Siemens mit Zahlen

Das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 bescherte Siemens leichte Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis. Auch bedingt durch einen Großauftrag im Bereich Mobility über 1,6 Mrd. Euro für Zuginstandhaltung stieg der Auftragseingang im dritten Quartal um 4 Prozent auf 19,9 Mrd. Euro. Allerdings spielte auch bei Siemens der Währungsfaktor in den Zahlen eine große Rolle. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte hätte die Gesellschaft beim Auftragseingang einen Rückgang von 5 Prozent hinnehmen müssen. Immerhin stellte sich das Book-to-Bill-Ratio so noch auf 1,05. Als Folge erhöhte sich der Auftragsbestand im Industriellen  Geschäft zum Quartalsende auf 110 Mrd. Euro. Aus der Akquisition von Dresser-Rand waren darin aber erst 2,3 Mrd. Euro enthalten.

Auch die Umsatzseite erhielt starke Unterstützung von der Währungsfront. Die Umsatzerlöse legten um 8 Prozent auf 18,8 Mrd. Euro zu. Auf vergleichbarer Basis fiel der Umsatz dagegen 3 Prozent niedriger aus. Zweistellige Wachstumsraten präsentierte Siemens in den Bereichen Healthcare, Energy Management, Digital Factory und Building Technologies. Zur Ankurbelung des Geschäfts flossen weiterhin höhere Aufwendungen in Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung.

Nur minimale Veränderungen zeigten sich beim Ergebnis des Industriellen Geschäfts. Mit 1,82 Mrd. Euro lag es ein Prozent über dem Vorjahreswert. Deutliche Ergebnissteigerungen erwirtschafteten die Bereiche Healthcare und Energy Management. Diese wurde jedoch weitgehend durch das Sorgenkind Power and Gas aufgezehrt. Belastet durch Aufwendungen für Personalrestrukturierung sank das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten auf 1,25 Mrd. Euro. Inklusive der Ergebnisse aus nicht fortgeführten Tätigkeiten wies Siemens einen Überschuss von 1,38 Mrd. Euro aus. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie stieg dabei leicht um 2 Prozent auf 1,65 Euro.

Deutliche Veränderungen zeigte die Finanzseite. Durch die Übernahme von Dresser-Rand kam es zu Zahlungsmittelabflüssen in Höhe von umgerechnet 6,8 Mrd. Euro. Mit dem Abschluss der Übernahme ergibt sich eine massive Ausweitung des Produktportfolios für die Öl- und Gasindustrie sowie die dezentrale Stromerzeugung. Vorstandschef Joe Kaeser bekräftigte nach den Zahlen die Prognose für das Gesamtjahr. Demnach sollen die Umsatzerlöse auf organischer Basis auf Vorjahresniveau liegen. Beim Gewinn nach Steuern erwartete er durch Veräußerungsgewinne einen Anstieg um mindestens 15 Prozent auf das unverwässerte Ergebnis je Aktie von 6,37 Euro.

Lufthansa mit Zahlen

Die Deutsche Lufthansa verzeichnete im ersten Halbjahr einen Umsatzanstieg um 8,5 Prozent auf 15,4 Mrd. Euro. Davon entfielen allein 12,1 Mrd. Euro auf Verkehrserlöse. Im ersten Halbjahr verbuchte die Gruppe beim durchschnittlichen Erlös der Passagierairlines einen Zuwachs von 2,4 Prozent. Allerdings war diese Erhöhung rein währungsbedingt, ohne die Effekte des schwachen Euros hätten sich die durchschnittlichen Erlöse deutlich negativ entwickelt. In Summe brachten alle Währungseffekte aber eine Belastung von 158 Mio. Euro mit sich, da die Ausgaben in Fremdwährung die Einnahmen deutlich übertrafen.

Rückenwind erhielt die Gesellschaft jedoch von Seiten der Treibstoffkosten, die immerhin 309 Mio. Euro niedriger ausfielen. So konnte das adjusted EBIT auf 468 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden. Zu diesem Wachstum trugen sämtliche Bereiche bei. Austrian Airlines wies zwar noch einen Verlust aus, dieser reduzierte sich aber um mehr als die Hälfte auf minus 17 Mio. Euro. Besonders erfreulich stellte sich das Finanzergebnis dar, was vor allem auf die Rückführung einer Wandelanleihe und ergebniswirksame Bewertungen von Zins- und Währungssicherungsinstrumenten zurückzuführen war. Letztlich berichtete Lufthansa ein Konzernergebnis von 954 Mio. Euro nach minus 79 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Sehr aktiv präsentierte sich die Gesellschaft auf der Investitionsseite. Die Ausgaben von 1,5 Mrd. Euro lagen gut 25 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Gesamtjahr plant Lufthansa mit Investitionen von 2,9 Mrd. Euro. Ein positiver Effekt resultierte aus dem gestiegenen Rechnungszins bei den Pensionsrückstellungen. Der Rückgang der Pensionsrückstellungen ließ die Eigenkapitalquote wieder auf 17,5 Prozent ansteigen. Mit 6,6 Mrd. Euro lag die Last aber unverändert auf einem sehr hohen Niveau. Nach dem bisherigen Geschäftsverlauf bekräftigte der Vorstand den Ausblick für das Gesamtjahr. Für 2015 erwartet er demnach ein adjusted EBIT von mindestens 1,5 Mrd. Euro vor Streikkosten.

Täglicher Börsenbericht

DAx wieder im Aufwind

Konjunkturdaten geben Schwung

Die Konjunkturdaten aus Deutschland und der Euro-Zone sind im Juli besser ausgefallen als erwartet. Der Einkaufsmanager-Index für die Euro-Zone stieg von 52,2 auf 52,4.

Die Commerzbank hat im Q2 ihren Gewinn auf 280 Mio. € nahezu verdreifacht und damit die Investoren erfreut. Analysten hatten mit 245 Mio. € gerechnet. 

Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie glänzte im Q2 mit einem 10%igen Umsatzzuwachs auf 1,37 Mrd. €. Der Nettogewinn kletterte um 29 % auf 108 Mio. €. Fürs Gesamtjahr wurde die Prognose bestätigt. Von den Anlegern wurden die guten Nachrichten allerdings mit Verkäufen quittiert. Analysten der DZ Bank hatten bemängelt, dass das Ebitda unter den Erwartungen gelegen habe und die Aktie mit „Verkauf“ eingestuft.

Bei Lufthansa belastet eine Einstufung auf „underperform“ von Credit Suisse.

Drillisch konnte von einer Kaufempfehlung durch Goldman & Sachs profitieren. 

FMC macht nach dem Kursrutsch in der letzten Woche wieder Boden gut.

Fuchs Petrolub kann mit Expansionsplänen punkten. Die Mannheimer kaufen die Sparte Statoil Fuel & Retail Lubicants von der kanadischen Alimentation Couche-Tard. Über den Preis wurden nichts bekannt.

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Zapfenstreich in Griechenland

„Jetzt ist Zapfenstreich“, heißt es, wenn etwas für beendet erklärt wird. Danach ist es gemeinhin auch „zappenduster“. An dieser Stelle muss die griechische Übersetzung wohl versagt haben, sonst hätte Athen nicht versucht, noch weitere Spielchen zu spielen. Wie düster es für die Griechen aber jetzt werden wird, scheint nicht allen klar zu sein. Stolz auf ihr „Oxi“ (Nein) beim Referendum tanzte Hellas’ Bevölkerung am vergangenen Sonntag in den Straßen und freute sich vertragsbrüchig zu sein. Da spielte es auch keine Rolle, dass Finanzminister Varoufakis seinen Helm nahm und den Rücktritt erklärte, obwohl er diesen doch bei einem „Nai“ (Ja) angekündigt hatte. In der griechischen Wahrheit hat eben auch die Lüge einen festen Platz. Oder treibt ihn doch nur die Sorge um die eigene körperliche Unversehrtheit? Schließlich hatte Varoufakis kurz zuvor angekündigt, sich lieber „den rechten Arm abhacken“ zu lassen, bevor er sich mit den internationalen Gläubigern (in seiner Wortwahl: Terroristen) einigen würde. Auch wenn es zur Verabschiedung des griechischen Ministers das hohe militärische Zeremoniell des Großen Zapfenstreichs nicht geben wird, wäre der Befehl des griechischen Volkes an den Motorradfahrer angebracht: „Helm ab zum Gebet!“

Effecten-Spiegel-Hauptversammlung

Zur jährlichen Hauptversammlung der Effecten-Spiegel AG am 27. Mai kamen knapp über 300 Aktionäre in die Düsseldorfer Stadthalle.

Wie jedes Jahr berichtete Einzelvorstand Marlis Weidtmann ausführlich über die Entwicklung des vorangegangenen Geschäftsjahres. Dabei wurden neben der strategischen Ausrichtung die größten Gewinner-Aktien (Fielmann, Canadian National Railway, Symrise, Allianz und Lonza Group) sowie die Verlustbringer (SMA Solar, RWE, K+S, Bilfinger und Vossloh) im Bestand der Vermögensverwaltung 2014 erläutert. Insgesamt machten per saldo deutsche Titel 67,34 % des Portfolios aus, 25 % waren amerikanische Investments, weitere 5,2 % wurden von Werten aus anderen europäischen Ländern abgebildet und 2,5 % entfielen auf Edelmetalle. Die Gesellschaft hält unverändert 384.885 eigene Aktien. Ferner stellte Frau Weidtmann die Neuinvestments vor und gab einen Überblick über die derzeitigen Gerichtsverfahren sowie die Rückstellungen der Gesellschaft. 

Der Vorstand legte zudem dar, dass mit der zunehmenden Veränderung der Medienlandschaft seit 2009 auch die eigene Verlagsstruktur neu konzipiert und gestrafft wurde. Im Berichtsjahr stand die Entwicklung einer eigenen digitalen Plattform im Mittelpunkt, die im Februar 2015 an den Start ging. Mit der Präsentation zum Vorstandsbericht erhielten die Versammlungsteilnehmer eine anschauliche Vorstellung vom Format des digitalen Effecten-Spiegel. 

Im Anschluss an ihren Bericht stand Vorstand Marlis Weidtmann den Aktionären fünf Stunden lang Rede und Antwort. Die Generaldebatte, die wie in den Vorjahren auch zum Austausch von Erfahrungen und Hinweisen zwischen Aktionären und Verwaltung genutzt wurde, erhielt dadurch den Charakter einer konstruktiven Podiumsdiskussion. 

Großes Lob fand bei den Aktionären das mutige und engagierte Vorgehen des Managements gegen die Deutsche Bank und der damit zusammenhängende juristische Erfolg vor dem Bundesgerichtshof. Weitere Schwerpunktthemen der Diskussion waren zudem die Anlagestrategie und die anlegerfreundliche Dividendenpolitik sowie die Aktionärsstruktur und die Liquiditätsquote. 

Bei der anschließenden Abstimmung zur Tagesordnung folgte die HV in allen Punkten den Vorschlägen der Verwaltung mit überwältigender Mehrheit.

Effecten-Spiegel zahlt 10. Jahr in Folge Dividende

Die Effecten-Spiegel AG schließt das anspruchsvolle und schwankungsbreite Börsenjahr 2014 erneut mit einem positiven Ergebnis ab. Der Jahresüberschuss beträgt 2,402 Mio. €, der Bilanzgewinn kommt auf 2,870 Mio. €. Zum Erstellungsstichtag der Bilanz ergaben sich aus stillen Lasten und Reserven bei den Finanzanlagen kumuliert stille Reserven in Höhe von 7,043 Mio. €. Die Gewinnrücklage beträgt unverändert 7,608 Mio. €. Das Eigenkapital kommt per Saldo auf 70,952 Mio. €. Damit stellt sich die Eigenkapitalquote auf 96,2 %. 

 

Die Effecten-Spiegel AG konnte mit ihrer erfolgreichen Geschäftspolitik allen finanzpolitischen Krisen der letzten Jahre trotzen und wird zum 10. Mal in Folge eine Dividende an ihre Aktionäre ausschütten. Die Verwaltung schlägt der Hauptversammlung am 27. Mai daher die Zahlung einer Dividende auf Vorjahresniveau in Höhe von 0,75 Euro je Stamm- und Vorzugsaktie vor. Die traditionell hohe Dividendenrendite kommt bei den Stämmen auf 4,42 % und bei den Vorzügen auf 4,60 %.

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