HVB

Aktueller Sachstand


Seit dem Zwangsausschluss der HVB-Kleinaktionäre im Jahr 2008 durch die italienische UniCredit läuft nun schon die gerichtliche Auseinandersetzung um die Angemessenheit der damaligen Barabfindung von
38,26 Euro. Nach langem juristischen Hin und Her wurden 2011 zwei Gutachter bestellt. Diese haben am 02.10.2017 ihre Stellungnahme vorgelegt – auf 1.228 Seiten (ohne Anlagen) in drei Büchern (vgl. ES-Ausgabe 49/17). Sie kommen zu dem Ergebnis, dass sich „aus der kumulierten Betrachtung aller Werteffekte (inkl. für die HVB-Sonderwerte) ein Wert je HVB-Aktie i.H.v. 41,55 Euro“ ergibt. Das sind 3,29 Euro bzw. 8,6 % mehr als die 38,26 Euro, die den Aktionären als Gegenwert für ihre HVB-Aktien bezahlt wurden. Die Effecten-Spiegel AG hat daraufhin vorgetragen, dass die von den Gutachtern berechneten 3,29 Euro Nachbesserung nur das Minimum darstellen können, denn die Marktrisikoprämie blieb bislang unberücksichtigt, Zinsen kämen ebenfalls dazu. 

Mit Beschluss vom 21.11.2018 hat das LG München nun die gerichtlichen Sachverständigen aufgefordert, zu diesen Einwendungen bis zum 30.09.2019 Stellung zu nehmen. Hierzu wurde ihnen ein 19-seitiger, sehr detaillierter Fragenkatalog vorgegeben. Die beiden Sachverständigen sollen außerdem zu ihren Gutachten angehört werden – allerdings erst im nächsten Jahr, nämlich am 06.02.2020(!). 

Der Lichtblick: Auf eine Nachbesserung haben dann alle Aktionäre Anspruch, denen 2008 die HVB-Aktien gegen den Barwert von 38,26 Euro ausgebucht wurden, ohne dass sie selbst tätig werden müssen und unabhängig davon, ob sie ihre Unterlagen evtl. schon im Reißwolf entsorgt haben.