Garantien gibt´s nicht mehr

DWS liquidiert ihre Garantiefonds


Garantiefonds sind nicht nur bei risikoscheuen Anlegern beliebt, sondern sind auch ein gern gewählter Baustein in Lebens- und Rentenversicherungen. Denn das eingesetzte Kapital soll am Laufzeitende zum großen Teil oder sogar in Gänze „garantiert“ wieder an den Anleger ausbezahlt werden. Es besteht also quasi kein Verlustrisiko. Im Gegenteil, darüber hinaus gibt es sogar die Chance auf eine Wertsteigerung. Garantiefonds sind damit eine gute Alternative zum herkömmlichen Sparbuch. Aber wie soll das gehen?

Garantiefonds haben meist nur eine kurze Zeichnungsfrist und werden als geschlossene Fonds angeboten. D.h., ein zwischenzeitlicher Ein- und Ausstieg ist nicht möglich, der Anleger hat während der mehrjährigen Laufzeit keinen Zugriff auf sein Geld. 

Im Gegensatz zum Fondskäufer muss der Fondsmanager aber das Geld möglichst wertsteigernd anlegen, um sein Garantieversprechen einlösen zu können. Daher wird ein Teil des Geldes in renditestarke Papiere gesteckt, bei denen es aber auch mal größere Kursschwankungen geben kann. Denn je höher die Rendite, desto höher das Risiko. Aber die Garantiefonds können nicht unbegrenzt ins Risiko gehen, sie müssen auch absichern. Daher wandert ein Teil des Kapitals in Anleihen, die über ihre Zinserträge einen Beitrag zur Absicherung des Garantiewerts leisten. 

Dieses Modell hat jahrelang gut funktioniert. Doch die Zinsen für Anleihen sind inzwischen generell in den Minusbereich gerutscht, das gilt nun auch für 30-jährige Bundesanleihen (vgl. ES 33/19). Damit fehlen den Fondsmanagern die Zinserträge der Anleihen, um eventuelle Verluste aus chancen- und damit auch risikoreicheren Wertanlagen wieder aufholen zu können. 

Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, zieht die Deutsche Bank-Tochter DWS nun die Reißleine und stellt eine ganze Garantiefonds-Familie komplett ein. Alle neun ausstehenden Teilfonds DWS Flexpension 2026 bis 2034 werden am 12. November zum Garantiewert liquidiert. Damit fließen die von den Fonds verwalteten knapp 2,6 Mrd. Euro wieder an die Kunden zurück. Sie müssen nun wieder selbst für ihre Altersvorsorge Rendite erwirtschaften und sollten dies auch tun. Garantien gibt´s zwar nicht mehr, aber gute Geldanlagen schon.