Bertrandt AG

Der Vorstand der Bertrandt AG hat für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 ein erhöhtes Risiko ausgemacht und dabei eine Neueinschätzung der Ergebniserwartung vorgenommen. Neben der generellen konjunkturellen Eintrübung machen sich hier auch branchenspezifische Herausforderungen negativ bemerkbar. Dies könnte zu kurzfristigen Projektverschiebungen führen. Nach drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres verzeichnete Bertrandt eine Steigerung der Gesamtleistung von 752,6 auf 784,9 Mio. Euro. Dagegen ging das EBIT von 49,4 auf 46,1 Mio. Euro zurück. Aufgrund des höheren Risikos ergibt sich die Möglichkeit, dass die EBIT-Marge im Gesamtjahr nur bei 5,0 bis 7,5 Prozent liegt. Zuvor hatte das Management mit einer Rendite zwischen 7,0 und 9,0 Prozent gerechnet. Dies entspricht jetzt einer EBIT-Erwartung zwischen 52,1 und 80,3 Mio. Euro. Die Gesamtleistung soll im Gesamtjahr unverändert um 20 bis 50 Mio. Euro zulegen.(ES - 22.8.2019 - 17:30 Uhr)

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cyan AG

Die cyan AG passt ihre EBITDA-Prognose für das Geschäftsjahr 2019 nach unten an. Nach zuvor 20 Mio. Euro rechnet das Management nun mit einem EBITDA von etwa 14 Mio. Euro. Dies entspricht einer EBITDA-Marge von rund 40 Prozent anstatt 57 Prozent. Grund für die Anpassung ist das verstärkte Investitionsprogramm des Unternehmens. Dabei investiert die Gesellschaft verstärkt in Personaleinstellungen in den Bereichen Vertrieb, Marketing und IT-Entwicklung. Im kommenden Jahr sollen weitere Investitionen in das Kundenwachstum und den Forschungsbereich folgen. Auch wenn diese Investitionen die Marge in 2019 und 2020 belasten, sollen sie ab 2021 zu einem deutlichen Wachstum bei Umsatz und Ertrag führen. Angesichts dessen rechnet das Management in 2021 nun mit einem Umsatz von mindestens 75 Mio. Euro nach zuvor 60 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge sieht der Vorstand dabei in einer Größenordnung von rund 50 Prozent.(ES - 20.8.2019 - 19:00 Uhr)

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Gateway Real Estate AG

Die Gateway Real Estate AG hat sich heute von einem Bestandsportfolio getrennt. Dabei umfasst das Portfolio 21 Gewerbe- und Einzelhandelsliegenschaften. Die Objekte befinden sich sämtlich in guten Innenstadtlagen in Deutschland. Bei einem Verkaufspreis von 242 Mio. Euro geht das Portfolio an einen Spezialfonds deutscher Versorgungswerke. Der Verkauf erfolgt im Rahmen der Fokussierung auf die Projektentwicklung von Büroimmobilien und innerstädtischen Geschäftshäusern. Mit den zufließenden Mitteln soll das Wachstum in diesem Bereich weiter ausgebaut werden. Derzeit verfügt die Gesellschaft über ein Projektentwicklungsvolumen von rund 5 Mrd. Euro.(ES - 19.8.2019 - 17:00 Uhr)

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Thema der Woche

Ausgabe_34_2019 | 21.08.2019

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Redaktionelles

Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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