Viele Deutsche haben eine regelrechte Aktienphobie. Sie horten weiter Bargeld, obwohl sie dadurch täglich Geld verlieren. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Hauptgründe in einer überhöhten Risikoeinschätzung und in überzogenen Verlustängsten sowie in zu hohen Ansprüchen an das eigene Wissen liegen. Dabei kann jeder Börse!
Im Jahr 2018 waren nur 16 % der Deutschen am Aktienmarkt aktiv, in den USA dagegen  54 %. An diesen Zahlen hat sich auch 2019 nichts geändert, obwohl inzwischen von fast allen Banken und Sparkassen Strafzinsen auf Bargeldeinlagen erhoben werden. Der ES empfahl daher seinen Lesern in Ausgabe 44/19 dringend, ihr Geld in Aktien oder Investmentfonds umzuschichten. Doch noch immer haben zu viele Menschen eine regelrechte Aktienaversion. Dies hat zum einen politische, aber auch ganz persönliche Gründe. So entscheiden neben eigenen Erfahrungen und Emotionen vor allem Familie und Freunde (also das soziale Umfeld) darüber, wer Aktien kauft und wer nicht. Das belegt auch eine aktuelle Studie, die von Wissenschaftlern der Frankfurt School und der Goethe-Universität im Mai 2019 im Auftrag der Deutschen Börse durchgeführt wurde. Befragt wurden 667 Personen, die Aktien oder Aktienfonds besitzen, und 2.094 Nicht-Aktienbesitzer. Die Umfrage erfolgte im Rahmen einer für Deutschland nach Alter, Geschlecht und Bundesland repräsentativen Online-Umfrage. Das Durchschnittsalter lag bei 49 Jahren, die Hälfte der Teilnehmer war weiblich und 15 % hatten einen Migrationshintergrund. Das Nettohaushaltseinkommen lag zwischen 1.000 und 4.000 Euro, und 48 % der Befragten hatten eine Immobilie. Alle Personen waren Kunden bei unterschiedlichen Banken.
Im Ergebnis zeigt die Studie, dass die Deutschen nach wie vor äußerst risikoscheu sind. Nach Meinung der Wissenschaftler könnte es die Kombination von Risikoaversion und überschätztem Risiko sein, dass die Deutschen keine Aktien kaufen. Von den Personen, die keine Aktien besitzen, verbinden dann auch 77 % ein ungutes Gefühl mit der Vorstellung, selbst Aktionär zu sein, was vor allem durch fehlende Informationen hervorgerufen wird. Ihre Gedanken drehen sich hauptsächlich um Verluste und Risiken, während Aktienbesitzer damit vermehrt positive Begriffe wie Gewinn, Chance, Stolz oder Freude verbinden. Aus Sicht der Nicht-Aktienbesitzenden sprechen viel mehr Gründe gegen Wertpapiere als dafür: Angst vor einer ökonomischen Katastrophe, Verlustangst, zu geringes Finanzwissen, Angst vor Manipulation, zu komplexe Produkte, zu hohe Gebühren, zu hoher Zeitaufwand, eigene Ungeduld und schließlich ein zu unsicheres oder niedriges Arbeitseinkommen.
Diese Bedenken zeigen, dass zu viele Menschen falsche Vorstellungen davon haben, welches Wissen für eine Teilnahme am Aktienmarkt zwingend erforderlich ist. Viele meinen, dass dafür breite und tiefgehende ökonomische Kenntnisse sowie ein hoher zeitlicher Aufwand erforderlich sind. Dabei sind für eine Anlage z.B. in börsengehandelten Indexfonds solche Kenntnisse gar nicht notwendig. Auch die Angst vor einer ökonomischen Katastrophe sowie grundsätzliche Verlustangst sind weitverbreitete Hindernisse. Wer noch nie Aktien besessen hat, weiß nicht, wie man das Risiko minimieren kann und dass sich bei langfristigen Aktieninvestments das Risiko typischerweise stark verringert. Auf der anderen Seite offenbarten sich in der Befragung auch tatsächliche Wissenslücken. So können viele mit dem Begriff „Exchange Traded Fund (ETF)“ nichts anfangen. Eine Ursache dafür scheint zu sein, dass es für einige englische Fachausdrücke keine deutschen Übersetzungen gibt.
Die Wissenschaftler haben zudem nachgewiesen, dass es hierzulande noch erhebliche Geschlechtsunterschiede gibt. Ein zu geringes Finanzwissen geben Frauen deutlich häufiger als Hindernis für die Teilnahme am Aktienmarkt an als Männer. Zudem gaben 70 % der befragten Frauen eine hohe „Nervosität bei selbst kleinen Verlusten“ zu, dagegen nur 54 % aller Männer. Frauen haben viel mehr Bedenken gegen eine Aktienanlage und sind unsicherer. Daher sind Aktienbesitzer im Durchschnitt eher männlich, gebildet und wohlhabend.
Die Höhe des Einkommens ist zwar nicht der alleinige, aber doch ein wesentlicher Faktor für Aktienbesitz. Einkommensschwächere Studienteilnehmer gaben viel häufiger an,  Angst vor falschen Entscheidungen zu haben. Für sie sind die Risiken und die damit verbundene Angst vor Verlusten eine viel größere Hürde für die Aktienmarktteilnahme als für andere. Allerdings zeigt sich, dass es selbst in den höchsten Einkommenskategorien Personen gibt, die nicht in Aktien investieren.
Dabei ist das Entwerfen einer eigenen Börsenstrategie kein Hexenwerk, denn jeder kann Börse. Wer jung ist und noch über Jahrzehnte sparen kann, aber noch nicht so viel Geld zur Verfügung hat, kann leicht in sparplanfähige Fonds investieren.
Der Effecten-Spiegel Aktien-Fonds (ISIN: DE000A2N82J8) z.B. investiert weltweit in Aktien mit relativer Stärke und günstiger fundamentaler Bewertung. Der Effecten-Spiegel Anlage-Mix-Fonds (ISIN: DE000A2N82K6) investiert weltweit in diverse Anlageklassen wie Aktien, festverzinsliche Papiere, Rohstoffe und Währungen. Aufgrund der dadurch erzielten Streuung reduziert sich das Ge-samtrisiko der Anlage. Durch die Sparplanfähigkeit beider Fonds ist auch eine Beteiligung in kleineren, regelmäßigen Beträgen (ab 25 Euro) möglich. Beim Effecten-Spiegel Aktien-Fonds können Anleger dabei sogar die vom Arbeitgeber geförderten Vermögenswirksamen Leistungen nutzen. Sie brauchen dabei auch keine Angst vor fallenden Kursen haben, denn bei niedrigen Kursen werden für den gleichen Geldbetrag mehr Anteile gekauft als bei hohen Kursen (Cost-Average-Effekt). Dieser positive Effekt fällt umso stärker aus, je länger der Fondssparplan läuft und je mehr die Kurse schwanken. Wer also im schlechten Aktienjahr 2018 einen solchen Sparplan hatte, konnte bereits reichlich Anteile einsammeln und schon in 2019 davon profitieren. Bei Fondssparplänen gehen Anleger keinerlei Verpflichtungen ein, was die Raten, die Laufzeit und die Verfügbarkeit betrifft. Weitere Informationen sowie das Verkaufsprospekt für die von der WBS Hünicke Vermögensverwaltung (Düsseldorf) gemanagten Effecten-Spiegel Fonds finden Anleger unter: https://www.hansainvest.com/deutsch/fondswelt/.
Noch einfacher und günstiger als aktiv gemanagte Fonds sind ETFs. Sie bilden einen Index nach (DAX, S&P 500 oder den Weltaktienindex MSCI World) und sind dementsprechend an deren Wertentwicklung gekoppelt. Während man bei ETFs in viele Unternehmen investiert und sich die Mischung dieser Unternehmen tagtäglich ändern kann, weiß man bei der Direktanlage Aktie ganz genau, an welchem Unternehmen man sich beteiligt. Mit genug Wissen über die jeweilige Gesellschaft kann man sich hier theoretisch die Rosinen herauspicken (Stock Picking).
Risiken besser einschätzen zu können, beruht auf Wissen. Der Effecten-Spiegel als unabhängiges Anlegermagazin wird auch 2020 seinen Lesern einen anlegerorientierten und fundierten Überblick über die Aktienmärkte geben. Mit einer neu gestalteten Internetseite und einem Podcast werden wir den heute noch Nicht-Aktienbesitzern den Zugang zum Finanzmarkt erleichtern und wesentliche Zusammenhänge der Geldanlage erläutern. Denn: Jeder kann Börse!

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