Lufthansa HV

Dividende steigt auf 0,80 Euro


In zufriedene Gesichter bei fast sommerlichen Temperaturen konnte Lufthansa-Chef Carsten Spohr auf der heutigen Hauptversammlung der Lufthansa in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Hoechst schauen. Nach der Insolvenz des Hauptwettbewerbers Air Berlin im vergangenen Jahr ist Lufthansa zusammen mit seiner Low-Budget-Markte Eurowings wieder die klare Nummer 1 am deutschen Himmel. Im Inland kommt der Konzern mit dem Kranich, der überdies seinen 100. Geburtstag feiert, wieder auf einen satten Marktanteil von 87 Prozent. Auch im internationalen Geschäft hat sich die Wettbewerbsituation zuletzt etwas entspannt, seit die Carrier vom Golf wie Etihad und Emirates weniger aggressiv im Markt auftreten und auch Lufthansa es geschafft hat, das eigene Angebot auf den besonders umkämpften Langstrecken zu verbessern.

Insgesamt konnte der Konzern die Umsätze in 2017 um 12,4 Prozent auf 35,6 Mrd. Euro verbessern, das adjusted EBIT verbesserte sich um gut 70 Prozent auf knapp 3 Mrd. Euro, so dass eine Marge von 8,4 Prozent erreicht worden ist. Wesentliche Ertragstreiber waren neben einer anhaltend hohen Nachfrage und einer positiven Preisentwicklung auch die erfolgreiche Senkung der Stückkosten. Dieser haben sich weiter um 1,8 Prozent reduziert, eine Entwicklung die sich auch in der Zukunft mit Verbesserungen zwischen 1 und 2 Prozent pro Jahr fortsetzen soll. Unter dem Strich weist der Konzern ein Ergebnis von 2,364 (1,776) Mrd. Euro oder 5,03 (3,81) Euro je Aktie aus. 

Damit legt der Konzern nun zum dritten Mal in Folge ein neues Rekordergebnis vor, in 2017 hat man "mit Abstand das beste Ergebnis aller Zeiten erzielt". Zusammenfassend stellte Spohr fest, dass "die Lufthansa Group in allen Bereichen moderner, deutlich effizienter und profitabler geworden ist." Von der in den vergangenen Jahren erfolgten Modernisierung haben alle profitiert, die Kunden, die Mitarbeiter und nicht zuletzt die Aktionäre. 

Kritik wurde von verschiedenen Rednern und bei der Abstimmung auch von 23,47 Prozent des vertretenen Kapitals an der Dividendenpolitik geübt. Zwar bewegt sich die gezahlte Dividende mit 0,80 Euro über dem Vorjahresniveau von 0,50 Euro bewegt sich aber noch deutlich unter den Erwartungen der Investoren. Lufthansa-Chef Spohr hatte die Ausschüttungshöhe - immerhin die zweithöchste Dividende seit der Privatisierung - mit Blick auf die Stärkung der Innenfinanzierungskraft verteidigt. Er erinnerte daran, dass die Konzerneigenkapitalquote vor gar nicht allzulanger Zeit bei lediglich etwas über 10 Prozent lag und durch die moderate Dividendenpolitik inzwischen wieder auf eine solide Größenordnung von 26,5 Prozent angestiegen ist.

Durchaus gut verlaufen ist auch der Start ins laufende Jahr. Insbesondere werden die Netzwerk-Airlines immer stärker insbesondere Lufthansa und SWISS. Ebenfalls auf Erfolgskurs bewegt sich Lufthansa Cargo. Auch wenn die nach wie vor hohen Anlaufkosten bei Eurowings das Ergebnis belasten, stellen diese doch eine wichtige Investition in die Zukunft der gesamten Gruppe dar. Künftig wird man mit der Zweitmarke auch stärker auf den längeren Strecken aktiv werden. Konkret erwartet Spohr bei einer unveränderten Prognose für 2018 ein Ergebnis leicht unter dem Wert des Rekordjahres 2017.