Am 6. November fanden in den USA die sog. „midterm elections“ statt, die das erwartete zweigeteilte Ergebnis brachten:

Während die Republikaner ihre Mehrheit im Senat ausweiten konnten, bekamen die Demokraten im Repräsentantenhaus die Oberhand. Dass US-Präsident Donald Trump nun weiterhin die Wirtschaft anheizen kann, dabei aber etwas mehr Gegenwind von den Demokraten bekommt, nahmen die Märkte positiv auf. Denn grundsätzlich trauen die Börsen den Republikanern mehr Wirtschaftskompetenz zu als den Demokraten. Unter saisonalen Gesichtspunkten ist das konkrete Ergebnis jedoch eher zweitrangig, denn statistisch gesehen lässt sich für die Zeit nach den Kongresswahlen immer ein positiver Effekt auf die Aktienmärkte feststellen, unabhängig davon, wer die Wahlen gewonnen hat.

Betrachtet man den Zeitraum vom 1. November im Zwischenwahljahr bis zum Ende des
1. Quartals des Folgejahres, dann zeigt sich folgendes Bild:

Seit 1942 legte der Dow Jones in dieser Periode im Durchschnitt um mehr als 11 % zu. Dabei mussten Anleger in diesem Zeitraum nur einmal Kursverluste hinnehmen, und zwar im Jahr 2002 – nach dem Platzen der Technologieblase. Im Klartext: In 95 % aller Jahre kommt es ab dem 1. November nach den midterm-Wahlen bis zum 31. März des Folgejahres zu Kursgewinnen. 

Und auch in diesem Jahr stehen die Zeichen nach den Kongresswahlen noch auf Grün. Der DAX zeigte sich am Folgetag entspannt, der Dow Jones legte kräftig zu. Für die Börsen wurde damit ein weiterer Unsicherheitsfaktor aus dem Markt genommen, zumal die Wahlen fast genau wie zuvor prognostiziert ausgegangen sind. Durch den scharfen Einbruch des Volatilitätsindex könnten Investoren nun ihre Unterinvestitionsquote wieder auflösen und Leerverkäufer zu Eindeckung gezwungen sein, je höher der Markt steigt. Auf ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag hat die US-Notenbank außerdem den Leitzins unverändert bei 2 bis 2,25 % belassen, was vorübergehend zu einer weiteren Beruhigung beiträgt.

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