Villeroy & Boch AG

Die Villeroy & Boch AG erwirtschaftete im ersten Quartal 2019 einen Umsatz von 197,7 Mio. Euro. Während der Umsatz im Bereich Tischkultur um 6,2 Prozent auf 65,5 Mio. Euro zulegte, sank der Umsatz im Bereich Bad und Wellness deutlich von 147,2 auf 131,4 Mio. Euro. Durch die Abarbeitung von Lieferrückständen aufgrund einer Softwareumstellung Ende 2017 fiel das erste Quartal 2018 extrem stark aus. Zudem führten in Übersee Zahlungszieländerungen zu Umsatzverschiebungen mit einem negativen Umsatzeffekt von 5,4 Mio. Euro. Deutlich anziehende Auftragseingänge lassen aber eine bessere Entwicklung in den kommenden Quartalen erwarten. Durch die steigenden Auftragseingänge erhöhte sich der Auftragsbestand gegenüber dem Jahresanfang um 13,0 Mio. Euro auf 72,8 Mio. Euro. Davon entfielen 55,6 Mio. Euro auf den Bereich Bad und Wellness und 17,2 Mio. Euro auf den Bereich Tischkultur. Bedingt durch den geringeren Umsatz verringerte sich das EBIT gegenüber dem Vorjahresquartal von 11,1 auf 8,5 Mio. Euro. Auf dieser Basis bestätigt der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr, die ein Wachstum von 3 bis 5 Prozent bei Umsatz und Ergebnis vorsieht.(ES - 18.4.2019 - 14:00 Uhr)

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Seven Principles AG

Die Seven Principles AG steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2018 um 8,8 Prozent auf 101,6 Mio. Euro und übersprang damit die Marke von 100 Mio. Euro. Das Wachstum basierte sowohl auf organischen Steigerungen als auch auf der Akquisition der DTS Data Transition Services GmbH. Zudem konnte das IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen im vergangenen Jahr mehr als 100 Neukunden gewinnen. Beim EBIT wies die Gesellschaft sogar eine Steigerung um 81 Prozent auf 0,7 Mio. Euro aus. Eine hohe Fluktuationsquote, der damit einhergehende Einsatz von Subunternehmen sowie Aufwendungen für den IT-Refresh wirkten sich jedoch ergebnisbelastend aus. Dadurch verringerte sich der Jahresüberschuss von 0,4 Mio. Euro auf 22 TEUR. Das Ziel eines signifikant positiven Ergebnisses wurde damit verfehlt. Für das laufende Jahr erwartet das Management einen Umsatz von über 100 Mio. Euro und eine deutliche Verbesserung beim EBIT. Zudem Strebt die Gesellschaft ein signifikant positives Ergebnis an.(ES - 17.4.2019 - 13:00 Uhr)

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LUDWIG BECK am Rathauseck - Textilhaus Feldmeier AG

Die LUDWIG BECK am Rathauseck - Textilhaus Feldmeier AG hat den Ende Januar 2019 gestarteten Verkaufsprozess für WORMLAND heute zum Abschluss gebracht. So werden sämtliche Anteile an der Theo Wormland GmbH & Co. KG an die von WORMLAND-Managern gehaltene WL Erwerbs GmbH verkauft. Der Verkäufer überträgt das Unternehmen frei von Bankverbindlichkeiten zuzüglich einer Verkäuferzuzahlung in Höhe von rund 7,5 Mio. Euro. Dagegen hat sich der Käufer lediglich zu einer Eigenkapitalzuführung von 0,5 Mio. Euro verpflichtet. Als Vollzugstag des Vertrags wird der 30. April 2019 angesehen. Dadurch verändert sich auch die Prognose von LUDWIG BECK für das Geschäftsjahr 2019. So rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatz zwischen 114 und 119 Mio. Euro nach zuvor 165 bis 170 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern wird dabei zwischen minus 12 und minus 13 Mio. Euro gesehen. Zuvor hatte das Management ein Ergebnis vor Steuern zwischen 1,5 und 2,5 Mio. Euro prognostiziert. Im Einzelabschluss wird ein Verlust von 10 bis 11 Mio. Euro erwartet. Aufgrund dessen ist mit einer Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2019 nicht mehr zu rechnen.(ES - 15.4.2019 - 19:00 Uhr)

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Redaktionelles

Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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