Lufthansa mit Zahlen

Die Deutsche Lufthansa verzeichnete im ersten Halbjahr einen Umsatzanstieg um 8,5 Prozent auf 15,4 Mrd. Euro. Davon entfielen allein 12,1 Mrd. Euro auf Verkehrserlöse. Im ersten Halbjahr verbuchte die Gruppe beim durchschnittlichen Erlös der Passagierairlines einen Zuwachs von 2,4 Prozent. Allerdings war diese Erhöhung rein währungsbedingt, ohne die Effekte des schwachen Euros hätten sich die durchschnittlichen Erlöse deutlich negativ entwickelt. In Summe brachten alle Währungseffekte aber eine Belastung von 158 Mio. Euro mit sich, da die Ausgaben in Fremdwährung die Einnahmen deutlich übertrafen.

Rückenwind erhielt die Gesellschaft jedoch von Seiten der Treibstoffkosten, die immerhin 309 Mio. Euro niedriger ausfielen. So konnte das adjusted EBIT auf 468 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden. Zu diesem Wachstum trugen sämtliche Bereiche bei. Austrian Airlines wies zwar noch einen Verlust aus, dieser reduzierte sich aber um mehr als die Hälfte auf minus 17 Mio. Euro. Besonders erfreulich stellte sich das Finanzergebnis dar, was vor allem auf die Rückführung einer Wandelanleihe und ergebniswirksame Bewertungen von Zins- und Währungssicherungsinstrumenten zurückzuführen war. Letztlich berichtete Lufthansa ein Konzernergebnis von 954 Mio. Euro nach minus 79 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Sehr aktiv präsentierte sich die Gesellschaft auf der Investitionsseite. Die Ausgaben von 1,5 Mrd. Euro lagen gut 25 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Gesamtjahr plant Lufthansa mit Investitionen von 2,9 Mrd. Euro. Ein positiver Effekt resultierte aus dem gestiegenen Rechnungszins bei den Pensionsrückstellungen. Der Rückgang der Pensionsrückstellungen ließ die Eigenkapitalquote wieder auf 17,5 Prozent ansteigen. Mit 6,6 Mrd. Euro lag die Last aber unverändert auf einem sehr hohen Niveau. Nach dem bisherigen Geschäftsverlauf bekräftigte der Vorstand den Ausblick für das Gesamtjahr. Für 2015 erwartet er demnach ein adjusted EBIT von mindestens 1,5 Mrd. Euro vor Streikkosten.

GEA operativ auf Kurs

Die GEA Group verzeichnete im zweiten Quartal 2015 trotz nachlassender Dynamik in den Märkten weitere Fortschritte bei Umsatz und operativen Ergebnis. Aufgrund nur weniger Großaufträge musste der Systemanbieter beim Auftragseingang einen leichten Rückgang von 1,8 Prozent auf 1,15 (1,17) Mrd. Euro verkraften. Auf der Umsatzseite stand dagegen ein Plus von 2,9 Prozent auf 1,15 (1,12) Mrd. Euro in den Büchern. Hierbei erzielte GEA im Basisgeschäft in beiden Business Areas stabile Wachstumsraten. Erfreulich entwickelte sich auch das Servicegeschäft.

Aus dem Programm „Fit for 2020“ stellten sich bereits erste Erfolge ein. Die Effizienzsteigerungen ließen das operative EBITDA auf den Höchstwert für ein zweites Quartal von 139,3 (128,0) Mio. Euro steigen. Dies entsprach einer Marge von 12,1 Prozent nach 11,5 Prozent vor Jahresfrist. Beim operativen EBIT erzielte GEA einen Zuwachs von 9,6 Prozent auf 119,8 (109,3) Mio. Euro entsprechend einer Marge von 10,4 Prozent.

Allerdings verbuchte die Gesellschaft im zweiten Quartal Einmalaufwendungen in Höhe von 134 Mio. Euro. Davon entfielen allein 115 Mio. Euro auf Restrukturierungsaufwendungen aus dem Programm „Fit for 2020“. Bedingt durch die Sonderbelastungen rutschte das EBIT mit 20,9 Mio. Euro in den roten Bereich. Im Vorjahr hatte GEA hier noch ein Plus von 98,7 Mio. Euro erwirtschaftet. Nach Steuern wies das Unternehmen einen Verlust von 21,8 Mio. Euro respektive ein Ergebnis je Aktie von minus 0,11 Euro aus.

Mit den im zweiten Quartal getätigten Übernahmen sollten noch vorhandene Lücken im Produktportfolio geschlossen werden. Die 3 Akquisitionen standen im vergangenen Jahr für einen Umsatz von rund 100 Mio. Euro. Trotz der geringeren Marktdynamik im Jahresverlauf hält der Vorstand an der bisherigen Prognose für das operative Geschäft fest. Auch die Sonderbelastungen sollen keine Auswirkungen auf die Dividendenausschüttung haben, hier möchte die Verwaltung unverändert mindestens die 0,70 Euro des Vorjahres ausschütten.

Deutsche Börse mit Zahlen

Am Sonntag vereinbarte die Deutsche Börse AG mit der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Summit Partners und den restlichen Anteilseignern die Übernahme der Devisenhandelsplattform 360T. Den Kaufpreis bezifferte die Gesellschaft auf 725 Mio. Euro. Bei der Finanzierung setzt die Deutsche Börse auf eine Mischung aus Fremd- und Eigenkapital, das vorhandene Kreditrating soll dabei möglichst wenig beeinflusst werden. Aus der Übernahme erhofft sich der Börsenbetreiber mittelfristig Synergieeffekte im deutlich zweistelligen Millionenbereich. Bei 360T handelt es sich um eine weltweit agierende Devisenhandelsplattform mit einer breit gefächerten Kundenbasis. Seit der Gründung im Jahr 2000 weist das Unternehmen zweistellige Wachstumsraten auf. Im Zuge der Übernahme durch die Deutsche Börse wird eine Beschleunigung des dortigen operativen Wachstumskurses angestrebt.

Nur einen Tag später schloss die Deutsche Börse mit der SIX Group AG eine Vereinbarung über den kompletten Erwerb der Gemeinschaftsunternehmen STOXX AG und Indexium AG. Den Kaufpreis gab das Unternehmen mit 650 Mio. CHF an. In diesem Fall erfolgt die Zwischenfinanzierung der Transaktion, die noch bis Ende Juli vollzogen werden soll, durch vorhandene Liquidität und kurzfristige Schuldverschreibungen. Zur langfristigen Finanzierung möchte die Deutsche Börse eine Anleihe begeben.

Im Zuge der gestiegenen Volatilität an den Aktien- und Zinsmärkten sowie der anhaltend erfreulichen Entwicklung in der Wertpapierverwahrung und –verwaltung legten die Nettoerlöse der Deutschen Börse im zweiten Quartal um 19 Prozent auf 583,1 (491,2) Mio. Euro zu. Auch bedingt durch Einmaleffekte für Effizienzprogramme und Unternehmenszusammenschlüsse stiegen die operativen Kosten überproportional auf 307,7 (254,4) Mio. Euro. Bereinigt um Sondereffekte erhöhten sich die Kosten im Rahmen des Wachstums um ebenfalls 19 Prozent. Das EBIT kletterte von 238,6 auf 271,4 Mio. Euro, bereinigt um Sondereffekte sogar auf 287,1 Mio. Euro. Damit lag das Ergebnis am oberen Ende der Prognosebandbreite des Unternehmens. Nach Steuern wies die Gesellschaft einen Überschuss von 175,1 (159,3) Mio. Euro aus, was einem Ergebnis je Aktie von 0,95 (0,87) Euro entsprach.

Mit dem neuen Wachstumsprogramm „Accelerate“ verfolgt die Gesellschaft das Ziel, in allen Tätigkeitsfeldern Spitzenpositionen zu besetzen. Daneben sollen durch weiteren Hierarchieabbau und Verbesserungen beim Einkauf ab 2016 rund 50 Mio. Euro zusätzliches Investitionspotenzial freigesetzt werden. Im Gegenzug fallen dafür 2015 Restrukturierungskosten von etwa 50 Mio. Euro an. Auf dieser Basis strebt die Deutsche Börse jährliche Erlössteigerungen von 5 bis 10 Prozent und Verbesserungen beim EBIT sowie Jahresüberschuss von 10 bis 15 Prozent an. Entsprechend sieht die Planung für 2018 Erlöse von 2,8 bis 3,2 Mrd. Euro und ein EBIT zwischen 1,55 bis 1,75 Mrd. Euro vor. Damit erhöht die Gesellschaft ihre Mittelfristplanung gegenüber den bisherigen Schätzungen, die für 2017 Nettoerlöse in der Größenordnung 2,3 bis 2,7 Mrd. Euro vorsahen.

Täglicher Börsenbericht

Anleger orientierungslos

US-Konjunkturdaten dämpfen Stimmung

Nachdem die deutschen Marktteilnehmer mit großer Zuversicht in den Tag gestartet waren, dämpften erneute Kursverluste an den chinesischen Börsen sowie enttäuschende US-Konjunkturdaten die Stimmung wieder. Der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed hatte keine Überraschungen geliefert, allerdings wurde der Tenor etwas optimistischer. Für viel Bewegung sorgte außerdem die Zahlenflut.

Siemens überraschte mit seinen Kennziffern für das 3. Quartal positiv. 

Die Anhebung der Jahresziele ließ die Notierung des Roboterherstellers Kuka höher springen.

Dank niedrigerer Ölpreise flog Lufthansa einen höher als erwarteten Profit ein. Die Aktie befindet sich daraufhin im Steigflug.

Fresenius, die heute ganz oben auf der Kaufliste der Anleger stehen, hängt die Messlatte für das Gesamtjahr höher. Der Gesundheitskonzern profitiert vor allem von seiner Tochter Kabi.

Dagegen läuft es bei der Notierung der Tochter Fresenius Medical Care nicht ganz so rund. Im 2. Quartal belastete der starke US-Dollar das Geschäft. Angesichts der zähen Ausschreibungsprozesse in den USA musste der DAX-Konzern zudem die Umsatzziele für das kommende Jahr kippen.

Die Dt. Bank gab ihrer Aktie mit einem deutlichen Gewinnzuwachs im 2. Quartal Rückenwind.

Unter Druck stand der Kurs von Infineon. Im abgelaufenen Quartal lief es zwar weiter erfreulich, allerdings wurde der Halbleiterhersteller insgesamt zurückhaltender. 

Im TecDAX wurde Dialog Semiconductor gemieden. Der Zwischenbericht habe Licht und Schatten aufgezeigt. Zudem verlässt Finanzvorstand Richard den Halbleiterhersteller.

An der Wall Street stand Facebook im Anlegerfokus. Angesichts der Investitionen muss das Unternehmen niedrigere Gewinne verkraften.

Die Dt. Telekom-Tochter T-Mobile US erfreute die Anleger. Mit Hilfe des Preiskampfes kann der Mobilfunkdienstleister weitere Kunden der Konkurrenz abjagen.

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Zapfenstreich in Griechenland

„Jetzt ist Zapfenstreich“, heißt es, wenn etwas für beendet erklärt wird. Danach ist es gemeinhin auch „zappenduster“. An dieser Stelle muss die griechische Übersetzung wohl versagt haben, sonst hätte Athen nicht versucht, noch weitere Spielchen zu spielen. Wie düster es für die Griechen aber jetzt werden wird, scheint nicht allen klar zu sein. Stolz auf ihr „Oxi“ (Nein) beim Referendum tanzte Hellas’ Bevölkerung am vergangenen Sonntag in den Straßen und freute sich vertragsbrüchig zu sein. Da spielte es auch keine Rolle, dass Finanzminister Varoufakis seinen Helm nahm und den Rücktritt erklärte, obwohl er diesen doch bei einem „Nai“ (Ja) angekündigt hatte. In der griechischen Wahrheit hat eben auch die Lüge einen festen Platz. Oder treibt ihn doch nur die Sorge um die eigene körperliche Unversehrtheit? Schließlich hatte Varoufakis kurz zuvor angekündigt, sich lieber „den rechten Arm abhacken“ zu lassen, bevor er sich mit den internationalen Gläubigern (in seiner Wortwahl: Terroristen) einigen würde. Auch wenn es zur Verabschiedung des griechischen Ministers das hohe militärische Zeremoniell des Großen Zapfenstreichs nicht geben wird, wäre der Befehl des griechischen Volkes an den Motorradfahrer angebracht: „Helm ab zum Gebet!“

Effecten-Spiegel-Hauptversammlung

Zur jährlichen Hauptversammlung der Effecten-Spiegel AG am 27. Mai kamen knapp über 300 Aktionäre in die Düsseldorfer Stadthalle.

Wie jedes Jahr berichtete Einzelvorstand Marlis Weidtmann ausführlich über die Entwicklung des vorangegangenen Geschäftsjahres. Dabei wurden neben der strategischen Ausrichtung die größten Gewinner-Aktien (Fielmann, Canadian National Railway, Symrise, Allianz und Lonza Group) sowie die Verlustbringer (SMA Solar, RWE, K+S, Bilfinger und Vossloh) im Bestand der Vermögensverwaltung 2014 erläutert. Insgesamt machten per saldo deutsche Titel 67,34 % des Portfolios aus, 25 % waren amerikanische Investments, weitere 5,2 % wurden von Werten aus anderen europäischen Ländern abgebildet und 2,5 % entfielen auf Edelmetalle. Die Gesellschaft hält unverändert 384.885 eigene Aktien. Ferner stellte Frau Weidtmann die Neuinvestments vor und gab einen Überblick über die derzeitigen Gerichtsverfahren sowie die Rückstellungen der Gesellschaft. 

Der Vorstand legte zudem dar, dass mit der zunehmenden Veränderung der Medienlandschaft seit 2009 auch die eigene Verlagsstruktur neu konzipiert und gestrafft wurde. Im Berichtsjahr stand die Entwicklung einer eigenen digitalen Plattform im Mittelpunkt, die im Februar 2015 an den Start ging. Mit der Präsentation zum Vorstandsbericht erhielten die Versammlungsteilnehmer eine anschauliche Vorstellung vom Format des digitalen Effecten-Spiegel. 

Im Anschluss an ihren Bericht stand Vorstand Marlis Weidtmann den Aktionären fünf Stunden lang Rede und Antwort. Die Generaldebatte, die wie in den Vorjahren auch zum Austausch von Erfahrungen und Hinweisen zwischen Aktionären und Verwaltung genutzt wurde, erhielt dadurch den Charakter einer konstruktiven Podiumsdiskussion. 

Großes Lob fand bei den Aktionären das mutige und engagierte Vorgehen des Managements gegen die Deutsche Bank und der damit zusammenhängende juristische Erfolg vor dem Bundesgerichtshof. Weitere Schwerpunktthemen der Diskussion waren zudem die Anlagestrategie und die anlegerfreundliche Dividendenpolitik sowie die Aktionärsstruktur und die Liquiditätsquote. 

Bei der anschließenden Abstimmung zur Tagesordnung folgte die HV in allen Punkten den Vorschlägen der Verwaltung mit überwältigender Mehrheit.

Effecten-Spiegel zahlt 10. Jahr in Folge Dividende

Die Effecten-Spiegel AG schließt das anspruchsvolle und schwankungsbreite Börsenjahr 2014 erneut mit einem positiven Ergebnis ab. Der Jahresüberschuss beträgt 2,402 Mio. €, der Bilanzgewinn kommt auf 2,870 Mio. €. Zum Erstellungsstichtag der Bilanz ergaben sich aus stillen Lasten und Reserven bei den Finanzanlagen kumuliert stille Reserven in Höhe von 7,043 Mio. €. Die Gewinnrücklage beträgt unverändert 7,608 Mio. €. Das Eigenkapital kommt per Saldo auf 70,952 Mio. €. Damit stellt sich die Eigenkapitalquote auf 96,2 %. 

 

Die Effecten-Spiegel AG konnte mit ihrer erfolgreichen Geschäftspolitik allen finanzpolitischen Krisen der letzten Jahre trotzen und wird zum 10. Mal in Folge eine Dividende an ihre Aktionäre ausschütten. Die Verwaltung schlägt der Hauptversammlung am 27. Mai daher die Zahlung einer Dividende auf Vorjahresniveau in Höhe von 0,75 Euro je Stamm- und Vorzugsaktie vor. Die traditionell hohe Dividendenrendite kommt bei den Stämmen auf 4,42 % und bei den Vorzügen auf 4,60 %.

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