Ist die Fed „verrückt“ geworden?


Donald Trump macht die US-Notenbank Fed und damit ihren gerade erst von ihm ernannten Chef Jay Powell zum Sündenbock für die jüngsten Kursverluste an den Aktienmärkten. Die Fed sei „verrückt geworden“, twitterte Trump und meinte damit die neuerlichen Zinserhöhungen. Die Fed mache mit dieser Politik „einen Fehler“, so der US-Präsident. Offensichtlich befürchtet er, dass dadurch ausgerechnet kurz vor den Kongresswahlen im November der Boom in der US-Wirtschaft und damit an den Aktienmärkten abgewürgt werden könnte.

Steigende Zinsen sind in der Tat zunächst schlecht für die Aktienmärkte, weil damit sowohl die Fremdfinanzierungskosten steigen als auch die Diskontierungsfaktoren bei den Bewertungen. Höhere Zinsen machen Aktien teurer. Deshalb hat die Aussicht auf höhere Zinsen sicherlich auch zu den aktuellen Turbulenzen an den Märkten beigetragen, ebenso wie die anhaltenden Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie die Unklarheit über den Brexit. 

Da die amerikanische Wirtschaft seit Jahren stabil wächst, hat die Fed inzwischen fünf Zinserhöhungen durchgeführt, drei weitere könnten noch anstehen. Darüber hinaus baut die US-Notenbank die Anleihepositionen ab, die sie im Rahmen ihrer Kaufprogramme erworben hatte. Alles in allem hat dies den US-Dollar aufwerten lassen.

Doch dies sind nur Schritte zurück zur Normalität. Und die Fed wird spätestens bei 3 % ihren Zinserhöhungszyklus vorläufig beenden, weil dann die fiskalischen Anreize nachlassen und die Inflation stark begrenzt wird. 

Die aktuellen Kursverluste an den Aktienmärkten werden für die Fed zudem Mahnung sein, vorsichtig vorzugehen und die Zinsen nicht zu schnell zu stark anzuheben. Daraus könnten sich dann wiederum neue Kurs- und somit Kaufchancen an den Aktienmärkten ergeben.