Aumann AG

Die Aumann AG bleibt auch nach drei Quartalen des Geschäftsjahres 2018 auf Wachstumskurs. So erhöhte sich der Umsatz in diesem Zeitraum um 51,1 Prozent auf 212,0 Mio. Euro. Besonders erfreulich entwickelte sich dabei das Segment E-mobility mit einem Zuwachs der Erlöse um 94,4 Prozent auf 78,4 Mio. Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich auf Konzernebene um 57,4 Prozent auf 23,7 Mio. Euro. Der Auftragsbestand zum Quartalsende belief sich auf 196,2 Mio. Euro, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 54,3 Prozent entsprach. Hinzu kamen zu Beginn des vierten Quartals weitere 20 Mio. Euro aus Nominierungen durch neue asiatische Kunden. Daneben wies Aumann zum Quartalsende liquide Mittel von rund 90 Mio. Euro aus. Damit sieht sich das Unternehmen hervorragend gerüstet, den Wachstumskurs fortzusetzen. Auf dieser Basis bekräftigte der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr 2018.(ES - 16.11.2018 - 14:00 Uhr)

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Bastei Lübbe AG

Die Bastei Lübbe AG verzeichnete in den ersten 6 Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 (bis 30. September) einen Umsatzrückgang von 69,1 auf 46,5 Mio. Euro. Bereinigt um den aufgegebenen Geschäftsbereich "Retail" verringerten sich die Erlöse aufgrund der programmbedingten Schwankungen in den Segmenten "Buch" und "Digital" um rund 15 Prozent. Eine erfreuliche Entwicklung zeigte das Label LYX, unter dem Bastei Lübbe moderne Frauenunterhaltung publiziert. Das EBIT konnte dagegen mit minus 39 TEUR nahezu ausgeglichen gestaltet werden. Vor Jahresfrist lag das EBIT noch bei minus 263 TEUR. Nach Steuern verbesserte sich das Ergebnis im ersten Halbjahr von minus 2,0 auf minus 0,7 Mio. Euro. Eine deutliche Steigerung von minus 3,1 auf plus 2,3 Mio. Euro erfuhr der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Auf dieser Basis bekräftigte der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr. Diese sieht einen Umsatz von rund 95 Mio. Euro. Dabei rechnet das Management das EBIT zumindest am unteren Ende der Prognosespanne von 0,5 bis 2,0 Mio. Euro zu erreichen.(ES - 15.11.2018 - 10:00 Uhr)

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Biotest AG

In den ersten drei Quartalen erwirtschaftete die Biotest AG aus fortgeführten Aktivitäten ein Umsatzplus von 10,1 Prozent auf 289,6 Mio. Euro. Dabei konnte die Gesellschaft in allen Regionen eine positiven Umsatzentwicklung vermelden. Das EBIT kehrte mit 5,1 Mio. Euro in die schwarzen Zahlen zurück. Im Vorjahr war das EBIT von minus 33,9 Mio. Euro durch den Humanalbuminrückruf belastet. Im Zusammenhang mit der Mehrheitsbeteiligung der Tiancheng (Germany) Pharmaceutical Holdings AG unterzeichnete Biotest einen Vertrag über den Verkauf seiner US-Gesellschaften Biotest Pharmaceuticals Corporation und Biotest US Corporation. Nachdem die amerikanische Wettbewerbsbehörde dem Verkauf zustimmte, konnte am 31. Juli 2018 der Verkauf der Gesellschaften an die Grifols Shared Services North America vollzogen werden. Aus dem Verkaufspreis von 286 Mio. USD resultierte im Bereich der nicht fortgeführten Aktivitäten ein Veräußerungsgewinn von 162,4 Mio. Euro. Das EBIT im Bereich der nicht fortgeführten Aktivitäten belief sich auf 196,5 Mio. Euro. So verbesserte sich das Ergebnis nach Steuern in der Gruppe von minus 22,2 auf 190,9 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich entsprechend von minus 0,57 Euro auf jetzt 4,81 Euro. Im Gesamtjahr erwartet der Vorstand im Bereich der fortgeführten Aktivitäten einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das EBIT der fortgeführten Aktivitäten sieht das Management in einer Größenordnung von 10 bis 12 Mio. Euro.(ES - 14.11.2018 - 9:00 Uhr)

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Börsenparkett intern

Redaktionelles

Infas will stark wachsen und zahlt wieder Dividende

Sommerliches Wetter und gute Laune prägten die diesjährige Hauptversammlung der infas Holding AG in Bonn. Alleinvorstand Menno Smid konnte den Aktionären für 2017 abermals Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis präsentieren. So kletterten die Erlöse deutlich auf 29,3 (22,7) Mio. €. Das Ebit hat sich auf 3,14 (1,7) Mio. € annähernd verdoppelt. Unter dem Strich ergibt sich ein Jahresüberschuss von 1,88 (0,21) Mio. € oder 0,21 € je Aktie. Die Aktionäre dürfen sich somit wieder nach 2015  auf eine Dividende von 0,07 € freuen.

Auch in den kommenden Jahren will infas weiter deutlich wachsen. Neben den organischen Wachstumschancen kündigte Vorstandschef Smid an, auch alle anderen Optionen (wie etwa Akquisitionen) ins Auge zu fassen. Zu diesem Zweck wird derzeit eine Wachstumsstrategie ausgearbeitet, die mit Unterstützung des vom Aufsichtsrat derzeit gesuchten Finanzvorstandes in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll. Geplant ist dabei auch die Erschließung weiterer Marktsegmente, die bislang noch nicht gezielt bearbeitet wurden.  Dazu gehören etwa die Bereiche Medien und Verlage, Banken und Versicherungen sowie die pharmazeutische Industrie. Auf diese Weise soll sich der Umsatz bis zum Jahr 2021 auf rund 50 Mio. € erhöhen. Über das rein organische Wachstum im bisherigen Geschäft läge das Umsatzpotenzial bei rund 35 bis 36 Mio. €. Laut CEO Smid ist es erklärtes Ziel, „erster Mittelständler“ im Markt hinter den Big Four der Branche zu werden. Da er seinen Ende 2018 auslaufenden Vertrag um weitere drei Jahre bis Ende 2021 verlängern möchte, könnte der langjährige infas-Chef die angekündigte Wachstumsstrategie persönlich umsetzen.

Angesichts der weiterhin positiven Aussichten und der erfreulichen Kursentwicklung in den letzten Monaten verwundert es wenig, dass alle HV-Beschlüsse einstimmig gefasst wurden, darunter auch die Wiederwahl des Aufsichtsrates. Das Kontrollgremium besteht damit weiterhin aus Frau Susanne Neuschäffer als Vertreterin der Großaktionärin Effecten-Spiegel AG (20,4 %) sowie den Herren Dr. Oliver Krauß (Vorsitzender) und Hans-Joachim Riesenbeck (stv. Vorsitzender).

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Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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