Capital Stage AG

Die Capital Stage AG hat heute ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle Aktien der CHORUS Clean Energy AG unterbreitet. Dabei soll das Übernahmeangebot als reiner Aktientausch erfolgen. Capital Stage bietet 5 Capital Stage-Aktien für jeweils 3 CHORUS-Aktien. Auf Basis des volumengewichteten Durchschnittskurses der letzten drei Monate bedeutet dies eine Prämie von 36 Prozent.

Durch die Übernahme würde einer der größten unabhängigen Windkraftanlagen- und Solarparkbetreiber mit einer Gesamtkapazität von 900 MW entstehen. Dadurch erhofft sich das Management von Capital Stage die Grundlage für zukünftiges Wachstum zu schaffen. Zudem sieht das Management nach dem Zusammenschluss Potenzial für weitere Übernahmen. Außerdem werde die Expansion in neue Märkte erleichtert.

Beide Gesellschaften haben zudem ein Business Combination Agreement geschlossen, in dem die Unterstützung des Angebots durch den CHORUS-Vorstand festgelegt ist. Außerdem schloss die Gesellschaft ein Tender Commitment mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden als größtem Aktionär von CHORUS und den Vorstandsmitgliedern, mit dem Inhalt, dass diese ihre Aktien im Rahmen des Übernahmeangebots einreichen. Zusammen halten diese Personen etwa 15 Prozent der Aktien. Die Angebotsunterlage beinhaltet eine Mindestannahmequote von 50 Prozent plus eine Aktie. Um die erforderlichen Beschlüsse für die notwendige Kapitalerhöhung zu fassen, wird Capital Stage am 8. Juli eine außerordentliche Hauptversammlung abhalten. Bei normalem Verlauf erwartet das Management den Vollzug des Zusammenschlusses Ende des dritten Quartals 2016.

DO Deutsche Office AG

Die DO Deutsche Office AG plant auf der kommenden Hauptversammlung den Beschluss über einen Formwechsel zu fassen. Dabei möchte die Gesellschaft die Rechtsform einer GmbH & Co. KG annehmen. Im Zuge des Formwechsels ist den Aktionären ein Barabfindungsangebot zu unterbreiten. Gemäß § 207 UmwG sieht der Umwandlungsbeschluss eine Barabfindung von 4,68 Euro je Aktie vor. Im Rahmen des Formwechsels wird die alstria Prime Portfolio GP GmbH als persönlich haftende Gesellschafterin vorgeschlagen. Zukünftig soll das Unternehmen unter der Frima alstria office Prime Portfolio GmbH & Co. KG fungieren. Der Beschluss über den Formwechsel soll auf der kommenden Hauptversammlung am 12. Juli 2016 gefasst werden.

KWS Saat SE

Die KWS Saat SE erzielte in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres ein Umsatzwachstum von 7,1 Prozent auf 833,2 Mio. Euro. Zu diesem Wachstum trugen sämtliche Produktsegmente bei. Im Segment Mais erreichte die Gesellschaft einen Umsatzanstieg von 8,6 Prozent auf 648,5 Mio. Euro. Das Segment Zuckerrübe verzeichnete sogar eine Umsatzausweitung von 14,8 Prozent auf 331,4 Mio. Euro. Obwohl sich der Umsatz mit Hybridroggen verringerte, legte der Umsatz im Segment Getreide von 98,2 auf 104,3 Mio. Euro zu.


Im Segment Getreide blieb allerdings das Segmentergebnis aufgrund höherer Aufwendungen für Forschung und Entwicklung mit 16,7 Mio. Euro hinter dem Vorjahreswert zurück. Dagegen verbesserte sich das Segmentergebnis im Bereich Zuckerrübe um 22,2 Prozent auf 108,3 Mio. Euro. Höhere Vertriebsausgaben und negative Währungseinflüsse führten zu einem Rückgang des Ergebnisses im Bereich Mais von 87,8 auf 71,4 Mio. Euro. In Summe gab das EBIT von 140,1 auf 128,7 Mio. Euro nach.


Aufgrund der Zahlen der ersten drei Quartale bestätigt das Management die Ziele für das Gesamtjahr. Demnach soll das Umsatzwachstum zwischen 5 und 10 Prozent liegen. Die EBIT-Marge soll einen Wert von mindestens 10 Prozent erreichen.

Täglicher Börsenbericht

DAX weiter im Aufwärtstrend

Schwächelnder Euro hebt die Stimmung

Zum Start in die neue Börsenwoche präsentierten sich die deutschen Aktien in freundlicher Stimmung. Kursunterstützend wirkte sich die Schwäche des Euro aus. Dieser wiederum weckte Hoffnungen auf bessere Exportgeschäfte deutscher Unternehmen. 

VW konnten zeitweilig an die DAX-Spitze vorfahren. Auch BMW und Daimler schalteten einen Gang höher. Am Ende des DAX waren dagegen ThyssenKrupp zu finden. 

Bayer konnten sich im Kurs verteuern. Händlern zufolge könnte bereits in Kürze eine Aufstockung des Monsanto-Angebots bekannt gegeben werden.

DMG Mori reihten sich am MDAX-Ende ein. Die Abfindungshöhe für die Minderheits-

aktionäre wird wohl geringer ausfallen als erwartet. 

Kuka waren auf der Verliererseite zu finden. Einem Zeitungsbericht zufolge sind Politiker in Europa und Berlin gegen die Übernahme durch den chinesischen Haushaltsgerätehersteller Midea.

SGL Group gaben zweistellig nach, nachdem sie am Freitag aufgrund von Übernahmespekulationen noch zweistellig zugelegt hatten.

Einen Kurssprung vollführten Chorus Clean Energy. Hier hat Capital Stage ein Übernahmeangebot vorgelegt.

Die Aktien der Dt. Pfandbriefbank setzten ihre Aufwärtsbewegung weiter fort. 

ES-Aktienfavoriten

Ausgabe 21 | 25.05.2016

Konservativ

Aktie mit konservativem Potenzial

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Thema der Woche

Die Bürger wissen es schon lange, wofür die Politik wieder mal aufwendige Studien braucht: Im Jahr 2030 wird jeder zweite Rentner ein Sozialfall sein. Das ist eine Bankrotterklärung der Rentenversicherung, das System ist gescheitert. Die private Vorsorge kann diese Lücke nur bedingt schließen, und bei Anleihen gibt es auch erst nach 10 Jahren Zinsen. Als echtes Rentenpapier bleibt nur noch die Aktie.

„Die Rente ist sicher“, tönte Norbert Blüm 1997 in einer hitzigen Debatte zur umstrittenen Rentenreform im Deutschen Bundestag. Die Renten mögen auch heute noch sicher sein, aber sie werden in Zukunft jedem zweiten Deutschen nicht mehr zum Leben reichen. Die Ursachen sind schnell aufgezählt: Mit der Rentenreform aus dem Jahr 2001 wurde die schrittweise Absenkung des Rentenniveaus von 55 % (im Jahr 1990) auf 43 % im Jahr 2030 gesetzlich geregelt. Derzeit beträgt die monatliche Rente vor Steuern 47,8 % des Durchschnittseinkommens der gesamten Lebensarbeitszeit – wohlgemerkt nach 45 Versicherungsjahren! 

Abgesehen davon, dass die wenigsten Erwerbstätigen 45 Jahre in die Rentenversicherung einzahlen können, gehören heute schon 4,8 Mio. von ihnen zu den Geringverdienern. 4,3 Mio. Versicherungspflichtige erhalten nur Hartz-IV-Bezüge. Um im Jahr 2030 eine Rente über Grundsicherungsniveau zu bekommen, müsste ein Arbeitnehmer laut Berechnungen des WDR nach heutigem Stand aber 40 Jahre lang ununterbrochen mindestens 2.097 Euro brutto monatlich verdienen. Nur knapp die Hälfte der heutigen Arbeitnehmer wird jedoch diesen Durchschnittswert erreichen und kann daher 2030 mit auskömmlichen Altersbezügen rechnen. Der anderen Hälfte dagegen droht 2030 die Altersarmut. 

Die private Altersvorsorge kann diese Versorgungslücke nicht schließen. Die vom Staat geförderte private Zusatzrente, die sog. Riester-Rente, hat sich in der Praxis als totale Fehlkonstruktion erwiesen. Die unüberschaubare Anzahl an Produkten ist viel zu kompliziert, die Gebühren zu hoch. Millionen Sparer zahlen zwar hohe Beiträge ein, erhalten aber letztlich zu niedrige Erträge. 

Durch das seit 2012 anhaltende Niedrigzins-niveau ist das Sparbuch schon lange keine Alternative mehr. Lt. Medienberichten zahlen 99 Banken in Deutschland bei der Anlage von 10.000 Euro auf ein Tagesgeldkonto gar keine Zinsen mehr, einige Institute erheben schon Strafzinsen. Dies ermöglicht zwar dem Staat, seine Schulden abzubauen und die Banken zu sanieren, enteignet aber die Sparer. Anleger, die den realen Wertverlust ihrer Ersparnisse nicht hinnehmen wollten, legten daher oft ihr Geld in Bundesanleihen an. Diese galten als sicher und wurden in einem unsicheren Markt-umfeld verstärkt gekauft. Das stützte die Kurse und drückte die Renditen. Diese geben im Gegensatz zur Nominalverzinsung die tatsächliche jährliche Verzinsung an, da aktuelle Marktkurse berücksichtigt werden. In die sog. Umlaufrendite gehen Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten (von über drei bis 30 Jahren) ein. Die Umlaufrendite wird täglich von der Bundesbank ermittelt. Die sehr lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) beflügelte zuletzt die Kurse der Anleihen und drückte im Gegenzug die Umlaufrenditen immer weiter nach unten. 

Inzwischen liegt der Leitzins der EZB bei Null und Banken, die Geld bunkern, müssen dafür sogar Strafe zahlen. Die Folge: Die Umlauf-rendite für Anleihen sank von 0,01 % am
8. April auf erstmals 0,00 % am 11. April. Anleihen von bis zu neun Jahren Laufzeit werden nun mit negativen Zinsen gehandelt, die Sparer zahlen also drauf. Ab 10 Jahren Laufzeit müssen Anleger selbst nichts mehr zahlen, bekommen aber erst bei noch längeren Laufzeiten dann irgendwo eine Rendite von aktuell 0,12 % – also auch noch fast nichts. Da die Riester-Produkte an die Umlaufrendite gekoppelt sind, werden nun auch diese Sparpläne nicht mehr verzinst. 

Was also kann der Bürger tun? Riskant leben, trinken und rauchen, bis der Arzt nicht mehr zu kommen braucht. Oder arbeiten bis ans Lebensende. Auch mit dem Erben ist es eine unsichere Sache. 

Das meiste Geld ließ sich in den letzten Jahren an der Börse verdienen. Trotzdem sind hierzulande die Vorurteile gegen die Aktie als Rentenpapier noch immer groß. Und in der Tat, Rendite ganz ohne Risiko gibt es auch bei Aktieninvestitionen nicht. Doch ein langer Sparzeitraum heilt die Wertverluste. Bei Lebensversicherungen und Renten-Sparplänen spart der Anleger ja auch nicht nur für zwei oder fünf Jahre, sondern über Jahrzehnte bis zum Rentenbeginn. Wie Studien zeigen, ist bei Aktien schon bei einer Anlagedauer von 15 Jahren das Verlustrisiko gleich Null (s. ES 47/2015). Und selbst für Geringverdiener lohnt sich die Aktie als Rentenpapier. Hier empfiehlt sich das Sparen in solide Dividendentitel. Mit einer jährlichen Dividendenrendite von durchschnittlich 4 bis 5 % war auch die Effecten-Spiegel-Aktie in den letzten 30 Jahren eine gute Sparanlage. Unabhängige Finanztester haben berechnet, dass junge Leute, die ab dem 20. Lebensjahr jeden Monat 50 Euro in Aktien anlegen, bei Renteneintritt die höchste Sparsumme erzielen im Vergleich zu allen anderen Sparmodellen. 

Seit der Lehman-Pleite aber fürchten viele Sparer, dass ausgerechnet bei ihrem Rentenbeginn die Aktienkurse im Keller sind und dann die Altersvorsorge futsch sein könnte. Doch genauso wenig wie man zu Beginn seines Ruhestandes sein gesamtes Geld vom Sparbuch abheben würde, um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, wird man mit Renteneintritt alle Aktien verkaufen. Nötig ist jeweils immer nur ein Teil als „Zubrot“. Die Grundversorgung leisten die staatliche Rente und vielleicht eine Betriebsrente.

Die Zeiten, in denen Geld einen Wert hatte und der Preis für das Geld der Zins war, sind vorläufig vorbei. Die Aktie als Sachwert hat sich trotz aller Krisen und Kursschwankungen stets als zuverlässige Altersvorsorge erwiesen und ist derzeit als Rentenpapier unschlagbar. 

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VW: Gier kennt keine Moral

Der Volkswagen-Konzern hat in seiner langen Firmengeschichte schon so manche Höhen und Tiefen erlebt. Doch mit dem Abgas-Skandal schlidderte das Unternehmen in seine wohl bislang schwerste Krise. Dieses Mal steht alles auf dem Spiel: die Zukunft von VW und damit 600.000 Arbeitsplätze beim Autobauer selbst und Hunderttausende in der Zulieferindustrie. Städte wie Wolfsburg, Emden, Ingolstadt und Salzgitter streichen wegen der Steuerausfälle ihre Haushalte auf ein Minimum zusammen, und viele Aktionäre haben einen Teil ihrer Altersvorsorge verloren. Deutschlands Image in der Welt ist beschädigt, die Glaubwürdigkeit einer stolzen Volkswirtschaft in den Dreck getreten. 

Doch die Manager bei VW scheinen sich keiner Schuld bewusst zu sein. Sie machen weiter wie bisher und kassieren nicht nur dicke Gehälter, sondern fordern auch noch ihre viel höheren Boni ein. Wofür eigentlich? Hier geht es nicht um kleine Tricksereien einzelner Manager, die „Gesetze falsch interpretiert“ haben, es geht auch nicht um die Fehler von ein paar übereifrigen Entwicklern und Ingenieuren. Hier geht es um jahrelangen, gut organisierten und breit angelegten Betrug auf mehreren Ebenen. Und bei den Boni geht es um die Ausschüttung von Leistungsprämien in Höhe von mehreren Millionen Euro für jene VW-Manager, die für diesen Betrug verantwortlich sind. Der VW-Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung Anfang der Woche noch keine Entscheidung darüber treffen können, was wem und wofür zustehen soll. Kein Wunder, schließlich hat der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch an sich selbst schon für die Jahre 2015 bis 2017 seine flexiblen Bezüge auszahlen lassen. Bis zu 15 Mio. € soll er abkassiert haben. Schließlich sollten ihm durch den Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat keine finanziellen Nachteile entstehen. Und was ist mit einer Prämie für Martin Winterkorn? Der ist zwar als Vorstandsvorsitzender nicht mehr im Amt, sein Arbeitsvertrag läuft aber noch weiter. Und danach stehen ihm neben dem Fixgehalt auch umfassende Sondervergütungen für die letzten vier Jahre zu. Angesichts des Schadens, den die VW-Manager angerichtet haben, dürften sie nicht einmal an Boni denken, aber Gier kennt eben keine Moral!

Hörensagen vom Hörensagen

Man stelle sich vor: Ein DAX-Unternehmen verkauft sein größtes Asset für einige Milliarden Euro. Der Vorstandsvorsitzende unterschreibt die Verträge, die er aber nur vom Hörensagen kennt – von seinen Mitarbeitern der einzelnen Arbeitsgruppen und natürlich von seinen Anwälten. Dann gibt es Marktturbulenzen, die Risiken steigen. Der Vorstand diskutiert die vielen neuen Risiken, die Verträge werden angepasst. Vom Hörensagen klingt das Resultat vernünftig. Doch ein Aktionär klagt und will einfach nicht locker lassen. Ihm reicht das Hörensagen nicht. Der Bundesgerichtshof gibt dem Aktionär Recht. Das Verfahren wird zurückverwiesen. Der Vorstandsvorsitzende des großen DAX-Unternehmens, das sein Asset verkauft hat, soll als Zeuge gehört werden. Nach fast sechs Jahren ist es dann endlich soweit: Das Gericht, der Aktionär und alle Interessierten wollen hören, was damals wirklich geschah. Doch auch dieses Mal hören sie nur, was der Vorstand vom Hörensagen seiner Anwälte weiß und warum die Wahrung seiner Verschwiegenheitspflicht so wichtig war – vom Hörensagen jedenfalls. Ansonsten kann er sich nicht einmal vom Hörensagen an all die Details erinnern, aber dafür gibt es ja die vielen Anwälte und Arbeitsgruppen.

So geschehen am 24. Februar vor dem Oberlandesgericht Köln im Termin zur Beweisaufnahme im Hauptsacheverfahren zur Postbankübernahme durch die Deutsche Bank. Als Zeuge wurde kein Geringerer als der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG, Herr Dr. Appel, gehört. 

Strafzinsen für Sparer kommen

Als der ES in Ausgabe 24/2015 unter dem Titel „Alles auf eine Karte“ davor warnte, dass die Notenbanken bald den Vorschlag bringen würden, das Bargeld zu begrenzen oder abzuschaffen, hielten viele das für Schwarzmalerei. Nun ist es offiziell: Bundesfinanzminister Schäuble fordert eine Obergrenze für alle Bargeldzahlungen von 5.000 Euro und die Abschaffung der 500-Euro-Scheine. Als Gründe werden die Eindämmung von Geldwäsche und die Geldbeschaffung durch internationale Terroristen genannt. Das ist plausibel und zieht bei der Bevölkerung immer. 

Tatsächlich dürfte es bei der Einschränkung von größeren Bargeldgeschäften, wie es sie in unseren Nachbarländern ohnehin schon gibt, primär um die Vorstufe zur Einführung von Strafzinsen auf die Spareinlagen gehen. Um den Strafzinsen zu entgehen (unter welcher Bezeichnung sie dem Kunden dann auch immer untergejubelt werden), würden die Leute zunächst massenhaft ihr Bargeld abheben und zu Hause bunkern. Um das zu verhindern, muss also zunächst eine Obergrenze für Bargeldzahlungen her. Nur so können dann in einem zweiten Schritt Negativzinsen zur Krisenbekämpfung und Haushaltssanierung eingeführt werden. 

Die Commerzbank als halbverstaatlichtes Institut hat bereits am Wochenende bestätigt: „Bei Firmenkunden, großen Konzernen, institutionellen Kunden und Kunden des öffentlichen Sektors, die hohe Guthaben als Einlagen bei uns parken, vereinbaren wir verstärkt für die überschüssige Liquidität eine individuelle Guthabengebühr.“ Im Klartext: Wer sein Geld nicht in andere, von der Bank vorgegebene Anlageprodukte investiert, muss einen Strafzins von 0,3 % auf sein Bankguthaben bezahlen. Das wird demnächst auch den Privatkunden drohen. Und da es politisch von Berlin gewollt ist, werden auch die anderen Banken nachziehen. 

Die Eindämmung krimineller und terroristischer Finanzgeschäfte mag ein praktischer Nebeneffekt sein, wäre aber durch ein staatliches Verbot zum Verkauf und der Lieferung von Waffen in die entsprechenden Regionen wesentlich effektiver zu erreichen.

Gold glänzt jetzt steuerfrei

Anleger, die einen Teil ihres Vermögens in Gold absichern wollen, kaufen entweder Barren oder Münzen oder wählen die einfachere Variante über eine Inhaberschuldverschreibung. Sie kaufen dann den börsengehandelten Rohstoff als Exchange Trades Commodities (ETCs) ein. Deutsche Investoren wählen meist das Xetra-Gold. Emittent ist die Deutsche Börse Commodities. Xetra-Gold ist zu 95 % mit physischem Gold hinterlegt, so kann man jederzeit die Lieferung der verbrieften Menge Gold einfordern. Sofern der Anleger das Risiko und die Kosten für den Transport und die Lagerung nicht scheut, bekommt er für einen Anteilsschein jeweils ein Gramm Gold. Erwerb und Verkauf der Gold-Anleihe über die Börse sind jedoch wesentlich praktikabler. Dafür aber mussten Gewinne daraus bisher generell versteuert werden. 

Nun hat der Bundesfinanzhof (BFH) geurteilt, dass die Gewinne nicht der Abgeltungssteuer unterliegen, wenn der Anleger das Xetra-Gold mindestens 12 Monate (sog. Spekulationsfrist) gehalten hat. Die Richter setzen damit das Xetra-Gold den Barren oder Goldmünzen gleich. Sie begründen ihre Entscheidung damit, dass Xetra-Gold ausschließlich eine Sachleistung verbrieft, nämlich die Auslieferung des physischen Goldes. Das ist aber nur möglich, weil der Anteilschein auch wirklich fast vollständig mit physischem Gold hinterlegt ist. Das ist bei anderen, an der Börse gehandelten Exchange Traded Commodities oder Zertifikaten, nicht immer der Fall. Oft ist deren Notiz lediglich an die Entwicklung des Goldpreises gekoppelt und bildet diesen im Kursverlauf ab. Daher ist die Entscheidung des BFH nicht einfach auf andere Goldprodukte übertragbar. Für Xetra-Gold-Besitzer aber glänzen demnächst die Gewinne nach der Spekulationsfrist steuerfrei. Anleger, deren Steuerveranlagung für die letzten Jahre noch offen ist oder die Einspruch eingelegt haben, können sich zudem auf die aktuellen Urteile des BFH berufen (Az: VIII R 4/15 und VIII R 35/14) und ihr Geld zurückfordern.

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