1.000.000 % Inflation

Venezuelas Inflation so hoch wie in der Weimarer Republik


In seinem aktuellen Ausblick für die lateinamerikanischen Staaten warnt der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einer der größten Wirtschaftskrisen der modernen Welt: Der Preisverfall in Venezuela. Die Inflationsrate peilt den irren Wert von 1.000.000 % an und sei vergleichbar mit der Situation in der Weimarer Republik 1923 in Deutschland. 

Doch während Deutschland damals einen Weltkrieg verloren hatte und mit 150 Mrd. Mark in der Kreide stand, gilt Venezuela als das ölreichste Land der Welt. Seit in Venezuela Präsident Nicolás Maduro an der Macht ist, sank jedoch die Ölproduktion des Landes um 16 %. Zusammen mit dem Preisverfall des Schwarzen Goldes sind es vor allem mangelnde Produktivität sowie politische Fehlentscheidungen, die das Land in den Ruin treiben. Wichtigstes Unternehmen ist der staatliche Ölkonzern PDVSA, der bereits Jahre vor der „venezolanischen Revolution“ verstaatlicht wurde. Rund 18.000 Mitarbeiter wurden seitdem wegen mangelnder Linientreue entlassen, darunter viele ausgewiesene Fachkräfte. Inzwischen ist die Ölindustrie marode, Land- und Privatwirtschaft haben sich quasi aufgelöst. Das Land ist politisch isoliert, die Landeswährung praktisch wertlos. Der Mindestlohn reicht gerade noch für 12 Eier. Im einst reichsten Land Südamerikas nehmen Krankheiten und Hunger rasant zu. Nun hat die Regierung einfach neue Banknoten drucken lassen, auf denen fünf Nullen gestrichen werden. Seit Montag sind die neuen Hoffnungsträger in Umlauf. Die von Maduro als „großartige revolutionäre Veränderungen in der Wirtschaft“ proklamierte Währungsumstellung offenbart das eigentliche Problem des Landes: Maduros Machtanspruch und völliges Unverständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge.