BPK INDUS Holding AG

Die INDUS Holding AG aus Bergisch-Gladbach hat auch das Geschäftsjahr 2016 erfolgreich abgeschlossen und das vierte Rekordjahr in Folge vorgelegt. Mit dem Geschäftsverlauf zeigte sich Unternehmenschef Jürgen Abromeit auf der Bilanzpressekonferenz im Düsseldorfer Hyatt Hotel zufrieden. Bei Rekordumsatzerlösen von 1,44 (1,38) Mrd. Euro lag das EBIT bei 155,4 (145,8) Mio. Euro, die EBIT-Marge verbesserte sich leicht auf 10,0 Prozent nach zuvor 9,8 Prozent. Unter dem Strich wird ein Ergebnis von 80,4 (68,3) Mio. Euro ausgewiesen, dies entspricht einem Ergebnis je INDUS-Aktie von 3,27 (2,78) Euro.

Strategisch sieht Abromeit das Unternehmen mit der verfolgten Buy- and Hold-Strategie nach wie vor richtig aufgestellt und zeigte sich im Gespräch mit ES vor Ort überzeugt davon, dass sich "gerade in unruhigen Zeiten die langfristig orientierte Strategie der Portfolioentwicklung durch Zukäufe und weitere Internationalisierung" auszahlt. Verlässlich ist INDUS auch als Dividendenzahler. So wird der Hauptversammlung am 24. Mai 2017 in Köln eine Anhebung der Ausschüttung auf 1,35 Euro nach zuvor 1,20 Euro vorgeschlagen. Die Ausschüttungsquote liegt mit gut 43 Prozent damit innerhalb der angestrebten Bandbreite zwischen 40 und 50 Prozent des Konzernergebnisses. Zusammen mit der ordentlichen Eigenkapitalquote von 42,4 (41,9) Prozent dürfte hier für die Zukunft noch Luft nach oben sein.

Ordentlich ist auch der Start ins laufende Jahr 2017 erfolgt. Mit der M+P INTERNATIONAL, einem Anbieter von Mess- und Testsystemen zur Schwingungsprüfung und -Analyse konnte auch schon eine erste Akquisition erfolgreich abgeschlossen werden. Angesichts der immer weiter nach oben tendierenden Preisvorstellungen der Verkäufer ist aber hier von einer gewissen Verlangsamung der Einkaufsgeschwindigkeit auszugehen.

Ungeachtet dessen rechnet INDUS auch im laufenden Jahr mit weiterem organischen Wachstum aus den bestehenden Portfoliounternehmen. Laut Abromeit soll der Gruppenumsatz erstmals die Schallmauer von 1,5 Mrd. Euro durchbrechen und auf Ebene des EBIT rechnet man mit einem Wert zwischen 145 und 150 Mio. Euro. Da die Prognose gewohnt konservativ ausfällt, könnte je nach Konjunkturlage im weiteren Jahresverlauf aber durchaus noch die Chance auf ein weiteres Rekordjahr bestehen.


Wirecard AG

Die Wirecard AG erwarb in Südafrika sämtliche Anteile an dem Payment Dienstleister MyGate Communications. Die Gesellschaft betreibt eines der größten afrikanischen Payment Gateways, das jüngst zum besten Online Payment Gateway in Afrika im Jahr 2016 gewählt wurde. Der Kaufpreis für das Unternehmen mit aktuell 21 Mitarbeitern beläuft sich auf 23,1 Mio. Euro. Diese gliedern sich in Barzahlungen von 18,2 Mio. Euro und Earnout-Zahlungen von bis zu 4,9 Mio. Euro. Im laufenden Jahr strebt MyGate Communications ein EBITDA von 2,0 Mio. Euro an.

MERKUR BANK KGaA

Die MERKUR BANK KGaA steigerte im vergangenen Jahr die Kreditbeanspruchung um 4,1 Prozent auf 847,1 Mio. Euro. In der Vermögensanlage konnte das Depotvolumen sogar um 17 Prozent auf 248 Mio. Euro ausgeweitet werden. So erhöhte sich auch das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit um 23 Prozent auf 7,8 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie legte um 10 Prozent auf 0,56 Euro zu.
Der Zinsüberschuss erhöhte sich im letzten Jahr um 6,9 Prozent auf 23,1 Mio. Euro, wobei die Zinsspanne mit 2,24 Prozent nur geringfügig nachgab. Aufgrund der günstigen Risikolage hat die Bank aus Vorsichtsgründen netto 4,2 Mio. Euro für Risikovorsorge und Rücklagen für allgemeine Bankrisiken verbucht. Das Neugeschäft bei der Bauträgerzwischenfinanzierung lag bei einem Wachstum um 6,0 Prozent auf 773,8 Mio. Euro über den Erwartungen des Managements. Angesichts der guten Geschäftsentwicklung soll die Dividende von 0,22 auf 0,26 Euro angehoben werden.

Täglicher Börsenbericht

Freundlich

DAX wieder über 12.000 Punkten

Gestützt von den positiven Vorgaben aus Übersee konnte sich auch am deutschen Aktienparkett eine freundliche Stimmung durchsetzen. Am Markt setzte sich die Hoffnung durch, dass Trumpf nach der gescheiterten Gesundheitsreform nun seine ganze Energie in die angekündigte Steuerreform steckt.

Bei Conti wurde eine Analystenempfehlung mit Käufen honoriert.

Einen deutlichen Kurssprung vollführten Evotec nach Vorlage ihrer Zahlen.

Die Privatplatzierung lastete schwer auf dem Kurs von Hornbach Holding.

Auch EnBW waren nach ihrer Zahlenvorlage gesucht.

Analystenempfehlungen schoben die Papiere von Pfeiffer Vacuum an.

Aurelius rutschte auf den tiefsten Stand seit September ab. Händler vermuteten hier einen Leerverkäufer.

Randnotizen

Seit Jahrzehnten gilt das Bausparen als super Geldanlage, vor allem für Sparer mit geringem oder mittlerem Einkommen. Mit überschaubarem Geldeinsatz ließ sich so ein ansehnlicher Betrag ansparen, der sich für den Kauf oder Bau einer Immobilie, aber auch als Grundkapital für andere Investitionen nutzen ließ. 

In Deutschland gehört das Bausparen in fast jeder Familie zur Tradition des Sparens. Sie wird von Generation zu Generation weitergegeben. Daher gibt es auch in fast jedem Haushalt noch gut verzinste Altverträge. Sie galten bisher als unantastbar. In Zeiten von Nullzinspolitik haben viele Bausparer diese Darlehen nicht angerührt, um die guten Zinskonditionen ihrer alten Verträge als Sparanlage weiter zu nutzen. Die Bausparkassen ihrerseits gerieten dadurch ins Schlingern. Daher haben sie seit 2015 schätzungsweise 250.000 Verträge gekündigt. 

Dagegen hatten zwei Kunden geklagt und nun vor dem Bundesgerichtshof (BGH) verloren. Die Begründung der Karlsruher Richter: Einen zuteilungsreifen Vertrag über mehr als zehn Jahre als reine Sparanlage laufen zu lassen, widerspreche dem Sinn und Zweck des Bausparens. Das Ansparen sei dazu gedacht, Anspruch auf ein Darlehen zu erlangen. Dieser Zweck sei mit Erlangen der Zuteilungsreife erreicht. Wenn Sparer nach zehn Jahren aber ihren Anspruch auf ein Baudarlehen nicht geltend machen, könne ihnen der Vertrag gekündigt werden. Die bereits ausgesprochenen Kündigungen waren also rechtens. 

Damit ist nun auch die Bastion Bausparvertrag gefallen. Die Bausparkassen werden weitere Verträge kündigen. Um dem zuvorzukommen, sollten Bausparer prüfen, ob ihr Vertrag bereits zuteilungsreif ist und die volle Bausparsumme durch die Einzahlungen erreicht wurde. 

Und noch eines sollten Bausparer wissen: Der Bausparkassen-Einlagensicherungsfonds (BESF), in dem zehn private Bausparkassen vertreten waren, wurde zum 28. Februar 2017 aufgelöst. Damit sind bei einer Pleite der Bausparkasse ab sofort nur noch die Einlagen von Bausparkunden bis zu einem Betrag von 100.000 Euro gesichert. Aktien dagegen gelten europaweit als Sondervermögen. Sie werden lediglich von der Bank verwahrt, bleiben aber unantastbares Eigentum des Kunden.

 

 

Martin Winterkorn steht nicht nur für den größten Skandal in der langen VW-Geschichte, sondern er bekommt seit dem 1. Januar 2017 auch eine der höchsten Betriebsrenten Deutschlands. Was für viele Arbeitnehmer ein monatliches Gehalt ist, bekommt Winterkorn als Rente: 3.100 Euro – allerdings an einem einzigen Tag! Das macht 93.000 Euro im Monat bzw. 1,116 Mio. Euro im Jahr. Doch auch seinen Nachfolgern wird es nicht schlechter gehen, obwohl sie eigentlich wegen der verbrannten Gelder im Abgasskandal demnächst weniger verdienen sollten. Ihr neues, hoch gelobtes Vergütungssystem sorgt jedoch dafür, dass die Millionenzahlungen nur nach hinten verschoben werden. Optisch sinken zwar zunächst die Managergehälter bei VW, dafür steigen aber die Ruhestandsbezüge. Die Pensionen nämlich berechnen sich allein nach dem Fixgehalt. Dieses steigt nach dem neuen Vergütungsmodell bei VW-Chef Müller von rund 1,6 Mio. Euro auf demnächst 2,125 Mio. Euro pro Jahr, ein Plus von fast 33 %. Seine Vorstandskollegen bekommen statt 1,1 Mio. Euro nun rund 1,35 Mio. Euro. 

Damit dürften sie mit ihren Pensionen locker über den Schnitt kommen, der den DAX-Bossen künftig bezahlt wird. Der liegt nämlich bei 630.000 Euro p.a., wobei BASF-Chef Kurt Bock mit 1,419 Mio. Euro und Henkel-Vorstand Kasper Rorstedt mit 1,336 Mio. Euro am meisten kassieren. Dafür müssen die aber auch bis 60 bzw. 66 Jahre rackern, während Frank Appel von der Dt. Post schon mit 55 Jahren in den Ruhestand darf – aber eben nur mit knapp unter 1 Mio. Euro Rente. 

Schon lange wurde gemunkelt, es werde bald eine Wiederbelebung des Neuen Marktes geben. Nun ist es also da – das neue Segment für junge, dynamische Wachstumsfirmen. Es wurde quasi auf der Beerdigung des Entry Standards geboren und trägt den Namen „Scale“, zu gut Deutsch „Maßstab“. 

Seit dem 1. März ist es nun also der Maßstab für die kleineren und mittleren Unternehmen, die sich in Zeiten von Marktmissbrauchsverordnung und EU-Regulierung noch an die Börse trauen. „Zur Zielgruppe gehören Unternehmen mit erprobten Geschäftsmodellen, die sich auch bei Investoren bereits bewährt haben“, heißt es von Seiten der Deutschen Börse. Im Klartext: Unternehmen, die in das neue Segment aufgenommen werden wollen, müssen über ein positives Eigenkapital verfügen und dürfen keinen Verlust machen. Beim Jahresumsatz liegt die Mindestaufnahmeschwelle bei 10 Mio. Euro. Die Marktkapitalisierung sollte mindestens 30 Mio. Euro betragen. 

Das Wachstumskapital der jungen Kleinen muss also schon ganz gut ausgeprägt sein, bevor sie den Zugang zu Scale erhalten. Zusätzlich müssen sich die Unternehmen von  einem Deutsche Börse Capital Market Partner betreuen lassen, was erfahrungsgemäß recht teuer ist. Ebenfalls verpflichtend sind die von der Deutschen Börse beauftragten und bezahlten Research-Reports, die von Edison Investment Research und Morningstar erstellt werden. 

Ziel der Deutschen Börse ist es, nach eigenen Angaben „ein funktionierendes Ökosystem für Wachstum in Deutschland und Europa zu etablieren.“ – Was immer das auch genau heißen mag. Fakt ist: Ab dieser Woche sind wohl rund 40 der bisher 140 im Entry Standard gelisteten Unternehmen in Scale am Start, darunter z.B. Finlab, Formycon, die Beteiligungsgesellschaft Heliad Equity Partners oder die auf Bohr- und Umweltdienste spezialisierte Daldrup & Söhne AG. 

Und die restlichen 100 Gesellschaften aus dem Entry Standard? Einige wagen vielleicht den Aufstieg in das höhere Segment General Standard, andere kommen wohl im Freiverkehr unter. Aber ein Teil wird auch die Gelegenheit nutzen, sich ganz von der Börse zu verabschieden und die eigenen Aktien delisten. So jedenfalls war es bei der letzten Neuordnung der Börsensegmente. Für Anleger ist das kein „funktionierendes Ökosystem“. 

Seit Langem mäkeln die Regierenden am Bargeld herum. Ihnen missfällt der Grad der Unabhängigkeit und Anonymität, den ihre Bürger an dieser Stelle noch genießen. Ohne Bargeld ließen sich die Zahlungsströme der Bürger umfassend überwachen und auch besser abschöpfen. In der Welt von Negativzinsen wird Bargeld außerdem zum Feind der Banken, denn die Sparer können ihr Geld einfach abheben, um sich vor Strafzinsen zu schützen. Indiens Regierung erklärte Anfang November 2016 überraschend alle 500- und 1000-Rupien-Scheine für ungültig. 

In Europa wäre wohl ein so drastischer Vorstoß nicht möglich. Daher geht man hier subtiler vor. Mit immer mehr Hindernissen für den Gebrauch von Barem will man die Bürger vom Kreditkartengebrauch überzeugen. Das Bargeld soll quasi schleichend auslaufen. So haben z.B. Frankreich, Spanien oder Italien bereits stillschweigend eine Obergrenze für Bargeldgeschäfte eingeführt (s. ES 24/15), und auch für Deutschland steht eine solche im Raum. Als bargeldfreies Musterland gilt inzwischen Schweden. 

Fast beiläufig gab die EZB bekannt, dass sie den 500 Euro-Schein bis 2018 aus dem Verkehr ziehen will. Noch ist die vollständige Abschaffung von Scheinen und Münzen aber angeblich kein Thema. „In Kontinentaleuropa kenne ich niemanden, der die Absicht hat, das Bargeld abzuschaffen“, so Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Ein Schelm, der sich erinnert fühlt ....

Auslandsnachrichten

Unternehmensticker Ausland

Börsenparkett intern

Feature

Dass der DAX fest in den Händen ausländischer Investoren ist, weiß man schon lange. Inzwischen ist ihr Anteil im DAX sogar auf 55 % gestiegen. Eine aktuelle Studie bringt nun jedoch Überraschendes zutage: Auch der German Mittelstand gehört längst ausländischen Anlegern. Sie sind sowohl in MDAX, SDAX als auch TecDAX die Mehrheitsaktionäre. Ausländische Investoren lieben Made in Germany. 

Bisher galt: Je größer ein Unternehmen, desto internationaler seine Aktionärsstruktur. Gemessen am Anteil der gehaltenen Aktien ist der DAX zu rund 55 % in ausländischem Besitz, so das Ergebnis einer Studie der -Unternehmensberatung Ernst & Young (EY). Bei der Deutschen Börse oder Linde liegt der Ausländeranteil sogar bei 85 % bzw. 84 %. Zunehmend geraten aber auch Unternehmen der zweiten und dritten Reihe in das Visier inter-nationaler Investoren. Dabei treten vermehrt Käufer in Erscheinung, die bei den DAX-Konzernen zu spät dran sind und nun nach Alternativen suchen. So hat z.B. der chinesische- Hausgerätehersteller Midea jüngst den deutschen Robotik-spezialisten Kuka übernommen. 

Wem also gehört der börsennotierte Mittelstand? Dieser Frage geht die soeben vorgelegte Studie der cometis AG auf den Grund. Der „deutsche börsennotierte Mittelstand“ wird dabei durch alle Unternehmen re-präsentiert, die in den drei deutschen In-dizes MDAX, SDAX und TecDAX vertreten sind. Stichtag für die Auswertung der Daten war der 30.09.2016. Allerdings wurden nur aktive Investoren berücksichtigt. Klassische Passivanleger, wie z.B. BlackRock, die über ETF, Zertifikate oder andere Instrumente -investieren, sind somit nicht erfasst, ob-
wohl deren Passivanteile beträchtlich sind.

Zum Stichtag im Jahr 2016 hielten demnach aktive Investoren aus Deutschland gerade mal 19 % des institutionell gehaltenen Streubesitzes aller MDAX-Unternehmen (vgl. Abb.). Das heißt im Umkehrschluss: 81 % aller Aktien deutscher MDAX-Firmen sind in ausländischer Hand. Das ist deutlich mehr als im DAX. Die nordamerikanischen Investoren sind mit 31 % am German Mittelstand beteiligt, die britischen und irischen Investoren mit 22 %. In den anderen beiden Indizes sieht es nicht viel anders aus. 72 % der Small-Caps des SDAX sind im ausländischen Besitz, bei den Unternehmen des TecDAX sind es 71 % (vgl. Abb.)

Größter Einzelinvestor über alle drei mittelständischen deutschen Indizes hinweg ist die Norges Bank. Über sie ist der norwegische Staat mit ca. 5,4 Mrd. Euro im deutschen Mittelstand investiert. Der größte Anteil entfällt dabei mit ca. 3,9 Mrd. Euro auf den MDAX. Das kleine Norwegen ist auch die Nummer Eins im SDAX. Im TecDAX wird es allerdings von der Deutschen Asset Management (DWS) und den Allianz Global Investors von der Spitze verdrängt.

Die DWS gehörte zwischen dem 30.09.2015 und dem 30.09.2016 in allen drei Indizes zu den Top 10-Käufern und stieg damit zum zweitgrößten Investor über alle Indizes auf. Asiatische Investoren kauften sich überwiegend im TecDAX ein. Innerhalb eines Jahres haben sie so im deutschen Technologiesektor ihre Investitionen nahezu verdoppelt. Insgesamt liegt ihr Anteil im TecDAX damit aber gerade erst bei 1 %. Zunehmend treten die Chinesen als Käufer in Erscheinung (vgl. Randnotizen ES 49/16). Sie haben sich alleine im vergangenen Jahr an 309 deutschen Unternehmen vornehmlich aus dem Mittelstand beteiligt oder diese übernommen. Das waren mehr als in den vorangegangenen vier Jahren zusammen. 

Die großen internationalen Index-Fonds dagegen zogen etwa 1,7 Mrd. Euro über alle drei Indizes hinweg ab. Dafür aber gewinnen die wertorientierten Fonds als Investoren zunehmend an Bedeutung. Im MDAX sind
33 % der Aktionäre Value-Anleger und 31 % wachstumsorientierte Investoren. 

Hedge Fonds dagegen stehen mehr auf SDAX und TecDAX. Ihr investiertes Vermögen erhöhte sich zwischen den letzten beiden Stichtagen um 48 % bzw. 53 %. Dadurch stieg die Marktkapitalisierung der Technologieunternehmen im SDAX um 338 %. Erneuerbare Energien waren in der Betrachtungsperiode übrigens am unbeliebtesten, und zwar über alle drei Indizes hinweg. Ihre Marktkapitalisierung sank um 54 %. 

Das Interesse der ausländischen Investoren am deutschen Know-how ist ungebrochen. Das betrifft sowohl Unternehmen, die wie Grammer als Innenausstatter für Autos und Lkw (liefert z.B. Sitze und Armlehnen) in Nischen sehr erfolgreich sind, als auch jene, die wie Infineon führend im Technologiesektor sind. Die Anleger aus dem Ausland streichen mit ihren Engagements zudem fette Gewinne ein. Die Deutsche Börse rechnet damit, dass im lfd. Jahr alleine 35 Mrd. Euro an Dividenden von den DAX-Unternehmen ausgeschüttet werden. Dazu kommen ca. 8,5 Mrd. Euro an Ausschüttungen von den MDAX-Firmen, 1,3 Mrd. Euro aus dem SDAX und 1,8 Mrd. Euro aus dem TecDAX. Zwischen 30 und 35 Mrd. Euro an Dividende werden damit schätzungsweise ins Ausland überwiesen. Geld, das deutsche Aktionäre kassieren könnten.

Kleinanleger sollten dem Gespür ausländischer Investoren folgen, denn gerade im deutschen Mittelstand finden sich wahre Unternehmensperlen. In MDAX, SDAX und TecDAX lassen sich mit einem überschaubaren Kapitaleinsatz noch hohe Renditen erzielen. 

Es war wohl politisch gewollt, dass die Ergebnisse der zweiten Haushaltsbefragung des Eurosystems zu Finanzen und Konsum erst am 23. Dezember 2016 von der Europäische Zentralbank (EZB) veröffentlicht wurden, nur in Englisch und mit gefühlten hundert Quellenangaben zum Selbersuchen. Wer liest schon einen Tag vor Weihnachten derart komplexe statistische Erhebungen? Doch diese sind in der Tat lesenswert und haben eine Explosionskraft, die selbst das Berliner Feuerwerk zum Jahreswechsel in den Schatten gestellt hätte.

Die erste Befragung dieser Art wurde im Jahr 2010 durchgeführt. Ihr Ziel war es, „die finanzielle Lage und das Konsumverhalten privater Haushalte im Euro-Raum zu messen.“ Für die Ergebnisse der nun veröffentlichten zweiten Erhebung wurden 2013 und 2014 insgesamt 84.000 Haushalte in 18 Ländern des Euro-Raums sowie in Polen und Ungarn befragt. Als Vergleich diente der sog. Medianwert des Vermögens. Um diesen zu ermitteln, werden die Haushalte zunächst nach dem Vermögen sortiert. Das Vermögen des Haushalts in der Mitte dieser Reihe stellt den Medianwert dar. Ziel dieser Vorgehensweise ist es, die Ausreißer sowohl nach unten als auch nach oben zu glätten. Denn die sonst üblichen Durchschnittswerte für das Vermögen sind durch besonders vermögende oder arme Haushalte verzerrt. 

Das mediane Nettovermögen in der Euro-Zone ist seit der ersten Befragung 2010 um 10,5 % auf 104.100 Euro gesunken. Die deutschen Haushalte allerdings kommen gerade einmal auf ein medianes Nettovermögen von 60.400 Euro, während es im Pleite-Land Zypern schon bei 266.900 Euro liegt. Reicher sind nur noch die Einwohner Luxemburgs mit 437.000 Euro. Ärmer als die Deutschen sind nur noch die Bevölkerungen der Slowakei, Estlands und Lettlands. Sogar das mittlere Vermögen der Griechen liegt über dem der Deutschen. 

Die Deutschen haben zwar halb Europa vor der Pleite gerettet, aber die Menschen in europäischen Krisenländern wie Zypern, Griechenland oder Spanien sind deutlich reicher als in Deutschland. Denjenigen, die wieder behaupten, diese Ergebnisse wären dennoch verzerrt, ist entgegenzuhalten, dass bei der Erhebung Institutionelle und Fremdkonten nicht berücksichtigt wurden. Selbst die EZB stellte am Ende nüchtern fest, „dass die Vermögensverteilung – wie bereits in der ersten Befragung und wie auch in anderen entwickelten Regionen der Fall – schief ist.“ 

Wie „schief“ das Vermögen wirklich verteilt ist, lässt sich u.a. am Anteil des Vermögens ablesen, das den vermögendsten 10 % gehört. Je höher dieser Wert ist, desto größer ist der Abstand der 10 % vermögendsten Haushalte vom Median, also der Mitte der Verteilung. Auch diese Größe zwischen den vermögendsten 10 % und dem Rest der Haushalte wurde von der EZB ermittelt. 2014 verlief die Grenze in Europa bei 496.000 Euro, in Deutschland bei 468.000 Euro. Allerdings liegt hier der Medianwert des Nettovermögens ja schon weit unten, der Abstand ist also extrem groß.

Der EZB-Report gibt sich aber nicht nur mit der Feststellung des Ist-Zustandes zufrieden, sondern er analysiert auch die Ursachen. Ein wichtiger Grund für das Auseinanderklaffen der Vermögenslage im Euro-Raum ist demnach die Art der Geldanlage. In Deutschland besitzt zwar nahezu jeder Haushalt irgendeine Form von Finanzvermögen, aber dazu zählen auch Giro- und Sparkonten. Fast alle befragten Haushalte in Deutschland verfügten über ein Girokonto, drei Viertel über ein Sparkonto bei einer Bank oder Bausparkasse. 46 % der Haushalte hatten 2014 zudem Vermögen in Form von privaten Rentenversicherungen oder kapitalbildenden Lebensversicherungen. Das ist politisch so gewollt und über Jahrzehnte gesteuert – und unrentabel. 

Nur 10 % der deutschen Haushalte besaßen 2014 Aktien, Tendenz weiter fallend (s. Abb. S.2). Der Anteil der Haushalte, die Fonds besitzen, ist seit 2010 sogar von 17 auf 13 % gesunken. Dagegen setzen immer noch
75 % auf Sparanlagen oder Bausparverträge. Während sich die Nettovermögen bei mehr als der Hälfte der Wertpapierbesitzer seit 2010 um mehr als 38.000 Euro erhöhten, gab es bei den Haushalten ohne Aktiendepot einen Zuwachs von gerade einmal 2.500 Euro oder sogar Rückgänge.

Ähnlich sieht es beim Vergleich der Haushalte mit und ohne Immobilienbesitz aus. Während die deutschen Haushalte mit Immobilienbesitz zwischen 2010 und 2014 Zuwächse beim gesamten Nettovermögen von mehr als 33.500 Euro verzeichneten, mussten sich die Mieter mit Zuwächsen von weniger als 1.000 Euro begnügen bzw. Rückgänge hinnehmen. Der EZB zufolge wohnen im Euro-Raum zwar gut 60 % aller Privathaushalte in den eigenen vier Wänden, in Deutschland sind es aber gerade mal 44 %. Das ist der niedrigste Wert überhaupt. In Spanien haben fast 83 % Wohneigentum, in der Slowakei sogar 90 %. 

Und noch ein Unterschied kristallisiert sich heraus: Während sich in Italien und Zypern der Aktien- und Immobilienbesitz auf viele Haushalte verteilt, liegt dieses Vermögen in Deutschland bei einer nur kleinen Gruppe, die damit auch überproportional vom Anstieg der Aktienkurse und Immobilienpreise profitieren konnte. Dafür besitzen hierzulande 75 % der Haushalte Fahrzeuge. Ihr durchschnittlicher Wert liegt bei 13.200 Euro, der von Immobilien bei 231.400 Euro. 

Die Deutschen sind also nicht nur im internationalen Vergleich deutlich ärmer als andere, ihre Vermögensschere geht auch
besonders weit auseinander. Fazit der Deutschen Bundesbank: „Das Nettovermögen der privaten Haushalte in Deutschland war 2014 ungleich verteilt, der Median der Nettovermögen im internationalen Vergleich niedrig und das Anlageverhalten der Haushalte eher konservativ.“ Man muss kein Experte sein, um zu erkennen, dass sich dieser Trend durch die Aufnahme von knapp
1,5 Mio. Flüchtlingen in den letzten beiden Jahren weiter ausprägen wird. Diese sind in der Erhebung nämlich noch gar nicht mit erfasst. 

Gerade vor der Bundestagswahl im Herbst sind diese Ergebnisse natürlich Zündstoff. Doch statt sie zu verstecken, sollte sich die Bundesregierung endlich der Realität stellen und die politischen Konsequenzen ziehen. 

Um den sozialen Frieden zu wahren und den Wohlstand der eigenen Bevölkerung zu sichern, muss Berlin endlich die Zeichen der Zeit erkennen und den Kauf von Aktien und Immobilien massiv fördern, statt unrentable Sparanlagen zu subventionieren. 


 

 

Im Frühjahr 2017 wird die Bundesregierung mit dem fünften Armuts- und Reichtumsbericht (5. ARB) ihre Bestandsaufnahme zur sozialen Lage in Deutschland vorlegen. Doch schon jetzt steht fest, viele Zahlen und Aussagen sind geschönt, kritische Passagen wurden gestrichen. Das macht der am 13. Dezember vorgelegte zweite Entwurf des Berichts deutlich, der im Vergleich zur Erstfassung um einige Aus-sagen „bereinigt“ wurde – ein Armutszeugnis der Bundesregierung.

Wann ist jemand arm? Das wird nicht etwa durch die Lebensumstände der Betroffenen bestimmt, sondern durch die Entscheidung von Politologen, Soziologen und anderen vermeintlichen Experten. Auch in dem 600 Seiten starken Entwurf für den aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung sucht man vergeblich eine präzise, allgemein gültige Definition für Armut. Auf Seite 543 findet sich überhaupt erst das Kapitel „Armut“ und dort eine Zahl, die diese für Deutschland am ehesten auf den Punkt bringt: die Armutsgefährdungsquote. Sie drückt aus, wie viele Personen vom sozialen Abstieg bedroht sind, weil sie mit ihrem Einkommen 60 % unter dem mittleren Einkommen liegen. Dieses wiederum liegt deutlich unter dem Durchschnittseinkommen. 2015 lag dieser Schwellenwert für eine allein lebende Person in Deutschland bei 942 Euro, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 1.978 Euro im Monat. 

Mit 15,7 % erreichte die Armutsgefährdungsquote 2015 einen neuen Rekordwert (vgl. Abb.). Erschreckend auch: „Insbesondere Erwerbstätige in Teilzeit, Personen in Ostdeutschland und junge Erwachsene bis 24 Jahre liegen ... mit ihrem Einkommen öfter unterhalb der Armutsrisikoschwelle. Aktuell gehört etwa ein Viertel der Alleinerziehenden zu dieser Gruppe.“ Dennoch wurde die Aussage, dass „die Privatvermögen in Deutschland ungleich verteilt sind“, aus dem 5. ARB gestrichen. 

Die Schere zwischen Arm und Reich wird einfach verleugnet. Lt. Bundesregierung gibt es sie gar nur in der Wahrnehmung der Bevölkerung, ebenso wie das Risiko von Altersarmut. „Den maßgeblichen Kennziffern zufolge stellt Armut im Alter heutzutage für die große Mehrheit der Senioren kein drängendes Problem dar“, heißt es im aktuellen Bericht. 

Betroffene dürften sich mit diesem Lagebericht der Bundesregierung wohl eher verhöhnt fühlen. Geben doch zwei von drei befragten Rentnern an, dass ihr Lebensstandard im Alter gegenüber der Aktivzeit stark abfällt, weil die Einkommenslücke durch andere Bezüge nicht geschlossen werden kann. Wie also kommt man in Berlin zu der Einschätzung, dass sich die „Gefahr eines Anstiegs von Altersarmut auf breiter Ebene ... auf der Grundlage der Durchschnittsrenten nicht begründen“ lässt? Das mag auf die Politiker selbst zutreffen, aber nicht auf Diejenigen, die deren Pension erwirtschaften. Während z.B. ein Abgeordneter des Bundestages, der 1960 geboren wurde und 18 Jahre im Parlament gesessen hat, heute mit 56 Jahren und einer Pension von 4.087 Euro in Ruhestand gehen kann, muss der Steuerzahler bis 67 malochen und erhält als festgelegte Mindestrente 46 % bzw. bis 2030 nur 43 % seiner ehemaligen Aktivbezüge vor Steuern. Damit werden die meisten Arbeitnehmer gesetzlich regelrecht zur Altersarmut verurteilt. 

Der Staat hingegen verlässt sich darauf, dass die private Absicherung für einen entsprechenden Ausgleich sorgt. Doch das ist schon lange nicht mehr machbar. Zwar hatte im Jahr 2011 jeder zweite Arbeitnehmer Anspruch auf eine Betriebsrente, allerdings zeigen Erhebungen, dass derzeit etwa 70 % der männlichen Bezieher daraus monatlich weniger als 500 Euro erhalten. Denn die betriebliche Altersvorsorge müssen die Arbeitnehmer meist selbst finanzieren – durch Umwandlung eines Teils ihres Arbeitsentgeltes. Die staatliche Förderung ist ein Witz und besteht lediglich in einer minimalen Befreiung von Steuern und Sozialabgaben. Das Unternehmen muss eine Substanzgarantie abgeben, die Arbeitnehmer eine geringere Lohnzahlung akzeptieren. Auch die im Rahmen der Pensionsreform eingeführte sog. Riester-Rente schafft keinen Ausgleich. 

Nach einer aktuellen Studie verfügen derzeit etwa 40 % der deutschen Haushalte über keine ergänzende Altersvorsorge und haben daher keine Möglichkeit, die gesetzliche Rente aufzubessern. Diese Gruppe muss also mit einem Einkommen von etwas mehr als 40 % ihrer früheren Löhne und Gehälter auskommen. Die übrigen 60 % der Haushalte sind jedoch längst nicht vor Armut und sozialem Abstieg im Alter gefeit. Alle ergänzenden Absicherungsinstrumente beruhen ebenso wie die privaten Lebens- und Rentenversicherungen auf dem Kapitaldeckungsprinzip. Die aktuelle Zinspolitik ist Gift für diese privaten kapitalgedeckten Absicherungen. Bei der Riester-Rente z.B. ging man ursprünglich von einer durchschnittlichen Verzinsung von 4,5 % aus. Die gibt es schon lange nicht mehr, eine Wiederannäherung an diesen Satz ist auch nicht in Sicht. 

Selbst die bescheidenen Werte der Gesetzlichen Rentenversicherung sind zukünftig nicht zu halten. Zum einen wachsen zu wenige Beitragszahler nach, zum anderen wird die Zuwanderung nicht für den erhofften Ausgleich sorgen, sondern das System weiter belasten. Die Lebenserwartung steigt kontinuierlich, die Rentenkosten ebenfalls. Trotz der ständigen Anhebung des Pensionseintrittsalters werden die Rentenzahlungen das System auf Dauer überfordern. In Zukunft werden weniger Beitragszahler höhere Beiträge und mehr Steuern zahlen müssen. Die Renten werden sinken und das Renteneintrittsalter weiter steigen.

Doch statt das Kapitalsparen zu erleichtern, sendet die Politik ein anderes Signal: Der Bundestag hat kürzlich das „Flexi-Rentengesetz“ beschlossen. Damit wird das Arbeiten über das gesetzliche Renteneintrittsalter, das ohnehin ständig angehoben wird, erleichtert. „Arbeiten bis zum Tod“ heißt es wohl bald für künftige Generationen.

Der Armutsbericht 2016 der Bundesregierung ist ein Armutszeugnis für die eigene Politik und eine Unverschämtheit gegenüber den Steuerzahlern. Diese bleiben weiter auf sich gestellt, wenn es um die Absicherung ihres Lebensstandards geht. Sie sollten sich daher trotz politischem Gegenwind nicht von der Börse abwenden und mit einem gut gestreuten Aktiendepot vorsorgen.

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Redaktionelles

Effecten-Spiegel AG: Jahresergebnis

Effecten-Spiegel AG: Vorjahresergebnis erneut übertroffen

In einem anspruchsvollen Marktumfeld hat die Effecten-Spiegel AG ihre guten Geschäftsergebnisse der Vorjahre erneut übertroffen. Der Jahresüberschuss liegt per Ultimo 2016 bei 3,244 (Vj.: 3,153) Mio. €. Der Bilanzgewinn erreicht 3,81 Mio. nach 3,38 Mio. € in 2015 und liegt damit um 12,6 % über dem Vorjahresniveau.

Aus Verkäufen von Wertpapieren wurden im Berichtszeitraum insgesamt Gewinne in Höhe von 4,44 Mio. € realisiert. Allein der Verkauf eines Teilbestandes an der infas Holding AG im Januar sowie des Depotbestandes an der schweizerischen Actelion Ltd. steuerten zusammen einen Ertrag von 2,035 Mio. € bei. An Zinsen und Dividenden wurden 1,196 Mio. € vereinnahmt. Dem stehen stichtagsbedingt zu bildende außerordentliche Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 1,334 Mio. € sowie des Umlaufvermögens in Höhe von 256 T€ gegenüber. Das Verlagsgeschäft konnte sich mit Umsatzerlösen von 2,87 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren und liefert nach Abzug aller Kosten unterm Strich ebenfalls einen zum Vorjahr verbesserten positiven Ergebnisbeitrag. 

Vor Finanzergebnis und Steuern ergibt sich ein Betriebsergebnis von 4,27 Mio. €, nach Finanzergebnis und vor Steuern liegt das Ergebnis bei 3,77 Mio. zu 3,40 Mio. € in 2015. Gegenüber dem Ausweis zum Jahresultimo 2015 hat sich das Eigenkapital auf 71,775 Mio. € leicht erhöht und entspricht 95,65 % der Bilanzsumme. Während unterjährig die Barliquidität reduziert wurde, um günstige Einstandskurse zu nutzen (30.06.2016: 8,57 Mio. €), hat sich der Kassenbestand durch Gewinnrealisierungen zum Ende des Berichtszeitraums wieder erhöht und beläuft sich per Jahresultimo auf 18,325 Mio. €. Bankverbindlichkeiten sind weiterhin nicht vorhanden.

Für das Geschäftsjahr 2016 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 19. Mai 2017 eine konstante Dividende von 0,80 € je Stamm- und Vorzugsaktie vor. Der nach Ausschüttung verbleibende Restgewinn von 433 T€ wird dem Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von 566 T€ zugerechnet, sodass ein Betrag von 999 T€ in das Jahr 2017 vorgetragen werden soll.

VW-Dieselskandal

Die Tübinger Rechtsanwaltskanzlei TILP hat am vergangenen Sonntag eine umfangreiche Klage verschiedener institutioneller Anleger gegen die Porsche SE (PSE) am Landgericht Stuttgart eingereicht – unter den Klägern auch die Effecten-Spiegel AG, die seit Jahren 46.000 Vorzugsaktien der Porsche SE in ihrem Depot hält. Die Ansprüche der Kleinanleger werden zudem in mehr als 100 Einzelklagen von den TILP-Anwälten geltend gemacht. 

Begründung der Klage: Da Martin Winterkorn von Ende 2009 bis zu seinem Rücktritt im Herbst 2015 durchgängig Vorstandsvorsitzender sowohl bei der Muttergesellschaft (also der Porsche SE) als auch bei der Tochter VW war, hat er Kenntnis über alle Risiken gehabt. Und dieses Wissen ist auch der PSE zuzurechnen. 

Die Wissenszurechnung kann auch nicht von der Verschwiegenheitspflicht der Organe überlagert werden.

Denn VW und Porsche hatten am 7.12.2009 vertraglich vereinbart, dass der Muttergesellschaft bestandsgefährdende Risiken von VW umgehend mitgeteilt werden müssen. Diese hätten dann in der Folge auch eine Ad-hoc-Mitteilung ausgelöst. Die Offenbarungspflicht der Tochter involviert zugleich auch eine Informationsbeschaffungspflicht der Mutter, also der Porsche SE. Dass eine solche Bestandsgefährdung bestand, hat der jetzige VW-Chef Matthias Müller am 11.09.2016 in einem Interview selbst zugegeben. Müller räumte ein, dass VW erst jetzt „das Heft des Handelns in die Hand bekomme“, und damit „das Unternehmen ... weiter bestehen“ wird.

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