Obwohl China die zweitgrößte Volkswirtschaft nach den USA ist, finden sich in den Portfolios internationaler Investoren nur vereinzelt chinesische Wertpapiere. Das hat seinen Grund: Die politischen Risiken sind für ausländische Anleger relativ hoch, hinzu kommen Währungsrisiken. Zudem hatten ausländische Investoren oft nur Zugang zu den sogenannten H-Aktien. Diese Papiere chinesischer Firmen werden ausschließlich in Hongkong gehandelt, A-Aktien dagegen in Shanghai und in Renminbi. Daher kommt es zu deutlichen Preisunterschieden zwischen beiden Aktiengattungen – meist zum Nachteil von Nicht-
Chinesen. Folgen der jahrzehntelangen Beschränkung: Einer Gesamtmarktkapitalisierung des chinesischen Aktienmarkts von 7,4 Bill. US-Dollar stehen nur vergleichsweise 350 Mrd. US-Dollar gegenüber, die weltweit in Fonds mit Fokus auf China investiert sind. 

Die Zahl der Branchen, in denen ausländische Unternehmen nur eingeschränkt investieren dürfen, wurde von 48 auf 40 gesenkt. Chinesische A-Aktien, die ausländische Institute zuvor nur unter großen Restriktionen handeln konnten, sollen ab sofort besser zugänglich sein, womit sich ca. 38 % des chinesischen Aktienmarktes für internationales Kapital öffnet. Damit könnten China-Aktien aus ihrem Nischendasein zu einem unverzichtbaren Bestandteil eines diversifizierten Portfolios international ausgerichteter Investoren und auch von Privatanlegern werden. 

Eine ähnliche Auswirkung könnte dies auch auf den Anleihemarkt haben. Bislang waren chinesische Lokalwährungsanleihen zu 98 % in chinesischer Hand. Dies könnte sich nun ändern. Chinesische Anleihen könnten in vielen Portfolios zur Diversifikation beitragen, da sie eine sehr niedrige Korrelation zu Staatsanleihen entwickelter Märkte aufweisen und bei verschiedenen Laufzeiten attraktivere Erträge einbringen als zum Beispiel Staatsanleihen aus den USA, Europa oder Japan. 

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