BB Biotech als Aktienfonds

Steuerliche Änderungen von BB Biotech zum Jahresende


Viele Anleger haben Aktien der BB Biotech AG in ihren Depots und wurden Anfang des Jahres mit Storno- und Korrekturbuchungen bei diesem Wert geradezu überflutet. Auch der Papierwust, der von den Banken nachgeschickt wurde, konnte kaum für Aufklärung sorgen. Um es daher vorwegzunehmen:

Die Banken haben keinen Fehler gemacht, BB Biotech selbst ist Verursacher dieses Durcheinanders. Die Neubuchungen sind korrekt, und für Privatanleger bleibt das System der Abgeltungssteuer auf Kursgewinne und Dividenden bestehen. Doch worum geht es nun eigentlich?

Bis zum 31.12.2017 hatte die BB Biotech AG den steuerlichen Status einer sog. Kapital-Investitionsgesellschaft. Ungeachtet ihrer rechtlichen Struktur als börsennotierte Aktiengesellschaft wird sie ab 2018 nun in Deutschland als Aktienfonds nach § 2 Abs. 6 Investmentsteuergesetz besteuert (vgl. ES 37/17). Da die BB Biotech AG Ihre Eigenschaft als Aktienfonds aber erst verspätet gemeldet hat, war sie zunächst als Investmentfonds ohne Teilfreistellung geschlüsselt und wurde nun erst rückwirkend ab dem 01.01.2018 als Aktienfonds umgeschlüsselt. Dies löste diverse Stornos mit anschließender Neuabrechnung aus, und zwar Dividenden und Veräußerungen betreffend. Die nun als Fonds qualifizierte BB Biotech behält bei Ausschüttungen zunächst 35 % Quellensteuer ein und führt diese an den Schweizer Fiskus ab. Für den dt. Privatanleger, der ja schon 25 % Abgeltungssteuer auf die (nach Teilfreistellung) verbliebenden 70 % der Erträge zahlt, sind von der ausländischen Quellensteuer weiter 15 % in Deutschland anrechenbar und 20 % in der Schweiz auf Antrag rückforderbar.                

*Diese Informationen stellen keine steuerliche Beratung dar.