Mit einer volumenunabhängigen Ordergebühr von 5 Euro ging flatex am 6. März 2006 als Online-Broker an den Start. Keine Kontoführungsgebühren, keine Depotgebühren – und das dauerhaft. So warben die Kulmbacher damals für das neue Geschäftsmodell, das sich an den Modellen von Billigfliegern und Mobilfunk-Discountern orientierte. Seither bietet flatex wenig Service und noch weniger Informationen, dafür aber günstigen Handel von Wertpapieren aller Art. 

2015 dann sorgte flatex für Aufsehen, als der Online-Broker als erster Finanzdienstleister den deutschen Einlagensicherungsfonds verließ. Seither sind die Gelder der Kunden nur noch im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Höhe von 100.000 Euro geschützt. 

Nun prescht flatex erneut vor und verlangt seit dem 15. März die ersten Strafzinsen im Online-Geschäft – und zwar 0,4 % ab dem ersten Euro! flatex sei nicht mehr bereit, die „Parkgebühren“ für die Kunden zu übernehmen, so Frank Niehage, Vorstandschef der Fintech Group, zu der flatex heute gehört. 

Ab dem ersten Euro, der auf dem Verrechnungskonto liegt, zahlt der Kunde nun also Zinsen –  das ist schon ein Hammer! Denn flatex hat als Online-Broker auch nie Zinsen auf Einlagen gezahlt, weil das Geld auf den Konten ausschließlich zur Verrechnung von Wertpapiergeschäften dient. Vielleicht will flatex aber auch nur Kundengelder geschickt in die Tages- und Festgeldangebote seiner Partnerunternehmen lotsen. Schließlich ist der Geldtransfer und die Anlage innerhalb der FinTech-Gruppe mit nur wenigen Klicks und ohne Neuregistrierung direkt aus dem flatex-Kundenmenü ganz einfach möglich.