Ernst Russ AG

Die Ernst Russ AG verzeichnete im ersten Halbjahr 2017 eine Umsatzsteigerung von 17,0 auf 20,8 Mio. Euro. Das Wachstum war vor allem auf den Bereich Ship Management zurückzuführen, in dem die Erlöse von 4,1 auf 8,6 Mio. Euro ausgeweitet wurden. Beim Betriebsergebnis verzeichnete die Gesellschaft sogar einen Zuwachs von 0,6 auf 2,1 Mio. Euro. Auch das Konzernergebnis kletterte von 0,8 auf 3,1 Mio. Euro. Der Vorstand sieht die Erfolge des Unternehmens in der konsequenten strategischen Neuausrichtung. Mit den Gründungen der Pareto Holding GmbH, der Ernst Russ Maritime Management GmbH & Co. KG und der EFS Elbe Financial Solutions GmbH hat die Gesellschaft die Grundlage gelegt, um sich weitere chancenreiche Geschäftsfelder zu erschließen. Für das Gesamtjahr plant das Management ein Betriebsergebnis, das mindestens dem Vorjahreswert entspricht.

exceet Group SE

Die White Elephant S.à r.l. hat sich dazu entschieden, den Aktionären der exceet Group SE ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zu unterbreiten. Bei White Elephant handelt es sich um eine Gesellschaft, die durch den Fonds Active Ownership Fund SICAV-FIS SCS indirekt kontrolliert wird. Der Angebotspreis soll dem durchschnittlichen inländischen Börsenkurs der exceet-Aktien der letzten drei Monate vor der Veröffentlichung entsprechen. Auf jeden Fall werde White Elephant aber mindestens 2,85 Euro je Aktie anbieten. Voraussichtlich soll das Angebot eine Mindestannahmequote von 51,0 Prozent enthalten. Derzeit hält die Bieterin bereits 28,26 Prozent des Grundkapitals. Zudem hat sich ein Großaktionär, der rund 27,81 Prozent der Aktien hält, verpflichtet, das Angebot anzunehmen.

ES-Aktienfavoriten

Ausgabe 38 | 20.09.2017

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Thema der Woche

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Rüttnauers IR-Fahrt

Eindrücke von den Unternehmenspräsentationen

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Täglicher Börsenbericht

DAX pausiert auf hohem Niveau

Anleger warten erst einmal die morgige Zinsentscheidung der FED ab

Erst zur Wochenmitte ist mit einer Belebung des DAX zu rechnen, Anleger warten eine mögliche Leitzinsentscheidung aus den USA und die ZEW-Konjunkturdaten ab. Mit Spannung wird erwartet, ob US-Notenbank-Chefin für Dezember eine weitere Zinserhöhung andeutet. Experten sind sich sicher, dass  Janet Yellen hingegen den Abbau ihrer billionenschweren Wertpapierbestände bekannt geben wird.

Aus Deutschland gibt es heute die aktuellen ZEW-Konjunkturdaten, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) monatlich ermittelt. "Analysten und Anleger rechnen weiterhin nicht mit einer Abkühlung der deutschen Wirtschaft", heißt in der aktuellen Studie. Das Barometer kletterte im September von 7,0 auf 17,0 Punkte. Damit liegt die Erwartung der Ökonomen so hoch wie im Schnitt der vergangenen 3 Jahre. 

Mit einer Akquisition des Rivalen Solvay für 1,6 Mrd. € hat BASF das globale Polyamidgeschäft des bisherigen Rivalen übernommen. Dem Deal müssen noch verschiedene Parteien und die Wettbewerbsbehörden zustimmen, damit die Transaktion im Q3/2018 abgeschlossen werden kann. 

Großaktionär Kühne spricht bei Hapag Lloyd und VTG von "allerhand Ideen, die wir gerne umsetzen würden." Ob die anderen einflussreichen Großaktionäre diese Ideen teilen, ist nicht bekannt. Im August hatten viele Hapag Lloyd-Aktionäre erstmal Teilgewinne mitgenommen, ob die angekündigten Ideen reichen werden, das Papier wieder Richtung Rekordhoch zu treiben, bleibt abzuwarten. 

Nun wurde aus Gerüchten eine Tatsache: die amerikanische Spielzeugkette Toys 'R' Us hat Insolvenz angemeldet. Bereits gestern waren die Aktien von den Spielzeugherstellern Mattel und Hasbro durch die Gerüchte unter Druck geraten. Beide Konzerne hatten bereits ihre Lieferungen an Toys 'R' Us eingeschränkt, aus Sorge, ihre Rechnungen könnten nicht mehr beglichen werden

Auf einer Veranstaltung gibt Bayer heute einen Ausblick auf ihr Segment Crop Science (Saatgut und Pflanzenschutz). Eine positive Entwicklung und ein ebensolcher Ausblick könnten für Anleger interessant sein.  

 

 

Randnotizen

Nestlé, Novartis und Roche heißen die schwergewichtigen Platzhirsche des Schweizer Market Index (SMI). In diesem Index sind die 20 wichtigsten Aktien der Schweizer Börse (SIX) zusammengefasst. Die Gewichtung dieser drei Dickschiffe im Leitindex erreichte über die zurückliegenden 20 Jahre gemittelt 55 %. Jüngst stieg sie sogar auf einen Rekordwert von über 62 %. Bei einer gemeinsamen Börsenkapitalisierung von gut 600 Mrd. Euro – etwa 117 % des letztjährigen Schweizer Bruttoinlandprodukts – genügt somit ein leises Husten bei einem der drei Unternehmen, um die ganze Schweizer Börse nach Ricolas Halsbonbons greifen zu lassen. Ein Kursrückgang von 4,5 % bei Nestlé käme quasi der Auflösung von Swiss Life gleich. Wer also auf den Kursverlauf des SMI setzt und damit glaubt, breit diversifiziert zu sein, der irrt gewaltig. Vielmehr hat er sich damit ein Klumpenrisiko ins Portfolio geholt.

Dies aber wird sich nun ändern. Per 18. September wird eine derart starke Dominanz im SMI reduziert, indem die Gewichtung eines Titels dann nur noch maximal 18 % betragen darf. Übersteigt eine Notierung im Laufe der Zeit diesen Schwellenwert wieder, wird sie zu den quartalsmäßig anfallenden Anpassungsterminen wieder korrigiert. Sobald zwei Titel im Index das Gewicht von 20 % übersteigen, wird auch zwischen den Terminen gekappt. 

Insbesondere für die kleineren Mitspieler im SMI dürfte sich diese Neuregelung positiv auswirken. Indexbasierte Fonds und institutionelle Anleger werden dadurch ihre Index-Investitionen von den ausschließlich großen zu den kleineren Titeln hin umschichten. Insgesamt dürfte es in Zukunft mehr Bewegung im SMI geben. Zudem lanciert die Schweizer Börse aber auch noch einen neuen Index ohne Deckelung, der in seiner Zusammensetzung dem SMI ähneln wird. Manager von Indexfonds müssen sich bis zum 18. September entscheiden, ob sie sich künftig am „neuen“ oder am „alten SMI“ orientieren.

Was waren das noch Zeiten, als es Zinsen für das Gesparte gab! In jener verzinsten Vergangenheit war es allerdings ein allgemeines Ärgernis, dass Banken Überweisungen gerne bis zu einer Woche hinauszögerten. Allein durch diese gezielten Verzögerungen beim Geldtransfer erzielten die Institute regelmäßig Gewinne im dreistelligen Millionenbereich. Selbst Bareinzahlungen wurden oft erst Tage später dem Konto gutgeschrieben. Es herrschte wilde Verschleppungwillkür, bis der BGH 1997 den Finanzinstituten verbot, „auf Kosten ihrer Kunden ungerechtfertigte Zinsgewinne zu erzielen“. 

Heute gibt es keine Zinsgewinne mehr. Heute gibt es sog. „Verwahrgebühren“. Das heißt nichts anderes, als dass der Kunde auf sein Gespartes Strafzinsen bezahlt. Geld kostet inzwischen Geld und muss daher so schnell wie möglich raus (vgl. Randnotiz Ausgabe 24/2017). 

Instant Payment (Sofortzahlung) heißt das neue System, das 2016 vom Euro Retail Payments Board (ERPB) der EZB verabschiedet wurde und ab November europaweit „live“ gehen kann. Innerhalb von max. 10 Sekunden soll dann eine Transaktion ausgeführt sein, bis zu einem Höchstbetrag von 15.000 Euro. Eine verpflichtende Teilnahme an Instant Payment besteht für die Geldhäuser allerdings nicht. Hierzulande wird es auch wohl erst Anfang 2018 den Service geben. Solange brauchen lt. Bankenverband die Geldhäuser noch zur Umsetzung. 

Verlierer des europaweit standardisierten Sofortzahlungssystems könnte z.B. der börsennotierte Online-Bezahldienst PayPal sein. Er fungiert bisher als Mittler zwischen Zahler und Zahlungsempfänger. Er fragt die Daten von beiden Seiten ab, prüft und verarbeitet sie. Sein Dienst wird jedoch mit Instant Payment nicht mehr benötigt, da die Hausbanken diese Leistungen selbst für die sekundenschnelle Zahlungsabwicklung mit Hilfe eines Moduls übernehmen werden. 

Auslandsnachrichten

Unternehmensticker Ausland

Börsenparkett intern

Feature

Frankreich und England wollen ab 2040 den Verkauf von Benzin- und Dieselautos verbieten, Norwegen so- gar schon ab 2025. Hierzulande wol- len die Grünen ein solches Verbot ab 2030, und die SPD fordert eine plan- wirtschaftliche Quote für E-Autos: „Stromer für alle“ (vgl. ES 12/17) – auch für das Klima?

Seit dem VW-Abgasskandal vom September 2015 hat sich eine neue Erkenntnis durchge- setzt: Stickoxide lassen Dieselfahrzeuge zum wahren Killer werden. Schlagartig hat sich auch der politische Blickwinkel verändert, Panik bricht los und mündet gar in Hysterie. Selbst der gestandene WDR ließ sich durch seinen Energieexperten Jürgen Döschner zu unverhältnismäßigen Vergleichen hinreißen: „Deutsche Automafia vergast jedes Jahr 10.000 Unschuldige“, twitterte er kürzlich und unterstellte damit der Automobilindustrie einen staatlich sanktionierten Massenmord.

Dabei war die Menschheit in den letzten Jahrzehnten nicht zum ersten Mal den Angriffen der Autohersteller ausgesetzt: In den 1990er Jahren etwa wurde versucht, die Bevölkerung durch den Bleizusatz im Benzin zu vergiften. Allerdings konnte dies die richtige Oktanzahl in letzter Minute noch verhindern.

Wenig später wurde dann das krebserregende Benzol im Ottokraftstoff gefunden. Die Antwort der damaligen Bundesregierung war eindeutig: „Dieselkraftstoff enthält praktisch kein Benzol“ (vgl. Drucksache 10/5929 von 1986). Seitdem galt Diesel aufgrund seiner höheren Energiedichte als Lösung für die Reduzierung des CO2 -Ausstoßes und wurde steuerlich gefördert.

Dann der Schock: Die Dieselabgase enthalten kleinste Rußpartikel, die in hohem Maße gesundheitsschädlich sind und die Feinstaubbelastung in den Großstädten über die zulässigen Grenzwerte treibt. Auch dieses Mal fand die Bundesregierung eine clevere Abwehrstrategie gegen die Bedrohung von Mensch und Umwelt: den Biokraftstoff. Die- ser neue Biosprit wurde fast vollständig aus Ölsamen, Rohr- und Rübenzucker sowie Wei- zen gewonnen und den herkömmlichen Kraftstoffen beigemischt.

Doch mit dem Biosprit und der sog. „Bio- kraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung“ hatte sich die Politik wieder mal sauber verrech

net: Um einen Liter Ethanol zu gewinnen, braucht es rund 2,5 Kilogramm Getreide. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutsch- land hatte 2011 errechnet, dass für die neu- en Vorgaben mehr als ein Viertel der deut- schen Agrarflächen für die Produktion von Biospirt bereitgestellt werden müsste. Dabei würden zusätzliche Tonnen CO2 freigesetzt. Unterm Strich sei Biokraftstoff also noch klimaschädlicher als fossile Brennstoffe.

Seit Kurzem sind es nun also die Stickoxide (NOx), die den Deutschen ans Leben wollen. Und die plötzliche Bedrohung ist so groß, dass über Nacht ein Krisengipfel zwischen Autobauern und Politik einberufen wurde. Sein Ergebnis wurde aber sicherheitshalber im Vorfeld festgezurrt, denn immerhin ist die Automobilindustrie die deutsche Schlüssel- industrie überhaupt. Nach Angaben des Sta- tistischen Bundesamtes waren 2016 rund 808.000 Personen in der Branche beschäf- tigt. Und bei den großen vier Autobauern macht der Anteil an Dieselfahrzeugen mehr als 50 % aus (s. Abb).

Vorübergehend soll ein Software-Update Abhilfe schaffen, während die Autozukunft ganz und gar auf die Elektromobilität ausge- richtet wird. Natürlich wird man den schwer- fälligen Autobesitzern ein weiteres Mal mit zusätzlichen finanziellen Anreizen auf die nötigen Umweltsprünge helfen. Und natürlich wird man sich in einigen Jahren wieder fragen, wie klimafreundlich die E-Autos wirklich sind. 

 

Diese Frage wurde bereits in einer Meta- Studie analysiert, deren Ergebnisse die Fach- publikation „Ingeniøren“ veröffentlichte. Ergebnis: „Für die Herstellung der Lithium- Ionen-Akkus werden pro Kilowattstunde (kWh) Kapazität rund 150 bis 200 kg Koh- lendioxid emittiert.“ Für das kleine Elektro- auto Nissan Leaf fallen bei der Produktion z.B. 5,3 Tonnen CO2 an, beim Oberklasse- fahrzeug Tesla Model S schon 17,5 Tonnen. Ein Diesel müsste für die gleiche Umweltbe- lastung des Nissan rund drei Jahre gefahren werden, beim Tesla sind es laut Studie acht Jahre. Bei immer größeren Akkus erhöht sich zwar die Reichweite der Fahrzeuge, aber die Belastung für die Umwelt nimmt ebenfalls zu. Der zusätzliche Strombedarf, der erzeugt werden muss, ist bei dieser Betrachtung noch gar nicht berücksichtigt.

Eine Analyse von 200 Fahrzeugen in Däne- mark zeigt zudem schon altbekannte Proble- me: Über zwei Jahre fuhren die Tester insge- samt 2,3 Mio. Kilometer und staunten nicht schlecht. Während die Hersteller einen durchschnittlichen Energieverbrauch von 125 Wattstunden pro Kilometer (Wh/km) an- gaben, lag der tatsächliche Durchschnitt mit 183 Wh/km gut 46 % über dem Sollwert.

Ungeachtet dessen wird z.B. Großbritannien zusätzliche 30 Gigawatt für den Sprung in die mobile E-Zukunft benötigen und damit knapp 50 % mehr als heute. Diese Zahl nennt der börsennotierte britische Netzbe- treiber National Grid. Dafür würden 10.000 neue Windräder oder 9,6 neue Kernkraftwer- ke von der Größe Hinckleys benötigt, da sich die Stromerzeugung aus fossilen Brennstof- fen konsequenterweise verbietet. Für den

Bau eines Windrades veranschlagt National Grid 2-3 Mio. Euro und 6 Monate Bauzeit, für den eines Kernkraftwerks 20 Mrd. Euro und 20 Jahre Bauzeit. Dazu kommen die Aufwendungen für Stromnetz und Ladestationen.

Hierzulande liebäugelt man zur Teilfinanzie- rung des E-Abenteuers mit einer Umwid- mung des Solidaritätszuschlags. Das zeigt, der Wandel zur E-Mobilität ist politisch ge- wollt. Darauf stellen sich auch die großen Autohersteller ein. Daimler und Volkswagen z.B. wollen bis 2025 rund ein Viertel ihres Pkw-Absatzes mit Elektroautos erzielen.

Einer der größten Kunden für die neuen E- Modelle müsste dann auch der Bund sein. Für knapp 800 Mio. Euro versorgte dieser seine Minister, Staatsekretäre und Beamten seit 2007 mit über 24.000 Fahrzeugen. Allein VW bestückte die Politikerkaste mit mehr als 15.000 herkömmlichen Fahrzeugen im Wert von rund 300 Mio. Euro. Einen Tesla sucht man allerdings vergebens, nachdem in NRW ein einziger Testwagen schon nach wenigen Monaten wegen zu geringer Reichweite durchgefallen war.

Ob sinnvoll oder nicht, das E-Auto wird kommen, weil es politisch ge- wollt ist. Und wie immer wird es da- bei Gewinner und Verlierer geben. Und wie immer werden die Politiker in einigen Jahren feststellen, dass sie sich geirrt haben – wieder einmal.

 

 

Zwei Millionen Kunden will die Commerzbank bis 2020 gewinnen. Das ist ambitioniert. Der wichtigste Baustein dafür ist das Filialnetz mit einem erweiterten Kundenservice. Dabei könnten die Kunden schon zufrieden sein, wenn der jetzige Service funktionieren würde. Aber da hapert es gewaltig, wie eine Nachfrage zum Thema „Ausländische Quellensteuer“ ergab.

Die Commerzbank hat große Pläne. Sie will ihre bestehenden 1.000 Filialen in große Flagship-Filialen und kleinere City-Filialen einteilen. Über dieses sollen dann Neukunden akquiriert und die Bestandskunden bestens betreut werden. Die kleinen City-Filialen, von denen es seit Dezember 2016 ein Pilotprojekt im Frankfurter Ostend gibt, sehen auch optisch anders aus. Der Commerzbankkunde findet hier rustikalen Chic. Dazu gibt es kostenlosen Kaffee. Der Kunde soll sich ganz so fühlen wie in einem angesagten Café. 

Doch wenn dieser in eine Bank geht, dann will er mehr als Kaffee und Kuchen. Dann fordert er Fachkompetenz und Kundenservice. Schließlich geht es um sein Geld. Ein Leser des Effecten-Spiegel hat hautnah erfahren, wie es die Bank an seiner Seite damit hält: 

Nach Veröffentlichung des ES-Artikels „Doppelbesteuerung“ in Ausgabe 22/2017, in dem es um die Abführung der ausländischen Quellensteuer ging, wandte sich der Leser an seine Commerzbank-Filiale. Denn seine Dividendengutschrift für den Bestand an französischen Wertpapieren der Gesellschaft SAFRAN wies nicht die geregelten 21 % Quellensteuer aus, sondern 30 %. Auf seine entsprechende Nachfrage hatte man dem Depotinhaber kurzerhand mitgeteilt, dass die Publikation im Effecten-Spiegel „nicht ganz richtig“ sei. 

Um Klarheit zu schaffen, wandte sich der irritierte Kunde an den Effecten-Spiegel und dieser wiederum an den auf der Commerzbank-Abrechnung mit Namen und Telefonnummer ausgewiesenen Bankberater. Dieser gab auch bereitwillig Auskunft darüber, dass er eigentlich keine Ahnung von ausländischer Quellensteuer habe. Zumindest wusste er aber, dass es im Frankfurter Commerzbank-Tower einen zentralen Stab für Steuern gibt. 

Da es jedoch nicht zu den Aufgaben eines Kundenberaters zu gehören scheint, selbst innerhalb des Hauses für die Kunden zu recherchieren oder gar einen kompetenten Ansprechpartner zu ermitteln, empfahl er höflich die postalische Anfrage in der Frankfurter Zentrale. Die Adresse sei ja im Internet zu finden. 

Am 6. Juli ging die schriftliche Anfrage an die auf der Website der Commerzbank angegebene „Kontaktadresse“ raus. Doch die Bank blieb stumm, der Effecten-Spiegel nicht. Am 13. Juli wandte er sich an eine weitere Kontaktadresse. Dieses Mal meldete sich noch am selben Tag die Pressesprecherin für „Externe Kommunikation Private Kunden“. Aber wie hätte es anders sein können, die Dame berief sich zunächst auf das Bankgeheimnis. Hätte ja funktionieren können! Hat es aber nicht. Dann also bitte noch einmal schriftlich die Frage formulieren und per Mail senden. Und da der ES schon einmal dabei war, ging eine identische Anfrage auch noch an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) in Berlin raus. Am 17. Juli kam dann zunächst die Antwort der Commerzbank:

„Nachfolgend erhalten Sie unsere Erklärung, die in weiten Teilen alle Banken betrifft. ...
In Frankreich wurde die Quellensteuer für Dividenden 2012 auf 30 Prozent erhöht. Der auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern aufgeführte Steuersatz in Höhe von 21 % für EU-Bürger ist formal korrekt. Da Banken jedoch den französischen Behörden keine Kundendaten deutscher Anleger mitteilen, ziehen sie die 30 Prozent Quellensteuer ab. 

Auch wir leiten keine Kundendaten an französische Behörden weiter und ziehen unseren Kunden mit entsprechenden Investments daher die französische Quellensteuer in Höhe von 30 Prozent ab. Anleger können sich mit dem Formular 5000-DE bescheinigen lassen, dass sie EU-Bürger sind. Die deutsche Depotbank muss allerdings das Formular an die französischen Behörden senden, bevor die Aktiengesellschaft dort Dividenden ausschüttet. Diesen Service bieten wir als Bank nicht an.“

Im Klartext heißt das: Wenn die deutschen Depotbanken keine Daten an ihre europäischen Nachbarn geben, ist der Bankkunde dort nicht als EU-Bürger registriert und hat somit keinen Anspruch auf Erstattung der Steuerdifferenz. Dabei wäre es doch so einfach, ihn als EU-Bürger zu melden. 

Da der Kunde bei jeder Depoteröffnung seinen Personalausweises vorlegen muss und damit den Nachweis erbringt, dass er deutscher Staatsbürger ist, könnte die Bank theoretisch diese Daten an die Finanzbehörden weiterleiten. Natürlich müsste sich das Institut am besten direkt bei der Depoteröffnung dann auch eine entsprechende Einverständniserklärung des Kunden unterschreiben lassen. 

Einige Privatbanken und Sparkassen bieten diesen Service inzwischen tatsächlich an, meist aber nur für US-Aktien. Warum also gibt es hierbei keine allgemeingültige Handhabung innerhalb Europas? Es wird doch auch sonst jeder Unfug an irgendwelche europäischen Einheitsnormen angepasst. Selbst der Bräunungsgrad von Pommes Frites oder Toast muss bald in jedem europäischen Schnellimbiss mit einer EU-Farb-tabelle abgeglichen werden.

Hält aber ein Anleger europäische Aktien im Depot, für die er Dividenden erhält, muss er sich selbst auf die Suche nach besagtem Formular 5000-DE machen. Auf der Internetseite: www.steuerliches-info-center.de/DE/AufgabenDesBZSt/AuslaendischeFormulare/Quellensteuer/quellensteuer_node.html wird er dann auch tatsächlich fündig (Wegweiser, s. Abb.). Auf diese Seite verweist auch das BZSt in seiner Antwort vom 31. Juli.

Dort findet sich neben neben dem „Wegweiser“ zudem der Hinweis, dass evtl. auftretende Fragen „bitte direkt an die jeweilige ausländische Behörde“ zu stellen sind. Natürlich in Landessprache – versteht sich! Auch das Formular selbst muss meist in Landessprache ausgefüllt werden. Für Frankreich sind das 6 Seiten in französischer Amtssprache. Doch damit nicht genug. Zum Formular gehört noch eine Wohnsitzbescheinigung (5001), die vom zuständigen Finanzamt abgestempelt werden muss. Sie ist ebenfalls in Landessprache verfasst und umfasst nochmals 6 Seiten.

Wer das alles erfolgreich abgearbeitet hat, kann dann sein Formular für den ermäßigten Steuersatz bei Dividenden mitsamt der Ansässigkeitsbestätigung bei seiner depotführenden Bank einreichen, damit diese sie weiterleitet. Das darf der inzwischen sehr formularerfahrene Bürger nämlich nicht selbst. Denn die Steuerbehörden der meisten europäischen Länder erkennen diese Bescheinigungen nur dann an, wenn diese von der deutschen depotführenden Bank kommt. Das bestätigt auch die Commerzbank in ihrer Stellungnahme. Allerdings bietet die Bank diesen Service selbst gar nicht an, aus Datenschutzgründen, wie es auf Nachfrage heißt.

Eine Anfrage beim Bundesverband deutscher Banken bestätigt leider, dass dies kein Einzelfall ist, sondern gängige Praxis: 

„Theoretisch besteht auf Bankenebene aufgrund des DBA mit Frankreich sogar die Möglichkeit der Vorabreduzierung der Quellensteuer auf 15 %. Wird das Formular 5000-DE vor der Ausschüttung der Dividende -eingereicht, so wird nur der gemäß Doppelbesteuerungsabkommen vereinbarte Quellensteuersatz von 15 % einbehalten. ... Da für dieses Verfahren jedoch eine vollständige Offenlegung der persönlichen Daten der Dividendenempfänger für jede einzelne Dividendenzahlung gefordert wird, erfolgt bei den meisten Banken nach unserem Kenntnisstand keine Vorabreduzierung des Quellensteuersatzes. ...

In Frankreich wurde die Quellensteuer für Dividenden 2012 auf 30 Prozent erhöht. Bei Zinsen erfolgt kein Abzug von Quellensteuer. Auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern wird ein verminderter Steuersatz von 21 Prozent für Dividendenzahlungen an EU-Bürger ausgewiesen. Das ist formal korrekt.

Solange (aber) der französische Fiskus keine Kenntnis darüber hat, dass der Dividendenempfänger EU-Bürger ist, bleibt es bei 30 Prozent. Daher erfolgt im Regelfall ein 30 % Quellensteuer-Abzug durch die Verwahrstelle in Frankreich. Davon werden 15 % auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet, die übrigen 15 % kann der Dividendenempfänger aus Frankreich zurückfordern.

Zur Rückforderung französischer Quellensteuer werden neben der Ertragsabrechnung die Formulare 5000-DE und 5001-DE benötigt. Die Antragsformulare müssen beidseitig bedruckt und in französischer Sprache bei der depotführenden Stelle eingereicht werden.

Sofern die Quellensteuer über mehrere Jahre zurückgefordert werden soll, sind die Formulare 5000-DE und 5001-DE für jedes Kalenderjahr separat einzureichen. Zudem wird für die Rückforderung eine gebührenpflichtige Bestätigung der jeweiligen Lagerstelle der Wertpapiere benötigt.

Da die vorstehend beschriebenen Leistungen nicht automatisiert erbracht werden können, sondern einzelfallbezogen händisch erbracht und entsprechend bepreist werden müssen, ist es aus Sicht des An-legers sinnvoll, vor dem Erstattungsantrag einen Kosten-/Nutzenvergleich durchzu-führen.“ (Tanja Beller, Pressesprecherin Bundesverband deutscher Banken, E-mail vom
21. Juli 2017)

Es ist eine europäische Frechheit, was sich der Aktionär in Sachen ausländischer Quellensteuer bieten lassen muss. Mit der falschen Bank an seiner Seite ist er verloren und wird als EU-Bürger gleich doppelt zur Kasse gebeten.

 

 

Im menschlichen Beziehungsgefüge spielt das 7. Jahr eine unrühmliche Rolle. Partnerschaften scheitern, Ehen werden geschieden. Lt. Statista war seit 2008 tatsächlich durchgängig das 7. Ehejahr das häufigste Scheidungsjahr. An den Börsen hat es das 7. Jahr in einer Dekade ebenfalls in sich. Rückblickend ist vor allem die zweite Jahreshälfte ausgesprochen anfällig für Rückschläge. 

Mit der Rückschau ist das natürlich immer so eine Sache, aber nur so können Durchschnittswerte ermittelt werden. Und wer möchte schon gern gegen eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 80 % handeln? In Ausgabe 17/2017 hatten wir daher schon einmal auf solche Signale und Wahrscheinlichkeiten für das Börsenjahr 2017 hingewiesen (vgl. S.12 Randnotizen). 

Bisher läuft das Jahr 2017 förmlich nach Plan. Denn in den auf eine 7 endenden Börsenjahren winken in der Regel bis zum Hochsommer satte Kursgewinne, bevor die korrekturanfälligen Monate August, September und Oktober einen kräftigen Rückschlag bescheren. Im Jahr 1987 z.B. wurden durch den großen Oktober-Crash alle im Jahresverlauf erzielten Kursgewinne wieder aufgezehrt. 1997 begannen mit der Asienkrise bereits im August große Marktturbulenzen, die bis Oktober reichten. Das Jahr 2007 beendete der DAX zwar nahe seinem damaligen Rekord bei rund 8.000 Punkten, aber diesen Stand hatte er auch schon zur Jahresmitte erreicht. Das zweite Halbjahr war dann bereits durch hohe Volatilität als Vorzeichen der beginnenden Finanzkrise geprägt.

Schaut man auf die amerikanischen Werte, dann zeigt sich diese Tendenz noch ausgeprägter. In neun der bisher vierzehn 7er-Jahre seit 1871 gaben die Kurse der US-Aktien in der zweiten Jahreshälfte deutlich nach, während sie Ende Juli noch mit durchschnittlich 2,7 % im Plus lagen. Die letzten fünf Monate hatten es dann allerdings in sich. Sie brachten im Schnitt einen Kursrückgang von 10,6 %. In Nachwahljahren verloren Anleger in den drei genannten Monaten noch mehr Geld. Hier sticht der September besonders negativ hervor, denn mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 59 % brachte dieser den Anlegern Kursverluste ein. Im Umkehrschluss liegt also die Wahrscheinlichkeit, mit einem Engagement im August, September bzw. Oktober Gewinne zu erzielen, in allen 7er-Jahren seit 1871 deutlich unter 50 %. 

Wie man es auch dreht und wendet: In den vergangenen Jahrzehnten brauchte man in der zweiten Hälfte eines 7er-Jahres nicht investiert zu sein, dafür umso mehr in den ersten 6 Monaten. Wer diese Betrachtung dennoch für blanken Zufall hält, sollte sich die Durchschnittswerte aller Börsenjahre anschauen. Die HSBC hat alle unterjährigen Drawdowns im DAX seit 1988 aufbereitet und festgestellt, dass diese im Durchschnitt bei –21,9 % lagen (vgl. Abb. auf S. 3). Zwar verzerren die größten Ausreißer mit –50,4 % in 2008 und –47,9 % in 2001 etwas das Bild, aber in 26 von insgesamt 29 Jahren waren die Kursverluste immerhin zweistellig. 

Eine vergleichbare Korrektur hat es in 2017 nicht einmal annähernd gegeben. Die größten Kursrückgänge verzeichnete der DAX bisher im Februar mit –4,58 % und am vergangenen Montag (24. Juli) mit –6,2 %. Das liegt nicht nur weit unter dem allgemeinen Durchschnitt, sondern ist auch gerade mal der zweitniedrigste Einzelrückgang in 29 Jahren überhaupt. Die statistische Wahrscheinlichkeit, mit diesen Marken ins Jahrbuch einzugehen, ist also äußerst gering. 

Dagegen spricht ebenfalls, dass die schwierigste Börsenphase eines Jahres erst noch kommt. Denn in 16 von insgesamt 29 Jahren verzeichneten erst die Monate August, September oder Oktober die größten Kurskorrekturen des jeweiligen Jahres. Der Oktober konnte überhaupt nur in zwei Jahren oberhalb der Nulllinie abschließen. In acht Jahren brachte er dagegen sogar zweistellige Kursabschläge. Es ist daher anzunehmen, dass die bisherigen Rücksetzer in den kommenden Monaten noch getoppt werden und das Jahr 2017 dem beschriebenen Muster folgt. Im bisherigen Jahresverlauf näherte sich der DAX zweimal der 13.000er Marke an und markierte dabei jeweils ein neues Allzeithoch. Am 20. Juni verfehlte er mit 12.951,54 Punkten nur ganz knapp diesen Zielpunkt und hat ihn auch nicht wieder ins Visier genommen. Es könnte also durchaus sein, dass der deutsche Leitindex damit seinen bisherigen Jahreshöchststand erreicht hat und nun seinen Jahrestiefstpunkt anläuft. 

Per Saldo sind die Aussichten für die internationalen Aktienmärkte zwar noch gut, das Zeitfenster, um daraus Kapital zu schlagen, wird aber immer enger und konzentriert sich dann erst wieder auf die Monate November und Dezember. Die Chance auf einen versöhnlichen Jahresausklang sind dann gar nicht schlecht. Allerdings muss man dazwischen ein Abwärtspotenzial von 10 bis 20 % einkalkulieren. Schließlich hat der DAX auf der Unterseite mehrere Gaps hinterlassen. Es wäre also nicht überraschend, wenn er die Kurslücken bei 12.091 und auch bei 10.786 (–16,7 %) schließen wird. 

Anleger sollten ab August die Aktienmärkte verflixt gut beobachten. Es gilt: Lieber die Gewinne der ersten Monate sicherstellen als auf die letzten Prozentpunkte zocken. 

„Die Bank an Ihrer Seite“ titelte der ES in der vergangenen Woche in seiner Ausgabe 31/17 und machte am Beispiel der Commerzbank deutlich, wie der deutsche Aktienbesitzer durch europäische Bürokratie und deutsche Bankenträgheit bei ausländischen Dividendenzahlungen ausgenommen und um seine Einnahmen gebracht wird. 

Der auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern angegebene verminderte Steuersatz für einzelne Länder bei Dividendenzahlungen an EU-Bürger ist nämlich in der Praxis „für die hohle Hand“. Er existiert nur auf dem Papier, obwohl es mit allen europäischen Ländern Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) gibt. Nach diesen Abkommen hätten die Institute hierzulande sogar die Möglichkeit, noch vor Auszahlung der Dividende die Abführung der Quellensteuer an den Fiskus auf die in Deutschland anrechenbaren 15 % zu reduzieren. 

„Da für dieses Verfahren jedoch eine vollständige Offenlegung der persönlichen Daten der Dividendenempfänger für jede einzelne Dividendenzahlung gefordert wird, erfolgt bei den meisten Banken nach unserem Kenntnisstand keine Vorabreduzierung des Quellensteuersatzes“, so die Antwort des Bundesverbandes deutscher Banken auf eine entsprechende Anfrage. Und leider bestätigt eine Flut von Leserpost mit zahlreichen Beispielen diese Aussage.

Solange also der spanische, italienische oder französische Fiskus nicht weiß, dass der Dividendenempfänger EU-Bürger ist, zieht er munter die nationale Quellensteuer von 19, 26 oder gar 30 Prozent ab. 

Daher versuchen viele deutsche Steuerzahler, nach der Dividendenzahlung die zu viel gezahlte Quellensteuer zurückzuholen. Dafür müssen sie einen entsprechenden Erstattungsantrag mit der Wohnsitzbestätigung bei der nationalen Steuerbehörde des jeweiligen Landes einreichen. Doch auch dabei sind sie auf die Hilfe der deutschen Banken angewiesen, denn das ausländische Finanzamt bearbeitet die Anträge nur, wenn sie über die Depotbank eingereicht werden und wenn die deutsche Lagerstelle (in den meisten Fällen ist das die deutsche Clearstream in Frankfurt am Main) bestätigt, dass die Aktien in einem deutschen Depot liegen. Und die depotführenden Banken in Deutschland lassen sich diese Leistung natürlich deftig bezahlen. Einige Banken, wie z.B. die Commerzbank oder die Flatex-Bank, lehnen diese Dienstleistung sogar von vornherein ab. Die ING-DiBa fordert für jeden Erstattungsantrag 50 Euro, die Targobank 45,70 Euro. Bei der Comdirect kommt man mit 20 Euro noch recht preiswert weg, während S Broker die Kunden mit 92,20 Euro abkassiert. Dazu kommen die Gebühren von Clearstream, die im Schnitt bei 71,40 Euro pro Dividendengutschrift liegen. 

Ein privater Investmentclub aus Baden Württemberg ist Kunde der Consorsbank und schickte uns dazu folgendes Beispiel: 

„An Kosten entstehen pro Vierteljahresdividenden ca. 90 Euro. Unsere Rückforderung für Dividenden der Total SA beträgt 1.273,78 Euro. Diese Summe setzt sich aus 14 Zahlungen zusammen. Damit ist mit den uns entstehenden Kosten von ca. 1.260 Euro zu rechnen. Damit macht eine Rückforderung der Quellensteuer keinen Sinn.“ 

Während der EU-Bürger sein Handeln in fast allen Lebensbereichen den europäischen Normen unterordnen muss, gehört die Steuerhoheit noch zu den Souveränitätsrechten eines jeden Mitgliedsstaates. Das mag gut und richtig sein, führt aber bei der ausländischen Quellensteuer immer noch zu einer Doppelbesteuerung für deutsche Aktienbesitzer. Und da helfen auch die Doppelbesteuerungsabkommen nichts, die Deutschland mit rund 80 Ländern weltweit geschlossen hat. Die anschließende „Rückholaktion“ ufert schnell in einen unüberschaubaren Papierkrieg mit Banken und Behörden aus, der am Ende höhere Kosten erzeugt als an Dividenden vereinnahmt wurde. 

Brüssels Politik bremst die Aktienkultur in der Europäischen Union aus, statt sie zu fördern. Dabei ist der Bürger immer mehr in der Eigenverantwortung, die Vorsorge für seine Rente zu übernehmen, um nicht in der Altersarmut zu enden. Es ist ein Skandal, was sich hierzulande abspielt und wie wenig für die eigenen Steuerzahler getan wird. Schließlich zahlen sie jedes Jahr den höchsten Betrag in den europäischen Topf ein. 

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Blick in den „Rueck-Spiegel“

Gemeinsam mit über 200 Aktionären und Gästen blickte Einzelvorstand Marlis Weidtmann am vergangenen Freitag auf der Hauptversammlung der Effecten-Spiegel AG in der Düsseldorfer Stadthalle in den „Rueck-Spiegel“ für das Geschäftsjahr 2016.

Wie der Vorstand ausführte, hat sich die Effecten-Spiegel AG angesichts der Marktsituation und der Risiken 2016 geradezu exzellent geschlagen und wie gewohnt geliefert. Die Gesellschaft schloss das Geschäftsjahr 2016 erneut mit einem erfreulichen Ergebnis über Vorjahresniveau ab. Der Jahresüberschuss lag per Ultimo bei 3,24 Mio. € zu 3,15 Mio. € im Vorjahr, der Bilanzgewinn mit 3,81 Mio. € sogar um 12,6 % über Vorjahresniveau. Das Verlagsgeschäft konnte sich mit Umsatzerlösen von 2,87 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren und lieferte nach Abzug aller Kosten unterm Strich ebenfalls einen zum Vorjahr verbesserten positiven Ergebnisbeitrag. Im „Rueck-Spiegel“ zeigt sich die Effecten-Spiegel AG als hoch kapitalisierte Gesellschaft, deren strategisches Ziel darin besteht, jedes Jahr eine stabile bzw. steigende Dividende zu erwirtschaften – bei gleichzeitiger Absicherung des Vermögensbestandes. Diese strategische Anlagepolitik wurde von den Aktionären bei der Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung zur Ausschüttung von 0,80 € je Stamm- und Vorzugsaktie für das Geschäftsjahr 2016 mit 100 % Zustimmung unterstrichen. Vorstand und Aufsichtsrat wurden für ihre Arbeit, die „für Kontinuität, Seriösität und Berechenbarkeit steht“, mit jeweils 99,41 % entlastet. Diese Einschätzung wird auch durch die Ankündigung der Verwaltung bestätigt, das Aktienrückkaufprogramm im lfd. Jahr wieder aufzunehmen.

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