KION Group AG

Nach vorläufigen Zahlen erwirtschaftete die KION Group AG in den ersten 3 Quartalen einen Umsatz von 5,68 Mrd. Euro gegenüber 3,85 Mrd. Euro vor Jahresfrist. Das bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich von 366,1 auf 561,8 Mio. Euro. Dadurch verbesserte sich die operative Marge leicht von 9,5 auf 9,9 Prozent. Das Segment Industrial Trucks & Services erreichte eine Umsatzsteigerung von 8,2 Prozent auf 4,07 Mrd. Euro. Beim bereinigten EBIT kam es zu einem Anstieg von 411,5 auf 448,3 Mio. Euro. Im Bereich Supply Chain Solutions belief sich der Umsatz auf 1,59 Mrd. Euro und das bereinigte EBIT auf 154,2 Mio. Euro. In diesem Segment wird weitgehend das im November akquirierte Geschäft von Dematic ausgewiesen.
Während das Wachstum im Bereich Industrial Trucks & Services stärker als erwartet ausfiel, blieb die Entwicklung im Segment Supply Chain Solutions hinter den Erwartungen zurück. In diesem Segment kam es zu einer Investitionszurückhaltung der Kunden und Verzögerungen bei der Projektvergabe durch Kunden. Aufgrund dessen passt das Management die Prognose für das Gesamtjahr nach unten an. Der Umsatz soll nun im Bereich von 7,40 bis 7,70 Mrd. Euro liegen. Zuvor hatte der Vorstand einen Umsatz in der Größenordnung von 7,50 bis 7,95 Mrd. Euro erwartet. Für das bereinigte EBIT wird die Prognose von 740 bis 800 Mio. Euro auf 715 bis 765 Mio. Euro abgesenkt. Die endgültigen Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht die Gesellschaft am 26. Oktober.

MBB SE

Die Aumann AG, eine 53,6-prozentige Beteiligung der MBB SE, tätigte heute die Übernahme sämtlicher Anteile an der USK Karl Utz Sondermaschinen GmbH. Dabei erfolgte der Kauf der Anteile von den Familiengesellschaftern. USK ist ein Spezialist für Automatisierungslösungen und beschäftigt am Standort Limbach-Oberfrohna über 300 Mitarbeiter. In 2016 erwirtschaftete USK Karl Utz einen Umsatz von knapp 70 Mio. Euro. Mit dieser Übernahme wird der annualisierte Umsatz bei der MBB SE auf über 450 Mio. Euro ansteigen. Allerdings erwartet das Management der MBB SE aufgrund des schwächeren dritten Quartals bei der Aumann AG im laufenden Jahr nur noch ein Ergebnis je Aktie von 2,00 Euro. Zuvor hatten die Verantwortlichen mit einem Ergebnis je Aktie von 2,16 Euro gerechnet.

Elbstein AG

Die Elbstein AG hat heute eine Vereinbarung über einen Beteiligungserwerb abgeschlossen. Diese mit der U.C.A. AG geschlossene Vereinbarung sieht die Übernahme aller von der U.C.A. AG an der Deutsche Technologie Beteiligungen AG gehaltenen Aktie vor. Die Beteiligungsquote der U.C.A. an der Deutsche Technologie Beteiligungen AG beläuft sich auf 60,88 Prozent. Über die Erwerbsbedingungen vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

ES-Aktienfavoriten

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Täglicher Börsenbericht

Rückgang? Nicht bemerkt!

DAX zurück über 13.000 Punkten

Ob der deutsche Leitindex mit seinen leichten Kursverlusten gestern an den Börsenchrash vom 19. Oktober 1987 erinnern wollte ist nicht anzunehmen, dennoch blieb die Schrecksekunde nicht aus. Doch am letzten Handelstag der Woche ist der DAX wieder auf Kurs und setzt seine Rallye unverändert fort. Grund für den Ausflug unter die Rekordmarke war u.a. die stark anziehenden Euro/Dollar-Kurse. Die neue Dollar-Stärke kommt nicht von ungefähr: Der US-Senat hatte gestern dem Entwurf der Haushaltsresolution zugestimmt und damit eine große Hürde für Trumps-Steuerreform genommen. Der Dow-Jones bleib davon bis zum Handelsschluss eher unbeeindruckt und schloss unverändert. 

Daimler wird von seinen Zahlen ausgebremst. Trotz Ergebnis und Umsatz von 2,3 Mrd. bzw. 40,8 Mrd. € scheinen Investoren derzeit nicht bei den Stuttgartern einsteigen zu wollen. Die Aktie verliert vorbörslich 2,7 %. 

Volkswagen-Chef Müller prognostiziert seinem Konzern das "beste Jahr seiner Geschichte". Ob sich dort nicht Zweckoptimismus breitmacht sei dahingestellt. Anleger bleiben VW dennoch treu. 

Der Lebensmittelkonzern Metro hat im vierten Quartal seine Umsätze um 0,7 % nach oben geschraubt. Währungsbereinigt lag sogar ein Plus von 2,6 % im Körbchen. 

SAP bekommt das schwache Wachstum im Q3 zu spüren. Das Ebit fiel um 5 %. Zwar kletterten die Erlöse um 2 %, jedoch lag dieser Wert deutlich unter den Analystenerwartungen. 

Bei Sixt machen sich Gewinnmitnahmen breit. Nach einem Ebt von knapp über 220 Mio. € und damit einem Plus von rd. 28 % liegt der Autovermieter in den ersten 9 Monaten voll in der Spur. 

Bei Paypal klingeln die Kassen: Im Q3 stieg der Nettogewinn von 320 auf 380 Mio. $ zu. Anleger legen sich den Bezahldienstleister in den Warenkorb.

Der Aktienkurs von Swiss Re ist nach "Harvey", "Irma" und "Maria" vom Winde verweht. 

 

 

 

Randnotizen

Seit dem 15. August liegt das Vertragswerk zur Fusion der deutschen Linde AG mit seinem amerikanischen Konkurrenten Praxair Inc. auf dem Tisch. Nach der Genehmigung durch die Finanzaufsicht BaFin haben die Linde-Aktionäre nun bis zum 24. Oktober Zeit, ihre Aktien in Anteile an der neuen Holding Linde plc zu tauschen. Für jede eingereichte Linde-Aktie erhalten sie 1,54 Aktien der Linde plc in ihr Depot eingebucht. Bis zum Abschluss der Transaktion werden die zum Tausch eingereichten Linde-Aktien unter einer eigenen Wertpapierkennnummer (ISIN DE000A2E4L75) weiter gehandelt. Am 27. September sollen die Praxair-Aktionäre auf einer ao Hauptversammlung der Verschmelzung ebenfalls zustimmen. 

Die neue, nach irischem Recht gegründete Holding wird nicht mehr in Deutschland ansässig sein. Handelsrechtlich wird sie ihren Sitz in der irischen Hauptstadt Dublin haben, steuerrechtlich in der südenglischen Stadt Guildford. Nach Angaben des Vorstands soll die neue Holdinggesellschaft „an der New York Stock Exchange (NYSE) und der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) notiert werden. Eine Aufnahme in die Indizes S&P 500 und DAX wird angestrebt.“ Doch bevor es dazu kommen kann, müssen 75 % der Linde-Aktionäre ihre Anteile zum Umtausch einreichen. Nach einem erfolgreichen Vollzug der Transaktion wird der Abschluss eines Beherrschungsvertrags und später die Durchführung eines aktienrechtlichen Squeeze-out angestrebt. Das jedenfalls ergibt sich aus einem Schreiben des Vorstandsvorsitzenden der Linde AG, Prof. Dr.-Ing. Aldo Belloni. Um bei dieser doch recht hohen Annahmequote ein Scheitern wie zunächst bei Stada zu verhindern, wird den Indexfonds die Möglichkeit gegeben, vorzeitig eine unwiderrufliche Annahmeverpflichtung abzugeben. Nach Bankenschätzungen werden etwa 10 % der Linde-Aktien von Indexfonds gehalten. 

Für Privatanleger ist die Entscheidung, ob sie ihre Aktien zum Tausch einreichen oder nicht, oft auch von steuerlichen Aspekten abhängig. Daher stellt sich für sie die Frage, ob der Umtausch steuerlich neutral ist oder ob wie bei Kapitalerträgen darauf Abgeltungsteuer gezahlt werden muss (vgl. ES 37/17, S. 2/3). In der Vergangenheit hat hier so mancher Aktienbesitzer böse Überraschungen erleben müssen (vgl. Randnotizen 37/16). Der ES hat daher für seine Leser die Angebotsunterlagen der Linde AG geprüft. Sie sind unter www.lindepraxairmerger.com frei zugänglich. Die wichtigsten Informationen zur steuerlichen Behandlung finden sich aber erst in Anhang 3 der Veröffentlichung zum freiwilligen Übernahmeangebot vom 15. August 2017. In Abschnitt „27. Wesentliche steuerliche Erwägungen“ wird unter Punkt „27.2.2.1 Besteuerung von Linde-Aktionären mit steuerlicher Ansässigkeit in Deutschland“ auf die Sondervorschrift des § 20 Abs. 4a Satz 1 EStG Bezug genommen.

Nach dieser Regelung ist ein Aktientausch, der auf Kapitalmaßnahmen beruht, die der Anleger nicht beeinflussen kann, steuerlich nicht als Veräußerung zu bewerten. Damit sind auch keine Steuern auf den Veräußerungsgewinn zu zahlen. Stattdessen treten die neu erworbenen Aktien einfach an die Stelle der zuvor gehaltenen Aktien. Das gilt z.B. bei Verschmelzungen und Aufspaltungen von Unternehmen oder eben auch bei einem freiwilligen Umtauschangebot im Rahmen einer Fusion. 

Wendet man diese Sonderregelung auf den vorliegenden Fall an, dann treten also die im Tausch gegen Linde-Aktien bezogenen neuen Linde plc-Aktien an die Stelle der ehemaligen Linde-Aktien und übernehmen deren steuerliche Qualifikation. Die früheren Anschaffungskosten der Linde-Aktien werden nun im Umtauschverhältnis (1:1,54) als Anschaffungskosten der eingetauschten Linde plc-Aktien angesetzt (vgl. Anlage 3, S. 509 der Angebotsunterlage). Sofern die Anteile im Privatvermögen gehalten wurden und die Beteiligungsquote an der Linde AG unter 1 % lag, ist der Umtausch für den Anleger steuerneutral. Wurden die Aktien vor dem 1. Januar 2009 erworben, sind sie ohnehin steuerfrei (vgl. ES 37/17, S. 2/3). 

Anmerkung: Nach 125 Jahren verabschiedet sich ein deutsches Traditionsunternehmen aus seinem Herkunftsland, um nach irischem Recht weiterzumachen. Jeder Aktionär muss mit sich selbst vereinbaren, ob er diesen Weg wirklich mitgehen will.

 

Der ES übernimmt für diese Informationen keine Gewähr, sie stellen keine steuerliche Beratung dar.

 

Seit Jahren versucht die EZB mit billigem Geld, Konjunktur und Inflation anzuheizen. Inzwischen haben sich die europäischen Konjunkturdaten auf gutem Niveau stabilisiert, und die Teuerungsrate lag im Juli mit 1,7 % fernab der gefürchteten Deflation. Dies hätte für die EZB Anlass sein können, die umstrittenen Anleihenkäufe zurückzufahren und eine Zinswende einzuläuten. Aber seit der EZB-Sitzung am vergangenen Donnerstag weiß der Sparer, dass er für sein Geld weiterhin Strafzinsen zahlen muss. Und die südeuropäischen EU-Mitglieder wissen, dass ihre Staatsde zite und faulen Kredite auch weiterhin von Resteuropa nanziert werden. Der Leitzins bleibt auf dem Rekordtief von 0 %, der Strafzins für das Geldparken bei 0,4 %. Und die EZB hat Anfang September das Tempo für den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen sogar nochmals erhöht. Der Europäische Gerichtshof hatte seinerzeit aber die Käufe nur unter dem Vorbehalt genehmigt, dass die Zentral- banken nicht mehr als ein Drittel der öffentlichen Schuldtitel einzelner Staaten kaufen. Diese Grenze könnte schon im Frühjahr erreicht sein. Für ein behutsames Zurückfahren des Anleihenvolumens ist es dann aber zu spät. Dann droht ein Zwangsaus. 

Egal, wohin der Flug geht, das Flugzeug stammt mit großer Wahrscheinlichkeit entweder von Airbus oder von Boeing. Sie sind die unangefochtenen Herrscher im Reich der Lüfte. Dabei bauen beide ihre Flieger gar nicht selbt, müssen sie auch nicht. Durch ihre Machtstellung bestimmen sie, wer in der Flugbranche mitspielen darf und zu welchen Konditionen. So lässt z.B. Boeing über 70 % seiner Montage für die 787 fremdfertigen. Und Airbus baut nur 4 % seines Prestigeob- jekts A380 selbst in Toulouse zusammen. Wer im Geschäft bleiben will, muss sich mit Boeing oder Airbus einigen.

Seit einiger Zeit jedoch rollt eine Übernahme- und Fusionswelle durch die Zulieferindustrie, die diese Machtverhältnisse verschieben könnte. Unternehmen schließen sich zusammen, um der Übermacht der Flug- zeughersteller etwas entgegenzusetzen. So übernahm im April der Hersteller von Navigationssystemen, Rockwell Collins Inc., den Kabineneinrichtungsspezialisten B/E Aero- space für 8,6 Mrd. $. Im Juni kaufte der Triebwerkshersteller Safran SA die Zodiac Aerospace SA für 7,7 Mrd. $. Das tosendste Brandungsgeräusch der Welle aber gab es nun mit der Ankündigung des Mischkonzerns United Technologies (UTC), die Rockwell Collins Inc. für 30 Mrd. $ übernehmen zu wollen. United Technologies (u.a. Pratt & Whitney-Triebwerke) hatte bereits 2012 durch den Kauf des Bremsanlagenherstellers Goodrich (ca. 17. Mrd $) die Branche aufhorchen lassen. Entschiedene Gegner dieser Fusion sind Airbus und Boeing, denen an einer Konzentration der Zulieferer nicht gelegen sein kann. Bei einem Jahresumsatz von 62 Mrd. $ würde das neue Unternehmen zu seinen Großkunden Airbus (80 Mrd. $) und Boeing (96 Mrd. $) aufschließen und ein unbequemer Verhandlungspartner werden, der die Preise mitbestimmen kann. „Wir bezweifeln, dass diese Fusion im Interesse unser Kunden und der Branche ist“, heißt es dann auch dazu aus der Boeing-Zentrale in Seattle. Und Airbus-Chef Tom Enders wettert: „Jeder unserer Zulieferer hat eine höhere Rendite als wir.“

Doch es geht nicht allein ums Geld, es geht um die Vorherrschaft der Lüfte. Noch im vergangenen Jahr konnten Airbus und Boeing die mögliche Fusion zwischen UTC und Honeywell International erfolgreich torpe- dieren. Allein die Anrufung der Kartellbehör- den dürfte jetzt jedoch nicht ausreichen. Schließlich handelt sich es bei der jüngsten UTC-Expansion um eine vertikale Erweite- rung, die den Markt nicht verengt. Lobbyismus, Schmutzwäsche und Juristen müssen nun her. Und auch wenn sich Airbus und Boeing plötzlich in seltener Einigkeit zeigen, auch zwischen ihnen ist der Kampf um die Luftherrschaft noch nicht entschieden. 

Spezial

Auslandsnachrichten

Unternehmensticker Ausland

Feature

Ob Veräußerungsgewinne, Dividenden oder Zinsen – seit 2009 müssen auf alle Kapitalerträge 25 % Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an den Fiskus abgeführt werden. Der Staat kassiert immer mit. Einzige Ausnahme: Aktien, Wertpapiere und Fondsanteile, die bis zum 31.12.2008 gekauft wurden. Doch das gilt ab dem 01. Januar 2018 nicht mehr. 

Seitdem 2009 die Abgeltungsteuer eingeführt wurde, unterliegen Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und auch Veräußerungsgewinne der Abgeltungsteuer. Gleichzeitig wurde die bis dahin gültige Spekulationsfrist von einem Jahr abgeschafft. Allerdings gab es für Altbestände einen Bestandsschutz: Aktien, Wertpapiere und Fondsanteile, die vor 2009 gekauft wurden, sollten steuerfrei bleiben, und zwar noch in zehn oder zwanzig Jahren. Nur bei Zertifikaten war der Schutz auf sechs Monate beschränkt. 

Viele Anleger haben auf diesen Bestandsschutz vertraut und ihr Geld noch schnell bis zum 31.12.2008 investiert. Neben der Direktanlage Aktie boomten vor allem Investmentfonds. So manche Bank nutzte die Gelegenheit und legte gleich noch eigene Publikumsfonds auf. Dass dies aber auf Dauer Herrn Schäuble nicht gefallen konnte, ist klar. Um der dauerhaften Steuerfreiheit ein Ende zu setzen, hat der Gesetzgeber nun den Bestandsschutz für Fondsanteile einfach zeitlich gekappt. Ab Januar 2018 tritt das neue „Gesetz zur Reform der Investmentbesteuerung (Investmentsteuerreformgesetz – InvStRefG)“ in Kraft. 

Auf 27 Seiten finden sich 56 Paragrafen mit diversen Änderungen, die angeblich für mehr Steuergerechtigkeit zwischen ausschüttenden und thesaurierenden sowie zwischen ausländischen und inländischen Fonds sorgen sollen. Um der internationalen Gerechtigkeit willen müssen daher in Deutschland aufgelegte Fonds ab 2018 pauschal 15 % Steuern auf alle Gewinne aus deutschen Dividenden, deutschen Mieterträgen und aus dem Verkauf deutscher Immobilien zahlen. Damit stellt der Gesetzgeber ihre steuerliche Belastung grundsätzlich mit der von ausländischen Fonds gleich. 

Die Last für diese Gleichstellung landet aber letztlich wieder beim Anleger des Fonds, der eine um diese Steuer reduzierte Ausschüttung erhält. Schlimmer noch: Auch Anleger, die unterhalb des Sparerfreibetrags (801 Euro bei Singles und 1.602 Euro bei zusammen Veranlagten) liegen, werden jetzt ebenfalls zur Kasse gebeten, obwohl sie gar nicht abgeltungsteuerpflichtig sind. Für sie besteht noch nicht einmal die Möglichkeit einer Erstattung. Selbst die bisherige Anrechnung von bereits gezahlter Quellensteuer auf ausländische Dividendeneinnahmen (s. ES 22/17) ist nicht mehr möglich.

Um wenigstens annähernd einen Ausgleich zu schaffen, wurde ein kompliziertes Verrechnungsverfahren entwickelt, wonach die Ausschüttungen aus den Fonds beim Privatanleger teilweise von der Steuer freigestellt werden. Dies gilt dann unabhängig davon, ob der Fonds in Deutschland oder im Ausland aufgelegt wurde. Immerhin profitieren Privatanleger in Aktienfonds davon am meisten. Für sie sind 30 % der Ausschüttungen steuerfrei. Für Anleger in Mischfonds (Aktienquote im Fonds mindestens 25 %) sind 15 % der Ausschüttungen steuerfrei, bei offenen Immobilienfonds sind es generell 60 %. Anleger, die an Investmentfonds beteiligt sind, deren Aktienanteil unter 25 % liegt, können nichts ansetzen. Hier gibt es keine Freistellung. Zudem muss die Summe der Kapitalerträge wiederum über dem Sparerfreibetrag liegen. Ansonsten laufen die Freistellungen ins Leere, obwohl der Anleger Ausschüttungen erhält, für die er indirekt (nämlich auf Fondsebene) vorher Steuern bezahlt hat. 

Steuerlich noch dicker kommt es für den Anleger im letzten Kapitel des neuen InvStRefG. Mit § 56 „Anwendungs- und Übergangsvorschriften“ wird der von den deutschen Politikern einst garantierte Bestandsschutz für Gewinne aus Fondsanteilen nun endgültig ausgehebelt. Nur gemeinnützige Investment-anteile, die im Rahmen von zertifizierten Altersvorsorge-Verträgen (private Riester-Rente) oder Basisrentenverträgen (Rürup-Rente) gehalten werden, bleiben von der Steuer verschont. 

Jenseits dieser Sonderregelungen gibt es aber für den Gesetzgeber ab Januar 2018 generell keine alten Fondsbestände mehr und damit auch keine Steuerbefreiungen auf Altbestände. Der einfache Trick: Unabhängig vom Kaufdatum werden alle Fondsanteile von den Depotbanken zum 31. Dezember 2017 fiktiv veräußert und am 1. Januar 2018 fiktiv wieder angeschafft. Sämtliche Fondsanteile in den Depots deutscher Anleger haben dann als Kaufdatum den 1. Januar 2018. „Als Veräußerungserlös und Anschaffungskosten ist der letzte im Kalenderjahr 2017 festgesetzte Rücknahmepreis“ bzw. der Börsen- oder Marktpreis anzusetzen (§ 56 Abs. (2)).

Mit einem simplen technischen Vorgang werden so sämtliche Altanteile an deutschen Investmentfonds und mit ihnen die Garantien der Politiker zum Bestandsschutz komplett ausgebucht. Sind sonst stets endlose verfahrenstechnische Einzelschritte und aufwendiger Papierkrieg erforderlich, geht es jetzt ganz unbürokratisch. Dies bedeutet, dass nur noch bis zum 31.12.2017 eingetretene Wertsteigerungen und Verkaufsgewinne aus alten Fondsanteilen steuerfrei bleiben. Anleger, die ihre Gewinne aus diesen alten Fondsbeständen erst 2018 oder später realisieren wollen, müssen Steuern darauf zahlen. Immerhin wird ihnen zumindest ein steuerlicher Freibetrag von bis zu 100.000 Euro eingeräumt. Dieser Freibetrag steht jedem Anleger zu, der die Anteile im Privatvermögen hält. Gemeinsam veranlagte Partner haben entsprechend einen Freibetrag von zusammen 200.000 Euro. Dieser scheint auf den ersten Blick recht hoch. Doch selbst bei Kleinanlegern, die über einen Sparplan kontinuierlich in einen Fonds investiert haben, könnte die Summe mit der Zeit schon überschritten sein, z.B. bei Misch- oder bei Aktienfonds. Wurden die Anteile zwischenzeitlich im Betriebsvermögen gehalten, geht der Freibetrag verloren. Ob es auch Einschränkungen bei der unentgeltlichen Anteilsübertragung (Schenkung oder Erbe) gibt, ist noch nicht eindeutig geklärt. 

Wer allerdings glaubt, dass damit das Schlimmste ausgestanden sei, könnte bald eines Besseren belehrt werden. Am 24. September steht die Bundestagswahl an, und jede Partei hat Steuerreformen auf der Agenda (vgl. letzte Ausgabe, S. 2/3). SPD und Grüne wollen die pauschale Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge konsequent abschaffen, die CDU dagegen strebt eine individuelle Besteuerung an und liegt damit auf Linie der Grünen. Für Anleger könnte das jedoch noch teurer werden. Derzeit liegt der persönliche Einkommensteuersatz nämlich bei 45 %. 

„Die Übergangsregelungen des Investmentsteuerreformgesetzes betreffen nur Investmentanteile, nicht betroffen sind alle anderen Arten von Kapitalvermögensgegenständen wie beispielsweise Wertpapiere allgemein und Aktien im Besonderen“, so der Pressesprecher des Bundesministeriums für Finanzen auf Anfrage des ES. 

Der Effecten-Spiegel favorisiert seit Jahrzehnten die Direktanlage Aktie für den Vermögensaufbau. Aktienbesitzer, die ihre Wertpapiere seit 2008 oder länger halten, können sich auch weiterhin auf steuerfreie Gewinne freuen. Die Einschränkung des Bestandsschutzes gilt ausschließlich für Investmentfonds. Direktanlagen in Aktien und Renten sind hiervon nicht betroffen.

 

 

Die Vorgehensweise ist immer gleich: Mitten in der Urlaubssaison oder vor bundesweiten Feiertagen wird dem Steuerzahler eine wichtige Entscheidung oder Information des Bundes möglichst geräuschlos und unbemerkt untergejubelt. Mal ist es eine unangenehme Gesetzesänderung, ein anderes Mal ein harter Steuerbrocken oder jetzt der Subventionsbericht des Deutschen Bundestages.

Viele haben noch nie davon gehört, dabei legt der Deutsche Bundestag nun bereits seinen 26. Subventionsbericht vor, dieses Mal für die Jahre 2015 bis 2018. Demnach wird das Subventionsvolumen der Finanzhilfen und Steuervergünstigungen des Bundes von 20,9 Mrd. Euro im Jahr 2015 auf 25,2 Mrd. Euro im Jahr 2018 ansteigen. Das sind immerhin satte 4,3 Mrd. Euro mehr. Obwohl die Finanzhilfen des Bundes, die als direkte Geldleistung oder Steuervergünstigung gewährt werden, einer besonderen Rechtfertigung bedürfen, steigen sie seit 2010 kontinuierlich an. „Leider verleiten Rekordsteuereinnahmen die Politiker immer wieder dazu, neue Subventionen wie am Fließband zu vergeben. Diese falsche Politik muss ein Ende haben“, fordert Reiner Holznagel, Präsident des Bundes deutscher Steuerzahler. Schließlich werden hier einzelne Marktteilnehmer zu Lasten der Allgemeinheit begünstigt. Ein Nutzen für die Allgemeinheit springt dabei selten heraus. 

Besonders großzügig zeigt sich der Bundestag bei der Eigensubventionierung. Die vier Bundestagsfraktionen entscheiden über die Höhe ihrer Zuschüsse weitgehend selbst. Für 2017 erhalten sie insgesamt 88,1 Mio. Euro, vollalimentiert durch den Steuerzahler. 2015 waren es noch 83,8 Mio. Euro. Eine Erhöhung von 5,13 % in zwei Jahren – das lässt jeden Gewerkschaftsboss erblassen. Demokratie hat zwar ihren Preis, aber die 631 Abgeordneten im Bundestag könnten sicher auch mit weniger Steuergeld ihre parlamentarischen Aufgaben schultern. Und die Kosten werden weiter steigen, denn durch ein neues Verfahren zur Sitzverteilung könnten bald bis zu 120 Abgeordnete mehr im deutschen Parlament sitzen (vgl. ES-Ausgabe 50/16, Randnotizen „Bundestag XXL“). Dann stehen Fraktionszuschüsse von bis zu 110 Mio. Euro im Raum.

Im Bereich Wirtschaft wird nach wie vor die Energiewende am stärksten subventioniert. Die Finanzhilfen steigen von 11 Mrd. Euro in 2015 auf voraussichtlich 13,4 Mrd. Euro im Jahr 2018, vor allem im Bereich Energieverwendung und erneuerbare Energien. Der Bund der Steuerzahler nennt in seiner Broschüre „Frühjahrsputz 2017“ als kurioses Beispiel die Subventionierung der Internetseite „EcoTopTen“. Auf dieser „Plattform für ökologische Spitzenprodukte“ findet der Steuerzahler dann auch tolle Tipps zum Energiesparen im Haushalt, wie z.B. „Können Sie auf die nächste Neuanschaffung verzichten und stattdessen das Gerät bei Ihren Nachbarn oder Freunden leihen?“ oder „Lassen Sie Ihr Haar wenn möglich an der Luft trocknen. Das spart Energie und schont Ihre Haare“ (s. Abb. S.3). Dem Bundesumweltministerium (BMUB) sind solche praktischen Hinweise immerhin 724.800 Euro an Steuergeldern wert. 

Der Verkehrsbereich ist mit einem Anteil von knapp 12 % am Gesamtvolumen bzw. einem Anstieg auf 3 Mrd. Euro bis 2018 der drittgrößte Subventionsbereich. Das meiste Geld wird hier für Zuschüsse zur Errichtung von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie für Steuerbegünstigungen für die Öko-kraftstoffe Flüssiggas und Erdgas bereitgestellt. Über den Umweltbonus von 600 Mio. Euro werden vor allem die Premiummodelle der großen Autobauer Tesla, Mercedes-Benz und BMW subventioniert. Um die Akzeptanz der E-Fahrzeuge zu erhöhen, wurde das Projekt „Adaptive City Mobility“ zum Leuchtturmprojekt der Bundesregierung. Ein „völlig neu konstruiertes Elektrofahrzeug“ soll als Taxi die Elektromobilität in die Innenstädte bringen. Das Pilotprojekt startet in München. Das Wirtschaftsministerium finanziert allein den Testlauf in der bayerischen Landeshauptstadt bis Mitte 2018 mit 8 Mio. Euro an Steuergeldern.

Trotz des Auslaufens der Eigenheimzulage steigen die Subventionen für das Wohnungswesen deutlich von 1,4 Mrd. Euro im Jahr 2015 auf voraussichtlich knapp 2,3 Mrd. Euro im Jahr 2018 an. Treiber ist hier die weitere Aufstockung der Förderung von Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung der KfW Förderbank. Bei der Verteilung dieser Subventionsgelder geht die Bundesregierung nicht nur besonders innovativ vor, sondern auch sehr international. In Marokko z.B. werden landesweit islamische Gebetshäuser mit deutschem Steuergeld energetisch modernisiert. Gedämmt mit ökologischen Baumaterialien, beleuchtet mit LED-Lampen aus Solarstrom und versorgt über Solarthermie-Anlagen für die Warmwassererzeugung sollen bis März 2019 in Marokko insgesamt 600 „Grüne Moscheen“ entstehen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH erhält dafür 5 Mio. Euro. 

Während die einheimische Steinkohle auch weiterhin noch mit 1 Mrd. Euro subventioniert wird, fördert das Bundesforschungsministerium im fernen Chile ein Projekt mit 237.000 Euro, das Strategien für die nachhaltige Nutzung von Rohstoffen entwickeln soll. Die deutschen Landwirte dagegen müssen sich mit vergleichsweise mageren 1,5 Mrd. Euro Subventionen bis 2018 begnügen. Immerhin aber dürfen sie sich im Vergleich zur Vorperiode über 100 Mio. Euro mehr freuen, während bei der Sparförderung und Vermögensbildung die Finanzhilfen nochmals gestrichen werden. Insgesamt liegen die Subventionen im Bereich Sparförderung und Vermögensbildung im Jahr 2018 voraussichtlich bei beschämenden 700 Mio. Euro. 

Viel mehr Bedeutung misst die Bundesregierung der Förderung von „innovativen Unternehmensgründungen“ bei. Das ist zunächst nicht falsch, solange das Geld sinnvoll ausgegeben wird. Doch der 33 Mio. Euro schwere Fördertopf subventioniert auch eine ganze Reihe kurioser Lifestylekonzepte von Hochschulabsolventen. Unterstützt wird hier u.a. ein Start-up, das sich berufen sieht, „die Welt der Designmöbel zu revolutionieren“. Auch eine „App für urbanes Gärtnern“ und eine andere für die tägliche Kleiderwahl werden gefördert. Mit Steuergeldern wird ebenfalls der Markteintritt von „Fitfood“, einem „Anbieter von gesundem, ausgewogenem und nachhaltig zubereitetem Fastfood“, finanziert. Allein für diese vier Start-ups werden schon mehr als 450.000 Euro ausgegeben. 

Um 400 Mio. Euro auf 4,4 Mrd. Euro sollen die sonstigen Steuervergünstigungen im Berichtszeitraum steigen. Hier geht es vor allem um einen ermäßigten Umsatzsteuersatz für Kultur und Unterhaltung, aber auch die Steuerbefreiung für die Zuschläge von Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit.

Während Schulen und Kindergärten in Deutschland verkommen und viele Menschen unverschuldet in die Altersarmut rutschen, werden die Steuergelder für irgendwelchen Unfug verpulvert. Künftig müssen nicht nur die Lasten, sondern auch die Ausgaben vernünftig verteilt werden. 

Anleihen galten jahrzehntelang als sichere Häfen in der Geldanlage und der Vermögensbildung. Diesen Nimbus haben sie spätestens mit den crashartigen Kurseinbrüchen im Frühjahr verloren. Doch das eigentliche Risiko liegt noch viel höher. Denn die meisten Rentenfonds sind inzwischen vollgestopft mit genau denselben Instrumenten, die Privatanlegern und Investoren in der Finanzkrise um die Ohren geflogen sind.

Der Begriff Rentenfonds hat nichts mit der Altersrente zu tun, auch wenn er früher als sicheres Vorsorgeinstrument galt. Klassisch investiert der Rentenfonds in festverzinsliche Wertpapiere. Dazu zählen Anleihen von Staaten, Kommunalobligationen, Hypotheken-Pfandbriefe, Wandel- oder Unternehmensanleihen. Früher gehörten auch die beliebten Bundesschatzbriefe dazu, sie werden aber seit 2012 nicht mehr ausgegeben.

Ende 2016 bestand das Schuldenportfolio des deutschen Staates zu rund 60 % aus Bundesanleihen. Allein auf die 10-jährigen Anleihen entfiel ein Anteil von rund 45 %. Für den Bund bilden sie mit Abstand das wichtigste Finanzierungsinstrument, werfen aber für die Anleger kaum noch Gewinne ab (vgl. Abb. unten). Noch schlechter sieht es bei Bundesobligationen aus, die durchweg im Minus rentieren (vgl. Abb. unten). Die Mehrzahl der effektiven Staatsanleihen liegt inzwischen ohnehin bei den Notenbanken, ein Handel findet praktisch nicht mehr statt. 

Obwohl der Rentenmarkt durch die Notenbankankäufe und die anhaltende Niedrig-zins-phase weitgehend ausgetrocknet ist, waren die Deutschen Ende 2016 noch mit insgesamt 195 Mrd. Euro in Rentenfonds investiert. Dabei sind Anlegers Lieblinge, wie z.B. die Deka-Rentenfonds, zunehmend unrentabel, während die Aktienmärkte durch die Decke gehen. Der im Mai 2007 neu aufgelegte klassische Deka-Europabond (ISIN: DE000DK091G0), der aktuell mit 89,1 % in europäischen Anleihen investiert ist, weist für die letzten 12 Monate eine Performance von –2,18 % aus. Um überhaupt noch annähernd einträgliche Renditen erwirtschaften zu können und nicht mit ihrem Rentenfonds in die Verlustzone zu rutschen, sind die Fondsmanager gezwungen, nach Alternativen zu suchen. Der Performancedruck zwingt sie, einen sog. Total-Return-Ansatz zu verfolgen. Dabei werden alle zur Verfügung stehenden Instrumente genutzt, um eine positive Wertentwicklung zu erreichen. Das ist zunächst nicht verwerflich, nur leider weiß der Kunde oft nichts davon und glaubt sein Geld in sicheren Anlagen. Dabei können aber die eingesetzten Instrumente das Portfolio in die eine oder andere Richtung stark beeinflussen. Das beginnt bei der Auswahl der Schuldner (Staaten oder Unternehmen), deren Herkunft (Industrienation oder Schwellenland) und Kreditwürdigkeit (beste Bonität ist AAA, die schlechteste mit hohem Ausfallrisiko CCC–) und endet bei der Laufzeit der einzelnen Anleihen sowie den eingesetzten Währungen.

So bietet die Staatsanleihe, mit der sich Griechenland erstmals seit drei Jahren wieder Geld am Kapitalmarkt leiht (ISIN GR0114029540), mit 4,5 % eine verlockende Rendite. Mit einer Bonitätsnote von B–gilt das Land jedoch nach wie vor als ausfallgefährdet. Könnte Griechenland die neue Anleihe während oder am Ende der 5-jährigen Laufzeit nicht bedienen, müssten Anleger (so wie bei den Vorgängermodellen auch) mit einem Schuldenschnitt rechnen. Fonds mit Anlageschwerpunkt in hochverzinsliche Papiere investieren in Anleihen von Schuldnern mit geringerer Bonität. Über sog. High Yield-Bonds legen sie ihr Geld in Staats- und Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) mit höherem Ausfallrisiko an und locken dafür mit höheren Zinsen.

Eine weitere Möglichkeit ist, den Rentenfonds mit Währungsanleihen zu bestücken. „Rentenfonds Welt“ mischen verschiedene Währungen mit dem US-Dollar. Der Templeton Global Fund A (ISIN LU0029871042) z.B. ist mit 23,52 % im mexikanischen Peso, mit 16,26 % im brasilianischen Real, mit 14,14 % in der indischen Rupie und 10,83 % im indonesischen Rupiah investiert. Im Pimco Global Fund (ISIN IE00B0MD9M11) finden sich im Portfolio neben dem US-Dollar auch der australische Dollar, die schwedische Krone, die neue türkische Lira und der russische Rubel. Und selbst der DWS Inter-Renta (ISIN DE0008474040) legt außer in Euro und US-Dollar auch noch in norwegische Kronen, britischem Pfund, Schweizer Franken, japanischen Yen und russischem Rubel an. „Rentenfonds Europa“ nehmen neben dem britischen Pfund und dem Schweizer Franken auch gern mal osteuropäische Währungen ins Depot. Der Einsatz von Währungen ist schon riskant genug, viele Fonds gehen aber noch einen Schritt weiter und setzen Derivate ein. Zusätzlich zur Währungsspekulation gehen sie dann also auch noch eine Finanzwette ein. Der Basiswert kann dabei praktisch jedes andere Anlageprodukt sein. Die Palette erstreckt sich von Zertifikaten und Optionen, bis hin zu Futures und Swaps. Auch die seit der Finanzkrise in Verruf geratenen CFDs (Contracts for Difference) sind derivative Anlagen. Mit CFDs kann auf steigende oder fallende Kurse von Indizes, Aktien, Rohstoffen und Devisen gesetzt werden. Zudem sind diese Produkte meist mehrfach gehebelt (Leverage-Effekt). Mit einem geringen Kapitaleinsatz lässt sich so viel Gewinn erzielen, aber auch der Verlust potenzieren. Besonders risikofreudige Rentenfonds investieren gern auch in Asset Backed Securities (ABS). Das sind gebündelte, weiterverkaufte Kredite mit hohem Ausfallrisiko.

Zwar ist den Rentenfonds nicht erlaubt, unbegrenzt mit derivativen Instrumenten zu arbeiten, aber sie dürfen das sog. Marktrisikopotenzial, dem das Fondsvermögen ausgesetzt ist, immerhin verdoppeln (§ 197 Absatz (2) Kapitalanlagegesetzbuch/KAGB). Bis zu 10 % des Fondsvermögens dürfen in Wertpapiere angelegt werden, die nicht an einer Börse oder einem anderen organisierten Markt zugelassen sind (§ 198 KAGB). 

Rentenfonds sind schon lange nicht mehr die sicheren Witwen- und Waisenpapiere von einst, sondern decken das gesamte Risikoprofil ab. Sie können unrentabel und dafür sicher sein, aber auch äußerst lukrativ und dafür hoch riskant. Je höher die Renditeversprechen, desto genauer sollte sich der Anleger die Struktur des Rentenfonds und dessen Anlagerichtlinien anschauen. Als Faustregel gilt: Je mehr Derivate enthalten sind, desto höher das Verlustrisiko. 

Frankreich und England wollen ab 2040 den Verkauf von Benzin- und Dieselautos verbieten, Norwegen so- gar schon ab 2025. Hierzulande wol- len die Grünen ein solches Verbot ab 2030, und die SPD fordert eine plan- wirtschaftliche Quote für E-Autos: „Stromer für alle“ (vgl. ES 12/17) – auch für das Klima?

Seit dem VW-Abgasskandal vom September 2015 hat sich eine neue Erkenntnis durchge- setzt: Stickoxide lassen Dieselfahrzeuge zum wahren Killer werden. Schlagartig hat sich auch der politische Blickwinkel verändert, Panik bricht los und mündet gar in Hysterie. Selbst der gestandene WDR ließ sich durch seinen Energieexperten Jürgen Döschner zu unverhältnismäßigen Vergleichen hinreißen: „Deutsche Automafia vergast jedes Jahr 10.000 Unschuldige“, twitterte er kürzlich und unterstellte damit der Automobilindustrie einen staatlich sanktionierten Massenmord.

Dabei war die Menschheit in den letzten Jahrzehnten nicht zum ersten Mal den Angriffen der Autohersteller ausgesetzt: In den 1990er Jahren etwa wurde versucht, die Bevölkerung durch den Bleizusatz im Benzin zu vergiften. Allerdings konnte dies die richtige Oktanzahl in letzter Minute noch verhindern.

Wenig später wurde dann das krebserregende Benzol im Ottokraftstoff gefunden. Die Antwort der damaligen Bundesregierung war eindeutig: „Dieselkraftstoff enthält praktisch kein Benzol“ (vgl. Drucksache 10/5929 von 1986). Seitdem galt Diesel aufgrund seiner höheren Energiedichte als Lösung für die Reduzierung des CO2 -Ausstoßes und wurde steuerlich gefördert.

Dann der Schock: Die Dieselabgase enthalten kleinste Rußpartikel, die in hohem Maße gesundheitsschädlich sind und die Feinstaubbelastung in den Großstädten über die zulässigen Grenzwerte treibt. Auch dieses Mal fand die Bundesregierung eine clevere Abwehrstrategie gegen die Bedrohung von Mensch und Umwelt: den Biokraftstoff. Die- ser neue Biosprit wurde fast vollständig aus Ölsamen, Rohr- und Rübenzucker sowie Wei- zen gewonnen und den herkömmlichen Kraftstoffen beigemischt.

Doch mit dem Biosprit und der sog. „Bio- kraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung“ hatte sich die Politik wieder mal sauber verrech

net: Um einen Liter Ethanol zu gewinnen, braucht es rund 2,5 Kilogramm Getreide. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutsch- land hatte 2011 errechnet, dass für die neu- en Vorgaben mehr als ein Viertel der deut- schen Agrarflächen für die Produktion von Biospirt bereitgestellt werden müsste. Dabei würden zusätzliche Tonnen CO2 freigesetzt. Unterm Strich sei Biokraftstoff also noch klimaschädlicher als fossile Brennstoffe.

Seit Kurzem sind es nun also die Stickoxide (NOx), die den Deutschen ans Leben wollen. Und die plötzliche Bedrohung ist so groß, dass über Nacht ein Krisengipfel zwischen Autobauern und Politik einberufen wurde. Sein Ergebnis wurde aber sicherheitshalber im Vorfeld festgezurrt, denn immerhin ist die Automobilindustrie die deutsche Schlüssel- industrie überhaupt. Nach Angaben des Sta- tistischen Bundesamtes waren 2016 rund 808.000 Personen in der Branche beschäf- tigt. Und bei den großen vier Autobauern macht der Anteil an Dieselfahrzeugen mehr als 50 % aus (s. Abb).

Vorübergehend soll ein Software-Update Abhilfe schaffen, während die Autozukunft ganz und gar auf die Elektromobilität ausge- richtet wird. Natürlich wird man den schwer- fälligen Autobesitzern ein weiteres Mal mit zusätzlichen finanziellen Anreizen auf die nötigen Umweltsprünge helfen. Und natürlich wird man sich in einigen Jahren wieder fragen, wie klimafreundlich die E-Autos wirklich sind. 

 

Diese Frage wurde bereits in einer Meta- Studie analysiert, deren Ergebnisse die Fach- publikation „Ingeniøren“ veröffentlichte. Ergebnis: „Für die Herstellung der Lithium- Ionen-Akkus werden pro Kilowattstunde (kWh) Kapazität rund 150 bis 200 kg Koh- lendioxid emittiert.“ Für das kleine Elektro- auto Nissan Leaf fallen bei der Produktion z.B. 5,3 Tonnen CO2 an, beim Oberklasse- fahrzeug Tesla Model S schon 17,5 Tonnen. Ein Diesel müsste für die gleiche Umweltbe- lastung des Nissan rund drei Jahre gefahren werden, beim Tesla sind es laut Studie acht Jahre. Bei immer größeren Akkus erhöht sich zwar die Reichweite der Fahrzeuge, aber die Belastung für die Umwelt nimmt ebenfalls zu. Der zusätzliche Strombedarf, der erzeugt werden muss, ist bei dieser Betrachtung noch gar nicht berücksichtigt.

Eine Analyse von 200 Fahrzeugen in Däne- mark zeigt zudem schon altbekannte Proble- me: Über zwei Jahre fuhren die Tester insge- samt 2,3 Mio. Kilometer und staunten nicht schlecht. Während die Hersteller einen durchschnittlichen Energieverbrauch von 125 Wattstunden pro Kilometer (Wh/km) an- gaben, lag der tatsächliche Durchschnitt mit 183 Wh/km gut 46 % über dem Sollwert.

Ungeachtet dessen wird z.B. Großbritannien zusätzliche 30 Gigawatt für den Sprung in die mobile E-Zukunft benötigen und damit knapp 50 % mehr als heute. Diese Zahl nennt der börsennotierte britische Netzbe- treiber National Grid. Dafür würden 10.000 neue Windräder oder 9,6 neue Kernkraftwer- ke von der Größe Hinckleys benötigt, da sich die Stromerzeugung aus fossilen Brennstof- fen konsequenterweise verbietet. Für den

Bau eines Windrades veranschlagt National Grid 2-3 Mio. Euro und 6 Monate Bauzeit, für den eines Kernkraftwerks 20 Mrd. Euro und 20 Jahre Bauzeit. Dazu kommen die Aufwendungen für Stromnetz und Ladestationen.

Hierzulande liebäugelt man zur Teilfinanzie- rung des E-Abenteuers mit einer Umwid- mung des Solidaritätszuschlags. Das zeigt, der Wandel zur E-Mobilität ist politisch ge- wollt. Darauf stellen sich auch die großen Autohersteller ein. Daimler und Volkswagen z.B. wollen bis 2025 rund ein Viertel ihres Pkw-Absatzes mit Elektroautos erzielen.

Einer der größten Kunden für die neuen E- Modelle müsste dann auch der Bund sein. Für knapp 800 Mio. Euro versorgte dieser seine Minister, Staatsekretäre und Beamten seit 2007 mit über 24.000 Fahrzeugen. Allein VW bestückte die Politikerkaste mit mehr als 15.000 herkömmlichen Fahrzeugen im Wert von rund 300 Mio. Euro. Einen Tesla sucht man allerdings vergebens, nachdem in NRW ein einziger Testwagen schon nach wenigen Monaten wegen zu geringer Reichweite durchgefallen war.

Ob sinnvoll oder nicht, das E-Auto wird kommen, weil es politisch ge- wollt ist. Und wie immer wird es da- bei Gewinner und Verlierer geben. Und wie immer werden die Politiker in einigen Jahren feststellen, dass sie sich geirrt haben – wieder einmal.

 

 

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Effecten-Spiegel AG: Halbjahresergebnis erneut über Vorjahr

Die Effecten-Spiegel AG hat von der positiven Stimmung an den Aktienmärkten profitiert und die gestiegenen Kurse zu Gewinnmitnahmen genutzt. Eine Anzahl von Aktienpositionen wurde teilweise (z.B. Apple, SAP, Merck), andere ganz veräußert. Aus dem Verkauf von Wertpapieren des Finanzanlagevermögens wurden Gewinne in Höhe von 3,5 Mio. Euro realisiert. Relevante positive Ergebnisbeiträge lieferten u.a. die vollständige Veräußerung der Aktien der Stada AG mit 561 TEUR und der Pfeiffer Vacuum AG mit 413 TEUR. An Dividenden wurden 905 TEUR vereinnahmt. Der Kassenbestand lief dadurch per Saldo auf 19,5 Mio. Euro hoch. Bankverbindlichkeiten bestehen weiterhin keine. 

Nach vorläufigen untestierten Zahlen liegt der erwirtschaftete Ertrag für die ersten sechs Monate bei 3,7 Mio. Euro und damit deutlich über dem des Vorjahreszeitraumes (1,9 Mio. Euro). Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass auf Wertpapiere des Anlagevermögens weder Zu- noch Abschreibungen vorgenommen wurden. Die nach dem Niederstwertprinzip stichtagsbezogen vorzunehmenden Abwertungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens liegen per 30.06.17 bei 198 (Vj. 718) TEUR. Die Wertdifferenzen werden separat als „Stille Reserven und Lasten“ ausgewiesen. Der Saldo hieraus beläuft sich bei den bilanzierten Wertpapieren des Anlage- und Umlaufvermögens auf +2,56 Mio. Euro. Der nicht bilanzierte Depotwert der eigenen Anteile beträgt 5,29 Mio. Euro. Das Verlagsgeschäft lag mit Umsatzerlösen von 1,52 Mio. Euro in etwa auf Vorjahresniveau (1,51 Mio. Euro). 

Im Gerichtsverfahren gegen die Deutsche Bank wegen der Postbankübernahme wurde vom OLG der nächste Verhandlungstermin für den 8. November 2017 bestimmt.

Die ES AG wird ihr Aktienrückkaufprogramm wieder aufnehmen. In der Zeit vom 01.08. bis 31.12.2017 sollen bis zu 82.028 Vorzugsaktien der Gesellschaft zu einem maximalen Betrag von 1.533.923,60 Euro erworben werden. 

Die 10 größten Aktienpositionen des Finanzanlagevermögens sind, geordnet nach Positionsgröße auf Basis des Tageskurswertes zum 30.06.2017: infas Holding AG, MAN SE (Stämme), Symrise AG, Porsche Holding SE (Vorzüge), Sanofi S.A., Novartis AG, Vossloh AG, Union Pacific Corp., Coloplast und K+S AG.

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