SolarWorld AG

Nach vorläufigen Zahlen verzeichnete die SolarWorld AG im ersten Quartal 2017 eine Absatzsteigerung auf 382 MW. Allerdings führte der anhaltende Preisverfall zu einem deutlichen Umsatzrückgang von 213 auf 186 Mio. Euro. Das EBITDA verschlechterte sich dabei gegenüber dem Vorjahresquartal von 2 auf minus 18 Mio. Euro. Auch das EBIT ging von minus 10 auf minus 28 Mio. Euro zurück. Laut Management liegen die operativen Ergebniskennziffern aber im Rahmen der Unternehmensplanung. Zum Quartalsende beliefen sich die liquiden Mittel auf 84 Mio. Euro. Zu Jahresbeginn hatten die Mittel noch bei 88 Mio. Euro gelegen.

PSI Aktiengesellschaft für Produkte und Systeme der Informationstechnologie

Die PSI Aktiengesellschaft für Produkte und Systeme der Informationstechnologie steigerte den Auftragseingang im ersten Quartal 2017 um 11 Prozent auf 78 Mio. Euro. Mit dem Auftragseingang auf Rekordniveau erhöhte sich auch der Auftragsbestand um 4 Prozent auf 163 Mio. Euro. Beim Umsatz kam die Gesellschaft um 3 Prozent auf 43,8 Mio. Euro voran.
Ergebnisseitig kletterte das EBIT überproportional um 20 Prozent auf 2,6 Mio. Euro. Auch das Konzernergebnis legte um 27 Prozent auf 1,8 Mio. Euro zu. Entsprechend verbesserte sich auch das Ergebnis je Aktie von 0,09 auf 0,11 Euro. Für das Gesamtjahr erwartet das Management, dass das operative Ergebnis eher am oberen Rand der Prognosespanne von 12 bis 15 Mio. Euro liegen wird.
Der Umsatz im Segment Energiemanagement stieg um 1 Prozent auf 15,9 Mio. Euro und auch das Betriebsergebnis erhöhte sich von 1,4 auf 1,5 Mio. Euro. Um 8 Prozent auf 23,0 Mio. Euro verbesserte sich der Umsatz im Segment Produktionsmanagement. Darauf aufbauend legte das EBIT um 7 Prozent auf 1,6 Mio. Euro zu. Das Segment Infrastrukturmanagement verzeichnete ein Umsatzwachstum von 13 Prozent auf 4,8 Mio. Euro. Dabei konnte das Minus beim Betriebsergebnis von 0,4 auf 0,1 Mio. Euro reduziert werden.

Epigenomics AG

Die Epigenomics AG erzielte im Geschäftsjahr 2016 eine Umsatzsteigerung von 102 Prozent auf 4,2 Mio. Euro. Bei einem Anstieg der operativen Gesamtkosten verschlechterte sich das EBIT von minus 9,3 auf minus 12,3 Mio. Euro. Der Jahresfehlbetrag belief sich auf 11,2 Mio. Euro entsprechend einem Ergebnis je Aktie von minus 0,55 Euro. Zum Jahresende verfügte das Unternehmen über Liquidität von 12,3 Mio. Euro. Für 2017 rechnet das Management mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau und einem EBITDA, das niedriger als 2016 ausfällt.
Die Gesellschaft hat mit der Cathay Fortune International Company Limited (CFIC) und deren Tochtergesellschaft Blitz F16-83 GmbH (zukünftig Summit Hero Holding GmbH) ein Busines Combination Agreement hinsichtlich der Übernahme der Epigenomics AG abgeschlossen. Neben der CFIC wird auch der aktuell größte Aktionär BioChain an der Blitz F16-83 GmbH beteiligt sein. Das Abkommen sieht einen Übernahmepreis von 7,52 Euro in bar je Epigenomics-Aktie vor. Dies bedeutet einen Aufschlag von 49,9 Prozent auf den gewichteten durchschnittlichen dreimonatigen Börsenkurs vor Bekanntgabe der Übernahmeabsicht.
Auch nach einer Übernahme sollen die Unternehmensniederlassungen und die Hauptaktivitäten aufrecht erhalten werden. Zudem sollen Greg Hamilton Vorstandsvorsitzender von Epigenomics und Dr. Uwe Staub Chief Operating Officer (COO) bleiben.

Täglicher Börsenbericht

Ab ins lange Wochenende

DAX zeigt sich verdächtig stabil

Seit drei Tagen bewegt sich der deutsche Leitindex kaum vom Fleck, sondern dümpelt stetig um seine Marke von 12.400 Punkten herum. Weder die Steuerpläne Trumps noch die EZB-Aussagen konnten daran etwas ändern. Für weitere Verunsicherung sorgt, natürlich, wieder Mr. President himself: Donald Trump warnt vor einer Eskalation im Nordkorea-Konflikt. Man wolle die Situation zwar am liebsten diplomatisch lösen, dies sei jedoch schwierig, so der mächtigste Mann der Welt. Anleger in Asien gehen bereits in Deckung und schicken den Nikkei ins Minus. 

Linde kann vor der Fusion mit dem US-Rivalen Praxair höhere Einnahmen verbuchen. Der Umsatz erhöhte sich im Q1 um 4 % auf rd. 4,4 Mrd. €. 

Mit mehr als einer halben Mrd.-€ steigt die Allianz bei der Betreibergesellschaft der italienischen Autobahnen Autostrade per l'italia ein. 

Zum ersten Mal als Vorstandsvorsitzender präsentiert sich heute der Merck KGaA-Chef Stefan Oschmann. Aktionäre dürften sich zudem über die Dividendenerhöhung von 0,15 € auf 1,20 € freuen. 

Auch die Dt. Post und Bayer laden am heutigen Freitag zur Hauptversammlung ein. Bei Bayer sind zudem zwei weitere erfreuliche Nachrichten zu vermelden: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat das Krebsmittel Stivarga auch zur Behandlung von Leberkrebs zugelassen. Zusätzlich schraubt Goldman Sachs das Kursziel herauf. 

Dank eines kräftigen Umsatzplus in Asien startete Fuchs Petrolub positiv ins neue Jahr. Der Umsatz kletterte um 12 % auf 618 Mio. €. 

Auch Nemetschek schraubte in den ersten drei Monaten dank guter Auslandsgeschäfte ihren Umsatz um 24 % auf 96,3 Mio. € herauf. 

Das Papier von Amazon nähert sich der 1.000-$-Marke. Der Online-Händler steigerte zudem in den ersten drei Monaten seinen Gewinn und Umsatz kräftig. 

Über den Wolken...Dank eines boomenden Cloud-Geschäfts verbesserte sich der Umsatz von Microsoft im Q1 um 28 %. 

Elon Musk, seines Zeichens Tesla-Chef, macht seinem Ruf als "schwierig" wieder einmal alle Ehre. Der frühere Chef des von Tesla übernommenen Maschinenbauers Grohmann, Klaus Grohmann hat seinen Hut genommen. Gerüchten zufolge wegen der anhaltenden Auseinandersetzungen mit Musk. "Ich bin sicherlich nicht ausgeschieden, weil ich keine Lust mehr habe", so Grohmann. 

Randnotizen

Am vergangenen Samstag traf sich Europa auf dem Kapitolshügel von Rom im geschichtsträchtigen Konservatorenpalast und feierte sich und seinen 60. Geburtstag. Europahymne und ein blaues Tischtuch mit riesigen gelben Sternen dienten als standesgemäßer Rahmen, um jeden der anwesenden Staatslenker bei seiner Unterschrift unter die „Erklärung von Rom“ ins rechte Licht zu rücken. Und das war noch nie einfach. 

Was 1957 als sog. „Römische Verträge“ mit sechs Unterzeichnerstaaten begann, ist zwischenzeitlich auf eine Großfamilie von 28 Staaten angewachsen. In gleichem Maße wuchsen aber auch die Probleme und noch schneller Bürokratie und Selbstverwaltung. Vom Krümmungsradius der Salatgurke, über den Abstand von Grillroststäben, die elektrische Leitfähigkeit von Waldhonig, bis hin zu einer 54 Seiten umfassenden Schnullerkettenverordnung bietet das Kuriositätenkabinett der Brüsseler Bürokraten vieles, dessen Sinnhaftigkeit dem Normalsterblichen wohl für immer verschlossen bleiben wird. „Die EU muss deutlich machen, dass sie sich auf die großen Dinge konzentriert, nicht auf das Kleinklein“, meinte daher auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. „Die Leute mögen das nicht.“ 

Aber auch auf dem großen Parkett tut sich die EU schwer. Die Überschuldung Griechenlands, Banken- und Eurokrise, unkontrollierte Flüchtlingsströme – Brüssel konnte stets die Flächenbrände nur ein wenig eindämmen, nicht aber löschen. Die nationalen Alleingänge nahmen stetig zu, der Protektionismus ebenfalls: Polen will mehr Rechte, Ungarn über seine Grenzen selber bestimmen. Die Niederlande und Luxemburg wollen auf ihre Steuermodelle nicht verzichten. Tschechien möchte keine Flüchtlinge aufnehmen, die Griechen wollen mehr Geld und Frankreich mindestens so viel zu sagen haben wie Deutschland. Um die eigenen Interessen durchzusetzen, droht jedes Mitglied stets mit Boykott des großen Ganzen. Dann wird viel geredet und verhandelt, noch mehr gegessen und getrunken und am Ende ein weichgespülter Konsens präsentiert. Bis zum nächsten Treffen. 

Um der zunehmenden sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheit der EU-Mitgliedsländer zu begegnen, braucht es daher mehr als eine einseitige und falsch verstandene Solidarität innerhalb der Gemeinschaft, wie jüngst auch Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem feststellte: „Als Sozialdemokrat halte ich Solidarität für äußerst wichtig. Aber wer sie einfordert, hat auch Pflichten. Ich kann nicht mein ganzes Geld für Schnaps und Frauen ausgeben und anschließend Sie um Ihre Unterstützung bitten.“ 

Als Erste haben die Briten nun genug von diesem Europa. Sie wollen raus aus der EU. Seit ihrem Beitritt 1972 – 1963 hatte Frankreichs Präsident Charles de Gaulle noch per Veto den Beitritt Großbritanniens verhindert – sehen sich die Briten von Brüssel vornehmlich gegängelt und in ihrer nationalen Selbstbestimmung derart beschnitten, dass sie nun im Alleingang ein „global agierendes“ Großbritannien installieren möchten. Und schon liebäugeln auch andere Mitgliedsländer offen mit der britischen Idee. Daher sucht man nun innerhalb der EU händeringend nach einer Formel, wie es gemeinsam weitergehen kann. Beim Sondergipfel in Rom am 25. März haben die 27 verbleibenden EU-Staaten einen Ausblick auf die kommenden zehn Jahre gegeben: „Wir werden gemeinsam handeln, in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Intensität, dort, wo es notwendig ist, bewegen uns aber in die gleiche Richtung (…), die Tür offen lassend für jene, die später dazu kommen wollen.“ 

Es ist wohl das erste Mal, dass nicht Gemeinsamkeit, sondern Unterschiedlichkeit zwischen den EU-Mitgliedsstaaten festgeschrieben wird. Ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten ist auch nicht das Lieblingsszenario der EU-Kommission. „Mein Lieblingsszenario wäre, dass wir alles zu 27 machen. Aber wenn es nicht geht, dann geht es nicht“, so Jean-Claude Juncker. 

Es bleibt zu wünschen, dass der Kater nach den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Römischen Verträge nicht allzu groß ist und die EU zukünftig nicht weiter bröckelt. Denn bei aller berechtigten Kritik, die EU steht auch für 60 Jahre Frieden in Europa.

Mit einer volumenunabhängigen Ordergebühr von 5 Euro ging flatex am 6. März 2006 als Online-Broker an den Start. Keine Kontoführungsgebühren, keine Depotgebühren – und das dauerhaft. So warben die Kulmbacher damals für das neue Geschäftsmodell, das sich an den Modellen von Billigfliegern und Mobilfunk-Discountern orientierte. Seither bietet flatex wenig Service und noch weniger Informationen, dafür aber günstigen Handel von Wertpapieren aller Art. 

2015 dann sorgte flatex für Aufsehen, als der Online-Broker als erster Finanzdienstleister den deutschen Einlagensicherungsfonds verließ. Seither sind die Gelder der Kunden nur noch im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Höhe von 100.000 Euro geschützt. 

Nun prescht flatex erneut vor und verlangt seit dem 15. März die ersten Strafzinsen im Online-Geschäft – und zwar 0,4 % ab dem ersten Euro! flatex sei nicht mehr bereit, die „Parkgebühren“ für die Kunden zu übernehmen, so Frank Niehage, Vorstandschef der Fintech Group, zu der flatex heute gehört. 

Ab dem ersten Euro, der auf dem Verrechnungskonto liegt, zahlt der Kunde nun also Zinsen –  das ist schon ein Hammer! Denn flatex hat als Online-Broker auch nie Zinsen auf Einlagen gezahlt, weil das Geld auf den Konten ausschließlich zur Verrechnung von Wertpapiergeschäften dient. Vielleicht will flatex aber auch nur Kundengelder geschickt in die Tages- und Festgeldangebote seiner Partnerunternehmen lotsen. Schließlich ist der Geldtransfer und die Anlage innerhalb der FinTech-Gruppe mit nur wenigen Klicks und ohne Neuregistrierung direkt aus dem flatex-Kundenmenü ganz einfach möglich. 

Auslandsnachrichten

Unternehmensticker Ausland

Börsenparkett intern

Feature

Am 16. Februar präsentierten Statista, Le Temps und die Handelszeitung erstmals die wachstumsstärksten Unternehmen in der Schweiz. Ein Blick auf diese Liste kann auch für deutsche Anleger interessant sein. Der Effecten-Spiegel hat für seine Leser die Sieger unter die Lupe genommen und analysiert, wo sich ein Einstieg lohnt.

Es ist ein Wettbewerb der besonderen Art –ein Wettstreit zwischen den Unternehmen der Schweiz, um herauszufinden, wer die Besten und die Umsatzstärksten von ihnen sind. Alle eigenständigen Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz konnten sich bis November 2016 bewerben. Es mussten testierte Umsatz- und Unternehmenszahlen eingereicht werden, und das Umsatzwachstum musste organisch sein.

Nun stehen sie fest, die 55 Unternehmen mit dem größten Umsatzwachstum zwischen 2012 und 2015 (s. Abb. S. 3). Darunter finden sich so bekannte Namen wie der Medizintechniker Ypsomed (WKN: A0B8VP, akt. Kurs: 193 sfr) auf Rang 47 oder Lindt & Sprüngli (WKN: 870503, akt. Kurs: 5.605 sfr) nur einen Platz dahinter. Der Schokoladenproduzent nimmt für 2015 mit dem höchsten Jahresumsatz von 3,65 Mrd. sfr sogar den Spitzenplatz ein, seine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate seit 2012 liegt bei 11 %. Mit beiden Titeln konnten Anleger in den letzten Jahren viel Geld verdienen. Inzwischen sind sie trotz ihrer Geschäftsstärke aber maßlos überteuert. 

Die meisten Firmen der aktuellen Champions-Liste sind jedoch hierzulande eher unbekannt. Das trifft auch auf die absolute Nummer 1 zu. Der Softwareanbieter Sherpany legte beeindruckende 203,7 % durchschnittliches Wachstum pro Jahr hin. Zwar gehören die börsennotierten Valiant, Julius Bär oder auch Oerlikon zu den Kunden, Sherpany selbst ist aber (noch) nicht an der Börse notiert. Leider trifft das auf die meisten der 55 Preisträger zu, vor allem auf jene, die ganz vorne mit dabei sind – so auch auf den Zweitplatzierten, den Informatik- und Telekomanbieter Xovis. 

Das Ergebnis des Wettbewerbs macht deutlich, dass es gerade auch in der Schweiz viel Potenzial an jungen, wachstumsstarken Firmen gibt, die im Zeitalter der Digitalisierung mit neuen Geschäftsmodellen punkten. So liest sich die Liste der Champions wie das Silicon Valley der Schweiz. Mit 24 Unternehmen kommt fast die Hälfte der Gewinner aus dem IT- und Softwarebereich. In den Top 10 stammen vier aus diesem Umfeld. 

Zu ihnen gehört auch die Crealogix Holding (WKN: 552904, akt. Kurs: 106 sfr). Die Gruppe gehört weltweit zu den Top 100 der Fintech-Unternehmen. Mit einem Umsatzanstieg von 28,4 % auf 63,3 Mio. sfr in 2015 belegte Crealogix Platz 51 der wachstumsstärksten Schweizer Unternehmen. Das Softwarehaus deckt den gesamten digitalen Zahlungsverkehr für Privat- und Geschäftskunden sowie für Vereine ab. Die Gesellschaft unterstützt mit ihren Software-lösungen Banken auf der ganzen Welt. Im Heimatland fungiert sie inzwischen sogar als digitale Schnittstelle zwischen allen Schweizer Banken und deren Kunden. Entsprechend solide präsentiert sich auch die Bilanz von Crea-logix. 

Auch die Pharmabranche gilt seit Jahren als innovativer und wachstumsstarker Sektor. In der Schweiz konnte sich GeNeuro Rang 4 der Champions sichern, obwohl der Wert seit seinem Börsendebüt im April 2016 an der Euronext in Paris eher enttäuschte (WKN: A2AHDP, akt. Kurs: 9,24 Euro). Das Unternehmen entwickelt neue Therapien zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen, darunter Multiple Sklerose (MS). Wichtigster Wirkstoffkandidat ist der monoklonale Antikörper GnbAC1, der sich derzeit in der klinischen Phase IIb befindet. Das verschlingt viel Geld und belastet die Bilanz der Schweizer. Gelingt jedoch der Durchbruch, hätten sie eine Alleinstellung auf einem riesigen Markt mit hohen Gewinnmargen. Denn im Gegensatz zu den bisher gängigen Behandlungsmethoden, bei der quasi die Immun-antwort an den Körper angepasst wird, versucht GeNeuro, die Bestandteile der Krankheit zu blockieren. Zu diesem Zweck bindet GnbAC1 z.B. das überschüssige Protein, welches bei MS vermehrt gebildet wird. Derzeit plant die kleine Biotechfirma zusätzliche Tests, um das Potenzial seines Wirkstoffs bei anderen Autoimmunkrankheiten (wie z.B. Diabetes Typ I) zu prüfen. 

Ein interessantes Geschäftsmodell hat die seit 2005 börsennotierte Dottikon ES Holding AG (WKN: A0D9DF, akt. Kurs: 589 sfr) zu einem der wachstumsstärksten Schweizer Unternehmen gemacht (Rang 43). 1913 als Sprengstofffabrik gegründet, ereignete sich im Werk 1969 eines der größten Explosionsunglücke des Landes. 18 Menschen starben, die Gemeinde Dottikon -wurde völlig verwüstet. Aus der Ursachen-forschung für die Katastrophe entwickelte sich ein neues Geschäftsmodell. Heute ist Dottikon ES ein international tätiges Unternehmen, das sich auf chemische sicherheitskritische Reaktionen spezialisiert hat. Es stellt Veredelungschemikalien, kundenspezifische Wirkstoffe und Zwischenprodukte für die pharmazeutische und die chemische Industrie her. Im Geschäftsjahr 2015/16 legte das Unternehmen beim Gewinn kräftig zu. Eine Großinvestition von 100 Mio. sfr in den eigenen Produktionsstandort soll das Wachstum weiter vorantreiben. Einziger Wermutstropfen: Eine Dividende gehört bisher nicht zur Unternehmensphilosophie.

Ein echter Champion auch für seine Aktionäre ist die auf Rang 45 platzierte Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG (WKN: A1W1VQ, akt. Kurs: 327 sfr). Das Geschäftsjahr 2014/2015 beendete der Bergbahn- und Tourismuskonzern zum wiederholten Male mit einem Rekordergebnis und erhöhte die Dividende um 33 % auf 8 sfr. Allerdings ist die Aktie auch nicht mehr ganz preiswert.

Von 55 Schweizer Champions 2017 sind gerade einmal sechs an der Börse notiert. Sie alle haben interessante Geschäftsmodelle und weiteres Wachs-tums-potenzial. Dennoch müssen Anleger genau abwägen, welcher Titel zu ihrer Anlagestrategie passt. 

 

 

Noch nie war die Diskrepanz zwischen Dividenden- und Anleihenrendite so groß wie in dieser Dividendensaison. Neben den großen Indexwerten lassen sich auch gerade bei den Titeln aus der zweiten und dritten Reihe respektable und vor allem kontinuierliche Dividendenrenditen einfahren.

Wer spart, verliert bei dem derzeitigen Zinsniveau Kapital. Umso wichtiger ist es, sich nach starken Dividendentiteln umzuschauen, die dem Anleger eine kontinuierliche Ausschüttung bieten. Insbesondere europäische Unternehmen zeigen sich im internationalen Vergleich ausschüttungsfreudig. So lagen deren Dividendenrenditen Ende 2016 marktweit bei durchschnittlich 3,5 %. 

Noch nie war der Spread zwischen Dividenden- und Anleiherendite größer. Glaubten 2016 noch einige Investoren, sie benötigten keine Aktien, weil sich auch an den Anleihemärkten noch Renditen von 4 bis 6 % realisieren ließen, sind diese Zeiten nun vorbei. Die wieder steigenden Rohstoffpreise und die zuletzt positive Entwicklung an den Aktienmärkten haben die Deflationssorgen verscheucht, und die Inflationserwartung ist deutlich gestiegen. Für Anleihen ist dies eine sehr schlechte Ausgangsposition. Während die DAX-Rendite auf rd. 2,7 % kommt, landen Unternehmensanleihen mit einem BBB-Rating in der Eurozone gerade einmal bei 1,2 %. Bei zehnjährigen Bundesanleihen liegt die Rendite sogar bei nur 0,4 %.

Gerade in starken Wirtschaftsländern wie Deutschland weisen die Unternehmen höhere Gewinne und verbesserte Margen aus. Die stabilen Cashflows können somit durch überdurchschnittliche Dividendenzahlungen an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Europaweit peilt man in diesem Jahr eine Ausschüttungssumme von nahezu 100 Mrd. € an. Allein beim DAX rechnet man mit einer Rekordsumme von mehr als 35 Mrd. €. Deutschlandweit wird eine Summe von knapp 47 Mrd. € als Dividende an die Aktionäre fließen (vgl. ES 6/17). 

Allerdings gibt es zum 1. Januar 2017 eine Änderung bezüglich des Zahltages für Dividenden. Bisher erfolgte in der Regel am Tag nach der Hauptversammlung die Gutschrift. Seit Jahresanfang sind Dividenden inländischer Unternehmen am dritten Bankarbeitstag nach der Hauptversammlung fällig. Die Neuregelung ergibt sich aus der Anpassung des § 58 Aktiengesetz (AktG) an die europäische Aktienrechtsnovelle (s. Randnotizen ES 46/16).

In der nebenstehenden Tabelle ist eine Auswahl an SDAX-Titeln und Nebenwerten aufgelistet, die mit einer kontinuierlichen Dividendenzahlung zu überzeugen wissen, wie z.B. Amadeus Fire. Bei dem Zeitarbeitsvermittler stimmen die ersten Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 ebenso wie die Dividenrendite von 4,88 %. Auch der SDAX-Titel WashTec präsentierte erste Jahreszahlen und kommt auf eine attraktive Dividendenrendite von 3,45 %. Das Modeunternehmen Ahlers steht trotz schwieriger Jahre für eine langfristige Dividendenpolitik. Bei Surteco, dem Zulieferer für die Möbelindustrie, kommt man auf eine satte Rendite von 3,84 %. Die Effecten-Spiegel AG zahlte in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 0,80 € Dividende an ihre Aktionäre, was einer Durchschnittsrendite von knapp 5 % entspricht.

Dividendentitel sind die einzige Alternative zur derzeitigen Nullzinspolitik. Der Dividenden-Guide Effecten-Spiegel zeigt Ihnen abseits der großen Indizes die interessantesten Titel.

 

 

Dass der DAX fest in den Händen ausländischer Investoren ist, weiß man schon lange. Inzwischen ist ihr Anteil im DAX sogar auf 55 % gestiegen. Eine aktuelle Studie bringt nun jedoch Überraschendes zutage: Auch der German Mittelstand gehört längst ausländischen Anlegern. Sie sind sowohl in MDAX, SDAX als auch TecDAX die Mehrheitsaktionäre. Ausländische Investoren lieben Made in Germany. 

Bisher galt: Je größer ein Unternehmen, desto internationaler seine Aktionärsstruktur. Gemessen am Anteil der gehaltenen Aktien ist der DAX zu rund 55 % in ausländischem Besitz, so das Ergebnis einer Studie der -Unternehmensberatung Ernst & Young (EY). Bei der Deutschen Börse oder Linde liegt der Ausländeranteil sogar bei 85 % bzw. 84 %. Zunehmend geraten aber auch Unternehmen der zweiten und dritten Reihe in das Visier inter-nationaler Investoren. Dabei treten vermehrt Käufer in Erscheinung, die bei den DAX-Konzernen zu spät dran sind und nun nach Alternativen suchen. So hat z.B. der chinesische- Hausgerätehersteller Midea jüngst den deutschen Robotik-spezialisten Kuka übernommen. 

Wem also gehört der börsennotierte Mittelstand? Dieser Frage geht die soeben vorgelegte Studie der cometis AG auf den Grund. Der „deutsche börsennotierte Mittelstand“ wird dabei durch alle Unternehmen re-präsentiert, die in den drei deutschen In-dizes MDAX, SDAX und TecDAX vertreten sind. Stichtag für die Auswertung der Daten war der 30.09.2016. Allerdings wurden nur aktive Investoren berücksichtigt. Klassische Passivanleger, wie z.B. BlackRock, die über ETF, Zertifikate oder andere Instrumente -investieren, sind somit nicht erfasst, ob-
wohl deren Passivanteile beträchtlich sind.

Zum Stichtag im Jahr 2016 hielten demnach aktive Investoren aus Deutschland gerade mal 19 % des institutionell gehaltenen Streubesitzes aller MDAX-Unternehmen (vgl. Abb.). Das heißt im Umkehrschluss: 81 % aller Aktien deutscher MDAX-Firmen sind in ausländischer Hand. Das ist deutlich mehr als im DAX. Die nordamerikanischen Investoren sind mit 31 % am German Mittelstand beteiligt, die britischen und irischen Investoren mit 22 %. In den anderen beiden Indizes sieht es nicht viel anders aus. 72 % der Small-Caps des SDAX sind im ausländischen Besitz, bei den Unternehmen des TecDAX sind es 71 % (vgl. Abb.)

Größter Einzelinvestor über alle drei mittelständischen deutschen Indizes hinweg ist die Norges Bank. Über sie ist der norwegische Staat mit ca. 5,4 Mrd. Euro im deutschen Mittelstand investiert. Der größte Anteil entfällt dabei mit ca. 3,9 Mrd. Euro auf den MDAX. Das kleine Norwegen ist auch die Nummer Eins im SDAX. Im TecDAX wird es allerdings von der Deutschen Asset Management (DWS) und den Allianz Global Investors von der Spitze verdrängt.

Die DWS gehörte zwischen dem 30.09.2015 und dem 30.09.2016 in allen drei Indizes zu den Top 10-Käufern und stieg damit zum zweitgrößten Investor über alle Indizes auf. Asiatische Investoren kauften sich überwiegend im TecDAX ein. Innerhalb eines Jahres haben sie so im deutschen Technologiesektor ihre Investitionen nahezu verdoppelt. Insgesamt liegt ihr Anteil im TecDAX damit aber gerade erst bei 1 %. Zunehmend treten die Chinesen als Käufer in Erscheinung (vgl. Randnotizen ES 49/16). Sie haben sich alleine im vergangenen Jahr an 309 deutschen Unternehmen vornehmlich aus dem Mittelstand beteiligt oder diese übernommen. Das waren mehr als in den vorangegangenen vier Jahren zusammen. 

Die großen internationalen Index-Fonds dagegen zogen etwa 1,7 Mrd. Euro über alle drei Indizes hinweg ab. Dafür aber gewinnen die wertorientierten Fonds als Investoren zunehmend an Bedeutung. Im MDAX sind
33 % der Aktionäre Value-Anleger und 31 % wachstumsorientierte Investoren. 

Hedge Fonds dagegen stehen mehr auf SDAX und TecDAX. Ihr investiertes Vermögen erhöhte sich zwischen den letzten beiden Stichtagen um 48 % bzw. 53 %. Dadurch stieg die Marktkapitalisierung der Technologieunternehmen im SDAX um 338 %. Erneuerbare Energien waren in der Betrachtungsperiode übrigens am unbeliebtesten, und zwar über alle drei Indizes hinweg. Ihre Marktkapitalisierung sank um 54 %. 

Das Interesse der ausländischen Investoren am deutschen Know-how ist ungebrochen. Das betrifft sowohl Unternehmen, die wie Grammer als Innenausstatter für Autos und Lkw (liefert z.B. Sitze und Armlehnen) in Nischen sehr erfolgreich sind, als auch jene, die wie Infineon führend im Technologiesektor sind. Die Anleger aus dem Ausland streichen mit ihren Engagements zudem fette Gewinne ein. Die Deutsche Börse rechnet damit, dass im lfd. Jahr alleine 35 Mrd. Euro an Dividenden von den DAX-Unternehmen ausgeschüttet werden. Dazu kommen ca. 8,5 Mrd. Euro an Ausschüttungen von den MDAX-Firmen, 1,3 Mrd. Euro aus dem SDAX und 1,8 Mrd. Euro aus dem TecDAX. Zwischen 30 und 35 Mrd. Euro an Dividende werden damit schätzungsweise ins Ausland überwiesen. Geld, das deutsche Aktionäre kassieren könnten.

Kleinanleger sollten dem Gespür ausländischer Investoren folgen, denn gerade im deutschen Mittelstand finden sich wahre Unternehmensperlen. In MDAX, SDAX und TecDAX lassen sich mit einem überschaubaren Kapitaleinsatz noch hohe Renditen erzielen. 

Aktuelle Chartanalyse

Optionsscheine

Neues aus Unternehmen

Unternehmensticker

Redaktionelles

Effecten-Spiegel AG: Jahresergebnis

Effecten-Spiegel AG: Vorjahresergebnis erneut übertroffen

In einem anspruchsvollen Marktumfeld hat die Effecten-Spiegel AG ihre guten Geschäftsergebnisse der Vorjahre erneut übertroffen. Der Jahresüberschuss liegt per Ultimo 2016 bei 3,244 (Vj.: 3,153) Mio. €. Der Bilanzgewinn erreicht 3,81 Mio. nach 3,38 Mio. € in 2015 und liegt damit um 12,6 % über dem Vorjahresniveau.

Aus Verkäufen von Wertpapieren wurden im Berichtszeitraum insgesamt Gewinne in Höhe von 4,44 Mio. € realisiert. Allein der Verkauf eines Teilbestandes an der infas Holding AG im Januar sowie des Depotbestandes an der schweizerischen Actelion Ltd. steuerten zusammen einen Ertrag von 2,035 Mio. € bei. An Zinsen und Dividenden wurden 1,196 Mio. € vereinnahmt. Dem stehen stichtagsbedingt zu bildende außerordentliche Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 1,334 Mio. € sowie des Umlaufvermögens in Höhe von 256 T€ gegenüber. Das Verlagsgeschäft konnte sich mit Umsatzerlösen von 2,87 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren und liefert nach Abzug aller Kosten unterm Strich ebenfalls einen zum Vorjahr verbesserten positiven Ergebnisbeitrag. 

Vor Finanzergebnis und Steuern ergibt sich ein Betriebsergebnis von 4,27 Mio. €, nach Finanzergebnis und vor Steuern liegt das Ergebnis bei 3,77 Mio. zu 3,40 Mio. € in 2015. Gegenüber dem Ausweis zum Jahresultimo 2015 hat sich das Eigenkapital auf 71,775 Mio. € leicht erhöht und entspricht 95,65 % der Bilanzsumme. Während unterjährig die Barliquidität reduziert wurde, um günstige Einstandskurse zu nutzen (30.06.2016: 8,57 Mio. €), hat sich der Kassenbestand durch Gewinnrealisierungen zum Ende des Berichtszeitraums wieder erhöht und beläuft sich per Jahresultimo auf 18,325 Mio. €. Bankverbindlichkeiten sind weiterhin nicht vorhanden.

Für das Geschäftsjahr 2016 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 19. Mai 2017 eine konstante Dividende von 0,80 € je Stamm- und Vorzugsaktie vor. Der nach Ausschüttung verbleibende Restgewinn von 433 T€ wird dem Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von 566 T€ zugerechnet, sodass ein Betrag von 999 T€ in das Jahr 2017 vorgetragen werden soll.

VW-Dieselskandal

Die Tübinger Rechtsanwaltskanzlei TILP hat am vergangenen Sonntag eine umfangreiche Klage verschiedener institutioneller Anleger gegen die Porsche SE (PSE) am Landgericht Stuttgart eingereicht – unter den Klägern auch die Effecten-Spiegel AG, die seit Jahren 46.000 Vorzugsaktien der Porsche SE in ihrem Depot hält. Die Ansprüche der Kleinanleger werden zudem in mehr als 100 Einzelklagen von den TILP-Anwälten geltend gemacht. 

Begründung der Klage: Da Martin Winterkorn von Ende 2009 bis zu seinem Rücktritt im Herbst 2015 durchgängig Vorstandsvorsitzender sowohl bei der Muttergesellschaft (also der Porsche SE) als auch bei der Tochter VW war, hat er Kenntnis über alle Risiken gehabt. Und dieses Wissen ist auch der PSE zuzurechnen. 

Die Wissenszurechnung kann auch nicht von der Verschwiegenheitspflicht der Organe überlagert werden.

Denn VW und Porsche hatten am 7.12.2009 vertraglich vereinbart, dass der Muttergesellschaft bestandsgefährdende Risiken von VW umgehend mitgeteilt werden müssen. Diese hätten dann in der Folge auch eine Ad-hoc-Mitteilung ausgelöst. Die Offenbarungspflicht der Tochter involviert zugleich auch eine Informationsbeschaffungspflicht der Mutter, also der Porsche SE. Dass eine solche Bestandsgefährdung bestand, hat der jetzige VW-Chef Matthias Müller am 11.09.2016 in einem Interview selbst zugegeben. Müller räumte ein, dass VW erst jetzt „das Heft des Handelns in die Hand bekomme“, und damit „das Unternehmen ... weiter bestehen“ wird.

Randnotizen

Aus Fremder Feder

Strategie

ES-Aktienfavoriten

Auslandsfavoriten

Thema der Woche

Börsengerüchte