Die Bundeswehr ist in einem miesen Zustand: Panzer funktionieren nicht. Wegen Munitionsmangels finden keine Schießübungen statt. Für Kampfflugzeuge gibt es keine Ersatzteile. Es fehlen Scharfschützen- und Panzerabwehrwaffen. Gepanzerte Transportkraftfahrzeuge, der Transportpanzer FUCHS und das Allschutz-Transportfahrzeug DINGO müssen durch herkömmliche Fahrzeuge ersetzt werden. Selbst ausreichende Schutzwesten und lange Unterhosen sind Mangelware. So steht es im Jahresbericht 2017 des Wehrbeauftragten des Bundestages. Doch wird irgendwo in der Welt ein Panzer gebraucht, fragt man in Deutschland an. Sie gehören ebenso wie Kampfflugzeuge und schwere Transporthubschrauber zu den deutschen Exportschlagern. Fast 6 % der weltweit exportierten Waffen und Waffenbestandteile stammen aus deutscher Produktion. Nur die USA, Russland, China und Frankreich verkaufen mehr Waffen. Zeitweise baute die Bundesrepublik sogar ganze schlüsselfertige Munitionsfabriken in anderen Ländern. Die deutschen Waffenkonzerne Rheinmetall, ThyssenKrupp und Krauss-Maffei Wegmann zählen laut Friedensforschungsinstitut SIPRI zu den Rüstungsexporteuren mit den höchsten Umsätzen weltweit. Doch im Heimatland herrscht bei der „kleinsten Bundeswehr aller Zeiten“ Material- und Finanzmangel, ganze Kasernen sind nicht mehr besetzt. Sie wurde zum Stiefkind der Gesellschaft degradiert.

Wenn für einen Auslandseinsatz Material und Personal aus Hunderten von Standorten zusammengeklaubt werden und die deutsche Marine kein einziges U-Boot mehr fährt, Deutschland aber eines der größten Exportländer für modernste Waffentechnik ist, stinkt der Fisch vom Kopf.

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