Ölmarkt: Es brodelt

Klatsche für Trump


Nachdem sich der arabische Kronprinz Mohammed bin Salman und der russische Präsident Wladimir Putin auf dem jüngsten G20-Gipfel noch mit einem kumpelhaften „High Five“ begrüßten, war die Einigung auf dem darauffolgenden Treffen der OPEC mit den Nicht-OPEC-Staaten in Wien wohl nicht ganz so freundschaftlich. 

Bereits im Vorfeld hatte der Ausstieg eines des ältesten OPEC-Mitglieder, Katar, die Stimmung zum Brodeln gebracht. Bislang galt das Emirat als Puffer zwischen den Erzfeinden Saudi-Arabien und Iran. Ohnehin galt der Iran, der derzeit arg unter den US-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Atomkonflikt leidet, als größter Stolperstein bei einer Förderkürzung. Angesichts des großen Gesprächsbedarfs musste also ein „Mediator“ her. Ganz offenbar sah sich Russland hervorragend für diese Rolle geeignet – mit Erfolg. Denn ungeachtet des Drucks, den im Vorfeld US-Präsident Donald Trump auf die ölproduzierenden Länder ausübte, einigten sich die OPEC-Staaten mit den wichtigsten Nicht-OPEC-Ländern auf eine Förderkürzung, die es in sich hat. Zusammen drosseln die Staaten ab 2019 ihre Produktion für die kommenden 6 Monate um 1,2 Mio. Barrel pro Tag. Dieser Deal übersteigt das von Experten ausgemalte Szenario bei weitem und ist eine richtige Klatsche für Trump. Für den Iran wurde dabei eine Ausnahmeregelung gefunden. Das Land macht neben Venezuela und Libyen bei den Förderkürzungen nicht mit. Der saudi-arabische Energie- und Industrieminister Khalid Al-Falih ließ nach der Einigung auch gleich seine Muskeln spielen. „Wir können den Markt in jede Richtung bewegen.“ Natürlich sei die Entscheidung aber nicht von politischen Motiven getrieben. Die jüngste Einigung stärkt das Kartell zweifelsfrei. Zuletzt gab es angesichts der internen Reibereien kaum noch wirksame Beschlüsse der OPEC. Allerdings wird auch die USA die Märkte weiter mit Öl fluten und für ein Überangebot sorgen.