Am vergangenen Freitag wurde VW-Chef Müller ohne Vorwarnung kurz vor der Hauptversammlung des Konzerns fristlos gefeuert. Der 64-Jährige hatte im Herbst 2015 Martin Winterkorn abgelöst und dafür ein Jahresgehalt von zuletzt 10,27 Mio. Euro kassiert. Damit lag er auf Platz 5 der bestbezahltesten Manager in Deutschland, hinter Joe Kaeser von Siemens mit 10,84 Mio. Euro, Kurt Bock von BASF mit 10,96 Mio. Euro, Dieter Zetsche von Daimler mit 13,04 Mio. Euro und dem unangefochtenen Spitzenverdiener der DAX-Konzerne Bill McDermott von SAP mit 21,15 Mio. Euro. 

Da sich nach den Festgehältern der Manager die Abfindungen bei Kündigungen und auch die Pensionsbezüge berechnen, ist klar, dass Müller einen Batzen Geld mitnimmt, obwohl er gefeuert wird. Müller, der vorher als Porsche-Chef auch nicht schlecht verdient hatte, wird trotz fristloser Kündigung das Unternehmen als reicher Mann verlassen. Bis zum Auslaufen seines Vertrages Ende April 2020 wird er in jedem Fall sein volles Gehalt weiter beziehen. Das sind quasi 20,1 Mio. Euro Abfindung. Ab 1. März 2020 wird er dann von VW bis zu seinem Tod eine Betriebsrente bekommen. Dafür hat der Konzern in seinem aktuellen Geschäftsbericht 30,1 Mio. Euro zurückgestellt (vgl. S. 81). Zudem ist vertraglich vereinbart, dass den Vorstandsmitgliedern auch im Ruhestand die Nutzung von Dienstwagen zustehen. Das gilt auch dann, wenn der Vertrag vorzeitig beendet wird. 

Auch Martin Winterkorn, der für den Dieselskandal verantwortlich gemacht wird (s. ES 10/18), hat noch seinen Dienstwagen. Und auch ihm wurde noch zwei Jahre lang sein Grundgehalt weiter bezahlt. Hinzu kamen Bonuszahlungen und natürlich die Pension. Selbst der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der nach der Übernahmeschlacht mit VW gehen musste, verließ den Konzern mit ca. 50 Mio. Euro. 

Egal, wie groß die Schuld und wie groß der Schaden für das Unternehmen ist – am Ende verlassen alle VW-Manager den Konzern mit Taschen voller Geld.

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