Am vergangenen Sonntag gaben CVS-Health, Amerikas größte Drogerie- und Pharmakette, und US-Krankenversicherer Aetna Inc. ihr Zusammengehen bekannt. 207 $ je Aktie in bar und in Aktien oder insgesmt 69 Mrd. $ bietet der Pillendreher für Aetna und wird danach 22 % am neuen Gemeinschaftsunternehmen halten. 

Für CVS ist es ein logischer Schritt. Schon lange ist das Einzelhandelsgeschäft rückläufig, und über die Hälfte des Umsatzes wird über das 2006 hinzugekaufte Arzneimittelberatungsgeschäft von Caremark generiert. Während das eigene Geschäftsmodell mit einem Kursverlauf von -21 % seit 2015 an der Börse bedacht wurde, konnten die Aetna-Aktien um 67 % zulegen. Noch ist CVS mit einer Marktkapitalisierung von 76
Mrd. $ größer als Aetna (59 Mrd. $). Doch das Arzneimittelgeschäft ist dem steigenden Druck der Online-Anbieter wie Amazon und Co. ausgesetzt, sodass sich die Suche nach neuen Geschäftsfeldern aufdrängt. Dieses in einem Krankenversicherer zu finden, ist zwar neu für die Branche, aber schlüssig. Durch die Fusion wird ein System geschaffen, das die komplette Versorgung des Kunden von der Versicherung bis hin zur Medikamentenausgabe übernimmt. So können die Aetna-Versicherten künftig im gleichen Haus eine der 10.000 CVS-Apotheken nutzen oder eine der 1.100 Ambulanzen. Mit dieser vertikalen Fusion kann man den Kunden so günstige Preise bieten wie Amazon, aber einen besseren Service. Denn an 7 Tagen in der Woche stehen rund um die Uhr Ärzte, Berater und Pfleger sowie alle notwendigen Geräte und Medikamente für die Behandlung zur Verfügung. Ein kluger Schachzug von CVS!