Vorbei die Zeiten, in denen Geld noch einen Wert hatte, und der Preis für das Geld der Zins war. Sparbuch, Tagesgeld und Co. werfen kaum noch etwas ab. Seitdem die Zinsen im Euroraum quasi abgeschafft wurden, herrscht Zinsebbe. Na und? An der Börse lässt sich immer Geld verdienen!

„Die Risikoscheu ihrer Bürger nutzen Staaten seit jeher, um sich von der Schuldenlast zu befreien. Dazu bedienen sie sich verschiedener Maßnahmen. Das beliebteste Instrument sind negative Realzinsen“, schrieb der Effecten-Spiegel schon in seiner ersten Ausgabe des Jahres 2013. Da lag der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) noch bei 0,75 % und somit drei Jahre weit entfernt von der magischen Null, die seit 2016 gilt. Bei einer Inflationsrate von aktuell knapp 1,5 % verlieren die Sparer Tag für Tag Geld. Obwohl mit steigenden Zinsen frühestens ab 2020 zu rechnen ist, wachsen nach Angaben der Deutschen Bundesbank die Geldbestände hierzulande weiter an. Die Deutschen setzen vor allem auf Bargeld und Einlagen, auf die sie schnell zugreifen können. Doch das meiste Geld ließ sich in den letzten Jahren an den Aktienmärkten verdienen. Natürlich birgt jede Renditechance immer auch ein Risiko. So war 2018 in allen Assetklassen wenig zu holen. Davon blieben Aktien ebenfalls nicht verschont. Doch Langfriststudien zeigen, dass schon bei einer Anlagedauer von 15 Jahren das Verlustrisiko bei Aktien gegen Null geht (vgl. ES 47/2015). Und selbst für Geringverdiener lohnt sich die Aktie als Rentenpapier. Unabhängige Finanztester haben berechnet, dass junge Leute, die ab dem
20. Lebensjahr jeden Monat 50 Euro in Aktien anlegen, bei Renteneintritt die höchste Sparsumme erzielen im Vergleich zu allen anderen Sparmodellen (vgl. ES 16/16). Hier empfiehlt sich das Sparen in solide Dividendentitel. 

Die Dividendenkönige im Nebenwertesektor hatte der ES in Ausgabe 5/19 vorgestellt. Allein der Monat April bietet den Dividendenjägern einige interessante Werte. So bringen es die an der Börse notierten Vorzugsaktien der Schaeffler AG (WKN: SHA015) aktuell auf eine Dividendenrendite von 6,4 % (HV am 24. April). Der Versicherungsgigant Munich Re (WKN:843002) wird der Hauptversammlung am 30. April eine Ausschüttung von 9,25 Euro vorschlagen, was einer Dividendenrendite von
4,4 % entspricht. Der stärkste Ausschüttungsmonat ist jedoch nach wie vor der Mai. Die höchsten Dividendenrenditen liefern hier die zweite und dritte Aktienreihe. So kommt man mit Anteilen der Freenet AG (WKN: A07277) auf 8,5 % (HV am 16. Mai) und der Aareal Bank (WKN: 540811) auf ca. 7,3 % (HV am 22. Mai). Schon am 7. Mai wird der MDAX-Wert Siltronic (WKN: WAF300) seine jährliche Aktionärsversammlung abhalten. Hier bekommt man eine Dividendenrendite von 4 %. Mit einer jährlichen Dividendenrendite von durchschnittlich 4,5 bis 5,5 % war auch die Effecten-Spiegel-Aktie (WKN Vorzüge: 564763, WKN Stämme: 564760) in den letzten 30 Jahren eine gute Sparanlage. Für 2018 wird der HV eine Ausschüttung von 0,55 Euro je dividendenberechtigte Aktiengattung vorgeschlagen (HV am 24. Mai). 

Ende 2018 besaßen rund 10,3 Mio. Bürger Aktien oder Aktienfonds. Allerdings sind das gerade einmal 16,2 % der Bevölkerung. Dem Plus von 617.000 neuen Anlegern in Aktienfonds steht jedoch bei der Direktanlage ein Minus von 373.000 Aktionären gegenüber. Das zeigt, dass durchaus Interesse an der Geldanlage besteht, aber vor allem die Jüngeren oft wenig Zeit haben, sich mit den Märkten zu beschäftigen. Auch trauen sich viele Privatanleger nicht zu, in schwachen Börsenphasen oder bei extremen Schwankungen die Nerven zu behalten. In einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Aktieninstituts und der Börse Stuttgart gaben
65 % der Nicht-Aktienbesitzer als Grund dafür an, dass sie die Direktanlage für zu riskant halten. Jeder Zweite (48 %) aus dieser Gruppe erklärte zudem, er halte eine Anlage in Aktien für umständlich. Denn zu einem Aktieninvestment gehört auch eine gewisse Recherchetätigkeit. Hinzu kommen politische Unwegsamkeiten und Währungsrisiken. 

Für diese Anleger können sog. Exchange Traded Funds (ETF) eine mögliche Alternative sein. Bei ETFs handelt es sich um börsengehandelte Indexfonds. Sie werden, ebenso wie Aktien, an den Börsen fortlaufend gehandelt. Die Ordererteilung erfolgt über die Banken mit Stückzahl und Wertpapierkennnummer (WKN). Anleger können so über den Erwerb eines einzigen Produkts an der Entwicklung ganzer Märkte oder Anlageklassen partizipieren (vgl. ES 26/16). Das macht vor allem bei Rohstoffen oder Märkten mit großen Währungsschwankungen Sinn, aber auch für Regionen, die dem Anleger sonst schwer zugänglich sind. Klassisch bilden ETFs jedoch einen Index ab. Der MSCI World z.B. setzt sich aus mehr als 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern zusammen, berücksichtigt aber auch Aktien aus Schwellenländern. Ihn bilden natürlich viele ETFs nach. Mit 6,8 % die beste Rendite seit der Finanzkrise legte der von BlackRock aufgelegte
iS-ha-res MSCI World Ucits ETF (ISIN: IE00B0M62Q58) hin. Die Wertentwicklung des STOXX Europe 600 bildet der iS-ha-res Stoxx Europe 600 Ucits ETF (ISIN: DE0002635307) ziemlich genau ab. Er bringt es seit der Finanzkrise auf eine Performance von soliden 3 %. Der Deka DAX UCITS ETF (ISIN: DE000ETFL011) ist ein physisch-replizierender ETF, d.h. er bildet den DAX fast 1:1 nach. Trotz eines schwachen Jahres 2018 liegt seine Renditebilanz für die letzten zehn Jahre bei stolzen 11,4 %.

Anleger, denen die Erfahrung, die Zeit oder einfach auch die Lust fehlt, sich mit der Geldanlage aktiv zu beschäftigen, verlassen sich gern auf das Können und den „Riecher“ von Profis. Sie investieren in gemanagte Investmentfonds. Doch viele Bankberater machen sich gar nicht die Mühe, den geeigneten Fonds für das Anlageprofil ihres Kunden zu finden. In Deutschland gibt es aktuell rund 19.000 zugelassene Fonds. Und am
15. April 2019 gingen zwei weitere an den Start: der Effecten-Spiegel Aktien-Fonds (WKN: A2N82J) und der Effecten-Spiegel Anlage-Mix-Fonds (WKN: A2N82K). Damit hat der Effecten-Spiegel zum ersten Mal in seiner Geschichte überhaupt seine Marke auch für Fonds lizenziert. Der Name ist dabei Programm. So investiert der Effecten-Spiegel Aktien-Fonds weltweit in Aktien mit relativer Stärke und günstiger fundamentaler Bewertung. Im Effecten-Spiegel Anlage-Mix-Fonds ist der Aktienanteil geringer, das Kapital wird dort auch in Renten, Rohstoffe, Währungen und andere Wertpapiere angelegt. Die beiden aktiv gemanagten Investmentfonds wurden von der Hansainvest aufgelegt. Der Portfoliomanager verwaltet die Fonds, unabhängig von der Effekten-Spiegel AG, die als Markenlizenzgeber mit im Anlageausschuss vertreten sein wird. Beide Fonds werden an der Börse Hamburg gehandelt. Um vor allem jungen Leuten und privaten Kleinanlegern beim Vermögensaufbau zu helfen, sind beide Fonds sparplanfähig. Der Verkaufsprospekt sowie weitere Informationen können auf der Website www.hansainvest.de abgerufen werden.

Trotz mehrjähriger Zinsebbe müssen Anleger nicht auf dem Trockenen sitzen.
An der Börse kann man weiterhin gutes Geld verdienen. Wichtig ist, dass die Kapitalanlage in die persönliche Anlagestrategie und zum Budget passt.  

 

 

paidContent: 23025 contentPage: 105