MBB SE

Die MBB SE steigerte ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2019 um 4,6 Prozent auf 251,4 Mio. Euro. Allerdings blieb das EBITDA mit 24,2 Mio. Euro und einer Marge von 9,6 Prozent hinter dem Vorjahresniveau zurück. Das geringere Ergebnis war vor allem auf die niedrigere Profitabilität bei den Unternehmen mit Automobilabhängigkeit zurückzuführen. Zum Halbjahr belief sich die Nettoliquidität des Konzerns auf 217,4 Mio. Euro. Sehr erfreulich entwickelte sich in der ersten Jahreshälfte die Tochtergesellschaft DTS mit einem Umsatzplus von 21,9 Prozent auf 30,6 Mio. Euro. Dabei verbesserte sich die EBITDA-Marge auf 14,7 Prozent. Das Segment Industrieproduktion erzielte ein Umsatzwachstum von 5,1 Prozent auf 55,3 Mio. Euro. Bei der EBITDA-Marge kam der Bereich auf 7,7 Prozent. Das Segment Technische Applikationen verzeichnete ein leichtes Umsatzwachstum auf 165,8 Mio. Euro. Das EBITDA ging jedoch um 18,0 Prozent auf 16,3 Mio. Euro zurück. Nach der erfolgreichen Akquisition von Friedrich Vorwerk rechnet das Management nun mit einem Umsatz von 530 Mio. Euro und einer EBITDA-Marge zwischen 9 und 11 Prozent.(ES - 23.8.2019 - 18:00 Uhr)

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SNP Schneider-Neureither & Partner SE

Die SNP Schneider-Neureither & Partner SE hat heute einen Vertrag mit einem weltweit führenden IT- und Beratungsunternehmen mit Sitz in den USA abgeschlossen. Diese Gesellschaft weist zudem eine Präsenz in nahezu allen Ländern auf. Gegenstand des Vertrags ist die Nutzung von SNP-Software zur Durchführung von Transformationsprojekten durch das globale IT- und Beratungsunternehmen. Dabei hat sich das Unternehmen zu einer Mindestabnahme von SNP-Lizenzen in Höhe von 30 Mio. USD verpflichtet. Im laufenden Jahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatz- und Ergebnisbeitrag im oberen einstelligen Millionen-Eurobereich.(ES . 22.8.2019 - 17:00 Uhr)

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Bertrandt AG

Der Vorstand der Bertrandt AG hat für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 ein erhöhtes Risiko ausgemacht und dabei eine Neueinschätzung der Ergebniserwartung vorgenommen. Neben der generellen konjunkturellen Eintrübung machen sich hier auch branchenspezifische Herausforderungen negativ bemerkbar. Dies könnte zu kurzfristigen Projektverschiebungen führen. Nach drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres verzeichnete Bertrandt eine Steigerung der Gesamtleistung von 752,6 auf 784,9 Mio. Euro. Dagegen ging das EBIT von 49,4 auf 46,1 Mio. Euro zurück. Aufgrund des höheren Risikos ergibt sich die Möglichkeit, dass die EBIT-Marge im Gesamtjahr nur bei 5,0 bis 7,5 Prozent liegt. Zuvor hatte das Management mit einer Rendite zwischen 7,0 und 9,0 Prozent gerechnet. Dies entspricht jetzt einer EBIT-Erwartung zwischen 52,1 und 80,3 Mio. Euro. Die Gesamtleistung soll im Gesamtjahr unverändert um 20 bis 50 Mio. Euro zulegen.(ES - 22.8.2019 - 17:30 Uhr)

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Thema der Woche

Ausgabe_34_2019 | 21.08.2019

Smart Cities

Intelligente Investments für die Stadt von morgen

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Redaktionelles

Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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