KION Group AG

Die KION Group AG steigerte nach vorläufigen Zahlen den Auftragseingang in einem anspruchsvollen Umfeld um 5 Prozent auf rund 9,1 Mrd. Euro. Zu dieser positiven Entwicklung trugen beide Segmente bei. Damit übertraf KION die zuletzt abgegebene Prognose für den Auftragseingang von 8,25 bis 8,95 Mrd. Euro. Der Umsatz legte um fast 10 Prozent auf etwa 8,8 Mrd. Euro zu und übertraf damit ebenfalls die Erwartung von 8,15 bis 8,65 Mrd. Euro. Beim bereinigten EBIT verzeichnete die Gesellschaft einen Zuwachs von 8 Prozent auf rund 850 Mio. Euro. Allerdings verringerte sich die bereinigte EBIT-Marge dabei leicht von 9,9 auf 9,6 Prozent. Sehr erfreulich gestaltete sich die Entwicklung beim Free Cashflow, der sich um etwa 9 Prozent auf 565 Mio. Euro verbesserte. Im Segment Industrial Trucks & Services erhöhte sich der Auftragseingang um knapp 2 Prozent auf rund 6,3 Mrd. Euro. Bei einem Umsatzanstieg von 8 Prozent auf rund 6,4 Mrd. Euro kletterte das bereinigte EBIT auf rund 693 Mio. Euro. Das Segment Supply Chain Solutions wies beim Auftragseingang ein Wachstum von etwa 14 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro aus. Bei einem Umsatzwachstum von 16 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro erhöhte sich das bereinigte EBIT deutlich überproportional von 180 auf 228 Mio. Euro. Im laufenden Jahr soll die Wachstumsstrategie KION 2027 weiter vorangetrieben werden. Das Management plant dabei umfangreiche strategische Investitionen, die das bereinigte EBIT und den Free Cashflow in 2020 belasten werden.(ES - 17.1.2020 - 12:30 Uhr)

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innogy SE

Dem Vorstand der innogy SE ist ein konkretisiertes Verlangen der E.ON Verwaltungs SE zugegangen. Darin werde der Vorstand aufgefordert, eine außerordentliche Hauptversammlung zur Beschlussfassung über die Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der innogy SE auf die E.ON Verwaltungs SE gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung einzuberufen. Dabei soll die Verschmelzung der innogy SE auf die E.ON Verwaltungs SE beschlossen werden. Der Mehrheitsaktionäre hat die Barabfindung auf 42,82 Euro je innogy-Aktie festgelegt. Dies entspricht dem volumengewichteten Durchschnittskurs der innogy-Aktien für den Dreimonatszeitraum vor der Bekanntmachung der Absicht des Ausschlusses der Minderheitsaktionäre am 4. September 2019. Die außerordentliche Hauptversammlung zur Beschlussfassung ist für den 4. März 2020 vorgesehen. Sollte der Übertragungsbeschluss bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung der innogy SE noch nicht im Handelsregister eingetragen sein, plant der Mehrheitsaktionär lediglich die Ausschüttung einer Mindestdividende von 4 Prozent.(ES - 16.1.2020 - 20:00 Uhr)

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Singulus Technologies AG

Die Singulus Technologies AG hat heute einen Großauftrag aus China erhalten. Hierbei unterzeichnete die Gesellschaft Verträge mit der Bengbu Design and Research Institute of Glass Industry Co., Ltd., einer Tochtergesellschaft der China National Building Materials Group (CNBM). Der Auftrag umfasst die Lieferung von Anlagen zur Produktion von CIGS Solarmodulen am Standort Xuzhou. In der ersten Ausbaustufe beläuft sich das Auftragsvolumen auf über 50 Mio. Euro. In einer zweiten geplanten Ausbaustufe soll dann die finale Ausbringungsmenge der Fabrik von 300 MW erreicht werden. Die Singulus Technologies AG rechnet nun zeitnah mit dem Erhalt der Anzahlung für diesen Auftrag.(ES - 15.1.2020 - 15:00 Uhr)

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Redaktionelles

Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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