Minuszinsen, schwache Währung und staatliche Eingriffe erhöhen den Druck auf Anleger, ihr Geld jenseits von Sparbuch und Anleihe zu investieren. Neben den Aktienmärkten und den Edelmetallen haussiert daher auch die sog. Kryptowährung Bitcoin. Diese rein virtuelle Währung steht inzwischen vor einem Rekordhoch. Ein kurzer Blick hinter die Kulissen zeigt auch warum. Größter Treiber sind die chinesischen Anleger. Über 90 % des Bitcoin-Handels findet auf den chinesischen Plattformen statt. Die Menschen versuchen, sich dem staatlichen Zugriff zu entziehen und ihr Vermögen vor der stark schwächelnden Landeswährung Renminbi zu retten. Auch der indische Anleger sieht sich mit einem ähnlichen Problem konfrontiert. Neben der hohen Inflation war es der Eingriff des Staates, der die Bitcoin-Nachfrage befeuerte. Denn Ende vergangenen Jahres wurden die 500- und 1000-Rupien Geldnoten zur Bekämpfung der Korruption überraschend aus dem Verkehr gezogen. Plötzlich waren die Bitcoins eine Möglichkeit, sein Geld einigermaßen wertstabil umzutauschen. Gleiches Szenario bahnt sich nun auch in Venezuela an. Nachdem zu Jahresbeginn das Bargeld zur Bekämpfung der Inflation drastisch reduziert wurde, sucht man Alternativen. Eine Marktkapitalisierung von ca. 10 Mrd. $ und steigende Bitcoin-Kurse mögen auch hierzulande den einen oder anderen in Versuchung führen, doch muss man sich darüber im Klaren sein, wer den Preis macht: Zocker, die ihrem staatlich diktierten Wirtschaftssystem ein Schnippchen schlagen wollen. Gegenbewegungen sind da vorprogrammiert.