Der viel beachtete MACD (Moving Average Convergence/Divergence) hat im März 2018 ein Verkaufssignal gegeben. Als Monatsindikator macht er nicht jede kurzfristige Bewegung im DAX mit, sondern zeigt vielmehr den langfristigen Trend an. Das liegt in der Konstruktion des MACD selbst begründet: 

Er wird aus zwei gleitenden Durchschnitten berechnet, indem der längere Durchschnitt von dem kürzeren abgezogen wird. Aus dieser Differenz lassen sich dann die Trendrichtung und -stärke herleiten. So kann es sein, dass der Kurs noch weiter steigt, während der MACD bereits zu fallen beginnt und sich daraus eine Umkehrformation bildet. 

In den Jahren 1997, 1999, 2007, 2011 und 2015 hatte der MACD auf ähnlich hohem Niveau wie im März ebenfalls Verkaufssignale gegeben (vgl. untere Abb.). Danach folgten seinerzeit jeweils heftige Rückschläge mit einem Mittelwert von –37,77 %. Allerdings zogen sich zunächst die bärischen Divergenzen (der Indikator ist abwärts gerichtet, während die Kurse steigen) noch über Monate hin, bevor es zu einer ersten größeren Abwärtsbewegung im Index kam. Ausgehend vom DAX-Höchststand von 13.596 Punkten im Januar dieses Jahres läge bei Annahme eines durchschnittlichen Kursrückgangs von –37,77 % das Korrekturpotenzial im DAX somit bei 8.460 Punkten. In diesem Bereich verläuft auch der langfristige Aufwärtstrend (vgl. obere Abb.), der dann wiederum als Auffanglinie dienen würde. 

Anleger sollten daher trotz einer möglichen Jahresendrally (s.S.2/3) auf der Hut sein. Denn der DAX wird vermutlich noch einmal seinen langfristigen Aufwärtstrend testen. 

 

 

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