TOM TAILOR Holding SE

Die TOM TAILOR Holding SE passt ihre Umsatz- und Ergebnisschätzung für das Geschäftsjahr 2018 nach unten an. Der lange und heiße Sommer und damit der späte Start in die Herbst-Winter-Saison haben die Umsatz- und Ergebnisentwicklung negativ beeinflusst. Der durch die RESET-Maßnahmen erwartete leichte Rückgang des Umsatzes für das Geschäftsjahr 2018 kann deshalb nicht so stark abgefedert werden wie zunächst erwartet. Während sich die Kernmarke TOM TAILOR am Markt weiter gut behauptet, verzeichnete die Marke BONITA einen schwachen Start. Auch die Modernisierung dieser Marke nimmt mehr Zeit in Anspruch als erwartet. Aufgrund dessen erwartet der Vorstand im Gesamtjahr nun einen Umsatzrückgang auf 840 bis 860 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge soll dabei zwischen 7,5 und 8,5 Prozent liegen. Ursprünglich war das Management von einer EBITDA-Marge in Höhe von 10 Prozent ausgegangen. Angesichts der aktuellen Geschäftsentwicklung von BONITA wird die Werthaltigkeit der Beteiligung sowie der Markenwert grundlegend überprüft.

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CECONOMY AG

Aufgrund der aktuellen Geschäftsentwicklung passt der Vorstand der CECONOMY AG die Prognose für das Gesamtjahr an. Beim Umsatz rechnet das Management im Geschäftsjahr 2017/18 unverändert mit einem leichten Wachstum. Die Anpassung der Ergebnisprognose ist maßgeblich auf eine schwächer als erwartete Geschäftsentwicklung in Deutschland im vierten Quartal zurückzuführen. Auch die Geschwindigkeit bei der Umsetzung der strategischen Initiativen in Deutschland blieb hinter den Erwartungen zurück. So erwartet der Vorstand nun ohne Berücksichtigung der Ergebnisbeiträge aus der Beteiligung an Fnac Darty S.A. ein EBITDA zwischen 680 Mio. EUR und 710 Mio. Euro. Im Vorjahr lag der Wert bei 714 Mio. Euro vor Sonderfaktoren. Das EBIT soll dann in einer Größenordnung von 460 bis 490 Mio. Euro liegen. Hier hatte die Gesellschaft im Vorjahr 494 Mio. Euro erwirtschaftet. Bisher hatte CECONOMY für das Gesamtjahr eine Steigerung von EBITDA und EBIT im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich prognostiziert.

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Zalando SE

Die Zalando SE hat ihre Prognose für das Gesamtjahr 2018 nach unten angepasst. Demnach haben der lange und außergewöhnlich heiße Sommer sowie ein verspäteter Start in die Herbst/Winter-Saison das Umsatzwachstum und das bereinigte EBIT belastet. Im dritten Quartal geht der Vorstand nun von einer Entwicklung deutlich unterhalb der Analystenschätzungen aus. Diese sehen durchschnittlich ein Umsatzwachstum von 19,8 Prozent und ein bereinigtes EBIT von minus 2 Mio. Euro. Im Gesamtjahr rechnet Zalando nun mit einem Umsatzwachstum am unteren Ende der bisher angestrebten Spanne von 20 bis 25 Prozent. DAs bereinigte EBIT erwartet der Vorstand nun in einer Größenordnung von 150 bis 190 Mio. Euro. Zuvor hatte das Management mit einem Wert am unteren Ende des Zielkorridors von 220 bis 270 Mio. Euro gerechnet. Dagegen bleiben die Prognosen für Investitionen und das Nettoumlaufvermögen unverändert. Trotz der angepassten Prognose wachse Zalando immer noch schneller als der Modemarkt.

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Thema der Woche

Ausgabe 38 | 19.09.2018

Verkehrte Welt

Die Deutschen sparen sich arm

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Für Anleger, die gern am Kapitalmarkt mit dabei sein wollen, aber das Risiko der Direktanlage scheuen, gibt es die Discount-Zertifikate und Protect-Discount-Zertifikate. Was ist ihnen gemeinsam und worin unterscheiden sie sich?

Zertifikate sind börsennotierte Wertpapiere, deren eigener Preis indirekt aus den Kursbewegungen anderer Vermögenswerte abgeleitet wird. Diese sog. Basiswerte können Börsenindizes, Aktien, Rohstoffe oder auch Anleihen sein. 

Schon 1995 wurden die ersten Discount-Zertifikate begeben, mittlerweile gibt es rund 180.000. Das Besondere bei diesen Discount-Zertifikaten ist, dass der Basiswert billiger erworben werden kann. Discount-Zertifikate bieten also einen Preisnachlass (Discount) auf den Kauf des Basiswertes. Im Gegenzug für diesen Preisnachlass nimmt der Anleger jedoch eine Gewinnbegrenzung in Kauf, die im Fachjargon als Cap bezeichnet wird. Wie hoch der Abschlag (Discount) ist, hängt wiederum von der zugrundeliegenden Aktie oder Index, aber auch von den Ausstattungsmerkmalen des Discount-Zertifikats ab. Grob lassen sich folgende Aussagen zum Abschlag machen: Er steigt mit der Laufzeit des „Discounters“ und mit der Schwankungsintensität (Volatilität) des Basiswertes. 

Ein Beispiel verdeutlicht die Konstruktion: Ein Discount-Zertifikat auf Osram mit einer Laufzeit bis Dezember 2019 hat einen Cap von 40,00 Euro. Das Zertifikat notiert aktuell bei 33,47 Euro und die Aktie bei 38,89 Euro. Für den Zertifikate-Käufer bedeutet dies, dass der Gewinn auf maximal 40,00 Euro begrenzt ist. Steigt also Osram um rund 2,9 % auf 40,00 Euro würde der Zertifikate-Besitzer ebenfalls 40,00 Euro erhalten, hätte dann aber 19,5 (40/33,47-1) % verdient. Die sogenannte Maximalrendite beträgt also momentan 19,5 %. Was passiert aber, wenn sich die Aktie bis Dezember 2019 per Saldo nicht bewegt und bei 38,89 Euro stagniert. In diesem Fall beträgt die Rückzahlung für das Discount-Zertifikat ebenfalls 38,89 Euro. Der Gewinn würde dann 16,2 (38,89/
33,47-1) % betragen. Da sich die Aktie nur seitwärts bewegt hat, nennt man diese Kennzahl auch Seitwärtsrendite. Nur am Rande: Die Maximalrendite ist immer dann höher als die Seitwärtsrendite, wenn die Aktie unterhalb des Caps notiert.

Ab welchem Kurs wäre der Aktienkauf besser? Da der Discount-Käufer maximal 19,5% erlösen kann, müsste die Aktie ebenfalls mindestens um diesen Wert auf dann 46,48 Euro (sogenannter Outperformance-Punkt) steigen. Wer also der Meinung ist, dass Osram in den nächsten knapp 17 Monaten nicht über 46,48 Euro steigt, ist mit dem Kauf des Discount-Zertifikats besser bedient.

Natürlich kann es auch passieren, dass die Kurseinschätzung komplett falsch ist und sich Osram nach unten bewegt. In diesem Fall schützt der Discount, denn erst unterhalb des Kaufpreises des Discounters von 33,47 Euro beginnt am Laufzeitende die Verlustzone für den Käufer. Das bedeutet, dass die Aktie zunächst um 13,9 % fallen kann, bevor der Discount-Käufer einen Verlust befürchten muss.

Bei vielen Anlegern weitaus beliebter sind sogenannte Aktien- oder Index-Anleihen, bei denen die Rückzahlung von der Wertentwicklung des Basiswertes abhängt, zusätzlich aber ein davon unabhängiger Zins gezahlt wird. Discount-Zertifikate sind im Grunde genommen nichts anderes als Aktien-Anleihen mit einer Verzinsung von Null Prozent. Viel wichtiger ist aber, dass sich zeigen lässt, dass Aktien-Anleihen nur dann besser als Discount-Zertifikate sind, wenn sich statt der Seitwärts- oder moderaten Aufwärtstendenz eine Abwärtsbewegung einstellt. Da dies aber eigentlich nicht der ursprünglichen Anlageintention entspricht, ist es fraglich, warum ein Anleger einen Renditeverzicht hinnehmen soll, wenn sein Szenario eintrifft, er aber etwas besser gestellt ist, wenn es dagegen „nach unten“ geht. 

Die Emittenten haben aber auch für den Fall, dass die Wertentwicklung des Basiswertes nach unten gerichtet ist, Produkte entwickelt, die zumindest einen Teilschutz besitzen. Diese Zertifikate haben meistens den Namenszusatz „Protect“. Identisch hierzu sind Produkte, die „BonusCap“ bzw. „Capped Bonus-Zertifikate“ heißen. 

Bei diesen Protect-Discount-Zertifikaten wird durch eine zusätzliche Option verhindert, dass bei einem Kursrückgang von z.B. 15 % bereits Verluste für den Anleger entstehen. Eines ist jedoch klar: Dieser zusätzliche Schutz kostet Geld und mindert damit die Rendite.

Auch hier verdeutlicht ein Beispiel die Funktionsweise: Ein Capped Bonus-Zertifikat mit Laufzeit bis Dezember 2019 hat ebenfalls einen Maximalbetrag von 40,00 Euro. Die Barriere liegt bei 28,00 Euro. D.h. der Anleger erhält am Laufzeitende immer 40,00 Euro zurück, wenn die Osram-Aktie die Kursschwelle von 28,00 Euro nie berührt. Bei einem aktuellen Preis von 35,36 Euro ergibt sich ein maximaler Gewinn von 13,1 %. Dieser maximale Gewinn wird auch dann ausgezahlt, wenn die Anteilsscheine von Osram nicht unter 28,00 Euro fallen. Wird die Barriere allerdings verletzt, verwandelt sich das Produkt in ein klassisches Discount-Zertifikat mit einem Cap von 40,00 Euro. In diesem Fall entspricht der Gewinn bzw. Verlust etwa 1:1 der Wertentwicklung von Osram, allerdings mit der Gewinndeckelung bei 40,00 Euro.

Die Grafik zeigt, dass die zusätzliche Sicherheit eine Renditeeinbuße von über 6 % mit sich bringt, das Risiko aber bei einer Fehleinschätzung zunächst abgefedert wird. Am Rande erwähnt: Um eine vergleichbare Performance wie beim klassischen Discount-Zertifikat zu erzielen, müsste man die Barriere auf mindestens 30,00 Euro erhöhen. Der Barriereabstand wäre damit aber deutlich knapper.

Bei einem Discount-Zertifikat liegt der Gewinn innerhalb einer gewissen Bandbreite. Kurseinbrüche werden begrenzt, Kurssteigerungen aber auch. Mit Protect-Discount-Zertifikaten sichert man sich vor Kurseinbrüchen ab, auf Kosten der Rendite. Mit beiden Produkten können Anleger die Höhe ihres Risikos selbst bestimmen und sicher in einer gewissen Bandbreite am Markt dabei sein.

Vergleich von Discount-Zertifikat und Protect-Discount-Zertifikat mit ähnlichen Ausstattungen auf Osram

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Das Energiekonzept der deutschen Bundesregierung hat in den letzten zehn Jahren so oft die Richtung gewechselt, dass nicht nur die deutschen Stromerzeuger zeitweise die Orientierung verloren hatten. Seitdem der Atomausstieg aber beschlossene Sache ist, beginnt die Neuordnung der Energieversorger. Es geht darum, schnell wieder den Anschluss zu finden und damit endlich die Verlustjahre hinter sich zu lassen. Dafür gehen die ehemaligen Konkurrenten E.on und RWE schon mal gemeinsame Wege. 

Erst vor zwei Jahren hatte RWE seine Tochter Innogy an die Börse gebracht. Diese meldete soeben für das H1 2018 ein um Sondereffekte bereinigtes Ebit von 1,5 Mrd. Euro. Innogy blieb damit unter dem Vorjahreswert und musste auch in der Ökostrom- sowie dem Netzgeschäft Federn lassen, bestätigte aber die Jahresprognose eines bereinigten Ebits von 2,7 Mrd. Euro. Innogy ist mit 22 Mio. Kunden ein Filetstück, das die beiden Energieriesen E.on und RWE nun unter sich aufteilen wollen. E.on soll das Netzgeschäft und den Stromvertrieb bekommen, RWE die erneuerbaren Energien unter einem Dach vereinen. Dazu werden Geschäftsbereiche und Vermögenswerte ausgetauscht. E.on wird z.B. die verbliebenen deutschen Kernenergiebeteiligungen an RWE verkaufen. RWE wird mit knapp 17 % größter E.on-Aktionär.

In einem ersten Schritt soll E.on Innogy komplett übernehmen. 76,8 % bekommt E.on von RWE direkt. Da E.on mit diesem Paket auch die Kontrolle über Innogy erhält, wäre ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre fällig. Um dem zuvorzukommen, hat E.on ein freiwilliges Übernahmeangebot unterbreitet und den Innogy-Aktionären 36,76 Euro je Anteilsschein für ihren Ausstieg geboten. Hinzu kommt noch die im Jahr 2019 zahlbare Dividende von 1,64 Euro, wodurch sich das Angebot auf 38,40 Euro erhöht. 

Doch der Streubesitz zeigte sich wenig begeistert, das Einsammeln der Aktien lief schleppend. Obwohl die Annahmefrist noch einmal verlängert wurde, waren am Ende gerade mal 9,4 % aller Innogy-Aktien angedient worden. Sobald das Übernahmeangebot wirksam wird (womit „nicht vor Mitte 2019“ zu rechnen ist), erhält jeder Inhaber für seine zum Verkauf angedienten Innogy-Aktien 36,76 Euro pro Aktie auf sein Konto. Bis dahin werden die zum Verkauf angedienten Innogy-Aktien (ISIN: DE000A2LQ2L3, s. Chart) weiter an der Börse gehandelt, ebenso wie die nicht angedienten Aktien (ISIN: DE000A2AADD2, s. Chart). 

Zusammen mit dem Paket, das E.on direkt von RWE erhält, kommt E.on zwar bei Innogy auf insgesamt 86,2 % am Grundkapital, verfehlt damit aber die wichtige Schwelle von 90 %. Für einen umwandlungsrechtlichen Squeeze-out reicht es damit nicht. Um trotzdem den Durchgriff auf Innogy zu bekommen, bleiben zwei Alternativen: 

1.) E.on schließt mit Innogy einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BuGV) ab. 

2. ) Die Verschmelzung von Innogy und E.on auf eine neue Gesellschaft.

Für die Minderheitsaktionäre sind beide Alternativen lukrativ. Bei einer Verschmelzung würden die Innogy-Aktionäre auch Aktien der neuen Gesellschaft bekommen. Diese Option ist für E.on aber viel komplizierter und zeitaufwendiger, schon allein deshalb, weil beide Unternehmen bewertet werden müssten. Ein BuGV ist dagegen einfacher umzusetzen und bereits auch in der Angebotsunterlage vorgesehen. Die für den Abschluss eines solchen Vertrages notwendige Stimmrechtsmehrheit von 75 % wird mit 86,2 % (s.o.) ebenfalls erfüllt. Anleger können dann wählen, ob sie ihre Aktien gegen eine Barabfindung verkaufen oder aber behalten und dafür eine jährliche Garantiedividende kassieren (vgl. ES 29/18). Ein BuGV wäre jedoch nur eine Übergangslösung, denn wie sich aus der Angebotsunterlage ergibt, strebt E.on bei Innogy an, „innerhalb der rechtlich vorgegebenen Grenzen einen möglichst weitgehenden beherrschenden Einfluss ausüben zu können und/oder eine nach Vollzug des Übernahmeangebots etwaig verbleibende Minderheitsbeteiligung an der innogy SE gegebenenfalls auch ganz zu beseitigen“. 

Im Klartext heißt das, man will die Minderheitsaktionäre ganz loswerden. Dieser Weg führt aber nur über einen Squeeze-out. Also wird E.on weiter Aktien einsammeln, was den Kurs der Innogy-Aktien nach unten absichert und die monatlichen Durchschnittskurse in dem Papier hoch hält. 

Sollte E.on innerhalb von 12 Monaten nach Veröffentlichung der ersten Angebotsunterlage Innogy-Aktien zu einem höheren Preis als den Übernahmepreis erwerben, so müsste der Konzern nach § 31 Abs. 4 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) sein Übernahmeangebot nachbessern. Der Essener Stromanbieter selbst hat in der Angebotsunterlage diese Frist „freiwillig“ bis Ende 2019 verlängert. In Ziffer 4.2 (ii) verpflichtet er sich zur Zahlung einer entsprechenden Nachbesserung gegenüber jenen Innogy-Aktionären, die das Angebot angenommen haben. Dies wäre auch Grundlage für jedes neue Angebot.

Am Markt wird schon seit geraumer Zeit auf ein lukratives Barabfindungsangebot spekuliert. Das zeigt auch die geringe Annahmequote bei dem gerade abgeschlossenen Übernahmeangebot. Zwar hat E.on-Vorstand Johannes Teyssen in einem Interview versucht, die Erwartungen bei einem zukünftigen Angebot zu dämpfen, indem er beteuerte, man wolle die „volle Kontrolle über Innogy“ ohne einen erhöhten Übernahmepreis, was aber letztlich die Spekulationen nur noch weiter befeuerte. Schließlich hat er gleichzeitig die Konzernabsichten zur vollständigen Übernahme bestätigt. 

Im Grundsatz wird eine solche Übernahme auch kartellrechtlich nicht in Frage stehen, auch wenn sie mit Auflagen verknüpft sein wird. Da sich die Großkonzerne nach eigener Aussage schon seit Längerem „in informellen Vorgesprächen“ mit dem Bundeskartellamt befinden, ist davon auszugehen, dass hier bereits die politischen und kartellrechtlichen Eckpunkte abgeklärt wurden. Angesichts der Tragweite der Transaktion wird aber auch die Europäische Kommission ein Wörtchen mitzureden haben.

Innogy-Aktionäre können geduldig abwarten, welche weiteren Schritte E.on einleiten wird, um das Filetstück Innogy ganz zu bekommen. Für sie sollte dabei auf jeden Fall noch mehr abfallen.

 

 

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Als Angela Merkel im Februar endlich ihr Kabinett vorstellte, begründete sie die Ämterbesetzung u.a. damit, dass sich zunächst junge Kräfte bewähren und „ihren Erfahrungsschatz erweitern“ sollten. Damit machte die Regierungschefin deutlich, dass es nicht in erster Linie um Fachkompetenz, ökonomischen Sachverstand oder Berufserfahrung in ihrem Kabinett geht. Um einen der begehrten Sessel am Kabinettstisch im Bundeskanzleramt zu ergattern, muss man vielmehr jung und/oder Frau sein und möglichst noch eine politische Laufbahn im richtigen Parteiflügel hinter sich haben. So hatte die Forschungs- und Bildungsministerin Anja Karliczek mit Forschung bisher ebenso wenig zu tun wie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil mit der Arbeitswelt außerhalb der Politik. Deshalb will der Politologe und Soziologe nun unter Leitung von Staatssekretär Björn Böhning eine eigene „Denkfabrik“ für die Arbeitswelt der Zukunft im Bundesarbeitsministerium schaffen. Der Diplom-Politologe Böhning hat aber ebenso wenig Ahnung vom Berufsleben wie sein Chef oder etwa Außenminister Heiko Maas. Dieser ist zwar studierter Jurist, hat aber seinen Beruf nie ausgeübt. Auch Verkehrsminister Andreas Scheuer hatte durch Studium und Promotion gar keine Zeit zum Arbeiten außerhalb der Politik. Selbst Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat nur kurz an der Uni gearbeitet, bevor er EU-Beamter wurde und vor 24 Jahren dann Mitglied im Bundestag. 

Es waren Weltökonomen wie Ludwig Erhard und kompromisslose Macher wie Helmut Schmidt, die Deutschland zu Größe und Wohlstand führten. Wo wird Deutschland in 30 Jahren stehen, wenn heute die Regierenden ihren Job erst im Amt lernen?

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Redaktionelles

Infas will stark wachsen und zahlt wieder Dividende

Sommerliches Wetter und gute Laune prägten die diesjährige Hauptversammlung der infas Holding AG in Bonn. Alleinvorstand Menno Smid konnte den Aktionären für 2017 abermals Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis präsentieren. So kletterten die Erlöse deutlich auf 29,3 (22,7) Mio. €. Das Ebit hat sich auf 3,14 (1,7) Mio. € annähernd verdoppelt. Unter dem Strich ergibt sich ein Jahresüberschuss von 1,88 (0,21) Mio. € oder 0,21 € je Aktie. Die Aktionäre dürfen sich somit wieder nach 2015  auf eine Dividende von 0,07 € freuen.

Auch in den kommenden Jahren will infas weiter deutlich wachsen. Neben den organischen Wachstumschancen kündigte Vorstandschef Smid an, auch alle anderen Optionen (wie etwa Akquisitionen) ins Auge zu fassen. Zu diesem Zweck wird derzeit eine Wachstumsstrategie ausgearbeitet, die mit Unterstützung des vom Aufsichtsrat derzeit gesuchten Finanzvorstandes in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll. Geplant ist dabei auch die Erschließung weiterer Marktsegmente, die bislang noch nicht gezielt bearbeitet wurden.  Dazu gehören etwa die Bereiche Medien und Verlage, Banken und Versicherungen sowie die pharmazeutische Industrie. Auf diese Weise soll sich der Umsatz bis zum Jahr 2021 auf rund 50 Mio. € erhöhen. Über das rein organische Wachstum im bisherigen Geschäft läge das Umsatzpotenzial bei rund 35 bis 36 Mio. €. Laut CEO Smid ist es erklärtes Ziel, „erster Mittelständler“ im Markt hinter den Big Four der Branche zu werden. Da er seinen Ende 2018 auslaufenden Vertrag um weitere drei Jahre bis Ende 2021 verlängern möchte, könnte der langjährige infas-Chef die angekündigte Wachstumsstrategie persönlich umsetzen.

Angesichts der weiterhin positiven Aussichten und der erfreulichen Kursentwicklung in den letzten Monaten verwundert es wenig, dass alle HV-Beschlüsse einstimmig gefasst wurden, darunter auch die Wiederwahl des Aufsichtsrates. Das Kontrollgremium besteht damit weiterhin aus Frau Susanne Neuschäffer als Vertreterin der Großaktionärin Effecten-Spiegel AG (20,4 %) sowie den Herren Dr. Oliver Krauß (Vorsitzender) und Hans-Joachim Riesenbeck (stv. Vorsitzender).

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Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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Thema der Woche