Die stille Enteignung

IWF denkt über Parallelwährung nach


Parallelwährungen entstehen, wenn das Vertrauen in die Geldpolitik schwindet. So hat der Hype der Kryptowährungen auch seine Ursache in der jahrelangen Null- und Niedrigzinspolitik der großen Notenbanken. Was zunächst als Gegenmaßnahme in der Finanzkrise gedacht war, wird mit den Jahren  zum Problem. Denn nun mehren sich die Zeichen, dass sich das Wirtschaftswachstum weltweit stark abschwächt. Damit nimmt die Sorge zu, dass bei einem Abrutschen in die Rezession keine Maßnahmen mehr dagegen eingesetzt werden können. Und in der Tat: Beim klassischen Instrument der Geldpolitik ist der Spielraum eng geworden. Zudem halten immer mehr Bürger unverzinstes Bargeld. Daher kursiert seit vielen Jahren der Gedanke, das Bargeld abzuschaffen und vollständig auf elektronische Zahlungssysteme umzustellen. Dieser Lösungsansatz ist jedoch in einigen Ländern, wie z.B. Deutschland, höchst unpopulär. Daher soll nun der Internationale Währungsfonds IWF erwägen, die Geldmenge in zwei Parallelwährungen zu unterteilen: in Bargeld und Sicht- bzw. Spareinlagen. Zwischen beiden würde es einen Umtauschkurs geben, der das Halten von Bargeld irgendwann nicht attraktiver macht als Spareinlagen bei der Bank. Bei einem Negativzins von -1 % würde also Bargeld pro Jahr eben um jene 1 % gegenüber den Einlagen abgewertet. 

Das Parallelwährungsmodell wäre „die lange befürchtete Währungsreform, bei der die Bargeldbestände entwertet werden“, sagt Hans-Werner Sinn. Da in Deutschland besonders viel Bargeld gehalten wird, „ist auch schon klar, wer hier geschröpft werden soll.“

Schon das Gedankenspiel dieser stillen Enteignung sollte daher einen lauten Aufschrei der Gegenwehr erzeugen: Nicht mit uns!