„Setzen Sie diesem Wahnsinn ein Ende!“, war am vergangenen Freitag in roten Lettern unter dem ganzseitigen „Aufruf zur Beendigung des Streiks bei Halberg“ in der ´FAZ´ zu lesen. – Wer zum Teufel ist Halberg, mag sich da so mancher Leser gefragt haben. Bei den 26 Unterzeichnern dieses dramatischen Appells springen einem dagegen sofort bekannte Firmennamen entgegen: Agco, Deutz, Kion, Putzmeister, Vögele, Wacker Neuson ... Und erst jetzt schenkt die Öffentlichkeit dem Drama Aufmerksamkeit, das schon im Januar seinen Anfang nahm, als die Prevent-Gruppe der berüchtigten Familie Hastor den Autoteilezulieferer Neue Halberg Guss (NHG) übernahm. Und wie schon bei VW zeigten sich die Bosnier völlig rücksichtslos bei der Durchsetzung ihrer Interessen: 

Bei der Car Trim und ES Automobil Guss in Sachsen wurden bereits 360 Leute entlassen. Das NHG-Werk in Leipzig mit 800 Arbeitern soll 2019 geschlossen werden, im Stammwerk Saarbrücken 300 Arbeitsplätze wegfallen. Alle Verhandlungen der IG Metall blieben erfolglos. „Hast du Prevent im Haus, geht dir bald die Arbeit aus“, heißt es daher bei den Beschäftigten von NHG, die sich nun schon seit dem 14. Juni an beiden Standorten im unbefristeten Arbeitskampf befinden. Eine Annäherung der Parteien ist nicht in Sicht. Doch in der 6. Streikwoche gibt es nicht mehr nur „Keine Laster für Hastor“, sondern auch die Deutz AG steht vor dem Produktionsstopp. „Kunden der NHG und deren Kunden, ..., müssen aufgrund von streikbedingten Lieferengpässen mit einem zwangsweisen Produktionsausfall“, Umsatzeinbußen und mit Kurzarbeit rechnen, mahnen daher die 26 Manager. 

Wer also setzt dem Wahnsinn ein Ende?

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