Im Rahmen der Neuregelungen wurden auch die Tickgrößen für Kurse von Aktien und ETFs angepasst. Nach unten stehender Tabelle der Europäischen Union (Amtsblatt v. 31.3.2017) wurden in Abhängigkeit von der Liquidität eines Wertes die Euro- bzw. Cent-Schritte, in denen dieser gehandelt wird, von den Börsen neu festgelegt. Dabei wurden die jeweiligen Transaktionen der einzelnen Aktien im letzten Jahr zugrunde gelegt. Da aber die Liquidität einer Aktie an den verschiedenen Börsenplätzen unterschiedlich hoch ist, kann ein- und dieselbe Aktie an verschiedenen Börsenplätzen in unterschiedlichen Liquiditätsbändern geführt werden. Für den Anleger ist jedoch kaum erkennbar, in welchen Kursschritten eine Aktie gehandelt wird. Das muss er über den Händler seiner Bank bei den einzelnen Börsenplätzen erfragen. Beim Online-Handel muss der Anleger derzeit noch nach Gefühl agieren und probieren, ob seine Order vom System angenommen wird oder nicht (s.S. 2/3).

Beispiel:

Die Stamm- und Vorzugsaktien der Effecten-Spiegel AG sind an den Börsen Stuttgart und München im Freiverkehr notiert. An einem Börsentag kommt es im Durchschnitt zur Abwicklung von 0 bis 10 Handelsgeschäften (niedrigstes Liquiditätsband). Der Kurs ist im Bereich zwischen 10 bis 20 Euro einzuordnen. Damit werden beide Aktiengattungen in einer Spanne von 0,10 Euro gehandelt. Steigt der Kurs der Aktie über
20 Euro, würde diese zwar noch im selben Liquiditätsband geführt, aber ein anderes Preis-Band erreichen und in Schritten von 0,20 Euro an der Börse gehandelt werden.