Ü70-Party

Der US-Wahlkampf läuft an


Obwohl erst am 3. November 2020 die Wahl des neuen US-Präsidenten stattfindet, hat der Wahlkampf schon längst begonnen. Der Startschuss für die Vorwahlen (Primaries) ist längst gefallen. Sie entscheiden letztlich darüber, wer für eine Partei als Bewerber ins Rennen geht. Das Feld der Kandidaten wird sich innerhalb von Monaten auf wenige Namen reduzieren. Schon jetzt sind die ersten Kandidaten wieder verschwunden, dafür andere dazugekommen. Dabei hängt gerade von ihnen maßgeblich ab, ob Trump weitere vier Jahre Präsident sein darf oder nicht.

Während die Republikaner ihre Reihen fest um den amtierenden Präsidenten schließen, indem die wichtigsten Persönlichkeiten auf eine Kandidatur verzichteten, geht das Hauen und Stechen bei den oppositionellen Demokraten erst richtig los. Dabei scheint zu gelten: Je oller, desto doller! Bei den Umfragen vorne liegt  bisher der 77-jährige Joe Biden, der unter Barack Obama von 2009 bis 2017 Vizepräsident der Vereinigten Staaten war.  Der in den Umfragen Zweitplatzierte ist Bernie Sanders (78 Jahre alt), dicht gefolgt von der 70-jährigen Harvard-Professorin Elizabeth Warren.

Vor wenigen Tagen nun ist  Michael Bloomberg, ehemaliger Bürgermeister von New York, zur laufenden Ü70-Party dazugestoßen. Er dürfte mit einem geschätzten Vermögen von 54 Mrd. Dollar den Partygästen noch einmal ordentlich einheizen. Und er hat auch schon sofort damit begonnen, indem er für fast 35 Millionen Dollar TV-Sendeminuten für seine Kampagnenvideos kaufte. Bloomberg ist reicher als Donald Trump und könnte somit den Wahlkampf auch ohne Spenden finanzieren. Allerdings hat der 77-Jährige auch einen Altersnachteil gegenüber dem 73-jährigen Amtsinhaber.

Die Chance, den umstrittenen Präsidenten Donald Trump abzulösen und gleichzeitig an den dynamischen Aufbruch von Barack Obama anzuknüpfen, dürfte mit den Ü70-Anwärtern wohl kaum gelingen. Daher bleibt nur die Hoffnung auf eine weiterhin robuste Verfassung der Wirtschaft. Zumindest für den Aktienmarkt dürfte sich dies – trotz des fragwürdigen Personals an der Spitze der USA – weiter positiv auswirken.