Das Schwarzbuch 2018/19

Wo jedes Jahr die Steuergelder versickern


Alle Jahre wieder zeigt der Bund der Steuerzahler (BdSt) mit seinem „Schwarzbuch“, wie großzügig die Staatsdiener die Steuergelder ihrer Bürger verballern. In der aktuellen Ausgabe 2018/19 werden 109 besonders bizarre Fälle genannt, von denen der ES zwei herausgreift:

Rasenheizung im Fußballstadion

2010 wurde im Erfurter Stadion zur Unterstützung des regionalen Fußballvereins für 887.313 Euro eine Rasenheizung eingebaut. Zur Refinanzierung dieser Investition sollte der Fußballclub ein pauschales Nutzungsentgelt von 3.000 Euro pro Heimspiel zahlen – so die Idee des Erfurter Sportbetriebes. 

Doch die Heizung blieb bis heute ungenutzt. Bei frostigen Temperaturen wurden die Spiele sogar verlegt oder gar abgesagt – die Rasenheizung aber blieb aus, ebenso wie die Nutzungsgebühr für den Sportbetrieb. Denn die Betriebskosten waren dem Verein schlichtweg zu teuer. Damit blieben die Erfurter Eigenbetriebe nicht nur auf den Investitionskosten, sondern auch auf den Kosten für Zinsen und Wartung der Rasenheizung sitzen. Und diese beliefen sich bis zum 30.06.2018 auf weitere 99.946 Euro.

Monheims Geysir

Ein Kunstprojekt der besonderen Art wird es bald in Monheim am Rhein geben. An einem vielbefahrenen Kreisverkehr will die Stadt einen Geysir einrichten, der in bestimmten Abständen eine Wasserfontäne in die Luft bläst. Ausgedacht hat sich das Projekt ein Schweizer Künstler. „Diese Arbeit überzeugt durch eine stimmige Atmosphärendichte, ... und greift in überraschender, und so in Deutschland noch nicht als Kunstwerk umgesetzter Weise das Element Wasser auf“, so die Begründung. Damit sich Autofahrer nicht durch den plötzlichen Ausbruch des Geysirs erschrecken, wird zusätzlich vor dem Kreisverkehr eine Ampel gebaut. Geysir und Ampel werden etwa 415.000 Euro kosten. Hinzu kommen jährliche Kosten von 6.000 Euro für Instandhaltung und Wartung der Brunnentechnik, für Strom, Abwasserkosten sowie Garten- und Landschaftspflege.