M.A.X. Automation AG

Die Hauptversammlung der künftig unter dem Namen MAX Automation AG firmierenden Hightech-Industriegruppe hat am heutigen Freitag im Düsseldorfer Hilton Hotel auch die Umstellung von Inhaber auf Namensaktien beschlossen. Wie Vorstandsmitglied Spilker erläuterte, will man hierdurch die Aktionäre des Unternehmens noch besser kennenlernen und direkter mit diesen kommunizieren. Ebenfalls beschlossen wurde die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 0,15 Euro je Aktie. Auch in der Zukunft soll sich die Dividendenhöhe am Konzernergebnis orientieren, dabei strebt der Vorstand eine Ausschüttungsquote von 40 Prozent an.

Zudem hat der neue Vorstandsvorsitzende Daniel Fink die weitere Wachstumsstrategie des MAX Automation-Konzerns vorgestellt. Hierbei will man noch stärker von globalen Markttreibern wie der zunehmenden Variantenvielfalt und der Reduktion von CO2-Emissionen im Automobilbau, den Trends zum autonomen Fahren und Elektromobilität, der steigenden Bedeutung von Nachhaltigkeit und Umweltschutz und der demographischen Entwicklung profitieren. Um dies zu erreichen sind unter anderem Akquisitionen, der Ausbau der Präsenz und der lokalen Wertschöpfung in interessanten Auslandsmärkten sowie die Entwicklung weiterer konkreter Leistungsangebote im Bereich der Industrie 4.0 (vernetzte Produktion).

Trotz des eher verhaltenen Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr zeigte sich MAX Automation-Chef Fink mit Blick auf den Rekordauftragseingang im Q2/2016 in Höhe von 129,3 Mio. Euro zuversichtlich die ausgegebene Guidance auch zu erreichen. So rechnet das Management weiterhin mit einem Umsatz in einer Range zwischen 370 bis 390 Mio. Euro bei einem EBIT (vor PPA) von mindestens 24 Mio. Euro. Zudem will der Vorstand mittelfristig mit einer Mischung aus organischem Wachstum und gezielten Akquisitionen das angestrebte Umsatzziel von 500 Mio. Euro erreichen, die angestrebte EBIT-Zielmarge soll mindestens 8 Prozent betragen.

CytoTools AG

Die Tochtergesellschaft der CytoTools AG, die DermaTools Biotech GmbH, reicht eine Klage gegen den Wirkstoffhersteller des Wundheilungspräparats DermaPro ein. Das Produkt hatte in einer europäischen Phase III Studie zum diabetischen Fuß und bei der europäischen Phase II Studie zum Ulcus Cruris Ergebnisse geliefert, die von den vorherigen klinischen Studien abwichen. Nach eingehenden Untersuchungen wurde nun festgestellt, dass die gelieferten Chargen eine viel zu geringe Wirkstoffkonzentration aufwiesen. Diese lag mindestens 50 bis über 90 Prozent unter der vorgegebenen Konzentration.
Somit war die Studie bereits vor Beginn zum Scheitern verurteilt. Die DermaTools Biotech GmbH stand in Kontakt mit dem Wirkstofflieferanten, um eine einvernehmliche Lösung für den entstandenen Schaden zu finden. Allerdings haben die Gespräche nicht zu einem befriedigenden Ergebnis geführt, weshalb die Gesellschaft nun Klage auf Schadensersatz gegen den Hersteller geltend macht.

GESCO HV

Bei hochsommerlichen Temperaturen haben sich rund 400 Aktionäre in der historischen Stadthalle in Wuppertal zu diesjährigen Hauptversammlung der GESCO AG eingefunden. Erstmals berichtete der seit 01. Juli 2016 amtierende Vorstandsvorsitzende Dr. Eric Bernhard über den Geschäftsverlauf 2015/2016 und die weiteren Aussichten für das aktuell laufende Jahr 2016/2017 (31.03.) und das zum Jahresende 2016 ausscheidende langjährige Vorstandsmitglied Dr. Hans-Gert Mayrose verabschiedete sich unter Applaus von den Anteilseignern.

So rechnet der GESCO Chef mit einem Konzernumsatz zwischen 480 bis 490 Mio. Euro sowie einem Konzernüberschuss zwischen 13,5 und 14,5 Mio. Euro. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht dies einem leicht rückläufigen Umsatzniveau und einem um rund 10 bis 16 Prozent unter dem Vorjahr liegenden Konzernergebnis. Bereits bei Vorlage der Zahlen zum Q1 hatte GESCO avisiert, dass bei Umsatz und Ergebnis bestenfalls mit Werten am unteren Ende der Bandbreiten gerechnet wird.

Mit großer Mehrheit hat die Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 2,00 Euro je Aktie beschlossen. Dies entspricht einem Anstieg von 0,25 Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 1,75 Euro. Zudem hat die Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und einen anschließenden Aktiensplitt im Verhältnis 1:3 beschlossen. Nach Umsetzung der Maßnahme werden die Aktionäre für jede gehaltene Aktie zwei weitere Aktien ins Depot gebucht. Durch diesen Schritt will die Verwaltung die Aktie optisch leichter machen und auch die Handelsliquidität der Aktie erhöhen.

Interessantes Detail am Rande ist auch die Entwicklung der Aktionärsstruktur. Inzwischen hat die zweitgrößte Aktionärin Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV auf gut 14 Prozent aufgestockt und nähert sich damit der Positionsgröße des größten Aktionärs Stefan Heimöller mit etwas über 15 Prozent immer weiter an.

Thema der Woche

Ausgabe 34 | 24.08.2016

Wie hirnlos ist das denn?

Die Umweltsünden der US-Umweltbehörden

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Täglicher Börsenbericht

Wenig Bewegung

Anleger warten auf Yellen-Rede

Zum Wochenausklang herrschte am inländischen Aktienparkett hochsommerliche Ruhe. Anleger hielten sich im Vorfeld der Yellen-Rede mit Engagements weitgehend zurück. Die US-Notenbankchefin wird heute während des internationalen Notenbanker-Treffend in Jackson Hole ans Rednerpult treten.

Eine Analystenabstufung schickte Leoni gen Süden. Gleiches galt für die Papiere von ElringKlinger. Letztere rutschten zeitweise ans Ende des SDAX. Leoni übernahmen zweitweise im MDAX die rote Laterne.

Bei GfK schritten Anleger zu Gewinnmitnahmen. Tags zuvor hatten Übernahmespekulationen das Papier noch deutlich angeschoben.

Fielmann verbuchten im Vorfeld einer am Wochenende stattfindenden Analystenkonferenz Kursabschläge.

Bei Vivendi wurden schwache Zahlen mit Verkäufen quittiert.

Auslandsfavoriten

Ausgabe 34 | 24.08.2016

Konservativ

Aktie mit konservativem Potenzial

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ES-Aktienfavoriten

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Konservativ

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Auslandsnachrichten

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Redaktionelles

Effecten-Spiegel-HV: Gute Nachrichten

Es war schon die erste gute Nachricht, dass sich trotz des Termins vor dem Feiertag und einer Vielzahl von Hauptversammlungen über 200 Aktionäre und Gäste am 25. Mai in der Stadthalle in Düsseldorf zur ES-HV einfanden. Weitere gute Nachrichten präsentierte Einzelvorstand Marlis Weidtmann in ihrem Bericht: Das Jahresergebnis legte trotz eines „durchwachsenen Börsenjahres“ auf 3,15 (2,4) Mio. € zu, und auch das Verlagsgeschäft bewegte sich mit einem Plus von 3 (8) T€ nach wie vor im positiven Bereich. Die Aktionäre der Gesellschaft können sich zudem über die auf 0,80 (0,75) € gestiegene Dividende freuen. Die Dividendenrendite liegt damit erneut bei sehr attraktiven über 5 %. Eine weitere gute Nachricht für die Anteilseigner war das klare Bekenntnis der Verwaltung zur Börsennotierung der Effecten-Spiegel-Aktien, auch nach Inkrafttreten der Marktmissbrauchsverordnung (MMVO) am 03.07.2016. So werde man sich „nicht in die Massenflucht von der Börse einreihen“ und trotz der Verschärfungen der Anforderungen durch die MMVO weiterhin im Freiverkehr notiert bleiben. Die Verwaltung arbeitet derzeit am Aufbau entsprechender Strukturen, der Geschäftsbericht 2015 wurde bereits an die erhöhten Anforderungen angepasst. Zudem wird es ab 2017 auch einen Halbjahresbericht geben. Noch keine guten Nachrichten gab es aus dem laufenden Spruchstellenverfahren bei HVB. Bei MAN dagegen wurde der ursprüngliche Abfindungsbetrag in der ersten Instanz auf 90,29 € je MAN-Aktie heraufgesetzt. Auch wenn das 9,31 € über dem ursprünglichen Angebot liegt, hat die Effecten-Spiegel AG trotzdem am 18.09.2015 Beschwerde dagegen eingelegt, da ausweislich der Wertgutachten der Gegenwert auf mindestens 114,43 € bis 120,11 € festzusetzen ist. Auch im Verfahren gegen die Deutsche Bank wegen der Postbank-Übernahme präsentierte der Vorstand gute Nachrichten: Nach der Zeugenvernehmung von Dr. Appel (CEO Post AG) im Februar 2016 verfügte das OLG Köln die Vorlage der vom Zeugen Dr. Appel erwähnten „technischen Klausel“, die in allen Verträgen enthalten sein soll.

Im Anschluss an ihren Bericht stand Vorstand Marlis Weidtmann den Aktionären gewohnt souverän und fachkundig Rede und Antwort. Insbesondere die Dividendenkontinuität der Effecten-Spiegel AG wurde immer wieder positiv von den Aktionären herausgestellt. Bei der anschließenden Abstimmung zur Tagesordnung folgte die HV in allen Punkten den Vorschlägen der Verwaltung mit deutlicher Mehrheit, z.T. sogar einstimmig. Zur Abstimmung stand u.a. der Vorratsbeschluss zum Rückkauf eigener Aktien.

Strafzinsen für Sparer kommen

Als der ES in Ausgabe 24/2015 unter dem Titel „Alles auf eine Karte“ davor warnte, dass die Notenbanken bald den Vorschlag bringen würden, das Bargeld zu begrenzen oder abzuschaffen, hielten viele das für Schwarzmalerei. Nun ist es offiziell: Bundesfinanzminister Schäuble fordert eine Obergrenze für alle Bargeldzahlungen von 5.000 Euro und die Abschaffung der 500-Euro-Scheine. Als Gründe werden die Eindämmung von Geldwäsche und die Geldbeschaffung durch internationale Terroristen genannt. Das ist plausibel und zieht bei der Bevölkerung immer. 

Tatsächlich dürfte es bei der Einschränkung von größeren Bargeldgeschäften, wie es sie in unseren Nachbarländern ohnehin schon gibt, primär um die Vorstufe zur Einführung von Strafzinsen auf die Spareinlagen gehen. Um den Strafzinsen zu entgehen (unter welcher Bezeichnung sie dem Kunden dann auch immer untergejubelt werden), würden die Leute zunächst massenhaft ihr Bargeld abheben und zu Hause bunkern. Um das zu verhindern, muss also zunächst eine Obergrenze für Bargeldzahlungen her. Nur so können dann in einem zweiten Schritt Negativzinsen zur Krisenbekämpfung und Haushaltssanierung eingeführt werden. 

Die Commerzbank als halbverstaatlichtes Institut hat bereits am Wochenende bestätigt: „Bei Firmenkunden, großen Konzernen, institutionellen Kunden und Kunden des öffentlichen Sektors, die hohe Guthaben als Einlagen bei uns parken, vereinbaren wir verstärkt für die überschüssige Liquidität eine individuelle Guthabengebühr.“ Im Klartext: Wer sein Geld nicht in andere, von der Bank vorgegebene Anlageprodukte investiert, muss einen Strafzins von 0,3 % auf sein Bankguthaben bezahlen. Das wird demnächst auch den Privatkunden drohen. Und da es politisch von Berlin gewollt ist, werden auch die anderen Banken nachziehen. 

Die Eindämmung krimineller und terroristischer Finanzgeschäfte mag ein praktischer Nebeneffekt sein, wäre aber durch ein staatliches Verbot zum Verkauf und der Lieferung von Waffen in die entsprechenden Regionen wesentlich effektiver zu erreichen.

Gold glänzt jetzt steuerfrei

Anleger, die einen Teil ihres Vermögens in Gold absichern wollen, kaufen entweder Barren oder Münzen oder wählen die einfachere Variante über eine Inhaberschuldverschreibung. Sie kaufen dann den börsengehandelten Rohstoff als Exchange Trades Commodities (ETCs) ein. Deutsche Investoren wählen meist das Xetra-Gold. Emittent ist die Deutsche Börse Commodities. Xetra-Gold ist zu 95 % mit physischem Gold hinterlegt, so kann man jederzeit die Lieferung der verbrieften Menge Gold einfordern. Sofern der Anleger das Risiko und die Kosten für den Transport und die Lagerung nicht scheut, bekommt er für einen Anteilsschein jeweils ein Gramm Gold. Erwerb und Verkauf der Gold-Anleihe über die Börse sind jedoch wesentlich praktikabler. Dafür aber mussten Gewinne daraus bisher generell versteuert werden. 

Nun hat der Bundesfinanzhof (BFH) geurteilt, dass die Gewinne nicht der Abgeltungssteuer unterliegen, wenn der Anleger das Xetra-Gold mindestens 12 Monate (sog. Spekulationsfrist) gehalten hat. Die Richter setzen damit das Xetra-Gold den Barren oder Goldmünzen gleich. Sie begründen ihre Entscheidung damit, dass Xetra-Gold ausschließlich eine Sachleistung verbrieft, nämlich die Auslieferung des physischen Goldes. Das ist aber nur möglich, weil der Anteilschein auch wirklich fast vollständig mit physischem Gold hinterlegt ist. Das ist bei anderen, an der Börse gehandelten Exchange Traded Commodities oder Zertifikaten, nicht immer der Fall. Oft ist deren Notiz lediglich an die Entwicklung des Goldpreises gekoppelt und bildet diesen im Kursverlauf ab. Daher ist die Entscheidung des BFH nicht einfach auf andere Goldprodukte übertragbar. Für Xetra-Gold-Besitzer aber glänzen demnächst die Gewinne nach der Spekulationsfrist steuerfrei. Anleger, deren Steuerveranlagung für die letzten Jahre noch offen ist oder die Einspruch eingelegt haben, können sich zudem auf die aktuellen Urteile des BFH berufen (Az: VIII R 4/15 und VIII R 35/14) und ihr Geld zurückfordern.

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