Freunde saßen sich in Buenos Aires zweifelsfrei nicht gegenüber, aber Liebe geht offenbar durch den Magen! US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping vermasselten ihr gemeinsames Dinner diesmal nicht und erreichten zumindest für die kommenden 90 Tage einen Waffenstillstand. China habe sich bereit erklärt, die Strafzölle von derzeit 40 % auf US-Autos zu reduzieren und schließlich sogar komplett abzuschaffen, twitterte Trump aus dem Flieger. Die USA wiederum setzen ihre geplante Erhöhung der Strafzölle gegen chinesische Produkte vorerst aus. Trump schrieb von einem erstaunlichen und produktiven Treffen mit unbegrenzten Möglichkeiten sowohl für die USA als auch China. Sein Gegenüber sprach sogar von einer unglaublichen Beziehung, die Fortschritte im Handelsstreit ermögliche.

Klingt zunächst vielversprechend, doch in den kommenden 90 Tagen müssen sich China und die USA über, wie heißt es so schön, „strukturelle Veränderungen“ hinsichtlich Technologietransfer, Urheberrechtsschutz, Marktbarrieren, Cyber-Attacken, Dienstleistungen und Landwirtschaft einig werden. Denn Trump polterte im gleichen Atemzug, sollte Peking den Forderungen nach Abbau der Handelsbarrieren nicht binnen der Frist nachkommen, steigen die Strafzölle wie geplant.

90 Tage sind eine verdammt knappe Zeit! Den großen Worten müssen also nun schnell Taten folgen. Schließlich dürfte Trump auch schon gemerkt haben, dass er seine Munition schon fast verschossen hat. Nicht erst seit General Motors ist klar, die US-Wirtschaft beginnt zu kränkeln.

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