Nach zwei Gewinnwarnungen in 2018 war die Osram-Aktie wie ein Stein von ihrem Kurshoch bei 79,58 bis auf 29,71 Euro gefallen. Dann kam die Mitteilung des Unternehmens, man wolle bis zu 9.534.807 eigene Aktien mit einem Volumen von bis zu 400 Mio. Euro zurückkaufen. Rein rechnerisch entspricht dies einem max. Rückkaufkurs von 41,95 Euro je Aktie. Der Titel machte sich dann auch auf, um diese Kursmarke zurückzuerobern. Unterstützt von Gerüchten, wonach die Finanzinvestoren Bain Capital oder Carlyle Interesse an dem Lichtspezialisten hätten, ging die Osram-Aktie am 9. Januar im elektronischen Handel der Frankfurter Börse mit 37,77 Euro aus dem Handel. Am 10. Januar war kurz vor Börsenstart und damit unmittelbar vor Beginn der ersten Rückkauftranche in der „Augsburger Allgemeinen“ ein Interview mit Firmenchef Olaf Berlien zu lesen, in dem er von dunklen Wolken am Horizont des Jahres 2019 spricht. Auch sei das vergangene Quartal noch schwächer ausgefallen als man erwartet habe. Der Aktienkurs fing daraufhin an zu flackern und verlor schon vorbörslich fast 7 %, das Tagestief lag bei 34,30 Euro.

Für den Beginn des Aktienrückkaufprogramms hätte das Momentum kaum besser sein können, denn billiger als nach drei Gewinnwarnungen innerhalb von 10 Monaten kann es kaum noch werden. Das macht es auch potenziellen neuen Großaktionären leichter, die Berlien nach dem Rückzug von Siemens sehr begrüßen würde, wie er mehrfach betonte. Gutes Momentum also, um den eigenen Aktienkurs auszustoppen.

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