Sie hat ihre Ziele für 2018 kassiert, ihr Aktienkurs ist auf ein neues Rekordtief abgeschmiert, und beim aktuellen Stresstest gehört sie zu den schwächsten Geldhäusern – die Deutsche Bank hat weitere finstere Monate hinter sich. Dabei sei „die Strategie des Vorstands (doch nur) unverstanden und die Aktie unterbewertet“. Davon jedenfalls ist Douglas Braunstein, ehemaliger Finanzvorstand von JP Morgan überzeugt. Daher hat er sich auch mal eben mit seinem Hedgefonds Hudson Executive Capital einen Anteil von 3,1 % an dem deutschen Geldinstitut gesichert. Damit ist er der vierte große ausländische Aktionär neben dem Emirat Katar, dem chinesische Mischkonzern HNA und dem US-Private-Equity-Fonds Cerberus Capital Management. Dieser hält seit einem Jahr ebenfalls rund 3 % an der Bank. Cerberus-Präsident Matt Zames und Braunstein sind alte Bekannte. Beide haben im Vorstand von JP Morgan zusammengearbeitet. Zames berät mittlerweile die Deutsche Bank bei ihrem Umbau. Und auch Braunstein will das Management bei seiner Strategie unterstützt. 

Vor seinem Einstieg hatte sich Hudson die Bank ein Jahr lang detailliert angeschaut. Der erste Eindruck Ende 2017 sei allerdings nicht gerade positiv gewesen, so Braunstein. Das damalige Management-Team sei „so dysfunktional, wie es nur irgendwie geht“ gewesen. Von dem seit April amtierenden CEO Sewing und seinem Team hat er dagegen einen deutlich positiveren Eindruck. In einem zweiseitigen Papier erläuterte Hudson nun seine drei Beweggründe für den Einstieg bei Deutschlands größter Bank:

Erstens begrüße er die Fokussierung auf die „stabilen“ Geschäftsbereiche Privat- und Firmenkunden, Transaktionsbank und Vermögensverwaltung. Dies sei das unterschätzte „Kronjuwel“ des Geldhauses. Zweitens vertraue er darauf, dass es dem Management gelingen werde, die Investmentbank wieder auf die profitablen Bereiche zu konzentrieren, und drittens sei die Reparatur der Bilanz bereits gelungen. Barreserven könnten nun dafür verwendet werden, das Geschäft wieder anzukurbeln. Nun denn – auf eine bessere Zukunft!

 

 

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