Konkurrenzlos

Dividendenausschüttung auf Rekordniveau


Dem Börsenjahr 2018 werden wohl die wenigsten Anleger eine Träne nachweinen, wären da nicht die anstehenden Dividendenausschüttungen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Bei den DAX-Werten wird erneut mit einem Ausschüttungsrekord gerechnet. Doch auch die Small Caps müssen sich nicht hinter Werten aus dem DAX und den anderen Indizes verstecken.

Aufgrund der massiven Kursabschläge in den vergangenen Monaten sind die Anleger wieder auf der Suche nach defensiven Titeln und mehr Sicherheit. Richtet man den Fokus entsprechend aus, kommt man zwangsläufig an kontinuierlichen Dividendenzahlern nicht vorbei.

Siemens gibt auch in diesem Jahr Ende Januar traditionell den Startschuss für die Dividenden, die im Mai zur Hauptversammlungssaison auf ihren Höhepunkt zusteuern. Also bleibt noch Zeit, in die dividendenstarken Werte zu investieren, bevor im Frühjahr via Ausschüttung direkt Kasse gemacht wird. Aktuell sieht alles danach aus, dass im DAX die Rekordsumme an Ausschüttungen vom Vorjahr von 35,8 Mrd. € mit 38,7 Mrd. € erneut getoppt wird. Nachdem das Small Cap-Segment im Vorjahr an der Zwei-Milliarden-Marke kratzte, stehen hier ebenso die Chancen für eine neue Bestmarke günstig. 

Eine kontinuierliche Dividendenzahlung tröstet auch über weniger erfolgreiche Geschäftsjahre hinweg. Es spricht für die Sub-stanz des Unternehmens, wenn trotz finanzieller Belastungen z.B. durch Investitionen, Übernahme- oder erhöhte Forschungskosten die Aktionäre dennoch bedacht werden. 

So musste BB Biotech für 2018 einen Verlust ausweisen, trotzdem sollen die Aktionäre eine Dividende von 2,69 € erhalten. Zwar bleibt die Ausschüttung hinter dem Vorjahreswert von 2,91 € zurück, allerdings ergibt sich eine Dividendenrendite von 4,65 % (vgl. S. 12). BB Biotech hat zu Jahresbeginn noch einmal seine Anlagestrategie bestätigt. Das Biotech-Beteiligungsunternehmen setzt auch weiterhin verstärkt auf kleinere und mittelkapitalisierte Firmen, die mit neuen Therapieansätzen vor dem Durchbruch stehen. Krebstherapien bleiben hier das größte Themenfeld. Das Management zeigte sich sehr zuversichtlich, dass einige der Portfoliofirmen in diesem Jahr positive kurstreibende Nachrichten liefern. 

In den vergangenen 10 Jahren hat sich sodann Cenit als beständiger Dividendenzahler präsentiert. Auf der Umsatzseite profitiert der IT-Dienstleister von der Integration der im Jahr 2017 erworbenen französischen KEONYS-Gruppe. Der deutliche Anstieg der margenschwächeren Fremdsoftware-Umsätze, bei einem gleichzeitigen Rückgang bei der margenstärkeren Eigensoftware, spiegelt sich jedoch im Ebit wider. Für 2018 rechnet Cenit deshalb bei einem Rekordumsatz von 175 bis 180 Mio. € mit einem Ebit von 10 (12,84) Mio. €. Der aktuelle Umsatzmix geht zwar erwartungsgemäß mit einer Minderung der Rentabilität einher, die Gesellschaft dürfte jedoch bei einer erwarteten Steigerung der hoch skalierbaren Eigensoftwareumsätze dennoch wieder eine überproportionale Ergebnisentwicklung erreichen. Deshalb ist eine geringere Ausschüttung als im Vorjahr bei Cenit durchaus zu verschmerzen.

Deutschlands größter Autovermieter Sixt kann ebenfalls auf eine jahrelange Dividendentradition zurückblicken, ebenso wie die Tochter Sixt Leasing, die die ersten Eckdaten zum Geschäftsjahr 2018 präsentierte. 

Auch Villeroy & Boch steht bei der Dividendenkontinuität unter den Nebenwerten ganz oben mit auf der Agenda. Für den 7. Februar sind die Zahlen für 2018 angekündigt. Es wird auch mit einer Dividendenaussage gerechnet, schließlich findet die Hauptversammlung bereits am 29. März statt. 

Als fleißiger Dividendenzahler hat sich bisher ebenso der Spezialist für Inspektionssysteme (z.B. Röntgenprüfung für elektronische Baugruppen), Viscom, erwiesen. Im vergangenen Jahr musste der Small Cap empfindliche Kurseinbußen hinnehmen. Doch zum Jahresende fielen Insiderkäufe durch den Vorstand auf. Dies darf durchaus als positives Signal für die Prognose-Erreichung 2018 gewertet werden, die einen Umsatz von 93 bis 98 (89) Mio. € beinhaltet. Der Small Cap wird auch weiterhin von dem stetig wachsenden Interesse der Kunden, insbesondere für die 3D-Inspektion, profitieren und seine Aktionäre mit weiteren Ausschüttungen erfreuen. 

Eine kontinuierliche Dividendenausschüttung lässt über manchen Kursrücksetzer hinwegsehen. Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld bleibt die Aktienanlage zur Vermögensabsicherung spitze. Kommt dann noch eine stetige Dividende dazu, dann ist die Aktie einfach konkurrenzlos.