Manz AG

Die Manz AG passt ihre Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2019 auf Basis der Zahlen für die ersten 9 Monate und der aktualisierten Planung für die restlichen Monate an. Bisher war das Management von einem Umsatz leicht unter dem Vorjahresniveau und einer EBITDA-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Die EBIT-Marge sahen die Verantwortlichen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Nach der Neueinschätzung erwartet der Vorstand nun bei einem leicht rückläufigen Umsatz eine EBITDA-Marge im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Beim EBIT erwartet der Vorstand jetzt einen negativen Wert im oberen einstelligen Millionenbereich.(ES - 11.11.2019 - 16:00 Uhr)

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PVA TePla AG

Die PVA TePla AG steigerte den Umsatz in den ersten drei Quartalen 2019 um 38 Prozent auf 96,2 Mio. Euro. Sehr erfreulich entwickelte sich der Bereich Semiconductor Systems mit einem Plus von rund 50 Prozent auf 62,6 Mio. Euro. Aber auch der Bereich Industrial Systems verzeichnete ein Wachstum von 22 Prozent auf 33,6 Mio. Euro. Das EBITDA verbesserte sich sogar um 40 Prozent auf 11,9 Mio. Euro. Der Auftragseingang erhöhte sich in den ersten drei Quartalen um knapp 9 Prozent auf 110,9 Mio. Euro. Davon entfielen 70,8 Mio. Euro auf den Bereich Semiconductor Systems und 40,0 Mio. Euro auf das Segment Industrial Systems. Durch den positiven Auftragseingang kletterte der Auftragsbestand um 12 Prozent auf 185,7 Mio. Euro. Angesichts der bisherigen Entwicklung und den bestehenden Aussichten erhöht der Vorstand die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2019 von 125 auf 130 Mio. Euro. Das EBITDA sieht das Management nun im Bereich von 16,0 Mio. Euro nach zuvor 15,0 Mio. Euro. Auch in 2020 erwartet der Vorstand ein substanzielles Umsatz- und Ergebniswachstum.(ES - 8.11.2019 - 17:00 Uhr)

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DEUTZ AG

Die DEUTZ AG verbuchte in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2019 einen Auftragseingang von 1,32 Mrd. Euro. Gegenüber dem starken Vorjahr bedeutete dies einen Rückgang um 15,1 Prozent. Ein verändertes Bestellverhalten und eine konjunkturelle Abkühlung wirkten sich dämpfend aus. Im dritten Quartal sank der Auftragseingang um 20,0 Prozent auf 361,9 Mio. Euro. Mit knapp 156.000 Motoren lag der Absatz in etwa auf dem Vorjahresniveau. Der Umsatz verbesserte sich jedoch um 6,4 Prozent auf 1,38 Mrd. Euro. Wachstumstreiber waren die Bereiche Material Handling, die Landtechnik und das Servicegeschäft. Regional betrachtet entwickelten sich besonders die Regionen Asien/Pazifik und Amerika sehr erfreulich. Das EBIT vor Sondereffekten legte sogar um 50,8 Prozent auf 69,2 Mio. Euro zu. Inklusive des Veräußerungsgewinns für ein kleines Teilgrundstück in Höhe von 9,3 Mio. Euro belief sich das ausgewiesene EBIT auf 78,5 Mio. Euro, was gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 71,0 Prozent bedeutete. Dadurch erhöhte sich auch die EBIT-Marge von 3,5 auf 5,7 Prozent. Im Finanzergebnis musste jedoch eine Wertminderung auf ein ausgereichtes Darlehen über 9,4 Mio. Euro verkraftet werden. Trotzdem stieg das Konzernergebnis um 53,7 Prozent auf 54,7 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich entsprechend von 0,29 auf 0,45 Euro. Auf Basis dieser Zahlen hat der Vorstand seine Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt. Demnach erwartet er eine Umsatzsteigerung auf mindestens 1,8 Mrd. Euro und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten zwischen 4 und 5 Prozent.(ES - 7.11.2019 - 10:00 Uhr)

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Thema der Woche

Ausgabe_45_2019 | 06.11.2019

Das Comeback

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Redaktionelles

Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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