Rocket Internet SE

Die Rocket Internet SE trennt sich von ihrem verbleibenden Anteil an der Lazada Group S.A. Der Verkauf erfolgt erneut an die Alibaba Group Holding Limited und basiert auf einer Put-Call-Vereinbarung im Zusammenhang mit der letztjährigen Veräußerung von Lazada-Anteilen. Bei der Transaktion im April 2016 hatte Rocket Internet für den 9,1-prozentigen Anteil eine Zahlung von 137 Mio. USD erhalten. Die jetzt verbliebenen 8,8 Prozent auf verwässerter Basis werden zu 276 Mio. USD an Alibaba veräußert. Insgesamt rechnet Rocket Internet bei Lazada mit einer Verzwanzigfachung des investierten Kapitals von 18 Mio. Euro.

Schaeffler AG

Aufgrund der schwächeren Ergebnisentwicklung im zweiten Quartal 2017 passte der Vorstand der Schaeffler AG die Prognose für das Gesamtjahr an. Auf der Umsatzseite rechnet das Management unverändert mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent. Allerdings senkte der Vorstand nun die Erwartung für die EBIT-Marge vor Sondereffekten von 12 bis 13 Prozent um einen Prozentpunkt auf 11 bis 12 Prozent.
Darüber hinaus erwartet der Vorstand jetzt einen Free Cashflow in der Größenordnung von 500 Mio. Euro nach zuvor 600 Mio. Euro. Als Gründe für die schwächere Entwicklung nannte die Gesellschaft den höheren Preisdruck im Automotive Erstausrüstungsgeschäft und höhere Entwicklungsaufwendungen und Vorleistungen im Bereich der E-Mobilität. Zudem kam es noch zu temporären Lieferengpässen im Automotive Aftermarket-Geschäft.

SLM Solutions Group AG

Die SLM Solutions Group AG erhielt einen Großauftrag aus China. Der Auftrag umfasst 10 Multilasermaschinen des Typs SLM500, den derzeit größten Maschinentyp im Angebot der Gesellschaft. Der Vertrieb der Anlagen in China erfolgt über einen dortigen Vertriebspartner. Das Umsatzvolumen aus diesem Auftrag beläuft sich auf bis zu 12 Mio. Euro. Der Vorstand sieht in diesem Auftrag einen wichtigen Schritt bei der Erschließung des chinesischen Marktes.

Täglicher Börsenbericht

DAX wieder im Vormarsch

Wall Street gibt Push-Faktoren

Dank positiv laufenden Konsum- und Bankentiteln schloss der Dow-Jones am Abend rd. 0,7 % höher. Zudem haben die US-Banken den Stresstest der Fed erstmals ohne Beanstandungen bestanden.

In den Fokus fährt am heutigen Donnerstag das Papier von BMW. Der Autobauer plant mit einem Elektromodell seiner 3er-Reihe mit dem Modell 3 von Tesla zu konkurrieren. Vorstellen wollen die Bayern ihre Modellreihe auf der Branchenmesse in Frankfurt im September. 

Daimler erwartet ein Gerichtsurteil im Zuge eines Vorwurfes der Umwelthilfe in Bezug zu irreführender Werbung. 

Airline-Aktien dürften wieder durchstarten, nachdem die US-Behörden das Laptop-Verbot auf Flügen nun doch nicht durchsetzen wollen. Dennoch sollen besonders elektronische Geräte strenger kontrolliert werden. 

Der Essenslieferant Delivery Hero will bei seinem Börsengang rd. 1 Mrd. € an Emissionsvolumen erreichen. Mit einer Zeichnung von 25,50 € könnte das Unternehmen 465 Mio. € einnehmen. 

Randnotizen

„Unser Dollar ist zu stark“, hatte der Wahlsieger Donald Trump noch im Januar gepoltert. Der Höhenflug führe dazu, dass US-Firmen im Wettbewerb insbesondere mit chinesischen Konkurrenten nicht mehr mithalten könnten - oder kurz gesagt: „Er tötet uns!“ Und dennoch hatte Trump nicht verhindern können, dass der Dollar nach seiner Präsidentschaftswahl zunächst raketenartig nach oben schoss. Allein die von ihm angekündigten Steuersenkungs- und Konjunkturpläne hatten die heimische Währung stark befeuert.

Doch inzwischen haben die andauernden Eskapaden im Weißen Haus den Dollar gegenüber dem Euro auf Talfahrt geschickt. Das Land steht am Rande einer ernsten politischen Krise. Seit Wochen kommen permanent neue ungeheuerliche Indiskretionen des Trump-Clans ans Tageslicht. Erst gibt Trump vertrauliche Informationen an Russland weiter, dann brüskiert und beschimpft er Mitarbeiter und Partner. 

Nicht nur für die heimische Währung ist das gefährlich, der amerikanische Präsident selbst ist zum Sicherheitsrisiko für sein Land geworden. Im Weißen Haus herrscht das Chaos, eine Amtsenthebung des Präsidenten scheint nicht mehr unwahrscheinlich. Die europäische Gemeinschaftswährung kletterte dadurch zwischenzeitlich auf 1,1267 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit einem Jahr. Noch ist das nicht als Trendwende zu sehen, denn der Euro bewegt sich seit rund zwei Jahren schon in einer Range zwischen 1,05 bis 1,15 Dollar. Erst wenn er den Ausbruch über 1,15 Dollar schafft, wäre das als Wendepunkt zu betrachten. Den export
orientierten deutschen Unternehmen würde ein schwächerer Dollar und entsprechend stärkerer Euro Wettbewerbsfähigkeit und Umsatz kosten. Viele von ihnen kalkulieren mit einem Wechselkurs von höchstens 1,15 Dollar je Euro. Die US-Unternehmen dagegen würden von einem schwächelnden US-Dollar profitieren. Der IT-Riese Apple z.B. würde effektiv mehr Geld in Fremdwährung einnehmen und hätte die Möglichkeit, im Ausland die Preise zu senken, um den Umsatz anzukurbeln. 

Es bleibt abzuwarten, ob der Schwächeanfall des Dollar chronisch wird.

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Nach abgelegter Prüfung und gegen die Erklärung, sich an die geltende Straßenverkehrsordnung zu halten, erhält man seinen Führerschein. Gleich darauf fährt man betrunken mit 100 km/h durch die Innenstadt und wird erwischt. Jeder weiß, die Geldstrafe ist hoch und die Fahrlizenz weg – nachhaltig weg! Was aber wäre, wenn man nur mit einer kleinen Geldbuße belegt wird, den Führerschein behalten und ab jetzt ungestraft alkoholisiert rasen darf?

Diesem Irrsinn ist jetzt die EU-Kommission in Sachen Facebook gefolgt. Bei der Übernahme des Messenger-Dienstes WhatsApp durch den Social Media Giganten Facebook im Jahr 2014 hatte Brüssel datenschutzrechtliche Bedenken angemeldet und Auflagen gemacht. Man fürchtete den automatischen Daten- und Nutzerabgleich zwischen beiden Systemen. Facebook erklärte daraufhin, dass dies technisch gar nicht möglich sei und erhielt die Erlaubnis, sich WhatsApp einzuverleiben. 

Im August 2016 kündigte das Unternehmen dann an, die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern doch mit den Facebook-Profilen zu verknüpfen und verärgerte damit die EU-Wettbewerbshüter. Diese erlegten Facebook nun vergangene Woche eine Strafzahlung von 110 Mio. Euro auf, da sie sich von Zuckerberg & Co getäuscht sahen.

Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will mit der dafür verhängten Strafe ein „klares Signal an andere Unternehmen“ senden. „Aus diesem Grund sieht der Beschluss eine angemessene und abschreckende Geldbuße gegen Facebook vor“, so Vestager weiter. Wie sehr eine Strafzahlung von etwas über 100 Mio. $ ein Unternehmen abschreckt, das mit einem aktuellen Quartalsgewinn von 3,568 Mrd. $ aufwartet, bleibt wohl ungeklärt. Die Fusion rückgängig zu machen, da sie aufgrund falscher Angaben und Tatsachen genehmigt wurde, wäre jedenfalls schmerzhafter gewesen. Facebook aber darf weitermachen wie bisher.

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Brüssel wacht mit jenen klaren Signalen und abschreckenden Geldbußen über unseren Straßenverkehr. Man könnte sich dann nicht mehr vor die Tür wagen.

Trumps Verhältnis zum Islam als schwierig zu bezeichnen, wäre geradezu eine Untertreibung. Vor seiner Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten hatte er ein allgemeines Einreiseverbot für Muslime gefordert. Direkt nach seiner Amtseinführung unterzeichnete er ein Dekret, wonach Staatsbürgern aus sieben überwiegend muslimische Staaten die Einreise in die USA verboten werden sollte, auch den Menschen mit einem gültigen US-Visum. Lediglich die Gerichte stoppten Trumps Vorstoß. 

Bei seinem kürzlichen Besuch in Saudi-Arabien aber waren vom Präsidenten ganz andere Töne zu hören. Die arabischen Länder, so Trump, hätten am meisten unter dem Terror gelitten. Deshalb seien alle Religionen zum gemeinsamen „Kampf zwischen Gut und Böse“ aufgerufen. Begleitet wurde seine Ansprache an die arabischen Länder von der Unterzeichnung umfangreicher Rüstungsverträge zwischen Saudi-Arabien und den USA im Volumen von 110 Mrd. Dollar. Neben diesem gigantischen Rüstungsdeal erhielt Tochter Ivanka Trump von den Arabern noch eine Spende über 100 Mio. Dollar für einen von ihr mitinitiierten Hilfsfonds. 

Geschenke erhalten schließlich die Freundschaft oder schaffen neue Freunde! Da soll sich der alte Freund Israel bloß nicht so anstellen. Nach seiner Ankunft in Israel gab sich Trump dann auch alle Mühe, die alten Freunde zu besänftigen und klapperte brav Grabeskirche und Klagemauer ab. Vor seiner Weiterreise nach Rom will Trump aber auch noch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprechen und im Israel-Museum in Jerusalem eine Ansprache halten. Im Kampf gegen Gut und Böse müssen schließlich alle zusammenstehen. Geschenke erwünscht! 

Auslandsnachrichten

Unternehmensticker Ausland

Börsenparkett intern

Feature

Die diesjährige Hauptversammlungssaison geht langsam ihrem Ende entgegen.  Weltweit wurden von den Unternehmen Rekordsummen an ihre Anteilseigner als Dividenden ausgeschüttet. Doch viele Anleger sind verwundert, wie wenig Geld letztendlich auf ihrem Konto ankommt, vor allem wenn sie ausländische Aktien im Depot halten. 

Trotz immer wieder angekündigter Vereinfachung des Steuersystems haben es deutsche Steuerzahler nicht leicht. Legen sie dann auch noch ihr Geld in ausländischen Aktien an, werden sie oft doppelt zur Kasse gebeten. Und das, obwohl Anfang 2009 die Abgeltungssteuer eingeführt wurde. Seitdem werden Veräußerungsgewinne, Dividenden und Zinsen in Deutschland mit einer pauschalen Abgeltungssteuer von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und seit 2015 verpflichtend auch mit Kirchensteuer belegt (s. auch ES-Ausgabe 36/2014). Diese Steuer wird direkt an der Quelle der Einkünfte abgezogen, also in dem Land, in dem die Einkünfte entstehen. In Deutschland wird daher vom depotführenden Kreditinstitut die auf die Dividende anfallende Steuer nach Eingang der Zahlung direkt einbehalten und an das zuständige Finanzamt abgeführt. Besitzt der Anleger ausländische Wertpapiere, greift dann noch zusätzlich der Fiskus des jeweiligen Heimatlandes zu. So kommt es zu einer doppelten Steuerbelastung für den Anleger (Quellensteuer im Ausland und Abgeltungssteuer im Inland). Die Quellensteuer ist in den einzelnen Ländern unterschiedlich hoch. In der Schweiz liegt sie z.B. bei saftigen 35 %, in den USA und Schweden jeweils bei 30 % und in Kanada bei 25 % (s. Tabelle auf Seite 21). 

Und ebenso wie die hiesige Abgeltungssteuer wird die ausländische Quellensteuer in voller Höhe direkt im jeweiligen Heimatland vom Ertrag von den Kreditinstituten abgezogen und an den Fiskus überwiesen. Damit Anleger nicht zweimal zur Kasse gebeten werden, hat Deutschland mit vielen Staaten sog. Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) geschlossen. Gemäß DBA kann die ausländische Quellensteuer auf die deutsche Abgeltungssteuer angerechnet werden, und zwar maximal bis zu einer Höhe von 15 %. Das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn veröffentlicht jährlich zum 01. Januar auf ihrer Internetseite www.bzst.de eine Übersicht über den aktuellen Stand dieser Abkommen und die jeweilige Höhe der Anrechnung. Die Liste vom 01.01.2017 führt 95 Länder, mit denen die Bundesrepublik Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen hat oder noch verhandelt. Doch diese Liste ist für den Laien nicht nur völlig unübersichtlich, sondern sie ist auch mit Vorsicht zu genießen, da sie unterjährig nicht angepasst wird. Noch unverständlicher ist das als „erläuternde Hilfestellung“ empfohlene BMF-Schreiben vom 18.01.2017. Hier tatsächlich Hilfe zu suchen, ist schlichtweg sinnlos und vergeudete Zeit. 

Maßstab für den deutschen Steuerzahler bei der Anrechnung ausländischer Quellensteuer ist allerdings immer der Abgeltungssteuersatz von 25 %. Liegt die ausländische Quellensteuer bei Dividenden im Bereich zwischen 0 % bis 15 %, wird diese in voller Höhe auf die Abgeltungssteuer angerechnet. Damit die deutsche Abgeltungssteuerquote von 25 % (plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) erreicht wird, schlägt das Finanzamt in jedem Fall den fehlenden Differenzbetrag drauf, sodass immer mindestens der inländische Steuersatz von 25 % bezahlt wird. Drunter kommt also keiner weg. 

In Luxemburg, Russland, den Niederlanden, der Türkei und Südafrika gibt es für deutsche Anleger keine Probleme mit der Quellensteuer, sie beträgt in diesen Ländern exakt die anrechenbaren 15 %. Problematisch wird es jedoch dann, wenn die ausländische Quellensteuer über 15 % liegt. Österreich z.B. erhebt derzeit auf Ausschüttungen 27,5 % Quellensteuer. Die Bank zieht daher von dem Dividendenertrag die vollen 27,5 % ab und überweist sie an die österreichische Finanzbehörde. Der Anleger bekommt dann lediglich den kümmerlichen Rest der Dividende auf dem heimischen Konto gutgeschrieben. Nach dem DBA ist für Bundesbürger die Höhe der im Ausland zu zahlenden Steuer bei Dividenden auf max. 15 % beschränkt. Also werden dem Aktienbesitzer 15 % von den gezahlten 27,5 % der österreichischen Quellensteuer auf seine Abgeltungssteuer in Deutschland angerechnet. Auf den restlichen 12,5 % bleibt er zunächst sitzen, hat allerdings Anspruch auf Erstattung. Er kann sich diesen Betrag also bei der ausländischen Finanzbehörde wiederholen. Allerdings ist damit ein so erheblicher bürokratischer und zeitlicher Aufwand verbunden, dass viele Privatanleger darauf verzichten.

Da jedes Land seine eigene Steuergesetzgebung hat, muss eine Rückerstattung der zu viel gezahlten Quellensteuer bei der Steuerbehörde des jeweiligen Landes beantragt werden. Dieser Betrag wird dann bei der jährlichen Einkommensteuererklärung steuerlich voll auf die inländische Abgeltungssteuer angerechnet. Aber selbst innerhalb der EU gibt es keine einheitlichen Antragsverfahren. Auch sind die Verjährungsfristen für die entsprechenden Ansprüche unterschiedlich lang. Zwar stellt das Bundeszentralamt für Steuern auf seiner Internetseite unter der Rubrik „Steuern International/Freistellung und Erstattung“ Informationen und Antragsformulare für jedes Land zur Verfügung, oft aber nur in Englisch. Und selbst die deutschen Erläuterungen sind so kompliziert und umfangreich (für das spanische Formular z.B. 22 Seiten), dass sie den Anleger eher verwirren. Zudem nehmen einige Länder, wie bspw. Frankreich, den Antrag auf Rückerstattung nur an, wenn er über die depotführenden Banken eingereicht wird. Und diese verlangen dann wieder einmal eine pauschale Dienstleistungsgebühr. Sie liegt im Durchschnitt bei 100 Euro. Hat der Anleger dann seine Ansprüche endlich durchgesetzt, dauert es meist Jahre, bis er tatsächlich sein Geld wieder sieht. Vor allem die spanischen und italienischen Steuerbehörden strapazieren die Geduld der Anleger und sind für ihre Bürokratie geradezu berüchtigt. 

Einige Privatbanken und Sparkassen (z.B. die Sparkasse Köln/Bonn) bieten inzwischen jedoch von sich aus als Service für ihre Kunden an, automatisch die Erklärungen an die Finanzbehörden weiterzuleiten. Allerdings trifft dies oft nur für US-Aktien zu. Da der Kunde bei Depoteröffnung eine Kopie seines Personalausweises vorlegt und damit den Nachweis erbringt, dass er als deutscher Staatsbürger gemeldet ist, müssen keine zusätzlichen Steuerformulare für die Erstattung der Quellensteuer mehr ausgefüllt werden. Die Banken ziehen dann von vornherein nur 15 % Quellensteuer auf diese Werte ab.  Bei der Comdirect und der DAB Bank genügt eine Vollmacht zur Quellensteuerrückerstattung. Mit dem „Quellensteuer-Service“ der dwpbank können Kunden per Knopfdruck die schon ausgefüllten länderspezifischen Anträge unter Beachtung aller Fristen abrufen.

Anleger sollten ihre depotführende Bank unbedingt auf die ausländische Quellensteuer ansprechen und abklären, ob und für welche Länder eine automatische Steuererstattung angeboten wird. Bei Banken, die diesen Service nicht anbieten, sollten Anleger darauf bestehen, dass auf ihrer Wertpapierabrechnung jeweils die Höhe der ins Ausland abgeführten Quellensteuer ausgewiesen ist und auch der Betrag, der davon steuerlich anrechenbar ist. Bei größeren Depots lohnt es sich, professionelle Hilfe eines fachkundigen Steuerberaters in Anspruch zu nehmen.

Unsere Aktienoptionsscheinfavoriten haben sich hervorragend entwickelt und weisen über 100 % Kurszuwachs aus. Doch von schönen Buchwerten kann man sich nichts kaufen. Es ist an der Zeit, einen Optionsschein-Check durchzuführen und Gewinne zu kassieren. Ist die Börsenparty erst einmal vorbei, drückt die Katerstimmung bei Optionsscheinen besonders aufs Depot. 

Jetzt gilt es, bei einigen Aktien-Call-Optionsscheinen die Hochphase zu nutzen und Gewinne einzustreichen und in andere aussichtsreichere Optionen zu investieren. Dass dabei neben der Chance auch immer ein Risiko mitschwingt, zeigen auch einige von uns vorgestellte Scheine. 

Generell ist es so, dass ein Optionsschein  zum Kauf eines Basiswertes, wie z.B. einer Aktie, eines Index oder eines Rohstoffes, zu einem bei der Ausgabe des Scheines festgelegten Preis innerhalb einer gewissen Laufzeit (amerikanisches Ausübungsrecht) oder am Laufzeitende (europäisches Ausübungsrecht) berechtigt. Der Käufer eines Call-Optionsscheins setzt auf höhere Kurse als der Basiswert. Steigt die Notierung des Basiswertes tatsächlich an, kann die Anlage mit einem Call höhere Gewinne erzielen als bei der direkten Anlage in den Basiswert. Grund dafür ist die Hebelwirkung. Im umgekehrten Fall kann es bei einem Rückgang des Basiswertes jedoch auch zu überproportionalen Kursverlusten kommen, vor allem dann, wenn das Laufzeitende naht. Je länger die Laufzeit eines OS, desto höher der Zeitwert und somit der OS-Preis. Schließlich sind die Chancen, dass sich ein Wert positiv entwickelt, bei einer längeren Laufzeit größer. Im Umkehrschluss heißt das, dass sich der Zeitwert reduziert, je kürzer die Restlaufzeit wird. Im schlimmsten Fall ist der Verlust aber auf die Höhe der gezahlten Optionsprämie (Kaufkurs des Optionsscheins) begrenzt, da man den Schein dann nahezu wertlos zu 0,1 Euro-Cent verfallen lassen kann.

Davon ist der Allianz/DZ-Call-OS bei einem Basiswert von 150,00 € mit seinem satten Kursplus von 133 % weit entfernt. Betrachtet man das Verfallsdatum im Dezember 2017 sind hier Gewinnmitnahmen angezeigt. Die beiden anderen Allianz-Calls, emittiert von BNP und Societe Generale, setzen auf einen deutlich höheren Basiswert. Mit Blick auf das Laufzeitende erst im kommenden Jahr bieten sich hier noch spekulative Chancen auf höhere OS-Kurse.

Ähnlich sieht es bei den Amazon-Call-OS von DZ Bank und UBS aus. Der von der UBS emittierte OS hat seinen Verfallstag im Dezember 2017 und bietet ein schönes Plus von 84 % innerhalb von knapp 3 Monaten, das man sich jetzt einstreicht. Hingegen läuft der OS der DZ noch ein gutes Jahr und man bleibt noch weiter am Ball.

Beim Apple/HSBC-Call-OS sagt man mit einem Gewinn von 58 % goodbye und investiert in die Vorwochenfavoriten, die Apple-Optionsscheine von BNP und Vontobel.

Der Boeing-Call-OS von der Citibank flog ein hohes Kursplus von 117 % ein. Auch dieser Schein geht Ende des Jahres in seinen Hangar zurück. Deshalb jetzt Gewinne sichern! Bei dem Boeing/HSBC-C-OS wartet man auf den nächsten Steigflug.

So richtig die Post ging auch bei dem Dt. Post/UniCredit-C-OS mit einem Zuwachs um 117 % innerhalb von 7 Monaten ab. Hier geht man auf Nummer sicher und lässt sich die Gewinne zuschicken.

Auch bei dem Facebook/UBS-C-OS drückt man den „Gefällt mir“-Button und nimmt im Hinblick auf das Verfallsdatum Ende 2017 Gewinne von 83 % mit. Mit dem Facebook/UBS-C-OS, (Laufzeitende März 2018) bleibt man vorläufig befreundet.

Der BMW-Call-OS von Societe Generale konnte leider nicht wie gewünscht Fahrt aufnehmen. Wer an eine Aufholjagd von BMW glaubt, der kann lieber auf die BMW-Call-OS von Cobk. (DE000-CD76R52) mit einem Basispreis von 88,00 € (LZ 19.12.2018/BV 0,1) umsteigen, der akt. bei 0,88 € notiert und ein Delta von 0,50 sowie eine Implizite Vola von 25,4 % ausweist. Agio: 11,3 %. Agio pa: 6,9 %. Hebel: 9,89. Effektiver Hebel 4,99. Eine andere Option ist der BMW-Call von der UBS (CH0320856955) mit Bezugskurs 90,00 € (LZ 10.12.2018/BV: 0,10), dieser notiert bei 0,77 € und weist ein Delta von 0,50 bei einer impliziten Vola von 24,8 % aus. Aufgeld: 12,3 %. Agio pa: 7,7 % bei einem Hebel von 11,30 u. effektiver Hebel 5,59 %. 

Auch der Daimler/HSBC-Call-OS erscheint antriebslos. Die Call-Optionsscheinen von Societe Generale (DE000SG32NF9)und Unicredit (DE000HU9QSK4) dürften deutlich mehr Fahrt aufnehmen. Dem SocGen-Call liegt ein Bezugkurs von 70 € (akt. Kurs 69,06, BV: 0,1) zugrunde. Delta: 0,49, implizite Vola: 24,6, Agio 10,6, Agio pa: 6,6 %, Hebel 10,79, effektiver Hebel: 5,30. Der Unicredit-C-OS ist mit einem Bezugskurs von 73,00 € (BV: 0,1) ausgestattet. Delta: 0,40, implizite Vola: 24,5, Aufgeld 13,4, Agio pa: 8,2 %, Hebel 13,03, effektiver Hebel: 5,27. 

Selbst wenn die Aktienmärkte noch bis in den Sommer richtig Gas geben und der DAX über die 13.000-Punkte-Hürde springt, sollte man kurz vor dem Gipfel nicht auf die letzten Prozentpunkte wetten. Lieber jetzt Gewinne mitnehmen und in neue, attraktivere Optionsscheine investieren. 

Stand: 16.05.2017

In Deutschland hat die Aktie nicht nur als Anlageform großen Nachholbedarf, sondern auch als Finanzierungsinstrument für die Unternehmen. Die Zahl der Neuemissionen liegt deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2008. Und im Vergleich zu Dividenden spielen Aktienrückkäufe (Buybacks) hierzulande ohnehin nur eine untergeordnete Rolle. Dabei können sie für Unternehmen und Anleger gleichermaßen von Interesse sein.

Viele deutsche Unternehmen verfügen über eine solide Bilanz mit rekordhohen Bargeldbeständen. Angesichts ebenso rekordverdächtig niedriger Zinsen fassen viele von ihnen Firmenübernahmen und zunehmend auch Aktienrückkäufe (Buybacks) ins Auge. Gleichzeitig sind die Aktienmärkte auf Rekordniveau, was auch eigene Firmenanteile wertvoller macht, wenn sie z.B. als Teil der Finanzierung eingesetzt werden sollen. Zudem sind Aktienrückkäufe neben Dividenden eine gute Möglichkeit, Geld an die Aktionäre zurückzugeben. Der Gewinn des Unternehmens wird auf weniger Anteilseigner verteilt, das Angebot der eigenen Aktien im Markt verknappt. Gleichzeitig ändert sich dadurch die Aktionärsstruktur, feindliche Übernahmen können erschwert werden. Naturgemäß sind Buybacks nur begrenzt einsetzbar und nicht bei jedem (vor allem kleineren) Unternehmen sinnvoll. Der Kapitalmarkt aber assoziiert damit häufig eine positive Unternehmensentwicklung bei gleichzeitiger Unterbewertung des jeweiligen Papiers. Das kann den Aktienkurs beflügeln. 

Der amerikanische Aktienmarkt wird seit Jahren durch signifikante Aktienrückkäufe befeuert. Das erklärt auch, weshalb er in der Vergangenheit trotz stagnierender Unternehmensgewinne weiter nach oben gelaufen ist und die europäischen Aktienmärkte weit hinter sich gelassen hat. Im 3. Quartal 2016 investierten 119 Unternehmen im S&P 500 sogar mehr Geld in Buybacks als sie im Ergebnis erwirtschafteten. In den Jahren 2014 und 2015 haben US-Unternehmen eigene Papiere im Wert von rund 1 Billion US-Dollar zurückgekauft. Damit haben Aktienrückkäufe in den Vereinigten Staaten inzwischen die Dividenden als wichtigste Form von Ausschüttungen längst überholt. 

In Europa setzte der aktive Gebrauch von Buybacks dagegen erst viel später ein. In Deutschland waren sie überhaupt erst seit Verabschiedung des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) im Jahre 1998 als Ausschüttungsinstrument deutscher Gesellschaften erlaubt. Ein Jahr später schütteten die im DAX gelisteten 30 Aktiengesellschaften ein Gesamtvolumen von ca. 1,4 Mrd. Euro in Form von Rückkäufen eigener Anteile an ihre Aktionäre aus. Bis 2008 vervielfachte sich das jährliche Rückkaufvolumen auf ca. 17 Mrd. Euro, wurde dann aber durch die Finanzkrise abrupt abgebremst und fiel 2009 auf 0,7 Mrd. Euro zurück. Demgegenüber stieg der Anteil der Dividendenzahlungen Jahr für Jahr weiter an. In den Jahren 2009 bis 2011 wurden in Deutschland schließlich 90 % des ausgeschütteten Kapitals in Dividenden gezahlt, nur etwa 10 % in Form von Aktienrückkäufen. 2015 lag dieser Anteil bei 15 %.

Obwohl Aktienrückkäufe also in den letzten Jahren wieder zunehmen, machen sie bei europäischen Unternehmen nur einen Bruchteil des Werts der Rückkäufe von US-Unternehmen aus. Dabei verfügen fast alle börsennotierten deutschen Aktiengesellschaften über einen sog. Vorratsbeschluss der Hauptversammlung, der ihnen die Möglichkeit für den Erwerb eigener Anteile einräumt. Die Unpopularität von Aktienrückkäufen in Deutschland ist mit den schlechten gesetzlichen Rahmenbedingungen zu erklären. Während in Amerika Erträge aus Dividenden mit 40 % besteuert werden, müssen bei realisierten Kursgewinnen lediglich 20 % abgeführt werden. In Deutschland dagegen werden seit der Einführung der Abgeltungssteuer Anfang 2009 beide Ertragsarten gleich behandelt. Zudem können realisierte Verluste aus Aktiengeschäften nur mit anderen Gewinnen aus Kapitalvermögen im gleichen Zeitraum verrechnet werden. 

Zu der steuerlichen Diskriminierung kommen die gesetzlichen Durchführungsbestimmungen für die rückkaufenden Gesellschaften, die innerhalb der EU einer starken Regulierung unterworfen sind.

Für Anleger sind Aktienrückkäufe dennoch attraktiv. Wer nicht nur an einzelnen Unternehmen mit Rückkaufprogrammen partizipieren möchte, kann inzwischen auch in einige wenige ETFs investieren. Der seit dem 01.12.2014 auf Xetra gehandelte PowerShares Global Buyback Achievers UCITS (A114UD) bildet Unternehmen aus unterschiedlichen Sektoren ab, die in den vergangenen zwölf Monaten mindestens fünf Prozent ihrer Aktien zurückgekauft haben. Der ETF investiert direkt in alle Aktien des NASDAQ Global Buyback Achievers Net Total Return Index. Mit gut 60 % sind US-Titel vor japanischen Werten mit knapp 15 % gewichtet. Zum 31.03.2017 gehörten z.B. Lukoil ADRs und Generel Electric mit jeweils 5,5 % Gewichtung zu den Top 10, ebenso wie Canadian Pacific Railway mit 4,51 % oder Suzuki Motor mit 4,29 %. 

Der Amundi S&P 500 Buyback UCITS ETF (WKN: A14MC4) bietet Zugang zu 100 Aktien mit den höchsten Aktienrückkaufquoten aus dem Universum des S&P 500-Index. Im Unterschied zum Power Shares bildet dieser ETF aber den Index synthetisch über sog. Total Return Swaps ab (vgl. ES 26/2014) und schüttet nicht aus. Das europäische Pendant, aber mit Ausschüttung, ist der seit September 2015 auf Xetra gelistete Amundi MSCI Europe Buyback UCITS ETF (WKN: A14V4W). Er bildet die Wertentwicklung der im MSCI Europe enthaltenen Aktien ab, die in den letzten 12 Monaten ein Aktienrückkaufprogramm durchgeführt haben. Alle Titel sind gleichgewichtet, und im direkten Vergleich zum Stoxx Europe 600 liegt er bei der Wertentwicklung stets etwas besser (vgl. Abb.). 

Aktienrückkäufe sind in den USA eine weit verbreitete Form der Gewinnausschüttung und sollten auch in Europa an Bedeutung gewinnen, da sie trotz schlechterer Rahmenbedingungen den Anlegern attraktive Alternativen bieten. Bei einigen Unternehmen bleibt jedoch die Dividende immer noch die bessere Ausschüttungsvariante.

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Blick in den „Rueck-Spiegel“

Gemeinsam mit über 200 Aktionären und Gästen blickte Einzelvorstand Marlis Weidtmann am vergangenen Freitag auf der Hauptversammlung der Effecten-Spiegel AG in der Düsseldorfer Stadthalle in den „Rueck-Spiegel“ für das Geschäftsjahr 2016.

Wie der Vorstand ausführte, hat sich die Effecten-Spiegel AG angesichts der Marktsituation und der Risiken 2016 geradezu exzellent geschlagen und wie gewohnt geliefert. Die Gesellschaft schloss das Geschäftsjahr 2016 erneut mit einem erfreulichen Ergebnis über Vorjahresniveau ab. Der Jahresüberschuss lag per Ultimo bei 3,24 Mio. € zu 3,15 Mio. € im Vorjahr, der Bilanzgewinn mit 3,81 Mio. € sogar um 12,6 % über Vorjahresniveau. Das Verlagsgeschäft konnte sich mit Umsatzerlösen von 2,87 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren und lieferte nach Abzug aller Kosten unterm Strich ebenfalls einen zum Vorjahr verbesserten positiven Ergebnisbeitrag. Im „Rueck-Spiegel“ zeigt sich die Effecten-Spiegel AG als hoch kapitalisierte Gesellschaft, deren strategisches Ziel darin besteht, jedes Jahr eine stabile bzw. steigende Dividende zu erwirtschaften – bei gleichzeitiger Absicherung des Vermögensbestandes. Diese strategische Anlagepolitik wurde von den Aktionären bei der Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung zur Ausschüttung von 0,80 € je Stamm- und Vorzugsaktie für das Geschäftsjahr 2016 mit 100 % Zustimmung unterstrichen. Vorstand und Aufsichtsrat wurden für ihre Arbeit, die „für Kontinuität, Seriösität und Berechenbarkeit steht“, mit jeweils 99,41 % entlastet. Diese Einschätzung wird auch durch die Ankündigung der Verwaltung bestätigt, das Aktienrückkaufprogramm im lfd. Jahr wieder aufzunehmen.

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