ISRA VISION AG

Nach den noch nicht testierten Zahlen verzeichnete die ISRA VISION AG im Geschäftsjahr 2017/18 eine Umsatzsteigerung von 7 Prozent auf 152,5 Mio. Euro. Zum Geschäftsjahresende lag der Auftragsbestand mit über 98 Mio. Euro auf Rekordniveau. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte sich das EBITDA um 14,0 Prozent auf 49,0 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich sogar um 18,0 Prozent auf 33,0 Mio. Euro. Bei einer Vorsteuermarge von 22 Prozent konnte die Gesellschaft die Ergebnisprognose deutlich übertreffen. Beim Ergebnis je Aktie kam die Gesellschaft um 13 Prozent auf 1,06 Euro voran. Angesichts der Entwicklung will das Unternehmen der Hauptversammlung eine Ausschüttung in ähnlicher Höhe wie für das vergangene Jahr vorschlagen. Das Segment Industrial Automation erreichte eine Umsatzsteigerung um 7 Prozent auf 39,8 Mio. Euro. Dabei kletterte das Segment-EBIT um 25 Prozent auf 9,4 Mio. Euro. Im Segment Surface Vision wies ISRA ein Umsatzplus von 7 Prozent auf 112,7 Mio. Euro aus. Dabei konnte die EBIT-Marge von 18 auf 19 Prozent ausgeweitet werden. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet das Management ein Wachstum bei Umsatz und Ertrag im niedrigen zweistelligen Bereich.(ES - 14.12.2018 - 9:00 Uhr

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RWE AG

Der Vorstand der RWE AG hat den Beschluss über eine mögliche Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien gefasst. Diese Umwandlung soll der ordentlichen Hauptversammlung am 3. Mai 2019 vorgeschlagen werden. Darüber hinaus muss der Beschluss auch in der direkt nachfolgenden gesonderten Versammlung der Vorzugsaktionäre gefasst werden. Der Vorschlag beinhaltet, dass sämtliche stimmrechtlosen Vorzugsaktien zwangsweise im Verhältnis 1:1 ohne Zuzahlung in stimmberechtigte Stammaktien gewandelt werden.(ES - 13.12.2018 - 14:00 Uhr)

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Deutsche Konsum REIT-AG

Die Deutsche Konsum REIT-AG hat im November und Dezember 5 weitere Einzelhandelsimmobilien erworben. Das Einkaufszentrum "Coens-Galerie" in Grevenbroich ist dabei mit rund 12.000 Quadratmetern das größte Objekt. Bei einem WALT von 4,5 Jahren bietet das Objekt eine Jahresmiete von 1,1 Mio. Euro. Da das Objekt derzeit einen Leerstand von rund 36 Prozent aufweist, sieht der Vorstand hier erhebliches Wertschöpfungspotenzial. Weiterhin wurde ein "toom"-Baumarkt in Ritterhude mit einer Fläche von 7.000 Quadratmetern und einer Miete von 0,5 Mio. Euro hinzugekauft. Des Weiteren erwarb die Gesellschaft ein Dienstleistungszentrum im Mecklenburg-Vorpommern mit einer Mietfläche von rund 6.100 Quadratmetern erworben. Das voll vermietete Objekt in Greifswald bietet eine jährliche Miete von mehr als 0,5 Mio. Euro. Die beiden weiteren, kleineren Objekte befinden sich in Lünen und Goslar. Zusammen generieren diese beiden Objekte eine Miete von etwa 0,6 Mio. Euro. Das Investitionsvolumen für sämtliche Objekte beläuft sich auf 28,8 Mio. Euro. Die Jahresmiete liegt dabei bei rund 2,7 Mio. Euro. Dadurch erhöht sich das Gesamtportfolio des Unternehmens auf 108 Objekte mit einer Mietfläche von über 635.000 Quadratmetern. Die dabei erzielte Jahresmiete beläuft sich auf rund 42 Mio. Euro.(ES - 12.12.2018 - 15:00 Uhr)

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Thema der Woche

Ausgabe 50 | 12.12.2018

Bilanz-Goodwill

297 Mrd. Euro Hoffnungswerte im DAX

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Redaktionelles

Enteignungsindustrie im Verfassungsgericht?

Es ist der Versuch die Aktionärsrechte zu beschneiden. Die Besetzung des obersten Verfassungsrichters. Ursprünglich sollte Günter Krings, Staatssekretär im Innenministerium, nominiert werden. Doch ihm fehlte die breite Unterstützung, sodass die CDU einen neuen Kandidaten präsentiert.

Eine Konzernlobby versucht, über die Einschleusung eines führenden Vertreters der Enteignungsindustrie ins Verfassungsgericht die Rechte der Kleinaktionäre zu kappen. Proteste der ES-Leser bei den Abgeordneten ihres Wahlkreises können dies ebenso verhindern wie seinerzeit den Entwurf zum Delisting. Doch die Zeit drängt, denn die Richterwahl soll bereits am Donnerstag (22.11.) aufgrund einer zu Sitzungsbeginn zu beschließenden Erweiterung der Tagesordnung erfolgen. Es soll wohl niemand mehr Zeit haben, es sich noch anders zu überlegen. Über den Link https://www.bundestag.de/service/formular/contactform?mdbId=523064 kann man allen Mitgliedern des Deutschen Bundestages direkt eine Nachricht senden.

 

 

 

 

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Infas will stark wachsen und zahlt wieder Dividende

Sommerliches Wetter und gute Laune prägten die diesjährige Hauptversammlung der infas Holding AG in Bonn. Alleinvorstand Menno Smid konnte den Aktionären für 2017 abermals Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis präsentieren. So kletterten die Erlöse deutlich auf 29,3 (22,7) Mio. €. Das Ebit hat sich auf 3,14 (1,7) Mio. € annähernd verdoppelt. Unter dem Strich ergibt sich ein Jahresüberschuss von 1,88 (0,21) Mio. € oder 0,21 € je Aktie. Die Aktionäre dürfen sich somit wieder nach 2015  auf eine Dividende von 0,07 € freuen.

Auch in den kommenden Jahren will infas weiter deutlich wachsen. Neben den organischen Wachstumschancen kündigte Vorstandschef Smid an, auch alle anderen Optionen (wie etwa Akquisitionen) ins Auge zu fassen. Zu diesem Zweck wird derzeit eine Wachstumsstrategie ausgearbeitet, die mit Unterstützung des vom Aufsichtsrat derzeit gesuchten Finanzvorstandes in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll. Geplant ist dabei auch die Erschließung weiterer Marktsegmente, die bislang noch nicht gezielt bearbeitet wurden.  Dazu gehören etwa die Bereiche Medien und Verlage, Banken und Versicherungen sowie die pharmazeutische Industrie. Auf diese Weise soll sich der Umsatz bis zum Jahr 2021 auf rund 50 Mio. € erhöhen. Über das rein organische Wachstum im bisherigen Geschäft läge das Umsatzpotenzial bei rund 35 bis 36 Mio. €. Laut CEO Smid ist es erklärtes Ziel, „erster Mittelständler“ im Markt hinter den Big Four der Branche zu werden. Da er seinen Ende 2018 auslaufenden Vertrag um weitere drei Jahre bis Ende 2021 verlängern möchte, könnte der langjährige infas-Chef die angekündigte Wachstumsstrategie persönlich umsetzen.

Angesichts der weiterhin positiven Aussichten und der erfreulichen Kursentwicklung in den letzten Monaten verwundert es wenig, dass alle HV-Beschlüsse einstimmig gefasst wurden, darunter auch die Wiederwahl des Aufsichtsrates. Das Kontrollgremium besteht damit weiterhin aus Frau Susanne Neuschäffer als Vertreterin der Großaktionärin Effecten-Spiegel AG (20,4 %) sowie den Herren Dr. Oliver Krauß (Vorsitzender) und Hans-Joachim Riesenbeck (stv. Vorsitzender).

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Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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Thema der Woche