Mit der Abspaltung seines Augenheilkundegeschäfts im April zog Novartis zahlreiche Blicke auf sich und auf einen hochspezialisierten und vor allem überaus lukrativen Bereich im Gesundheitswesen. Aktien aus dem Augenheil-kunde-Markt sind dabei ein echter Hingucker für Investoren mit Weitsicht!

Keine Frage, es ist vor allem der demografische Wandel, der den Markt für Augenheilkunde (Optometrie und Ophthalmologie) immer stärker in den Fokus rückt. „Die Augenheilkunde erlebt seit einigen Jahren eine Aufwertung. Wie wichtig gutes Sehen für die Lebensqualität ist, erfahren gerade ältere Menschen, wenn ihr Sehvermögen nachlässt. Immer häufiger können Augenärzte dank moderner Untersuchungs- und Behandlungsverfahren das Augenlicht ihrer Patienten bewahren. Die demografische Entwicklung und die neuen Therapiemöglichkeiten sorgen ebenfalls dafür, dass der Bedarf an augenmedizinischen Leistungen stark zunimmt“, erklärt Prof. Dr. med. Bernd Bertram, Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e.V. Keine andere Facharztgruppe sei derart vom demografischen Wandel betroffen wie Augenärzte. „Mehr als 40 % ihrer Patienten sind mittlerweile 70 Jahre alt oder älter.“ 81,6 Millionen Menschen leben nach Angaben des statistischen Bundesamts in Deutschland, 23 % von ihnen sind zwischen 60 und 80 Jahren alt, 5 % älter als 80 Jahre. 2030 wird der Anteil der 60 bis 80-Jährigen bei 28 % liegen, und 7 % der Menschen werden über 80 Jahre alt sein.

Der Augenheilmarkt erzielte in den letzten Jahren in der Forschung deutliche Fortschritte und zwar nicht nur im Hinblick auf den demografischen Wandel. So konnte in den letzten Jahrzehnten etwa durch neue diagnostische und therapeutische Verfahren dafür gesorgt werden, dass Menschen, die noch vor 20 Jahren nicht durch Augenärzte vor der Erblindung bewahrt werden konnten, heute ihre Sehkraft behalten, heißt es weiter. 

Schon bei Babys und Kleinkindern gehören standardisierte Sehtests zum Pflichtprogramm. Dadurch können Sehfehler frühzeitig erkannt und oftmals zum Teil sogar komplett behoben werden.

Einer der ganz großen Player im Markt ist Alcon. Die Schweizer gehen seit April ihre eigenen Wege und wurden im Rahmen eines Spin-offs vom Pharmagiganten Novartis abgespalten. Der Spezialist für Augenchirurgie und Kontaktlinsen hat in den kommenden Jahren ein strammes Programm vor sich. Bis 2023 visiert Alcon schließlich eine bereinigte Betriebsgewinnmarge im niedrigen bis mittleren 20 %-Bereich an. Für 2019 sieht der Konzern diese Kennziffer „noch“ bei 17 bis 18 %. Außerdem stellte Alcon seinen Aktionären ab 2020 regelmäßige Dividenden in Höhe von etwa 10 % des bereinigten Nettogewinns in Aussicht. 

Es verwundert daher wenig, dass die Aktie recht schnell zu einem Basisinvestment im europäischen Gesundheitssektor avanciert ist. Zahlreiche Institutionelle haben bereits ihr Auge auf Alcon geworfen. Aktuell ist der Kurs etwas eingeschlafen, und somit gibt es für wachsame Anleger zzt. einen günstigen Einstiegsmoment.

Wenn man über Ophthalmologie redet, kommt man an Carl Zeiss Meditec nicht vorbei. Das Unternehmen aus Jena zählt weltweit zu den führenden Anbietern im Medizintechnikbereich und besitzt dabei einen hervorragenden Ruf. Im Bereich Ophthalmologie bietet das TecDAX-Unternehmen Komplettlösungen zur Diagnose und Behandlung von Augenkrankheiten einschließlich Implantate und Verbrauchsmaterialien. Im Segment Mikrochirurgie liefert der Konzern Visualisierungslösungen für minimalinvasive chirurgische Behandlungen. 

In der aktuellen Geschäftsentwicklung von Carl Zeiss Meditec lässt sich der steigende Bedarf in der Augenheilkunde ebenfalls deutlich ablesen. Die erste Jahreshälfte 2018/19 schloss das Unternehmen mit einem Zuwachs beim Umsatz auf 667,2 (613,7) Mio. Ä und beim Ebit auf 110,4 (88,2) Mio. Ä ab. Die Eigenkapitalquote von zuletzt 71,9 % (30. September 2018: 79,1 %) spricht für sich. Die Aussichten sind ebenfalls glasklar. Der Umsatz wird auf Jahressicht zwischen 1,35–1,42 Mrd. Ä und die Ebit-Marge zwischen 15,0–17,5 % erwartet. 

Nachdem Carl Zeiss Meditec in den vergangenen Monaten bereits eine ganze Reihe neuer Produkte am Markt platziert hat, stecken derzeit noch weitere Technologien in der Forschungspipeline. Die Innovationsstärke und der zuletzt stark verbesserte Produktmix des Unternehmens ist zweifellos einer der Erfolgsfaktoren von Carl Zeiss Meditec. Ein „starkes Augenmerk“ legte Vorstandschef Ludwin Monz außerdem insbesondere auf die Kosten, was der Ebit-Marge von zuletzt 16,5 (14,4) % deutlichen Auftrieb gab.

Hinzu hat Carl Zeiss Meditec ein überaus waches Auge, was Akquisitionen betrifft. Im vergangenen Jahr stand die Übernahme des US-Spezialisten für die mikroinvasive Kataraktchirurgie IanTECH auf der Agenda. 

Die Aktie beeindruckt mit einem steilen Aufwärtstrend, der ungebrochen ist. Entsprechend der Positionierung und Perspektiven ist das Papier von Carl Zeiss Meditec eine echte Altersversorgung.

Wer den Markt im Auge behält, sich aber doch lieber breiter im Depot aufstellen möchte, findet in Basler einen reizvollen Medtech-Zulieferer. Der Konzern ist der weltweit größte Hersteller industrieller Kameras mit Lösungen für Fabrikautomation und Robotik, aber eben auch Medizin und Life Sciences. „Basler Kameras werden in einem sehr breiten Feld von medizinischen und wissenschaftlichen Anwendungen eingesetzt. Diese reichen von eher einfachen Anwendungen in der Laborautomation, z.B. zur Klassifizierung von Blutentnahmeröhrchen bis hin zu hoch integrierten Anwendungen, bei denen die Kamera zur Detektion von winzigen Fluoreszenzsignalen eingesetzt wird. In der Ophthalmologie und Optometrie werden viele Geräte verwendet, die integrierte Kameras nutzen. Die Optometrie dient eher der Vermessung des Auges z.B. zur richtigen Anpassung von Sehhilfen, wohingegen die Ophthalmologie im Wesentlichen diagnostische oder therapeutische Verfahren umfasst. So kann z.B. mit Hilfe einer Kamera die Augenbewegung während einer Untersuchung des Sehfeldes – dem sogenannten Perimeter – verfolgt werden. Typische Geräte sind auch sogenannte Fundus-Kameras, die ein Bild der Netzhaut erstellen, sowie Spaltlampen-Mikroskope zur Untersuchung der Retina, Refrakto- und Keratometer zur Messung des refraktiven Augenfehlers bzw. der Hornhaut-Krümmung“, erklärt uns Dr. Felix Asche, Product Market Manager Medical von Basler.

Im Bereich Medical & Life Sciences bedient Basler in den verschiedenen Segmenten schon heute marktführende Unternehmen. „Zu einigen Projekten erstellen wir sogenannte Success Stories, in denen der Kunde seine Applikation und die Integration unserer Kameras beschreibt. Wir haben im Bereich Ophthalmologie z.B. mit der Firma Thorlabs eine Success Story über die Integration von Basler-Kameras erstellt, die in sogenannten OCT (Optical Coherence Tomography)-Geräten eingesetzt werden“, hören wir weiter.

Anleger stellen ihren Investmentfokus bei der Aktie scharf, zumal Basler auch mit Blick auf die geplante Ausgabe der Gratisaktien im Verhältnis 1:2 ein echter Blickfang ist.

Im Softwaremarkt für Augenheilkunde bahnt sich derzeit eine lupenreine Sondersituation an. Anfang Juni schnappte sich der Softwareanbieter für Krankenhausinformationssysteme NEXUS (s.S.9) immerhin 52,6 (Streubesitz 41,34) % an ifa Systems. Das Unternehmen versorgt weltweit Augenärzte und -kliniken mit Software und allem, was dazu gehört. Hier ist das Stichwort: elektronische Patientenakte! „Fachleuten zufolge wird dieser Nischenmarkt bis zum Jahr 2020 auf ein Volumen von über 6,2 Mrd. US-Dollar anwachsen“, heißt es bei ifa. 

„Mit der ifa Systems AG gewinnt NEXUS einen anerkannten und international tätigen Experten für ophthalmologische Software in Kliniken und bei Ärzten dazu. Das Unternehmen, das an der deutschen Börse (Open Market) gelistet ist, verfügt über eine ausgezeichnete Expertise bei der Optimierung von Workflows und der Einbindung von augenheilkundlichen Geräten sowie anderen Softwareanwendungen. Durch die Beteiligung an der ifa systems AG sichert sich Nexus das besondere Know-how des Unternehmens und ist zukünftig in der Lage, Lösungen für eine weitere diagnostische Abteilung voll integriert anzubieten“, erklärt uns Nexus-CEO Dr. Ingo Behrendt.

„Der Umsatz für ophthalmologische Software wird in 2019 bei ca. 5 % des NEXUS Konzernumsatzes liegen. Es handelt sich hier um ein Wachstumsgeschäft, dem wir in den nächsten Jahren ein großes Potential zurechnen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende weiter. Die ophthalmologische Software von Nexus und ifa wird bereits heute international eingesetzt. Nun sollen die Aktivitäten in den 7 Kernländern Deutschland,
Österreich, Frankreich, Schweiz, Spanien, Niederlande und Polen noch weiter verstärkt werden.

Im vergangenen Geschäftsjahr praktizierte ifa Systems mit 740 T€ (–9,3 Mio. €) wieder in der Gewinnzone. Bei Umsätzen zwischen 6,8 bis 7,2 Mio. € wird für 2019 eine deutliche Ergebnisverbesserung in Aussicht gestellt. Neben Turnaround-Fantasien liefert die Story somit genügend Lesestoff für Übernahmeprofis. Auch wenn es Behrendt zufolge „hinsichtlich einer Komplettübernahme derzeit keine Pläne gibt“.

Die Aktien aus dem Bereich Augenheilkunde/Optik sind in der Gesundheitsbranche ein ganz besonderer Hingucker und gehören somit ganz klar in den Anlegerfokus.

 

 

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