Das ES-Musterdepot weist für 2017 eine beeindruckende Performance von 8,59 % aus. Seit der Neuauflage Anfang 2014 liegt der Zuwachs bei stolzen 44,62 %. Pünktlich zum Jahresanfang wird das Musterdepot durchgecheckt und für 2018 fit gemacht.  

Das ES-Musterdepot besteht in dieser Form seit 2012. Auf vielfache Anregung der Leserschaft wurde das Guthaben in 2014 auf 50.000 € reduziert und neu investiert. Nach wie vor werden Käufe bzw. Verkäufe immer eine Woche im Voraus angekündigt. Der ES fährt die Transaktionen erst am Donnerstag, also dann, wenn auch die Kioskleser das Journal in der Hand halten.

Dem Musterdepot liegt ein mittelfristiger bis eher längerfristiger Anlagehorizont zugrunde. Ein Großteil speist sich aus deutschen  Aktien. Dazu kommen einige internationale Werte. Der überwiegende Teil ist eher konservativ einzustufen.

Zu den spekulativen Ausnahmen gehört der BASF/DB-Call-OS (ISIN: DE000DL8CP15) mit einem Bezugskurs von 100,00 € und einer Laufzeit bis zum 19.12.2018. Der BASF-Call weist derzeit mit einem aktuellen Kurs von 0,40 € nicht die gewünschte Performance auf, allerdings hat der Optionsschein auch noch bis Ende des Jahres Zeit, um richtig in Schwung zu kommen. 

Für eine Initialzündung steht der alte und neue Chef Martin Brudermüller, der Kurt Bock an der Konzernspitze ersetzen wird. Der bisherige Vizevorstand hat durch den Aufbau des Chinageschäfts Eindruck hinterlassen und als Chief Technology Officer Innovationen in dem Traditionsunternehmen angeschoben.  

Die BASF-Aktie ist kerngesund, der Optionsschein-Call benötigt noch eine kleine Aufbauspritze.

Den höchsten Wertzuwachs gegenüber dem Einstandskurs weist das Biotechnologieunternehmen Evotec mit rd. 264 % aus. Das Unternehmen sieht sich immer wieder Shortattacken ausgesetzt, denen die Aktie eine relative Stärke entgegensetzt. Die Hamburger haben ihr Geschäftsmodell auf mehrere Forschungsprojekte und langfristige Partnerschaften mit „Big Pharma“ umgestellt. So forscht man für Bayer im Bereich der chronischen Nierenleiden und mit Celgene bei Nervenerkrankungen. Durch die beiden geschlossenen Allianzen konnten weitere Meilensteinzahlungen vereinbart werden. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 rechnet Evotec mit einem Umsatzanstieg um mehr als 40 % sowie mit einem Zuwachs des bereinigten Ebitda um mehr als 50 %. 

Die Evotec-Aktie besteht den Fitnesscheck ohne Beanstandung.

Eine starke Performance weist auch die PayPal-Aktie aus. Der Online-Bezahldienst baut sein Angebot rund um die Kerndienstleistung aus. Dafür hat das US-Unternehmen eine Beteiligung an dem Berliner Unternehmen Raisin erworben. Es ermöglicht Verbrauchern die Suche nach renditestarken Spareinlagen. PayPal hat bereits in einer Reihe von Start-ups für Finanztechnologie investiert, die zunehmend mit Banken konkurrieren. So wird das PayPal-Angebot immer mehr zu einer herkömmlichen Bank ausgebaut. 

Bei PayPal lässt man die Kursgewinne weiter laufen.

Schier unaufhaltsam erklimmt die Nike-Aktie immer wieder neue Bestmarken. Zwar tut sich der Sportartikelriese auf dem Heimatmarkt schwer, doch konnte der Umsatz im 2. Quartal dank guter Auslandsgeschäfte um 5 % auf 8,6 Mrd. $ ausgebaut werden. Nike versucht, durch den Direkt- und Onlineverkauf die Abhängigkeit vom Einzelhandel zu verringern und den Absatz weiter auszubauen. Nike-Chef Mark Parker kündigte zuletzt noch die Ausweitung des Pilotprogramms mit Amazon an. 

Der Sportartikelproduzent arbeitet kontinuierlich an seiner Kondition. Im Musterdepot bauen wir unsere Position um weitere 25 Aktien aus.

Bei Gilead wiederum drücken die Währungsverluste auf den Kurs. Dem US-Biotechkonzern blühen u.a. in China gute Geschäfte, da das Land die klinische Entwicklung sowie Zulassung von Medikamenten massiv beschleunigen will. PharmCube hat eine Liste von 16 Medikamenten veröffentlicht, bei denen man mit einer raschen chinesischen Zulassung rechnet. Darunter sollen sich auch 2 Gilead-Produkte befinden. Außerdem rechnen Branchenkenner mit neuen Zell- und Gentherapien aus der Gilead-Pipeline. 

Die Gilead-Aktie kommt zunächst auf die Beobachtungsliste.

Bei ElringKlinger hat sich das Warten gelohnt. Durch den Umbau des Autozulieferers mit dem Fokus auf Leichtbau und Elektromobilität trifft das SDAX-Unternehmen genau den Nerv der Zeit. Zuletzt verkaufte ElringKlinger die Schweizer Hug-Gruppe. Außerdem kooperiert der Konzern mit dem chinesischen Staatskonzern Sichuan Chengfei Integration Technology in der Sparte Batterietechnologie. Für 2017 hat sich ElringKlinger ein bereinigtes Ebit über dem Vorjahreswert von 140,4 Mio. € vorgenommen.

Die ElringKlinger-Aktie befindet sich im Aufwärtstrend. Mögliche Kursrücksetzer werden noch einmal zur Einstandsverbilligung genutzt.

Ins Bild zu setzen weiß sich der CEWE Stiftung & Co-Titel. Der Fotodienstleister hat mit dem Weihnachtsgeschäft gerade die stressigste und lukrativste Zeit des Jahres hinter sich gebracht. Noch ist nicht durchgedrungen, wie es gelaufen ist. Auf jeden Fall wird für 2017 ein Ebit zwischen 45 und 51 (47) Mio. € erwartet. Bei den Erlösen liegt die erwartete Bandbreite zwischen 585 und 615 (593,1) Mio. €. Große Hoffnungen setzt CFO Olaf Holzkämper auf den Bereich Commercial Online Print. Nach hohen Investitionen in den vergangenen Jahren will man nun die Früchte ernten. Die Umsätze in diesem Segment sollen sich von 84 Mio. € in 2016 auf 100 Mio. € in den nächsten Jahren ausweiten.

Aufgrund des aktuellen Kaufsignals werden im Musterdepot noch einmal 50 CEWE-Aktien dazu gekauft.

Neu in das Musterdepot aufgenommen wird Repsol. Der Öl- und Energiekonzern ist bei seinem Fitnessprogramm, das bis 2020 läuft, gut im Plan. Damit hat der spanische Konzern seine Kondition nach dem Ölpreisverfall der letzten Jahre deutlich optimiert. Das ambitionierte Ziel, bis Ende 2017 insgesamt 2,1 Mrd. € an Synergieeffekten und Einsparungen zu generieren, gelang Repsol bereits Anfang 2017. Nach den ersten 9 Monaten 2017 stand ein Anstieg des Nettogewinns um 41 % auf knapp 1,6 Mrd. € zu Buche. Deutlich verbesserte sich das Fördergeschäft (Upstream), das dank Effizienzgewinnen sein Ergebnis von 35 Mio. auf 487 Mio. € hochfuhr. Außerdem schraubte der Energiekonzern seine Nettofinanzverschuldung in rd. einem Jahr um fast ein Drittel knapp unter 7 Mrd. € herunter. Im Windschatten der anziehenden Weltkonjunktur dürfte sich der Ölpreis zumindest auf dem erhöhten Preisniveau stabilisieren.

Bei Repsol wird am kommenden Donnerstag eine erste Position mit 15 Stück aufgebaut. Die übrigen Musterdepot-Positionen haben den Fitnesscheck gemeistert und behalten ihren Platz.