AK Villeroy & Boch AG

Am Vortag der Eröffnung der Ambienete-Messe in Frankfurt hat der Villeroy & Boch Konzern in Frankfurt die Jahreszahlen für 2017 vorgelegt. Gegenüber den Analysten stellte Unternehmenschef Frank Göring fest: "Ich freue mich, dass wir das Jahr 2017 mit einem guten Ergebnis abgeschlossen haben. Hierzu hat insbesondere die positive Umsatzentwicklung im Bereich Bad und Wellness beigetragen. Da die Zeichen hier unverändert auf Wachstum stehen, investieren wir weiterhin massiv in den Ausbau unserer Produktionskapazitäten", so der Vorstandsvorsitzende weiter.

Insgesamt konnten die Umsatzerlöse im Konzern um 2 Prozent auf 836,5 Mio. Euro zulegen. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag der Anstieg mit 2,7 Prozent sogar noch etwas höher. Negative Wechselkurseinflüsse gab es vor allem durch die Abwertungen beim Britischen Pfund, dem Chinesischen Renminbi, der Schwedischen Krone sowie dem US-Dollar.

Überproportional konnte das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) gesteigert werden. Dieses verbesserte sich im Geschäftsjahr 2017 um 8,5 Prozent auf 49,8 Mio. EUR (Vorjahr: 45,9 Mio. EUR). Die EBIT-Umsatzrendite wurde von 5,6 Prozent auf nunmehr 6,0 Prozent gesteigert. Grund hierfür war vor allem die Verbesserung der operativen Margen in beiden Unternehmensbereichen.

Mit Blick auf die beiden Unternehmensbereiche konnte das Segment Bad und Wellness den Umsatz nach Vorstandsangabe  um 6,4 Prozent auf 558,1 Mio. EUR steigern. Kursbereinigt erhöhten sich die Umsätze um 7,0 %. Im wichtigen europäischen Heimatmarkt ist der Umsatz um 1,5 Prozent auf 452,1 Mio. EUR gewachsen. Die dortige Entwicklung ist insbesondere durch die große Nachfrage nach spülrandlosen DirectFlush-WCs und dünnwandigen TitanCeram-Waschtischen geprägt. Trotz Steigerung der Produktionskapazitäten für diese Produkte konnte die enorme Nachfrage nicht vollständig bedient werden, was sich auch im Auftragsbestand niederschlägt, der im gesamten Unternehmensbereich um 32,8 Mio. EUR auf 96,2 Mio. EUR zugenommen hat. Hinzu kommt laut Göring in ausgewählten europäischen Märkten wie Deutschland, dass zu geringe Installations-kapazitäten im Handwerk das Wachstum bremsen.

In den außereuropäischen Märkten stieg der Umsatz insgesamt um 34,0 Prozent auf 106,0 Mio. EUR. Im Raum Naher und Mittlerer Osten/Afrika wurde dank des erfolgreichen Projektgeschäfts ein Wachstum von 25,6 Prozent erzielt. Dazu haben in erster Linie die Golfstaaten (+40,7 Prozent) beigetragen, wo sich die Bautätigkeit in Vorbereitung auf internationale Großereignisse positiv entwickelte. Noch stärker fiel jedoch das Umsatzwachstum in der Region Asien-Pazifik aus, wo insbesondere die Entwicklung in China mit einem Umsatzplus von 45,0 Prozent herausragte. Aufgrund der positiven Umsatzentwicklung und der - dank verbesserter Margen - optimierten Umsatzqualität stieg das operative Ergebnis des Unternehmensbereichs überproportional um 13,3 Prozent auf 41,0 Mio. EUR, wie Göring durchaus zufrieden feststellte.  

Im Unternehmensbereich Tischkultur musste im Geschäftsjahr 2017 indes ein Rückgang der Umsatzerlöse in Höhe von 5,8 Prozent auf 278,4 Mio. EUR hingenommen werden. Kursbereinigt entspricht dies einem Rückgang um 4,9 Prozent. 

Beeinflusst wurde die Umsatzentwicklung in vielen Märkten von weltweit abnehmenden Besucherfrequenzen im stationären Einzelhandel sowie dem Rückzug des Unternehmens aus unrentablem Geschäft. Außerdem setzte Villeroy & Boch den Kurs fort, den Fokus auf margenstärkere Handelskanäle zu legen und zugleich eine restriktivere Rabattpolitik zu verfolgen.

In Europa entwickelten sich die Umsätze in Summe rückläufig (-6,2 Prozent). Ein Umsatzrückgang um 6,9 Prozent war auch in den USA zu verzeichnen, was unter anderem auf Standortschließungen eines wichtigen Vertriebspartners zurückzuführen ist. Mit einer positiven Umsatz-entwicklung stachen hingegen Südkorea (+20,5 Prozent) und - dank eines guten Projektgeschäfts - die Golfstaaten (+18,9 Prozent) hervor.

Der operative Gewinn des Unternehmensbereichs Tischkultur betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 8,8 Mio. EUR (Vorjahr: 9,7 Mio. EUR). Dank der restriktiveren Rabattpolitik wurde das gesunkene Umsatzvolumen durch eine verbesserte operative Marge teilweise im Ergebnis kompensiert, so der Villeroy & Boch Chef weiter. Mit der eingeschlagenen Strategie sieht er den Bereich auch auf dem richtigen Weg. Zudem konnten Kosten durch die Schließung unrentabler Shops gesenkt und Einsparungen in Vertriebs-, Marketing-, und Logistikstrukturen sowie im Verwaltungsbereich erzielt werden. Hinzu kommen höhere Erträge aus dem Lizenzgeschäft.

Die Aktionäre können sich nach Aussage des Finanzvorstandes auf eine erneut steigende Dividende freuen. So schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 23. März 2018 vor, den Bilanzgewinn der Villeroy & Boch AG zur Ausschüttung einer im Vorjahresvergleich um 4 Cent erhöhten Dividende von 0,57 EUR für die Vorzugs-Stückaktie sowie 0,52 EUR für die Stamm-Stückaktie zu verwenden.

Für das aktuell laufende Geschäftsjahr wird vom Management eine Steigerung des Konzernumsatzes innerhalb einer Bandbreite von 3 bis 5 Prozent angestrebt. Das operative Ergebnis soll zwischen 5 und 10 Prozent zulegen. Im laufenden Jahr ist auch nicht mehr mit größeren Belastungen aus Standortschließungen bei unrentablen eigenen Geschäften zu rechnen, wie der Vorstand auf Nachfrage in der Analystenkonferenz ausführte. Positive Impulse sollen sich hingegen aus einer weiter optimierten Ansprache von potentiellen und bestehenden Kunden im Bereich der Tischkultur ergeben. Auch Kooperationen wie z.B. mit Vapiano SE sollen bei der Vermarktung von Produktlinien helfen. Erste Ansätze haben sich laut Göring als sehr erfolgreich erwiesen - dies will man künftig noch weiter ausbauen. 

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