„Höher, Schneller, Weiter“, lautet das Prinzip eines des umstrittenen Berufszweiges an der Börse: Hochfrequenzhändler! Die Kunst  hierbei, schneller zu sein als alle anderen am Aktienmarkt. Bevor ein Kurs überhaupt steigt oder fällt, haben die Hochfrequenzhändler ihr Geschäft bereits gemacht. Ihre automatisierten, auf Algorithmen basierenden Programme reagieren blitzschnell auf bestimmte Kurssignale. Der Wettbewerb findet nicht in Sekunden, sondern in Mikrosekunden statt. Das ist ein Millionstel einer Sekunde oder 0,001 Sekunden oder ein Wimpernschlag! Andere Marktakteure wie Fondsgesellschaften, Pensionskassen, Versicherer oder geschweige denn Privatanleger haben nicht den Hauch einer Chance, diesem Geschwindigkeitsrausch Paroli zu bieten.

Damit soll jetzt Schluss sein. Nach der Ankündigung der US-Börse Intercontinental Exchange (ICE) vor 4 Wochen erklärte nun auch die weltweit viertgrößte Derivatebörse Eurex, ein Tempolimit für Hochfrequenzhändler einzuführen. Ab Juni stellt die Dt. Börse-Tochter Handelsaufträge, die üblich sofort ausgeführt werden, um 1.000 Mikrosekunden zurück. Diese sogenannten „Speed Bumps“ gelten zunächst allerdings nur für Optionen auf deutsche und französische Aktien. Die Testphase läuft 6 Monate. Verläuft diese erfolgreich – was immer das heißen mag – werden die neuen Regeln auf andere Derivate ausgeweitet. 

Nach der jahrelangen Kritik am Hochfrequenzhandel – auch vonseiten des ES – kann dieser Schritt sicherlich nur ein Anfang sein, um den Börsenhandel wieder fairer und transparenter zu gestalten.

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