minus fast vollständig wieder auf. Als die USA 1964 in den Krieg gegen Vietnam eintraten, blieben die Börsen sogar völlig unbeeindruckt. Und die Kriege in Bosnien 1995 oder im Kosovo 1999 hatten nicht einmal auf die europäischen Börsen größeren Einfluss.

Nur bei den beiden Weltkriegen war das anders. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 leitete eine mehrjährige Baissephase ein, in deren Verlauf der Dow Jones 26 % einbüßte. Und als 1962 im Verlauf der Ku- bakrise tatsächlich ein Atomkrieg zwischen den damaligen Großmächten USA und Sowjetunion drohte, fiel der Dow Jones vier Monate in Folge, bis sich die Lage wieder entspannte.

Momentan nehmen die geopolitischen Spannungen zu, weil niemand abschätzen kann, ob sich die aktuellen Konflikte dauerhaft regional begrenzen lassen, da zumindest indirekt immer die Großmächte Russland, China und die USA involviert sind. Das gilt vor allem für die Lage in Syrien, bei der die Supermacht Russland ebenso eine entscheidende Rolle spielt wie der neue amerikanische Präsident Donald Trump. Das aktuell gefährlichste Pulverfass aber ist wohl Nordkorea. Trotz aller internationaler War- nungen kündigte Nordkoreas Vizeaußenmi- nister Han Song-Ryol weitere Raketentests „auf wöchentlicher, monatlicher und jährlicher Basis“ an. Sollte Amerika dabei militärisch intervenieren, werde ein „totaler Krieg“ folgen, drohte er. Ein nuklearer Krieg könnte „jeden Moment“ ausbrechen, ver- kündete auch Staatschef Kim Jong Un.

Kurz vor Ostern zeigten sich die Aktienmärkte angesichts dieser zunehmenden weltweiten Spannungen auch längst nicht mehr so gelassen wie bisher und wurden spürbar nervöser. Der als Seismograf der Börse fun- gierende Volatilitätsindex legte stark zu. Der DAX machte zunächst knapp unter seinem Höchststand aus 2015 bei 12.391 Punkten Halt und legte den Rückwärtsgang ein. Im Zuge dieser Bewegung schloss der Index seine noch offene Kurslücke unterhalb von 12.000 Punkten und setzte gleichzeitig auf die kurz darunter liegende 50-Tage-Linie auf.

Das Ergebnis der Frankreich-Wahl katapultierte den DAX inzwischen auf ein neues Allzeithoch. Das passt ins Bild, denn der Trend der Vormonate zeigt weiter nach oben. Dafür spricht auch das saisonale Moment (vgl. auch Randnotizen S.12). Seit 1997 steigen die Aktienmärkte im April noch einmal an und stabilisieren sich dann in der Regel bis Juli auf hohem Niveau. Anleger können in dieser Phase stets die Rückschläge als kurz- fristige Einstiegschance vor einem letzten

Aufbäumen der Kurse vor der Sommerpause nutzen. Je nachdem, wie stark der Anstieg bis Sommer ausfällt, desto heftiger kann dann allerdings der Sturz nach unten ausfallen. In der Rückschau hatte es das 2. Halbjahr im verflixten siebten Jahr stets in sich: 1987 gab es den großen Oktober-Crash mit -20 % in drei Tagen und 1997 die Asien- krise mit heftigen Turbulenzen von August bis Oktober.

Mit einem Rücksetzer auf die steigende 200-Tage-Linie, die aktuell bei etwa 11.134 Punkten verläuft (wöchentlich im ES auf S.5), müssen Anleger aber in jedem Fall rechnen. Wie nebenstehender Chart zeigt, kehrt der Index selbst in langen Aufwärtsphasen wie 2012–2014 immer wieder an bzw. in die Nähe der 200 Tage-Linie zurück. Aus charttechnischer Sicht wäre dann aber auch noch gar nichts passiert, allerdings ist psychologisch ein Rückgang von 1.000 Punkten und mehr im DAX stets ein Schock für die Marktteilnehmer. Dabei bieten sich aber gerade dann die besten Investment-Chancen.

Auch ohne Schwarze Schwäne müssen Anleger derzeit den politischen Börsenhimmel genau beobachten. Nach Erreichen neuer Bestmarken an den Aktienmärkten sollten Anleger spätestens Ende Juni ihre Gewinne erst einmal sichern und sich in die Sommerpause verabschieden. 

Für manche sind es die Kuckuckseier im Depot, für uns sind es die Favoriten 2017: Aktien, deren Chartkurven in den vergangenen Monaten deutlich nach unten wanderten. Doch man sollte diese unterschätzten Werte nicht vorschnell abschreiben. 

Die Bilanzsaison in Deutschland war für das Geschäftsjahr 2016 ein Erfolg. Die Unternehmen schütten in 2017 Dividenden in Rekordhöhe aus. Eine Vielzahl von Aktien ist inzwischen recht heiß gelaufen. Um jetzt noch attraktive Renditen zu erzielen, lohnt sich der Blick auf die scheinbaren Kuckuckseier am Markt. Gemeint sind Werte, deren Bewertung unter Wasser steht. Bei diesen Papieren besteht die Chance, dass der Kurs allmählich dreht oder dass sie übernommen werden. Bestes Beispiel hierfür ist Stada, bei denen ganz aktuell Bain und Cinven zuschlugen (s.S.7).

Auch Biotest, die lange vom Markt vernachlässigt wurden, haben inzwischen die Käuferfraktion angelockt (s.S.6). 

Bei Klöckner & Co hat sich Großaktionär Friedhelm Loh kürzlich die Sperrminorität gesichert. Interessant dabei, einige Gesellschaften des Unternehmers passen perfekt zu Europas größtem Stahlhändler. Das bietet Spekulationsspielraum. Weiterer Pluspunkt für KlöCo ist die bereits fest verankerte Digitalisierung der Lieferungs- und Leistungskette, wovon andere Konzerne derzeit nur träumen können. 

Der Kurs von ElringKlinger dümpelt seit geraumer Zeit unter seiner 200-Tage-Linie. Mit der jüngsten Erholung wurde diese nicht nur nach oben durchbrochen, sondern auch der Abwärtstrend ausgestoppt. Höchste Zeit, sich zu positionieren. 2015 hatten volle Auftragsbücher und zu geringe Kapazitäten im Schweizer Werk für Abschirmtechnik teure Sonderschichten und andere Sonderkosten mit sich gebracht. 2016 wurden erneut ao Kosten von 11 Mio. € verbucht. Inzwischen ist das Werk wieder profitabel, allerdings soll die Kostenstruktur noch weiter optimiert werden. ElringKlinger schaffte es in 2016 immerhin, den operativen Cashflow auf –4 (–65) Mio. € zu verbessern und kommt auf eine Eigenkapitalquote von 47,2 %. Im Transformationsprozess der Automobilbranche von Verbrennungsmotoren zum Elektroantrieb hat sich ElringKlinger gut positioniert. U.a. stellt man Komponenten für Batterien und Brennstoffzellen her, was bis dato allerdings noch keine schwarze Zahlen einbringt. In diesem Jahr soll der Bereich den Turnaround schaffen. Leichtbauteile, Komponenten für den Elektroantrieb, Hitzeschilde und Spezialdichtungen werden auch in der Akkutechnik und für den Brennstoffzellenantrieb benötigt. Mit dem Segment Zylinderkopfdichtungen werden derzeit nur rd. 13 % der Umsätze eingefahren. In der Akkutechnik sowie im Leicht- und Formbau ist Vorstandschef Stefan Wolf auch Zukäufen gegenüber nicht abgeneigt. Derzeit wird der Entwicklungsdienstleister Hofer integriert. Über eine Tochter des Unternehmens will ElringKlinger komplette elektrische Antriebsstränge fertigen. Durch die Elektromobilität, die Erweiterung des Ersatzteilgeschäfts in China und Nordamerika plus die Produktion von Kunststoffmodulen für die Medizintechnik strebt man bis 2020 Erlöse von gut
2 Mrd. € an. 

Aus der Mode sind derzeit die Ahlers-Aktien. Das familiengeführte Modeunternehmen hat schwierige Zeiten hinter sich. Durch die Trennung vom Ladenhüter Gin Tonic sind die Herforder eine Bilanzaltlast los. Allerdings verbuchte der Herrenausstatter für das Geschäftsjahr 2015/16 (30.11.) einen Umsatzrückgang auf 238 (242) Mio. €. Mit dem Umsatzminus von 1,7 % schnitt er aber immer noch besser ab als der Branchendurchschnitt mit 2,5 %. Zwar kletterte der Jahresüberschuss auf 2,5 (1,4) Mio. €, allerdings sank der operative Cashflow deutlich von 13,4 auf 4,9 Mio. €. Der HV am 3. Mai wird eine gekürzte Dividende auf 0,15 (0,20) € für die Stämme und auf 0,20 (0,25) € für die Vorzüge vorgeschlagen. Allerdings wurde die Ausschüttung im Vj. noch zu mehr als der Hälfte aus der Substanz gezahlt. Im Q1 hatten Umsatzverschiebungen in das Q2 u. die fehlenden Beiträge von Gin Tonic und dem Private Label-Geschäft einen Erlösrückgang um 4,7 % auf 63,1 Mio. € zur Folge. Das Konzernergebnis nach Steuern schrumpfte um 17 % auf 2,9 Mio. €. Die Auslieferungsverschiebungen ausgeklammert, hätte man mehr verdient. An der Gesamtjahresprognose wurde nicht gerüttelt: Sie lautet auf eine stabile Umsatzentwicklung und ein konstantes bis leicht verbessertes Konzernergebnis. Ahlers setzt deutliche Akzente in der Branche und geht z.B. nicht den Trend zu einem immer weiter steigenden Retail-Geschäft mit. Damit haben Gerry Weber und Hugo Boss bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Für Ahlers steht neben einer engeren Zusammenarbeit mit dem Fachhandel eine stärkere Konzentration auf den Online-Handel auf der Agenda. Auf diesen entfällt bisher nur ein Umsatzanteil von 4 %. Daher wurde im Februar der Vorstand wieder von 2 auf 3 Mitglieder ausgebaut. Für Firmenchefin Stella Ahlers ist der E-Commerce nicht die einzig selig machende Lösung, sondern die sinnvolle Verknüpfung von Online und stationärem Einzelhandel. Mit den drei Kernmarken Pierre Cardin, Baldessarini u. Pioneer will man im lfd. Geschäftsjahr wieder verstärkt in Osteuropa punkten. Die Ahlers-Aktie hat ebenso wie auch Hugo Boss ein frisches Kaufsignal gegeben. Damit ist bei beiden Titeln der Turnaround angelaufen. 

In den letzten Monaten trug auch die BayWa-Aktie keine Früchte. Die wachsende Preisvolatilität im Agrarhandel hat den Münchnern zugesetzt. Inzwischen hat sich Deutschlands größter Agrarhandelskonzern entschlossen, stärker in das Thema Handelsabsicherungsgeschäfte (Hedging) einzusteigen. Außerdem wird der Kapitaleinsatz bei extrem volatilen Produkten (z.B. Soja) deutlich reduziert. Im Gegenzug setzt BayWa -verstärkt auf die Energiesparte und auf höhermargige Produkte im Obst- und Ge-müse-bereich. In diesem Zusammenhang wurde Anfang März ein Joint Venture in Abu Dhabi geschlossen. Bei dem Gemeinschaftsunternehmen geht es um die Produktion von hochwertigem Fruchtgemüse, wie etwa -Tomaten, für die Vereinigten Arabischen Emirate. Damit will der SDAX-Konzern sein Geschäft weiter diversifizieren, um die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Massengeschäft mit Weizen, Mais und Sojabohnen zu reduzieren. Im Vorjahr setzte man zwar mit 15,41 (14,9) Mrd. € wieder mehr um, das Nettoergebnis sank jedoch auf 53 (63) Mio. €. Immerhin konnte der Cashflow auf 209 (19) Mio. € deutlich verbessert werden. Die Aktionäre erhalten eine konstante Dividende von 0,85 €. Nicht zuletzt die attraktive Dividendenrendite von 2,8 % spricht für ein BayWa-Engagement.

Der Portalbetreiber Scout24 hat sich inzwischen wieder nahezu bei seinem IPO-Preis von 30,00 (akt.: 30,90) € eingefunden. Ende 2016 setzten die Dt. Telekom und der Finanz-investor Hellman & Friedman den SDAX-Titel mit ihrer Platzierung von 7 Mio. Aktien zu 32 € unter Druck. Nach wie vor hält die Dt. Telekom 10,2 % an der früheren Tochter, Hellman & Friedman kommt auf 25,2 %. In 2016 schraubte Scout24 bei Erlösen von 442,1 (393,6) Mio. € seinen Überschuss um 13,9 % auf 84,3 Mio. € hoch. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich dabei auf 46,5 (42,4) %. Für das lfd. Geschäftsjahr avisiert der Anbieter von Online-Immobilien und Automobil-Marktplätzen ein hohes einstelliges organisches Umsatzwachstum und einen Anstieg der Ebitda-Marge aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit um rd. 1 %. Das war dem Aktienmarkt zuletzt zu wenig, und auch die Ankündigung einer erstmaligen Dividende von 0,30 € für 2016 (HV: 08.06.) brachte keine Impulse. Dabei ist Scout24 durch die führende Marktposition, hohe Markenbekanntheit und starke Nutzerreichweiten im deutschen und europäischen Markt hervorragend positioniert. Auch der Ausblick für den Online-Werbemarkt bleibt positiv, da die digitale Kommunikation weiter voranschreitet. ImmobilienScout24 sowie AutoScout24 partizipieren vor allem von der Verschiebung der Marketingbudgets von Print-Medien zu Online-Medien. Scout24 ist bereits erfolgreich im digitalen Zeitalter angekommen. Die Aktie ist klar unterbewertet. Spätestens bei Kursen von 26 bis 28 € sollte eine Bodenbildung stattfinden. Das sollten Anleger im Auge haben, bevor sie den Einstieg wagen. 

Auf zum mutigen Stock Picking!

 

 

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Effecten-Spiegel AG: Jahresergebnis

Effecten-Spiegel AG: Vorjahresergebnis erneut übertroffen

In einem anspruchsvollen Marktumfeld hat die Effecten-Spiegel AG ihre guten Geschäftsergebnisse der Vorjahre erneut übertroffen. Der Jahresüberschuss liegt per Ultimo 2016 bei 3,244 (Vj.: 3,153) Mio. €. Der Bilanzgewinn erreicht 3,81 Mio. nach 3,38 Mio. € in 2015 und liegt damit um 12,6 % über dem Vorjahresniveau.

Aus Verkäufen von Wertpapieren wurden im Berichtszeitraum insgesamt Gewinne in Höhe von 4,44 Mio. € realisiert. Allein der Verkauf eines Teilbestandes an der infas Holding AG im Januar sowie des Depotbestandes an der schweizerischen Actelion Ltd. steuerten zusammen einen Ertrag von 2,035 Mio. € bei. An Zinsen und Dividenden wurden 1,196 Mio. € vereinnahmt. Dem stehen stichtagsbedingt zu bildende außerordentliche Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 1,334 Mio. € sowie des Umlaufvermögens in Höhe von 256 T€ gegenüber. Das Verlagsgeschäft konnte sich mit Umsatzerlösen von 2,87 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren und liefert nach Abzug aller Kosten unterm Strich ebenfalls einen zum Vorjahr verbesserten positiven Ergebnisbeitrag. 

Vor Finanzergebnis und Steuern ergibt sich ein Betriebsergebnis von 4,27 Mio. €, nach Finanzergebnis und vor Steuern liegt das Ergebnis bei 3,77 Mio. zu 3,40 Mio. € in 2015. Gegenüber dem Ausweis zum Jahresultimo 2015 hat sich das Eigenkapital auf 71,775 Mio. € leicht erhöht und entspricht 95,65 % der Bilanzsumme. Während unterjährig die Barliquidität reduziert wurde, um günstige Einstandskurse zu nutzen (30.06.2016: 8,57 Mio. €), hat sich der Kassenbestand durch Gewinnrealisierungen zum Ende des Berichtszeitraums wieder erhöht und beläuft sich per Jahresultimo auf 18,325 Mio. €. Bankverbindlichkeiten sind weiterhin nicht vorhanden.

Für das Geschäftsjahr 2016 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 19. Mai 2017 eine konstante Dividende von 0,80 € je Stamm- und Vorzugsaktie vor. Der nach Ausschüttung verbleibende Restgewinn von 433 T€ wird dem Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von 566 T€ zugerechnet, sodass ein Betrag von 999 T€ in das Jahr 2017 vorgetragen werden soll.

VW-Dieselskandal

Die Tübinger Rechtsanwaltskanzlei TILP hat am vergangenen Sonntag eine umfangreiche Klage verschiedener institutioneller Anleger gegen die Porsche SE (PSE) am Landgericht Stuttgart eingereicht – unter den Klägern auch die Effecten-Spiegel AG, die seit Jahren 46.000 Vorzugsaktien der Porsche SE in ihrem Depot hält. Die Ansprüche der Kleinanleger werden zudem in mehr als 100 Einzelklagen von den TILP-Anwälten geltend gemacht. 

Begründung der Klage: Da Martin Winterkorn von Ende 2009 bis zu seinem Rücktritt im Herbst 2015 durchgängig Vorstandsvorsitzender sowohl bei der Muttergesellschaft (also der Porsche SE) als auch bei der Tochter VW war, hat er Kenntnis über alle Risiken gehabt. Und dieses Wissen ist auch der PSE zuzurechnen. 

Die Wissenszurechnung kann auch nicht von der Verschwiegenheitspflicht der Organe überlagert werden.

Denn VW und Porsche hatten am 7.12.2009 vertraglich vereinbart, dass der Muttergesellschaft bestandsgefährdende Risiken von VW umgehend mitgeteilt werden müssen. Diese hätten dann in der Folge auch eine Ad-hoc-Mitteilung ausgelöst. Die Offenbarungspflicht der Tochter involviert zugleich auch eine Informationsbeschaffungspflicht der Mutter, also der Porsche SE. Dass eine solche Bestandsgefährdung bestand, hat der jetzige VW-Chef Matthias Müller am 11.09.2016 in einem Interview selbst zugegeben. Müller räumte ein, dass VW erst jetzt „das Heft des Handelns in die Hand bekomme“, und damit „das Unternehmen ... weiter bestehen“ wird.

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