Carl Zeiss Meditec AG

Die Carl Zeiss Meditec AG steigerte ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2018/19 um 13,9 Prozent auf 1,46 Mrd. Euro. Währungsbereinigt belief sich das Wachstum auf 11,7 Prozent. Der strategische Geschäftsbereich Ophthalmic Devices erzielte ein Erlösplus von 14,5 Prozent auf 1,07 Mrd. Euro. Im Geschäftsbereich Microsurgery kamen die Umsätze um 12,4 Prozent auf 390,7 Mio. Euro voran. Regional betrachtet wuchsen die Umsätze in der Region EMEA um 10,3 Prozent auf 417,1 Mio. Euro. Die Region Americas steuerte ein Wachstum von 8,9 Prozent auf 442,5 Mio. Euro bei. Aufgrund der erfreulichen Entwicklung in China und Südkorea erhöhten sich die Umsätze in der Region APAC um 20,8 Prozent auf 599,7 Mio. Euro. Bedingt durch sinkende Kostenquoten und einen verbesserten Produktmix legte das EBIT überproportional von 197,1 Mio. Euro auf 264,7 Mio. Euro zu. Dabei verbesserte sich die EBIT-Marge von 15,4 auf 18,1 Prozent. Bereinigt um Sondereffekte ergab sich sogar ein Anstieg auf 18,5 Prozent. Das Ergebnis je Aktie kletterte von 1,41 auf 1,79 Euro. Auch im laufenden Jahr geht das Management davon aus, schneller wachsen zu können als die entsprechenden Märkte. Die EBIT-Marge sieht er dabei in einer Range zwischen 17 und 19 Prozent.(ES - 06.12.2019 - 9:00 Uhr)

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Wacker Chemie AG

Die Wacker Chemie AG plant bei der Aufstellung des Jahresabschlusses 2019 außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen. Aufgrund der ausbleibenden Erholung der Preise für Polysilicium für die Solarindustrie angesichts der Überkapazitäten wird die Gesellschaft voraussichtlich außerplanmäßige Abschreibungen auf den Bilanzwert der Produktionsanlagen zur Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium in Höhe von 750 Mio. Euro vornehmen. Die genaue Höhe der Abschreibungen wird jedoch erst mit der endgültigen Aufstellung des Jahresabschlusses ermittelt. Die Abschreibungen belasten damit sowohl das EBIT als auch das Konzernergebnis. Nachdem Wacker Chemie zuvor ein leicht positives Ergebnis erwartete, rechnet das Management nun mit einem Konzernverlust von rund 750 Mio. Euro. In dieser Prognose ist der Sonderertrag von 112,5 Mio. Euro aus Versicherungsleistungen noch nicht enthalten.(ES - 05.12.2019 - 18:00 Uhr)

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METRO AG

Die METRO AG hat mit einem Konsortium aus The SCP Group S.à r.l. und der x+bricks AG exklusive Verhandlungen über den Verkauf des SB-Warenhausgeschäfts und der damit zusammenhängenden Geschäftsaktivitäten von Real beschlossen. In diesem Rahmen wurde auch eine Absichtserklärung geschlossen. Das Konzept sieht eine Veräußerung von Real als Ganzes vor und auf Basis des aktuellen Verhandlungsstands ergebe sich ein Nettomittelzufluss von rund 0,5 Mrd. Euro. Ziel sei es bis Ende Januar 2020 zu einem Vertragsabschluss zu kommen. Ob und zu welchen Konditionen ein Abschluss gelingt, werde sich in den weiteren Verhandlungen zeigen. Ein Vollzug einer etwaigen Transaktion stünde zudem unter Vorbehalt der Genehmigung durch Kartell- und Aufsichtsbehörden.(ES - 05.12.2019 - 16:00 Uhr)

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Thema der Woche

Ausgabe_49_2019 | 04.12.2019

Alle Jahre wieder

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Redaktionelles

Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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