Sto SE & Co. KGaA

Die Sto SE & Co. KGaA steigerte den Umsatz in den ersten 9 Monaten um 4,1 Prozent auf 981,8 Mio. Euro. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte belief sich das rein organische Wachstum auf 3,8 Prozent. Im Inland verzeichnete die Gesellschaft ein Wachstum von 3,4 Prozent auf 432,0 Mio. Euro. Auf den Auslandsmärkten erzielte Sto einen Zuwachs von 4,7 Prozent auf 549,8 Mio. Euro. Damit legte der Auslandsanteil am Konzernumsatz noch einmal leicht auf 56,0 Prozent zu. Im Oktober lag die Geschäftsentwicklung leicht oberhalb der Erwartungen des Managements.
Auf Basis dieser Umsatzsteigerung erreichte das Unternehmen sowohl beim EBIT als auch beim Nettoergebnis nach Steuern eine deutliche Verbesserung. Dazu trug auch ein außerordentlicher Ertrag in den USA aus der Beendigung eines Gerichtsverfahrens im Zuge eines Vergleichs im dritten Quartal 2017 bei. Allerdings musste die Gesellschaft einen überproportionalen Anstieg bei den Rohstoff- und Beschaffungskosten hinnehmen. Für das Gesamtjahr plant der Vorstand mit einem Umsatzwachstum von 3 Prozent auf rund 1,27 Mrd. Euro. Das EBIT soll sich dabei in einer Größenordnung von 80 bis 90 Mio. Euro bewegen, nachdem es in 2016 noch bei 70,3 Mio. Euro lag.

VTG AG

Die VTG AG steigerte ihren Umsatz in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres von 742,0 auf 750,2 Mio. Euro. Im Bereich der Waggonvermietung sank der Umsatz trotz einer Auslastung von 92,1 Prozent leicht um 0,4 Prozent auf 386,0 Mio. Euro. Dies war vor allem dem schwachen Jahresauftakt geschuldet. Dagegen stieg der Umsatz im Segment Schienenlogistik um 5,7 Prozent auf 247,2 Mio. Euro. Bedingt durch niedrigere Frachtraten sank der Umsatz im Segment Tankcontainerlogistik um 3,0 Prozent auf 117,0 Mio. Euro.
Auf Konzernebene ging das EBITDA von 255,9 auf 250,7 Mio. Euro zurück. Im Bereich Waggonvermietung verringerte sich das EBITDA um 2,5 Prozent auf 249,1 Mio. Euro. Wesentliche Ursache hierfür waren Sonderaufwendungen in Höhe von 4,2 Mio. Euro für die geplante Übernahme der Nacco-Gruppe und die Ingangsetzung neu vermieteter Wagen. Dagegen legte das EBITDA im Bereich Schienenlogistik um 10,4 Prozent auf 5,1 Mio. Euro zu. Auch das EBITDA im Bereich Tankcontainerlogistik kam um 8,4 Prozent auf 8,3 Mio. Euro voran. Das Konzernergebnis gab von 45,0 auf 44,1 Mio. Euro nach. Entsprechend sank auch das Ergebnis je Aktie auf 1,21 Euro.
Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einer leichten Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 986,9 Mio. Euro. Durch die Verzögerungen bei der Nacco-Übernahme rechnet das Management nun, dass sich das EBITDA eher am unteren Ende der erwarteten Spanne von 330 bis 360 Mio. Euro bewegen wird.

Epigenomics AG

Die Epigenomics AG konnte im dritten Quartal Zahlungen von 12 Mio. Euro generieren und so wichtige Fortschritte bei der Finanzierung der Gesellschaft erzielen. Im dritten Quartal gingen jedoch die Umsatzerlöse von 0,9 auf 0,3 Mio. Euro zurück. Auf Basis von 9 Monaten gaben die Umsatzerlöse von 2,4 auf 0,9 Mio. Euro nach. Bereinigt um nicht-zahlungswirksame Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungsprogramme belief sich das EBITDA im dritten Quartal 2017 auf minus 2,0 Mio. Euro gegenüber minus 2,5 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Nach 9 Monaten gab es eine leichte Verbesserung von minus 8,2 auf minus 7,8 Mio. Euro. Das Nettoergebnis belief sich auf minus 7,6 Mio. Euro nach minus 10,0 Mio. Euro vor Jahresfrist. Dadurch verbesserte sich auch das Ergebnis je Aktie von minus 0,50 Euro auf minus 0,33 Euro. Die liquiden Mittel inklusive marktgängiger Wertpapiere erhöhten sich seit Jahresbeginn von 12,3 auf 16,9 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatz zwischen 1,0 und 1,5 Mio. Euro. Durch Kosteneinsparungen wird das bereinigte EBITDA nun in einer Größenordnung von minus 10,5 bis minus 11,5 Mio. Euro erwartet. Zuvor hatte das Management mit einem bereinigten EBITDA zwischen minus 12,5 und minus 14,0 Mio. Euro geplant.

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Ausgabe 46 | 15.11.2017

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Täglicher Börsenbericht

DAX kraxelt voran

Starker Euro bremst noch

Die 13.000er-Marke ist wieder erreicht doch wer jetzt schon von einer wiederbelebten Rallye spricht, der wird enttäuscht. Denn die Vorgaben sind zwar durchaus positiv, jedoch noch lange nicht Rekordverdächtig. Der Nikkei konnte sich um 0,2 % ins Plus schieben und auch an der Wall Street stehen dank Wal-Mart und Cisco die Zeichen wieder auf "Go". In Deutschland blicken die Anleger wieder nach Berlin. Nachdem die Sondierungsgesprächen auch gestern keinen Erfolg vernehmen ließen, wurden dieses auf heute verschoben. 

Nachdem bereits Gerüchte über eine Interesse Disneys bekannt wurden, treten heute Comcast und Vivendi in den Kreis der Interessenten um Teile des Medienkonzerns 21st Century Fox

Tesla versucht es erneut und hat in der Nacht einen Prototyp seines E-Lkws vorgestellt. Mit einer vollen Ladung von 40 Tonnen soll der Wagen eine Reichweite von gut 800 Kilometern haben. Anleger scheinen auf den E-Sattelzug aufzuspringen und heben das Papier zeitweise fast 2 % ins Plus. 

Das Wohnungsunternehmen Grand City Properties hat in den ersten 9 Monaten das FFO I um 11 % steigern können. Investoren mieten sich dennoch nur langsam ein. 

 

Randnotizen

Man stelle sich vor: Ein DAX-Unternehmen verkauft sein größtes Asset für einige Milliarden Euro. Der Vorstandsvorsitzende unterschreibt die Verträge, die er aber nur vom Hörensagen kennt – von seinen Mitarbeitern der einzelnen Arbeitsgruppen und natürlich von seinen Anwälten. Dann gibt es Marktturbulenzen, die Risiken steigen. Der Vorstand diskutiert die vielen neuen Risiken, die Verträge werden angepasst. Vom Hörensagen klingt das Resultat vernünftig. Doch ein Aktionär klagt und will einfach nicht locker lassen. Ihm reicht das Hörensagen nicht. Der Bundesgerichtshof gibt dem Aktionär Recht. Das Verfahren wird zurückverwiesen. Der Vorstandsvorsitzende des großen DAX-Unternehmens, das sein Asset verkauft hat, soll als Zeuge gehört werden. Nach fast sechs Jahren ist es dann endlich soweit: Das Gericht, der Aktionär und alle Interessierten wollen hören, was damals wirklich geschah. Doch auch dieses Mal hören sie nur, was der Vorstand vom Hörensagen seiner Anwälte weiß und warum die Wahrung seiner Verschwiegenheitspflicht so wichtig war – vom Hörensagen jedenfalls. Ansonsten kann er sich nicht einmal vom Hörensagen an all die Details erinnern, aber dafür gibt es ja die vielen Anwälte und Arbeitsgruppen.

So geschehen am 24. Februar vor dem Oberlandesgericht Köln im Termin zur Beweisaufnahme im Hauptsacheverfahren zur Postbankübernahme durch die Deutsche Bank. Als Zeuge wurde kein Geringerer als der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG, Herr Dr. Appel, gehört. 

Im September war zu lesen, dass Norwegens Staatsfonds erstmals ein Vermögen von mehr als einer Billion Dollar verwaltet. Damit hat der Staat für jeden Norweger 188.679 Dollar (ca. 160.000 Euro) angespart. Vielleicht ist das mit ein Grund, warum die Norweger das glücklichste Volk der Welt sind. Deutschland dagegen steht mit etwa 2 Billionen Euro in der Kreide, das sind 25.000 Euro Schulden für jeden Bundesbürger. Und 2030 wird jeder zweite Rentner ein Sozialfall sein. 

Zwar hat Saudi Arabien weit mehr Öleinnahmen als das kleine Norwegen, aber rund die Hälfte der Energiereserven verballern die Araber für den Lebensstandard einer kleinen reichen Oberschicht. Die norwegische Regierung in Oslo darf dagegen pro Jahr nur 4 % aus dem Staatsfonds ausgeben. Denn eigentlich ist das Fondsvermögen für die Zeit nach dem Ende des Öl-Booms gedacht. Sprudelnde Ölquellen hatten Norwegen einst reich gemacht. In letzter Zeit bescherte das Rohstoffgeschäft aber immer weniger Einnahmen. Tausende Jobs hat der Ölpreissturz schon gekostet. Zudem sind die Gas- und Ölreserven der Nordsee endlich. 

Weil eine derart große Abhängigkeit von Öleinnahmen nicht nur angesichts der stark schwankenden Preise auf dem Weltmarkt auf lange Sicht gefährlich ist, hatte sich das Land 1990 entschieden, die Gewinne aus der staatlichen Ölförderung in einen staatlichen Spartopf zu stecken. Die Einnahmen des Landes werden so als Staatsvermögen global in Aktien, Anleihen und Immobilien angelegt. Norwegen ist damit an 9.000 Unternehmen in 77 Ländern beteiligt und hält 1,3 % der global umlaufenden Aktien. 

Der norwegische Staatsfonds ist der größte staatliche Fonds weltweit. Dabei gibt es ihn erst seit 20 Jahren. Er besteht aus zwei Teilfonds (staatlicher Pensionsfonds Norwegen und staatlicher Pensionsfonds Ausland), die im Jahr 2006 zusammengeführt wurden. Formell ist das norwegische Finanzministerium Eigner des Fonds, aber eigentlich ist es die Bevölkerung des kleinen skandinavischen Landes. Denn der Fonds investiert die Einnahmen aus der staatlichen Ölförderung am Kapitalmarkt, um für schlechtere Zeiten vorzusorgen. Er ist weitgehend vor Zugriffen des Staates geschützt und veröffentlicht sein Fondsvermögen transparent und Realtime im Internet unter https://www.nbim.no/en/.

Norwegens Konzept sollte daher von den großen Industrienationen aufgenommen werden. Dabei geht es nicht darum, ob ein Land Rohstoffreserven besitzt oder nicht. Deutschland z.B. generiert einen Großteil seiner Einnahmen über den Export, der eine starke Wirtschaft zugrunde liegt. Aber das Vermögen des Volkes wird zu wenig für das Volk eingesetzt. Schulen und Kindergärten verkommen von Jahr zu Jahr mehr und müssen zunehmend privat finanziert werden, ebenso wie die Altersvorsorge. In den letzten Jahren hat das Ungleichgewicht hierzulande sogar noch zugenommen. Der Armutsbericht 2016 dokumentiert diese alarmierende Entwicklung. Er ist ein Armutszeugnis für die deutsche Politik und eine Unverschämtheit gegenüber den Steuerzahlern.

Tatsächlich wurde das Thema Staatsfonds im Wahlkampf von einigen Politikern aufgegriffen, um damit evtl. künftige Rentenlücken zu schließen. Dafür müssten sie jedoch zunächst einmal auch die regulatorischen und steuerlichen Voraussetzungen schaffen. So fehlen bisher sämtliche steuerliche Anreize für das kapitalbildende Alterssparen. Im Gegenteil! Aktionäre werden hierzulande wie profitgierige Zocker behandelt. Mit Solvency II, MiFID II oder das Anfang 2018 in Kraft tretende Investmentsteuergesetz wird das Aktiensparen weiter erschwert und die Anforderungen für die Anbieter komplexer. Dabei verdankt Norwegens Staatsfonds seinen enormen Vermögenszuwachs gerade dem hohen Aktienanteil. Daher soll dieser von derzeit 65 % auf 70 % hochgefahren werden. Deutschlands größter Vermögensanleger, die Allianz, war dagegen zum 30.06.2017 mit gerade mal 8,16 % am Aktienmarkt investiert. 

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum die Norweger das glücklichste Volk der Erde sind, während die Deutschen als eine der reichsten Nationen nur Platz 16 belegen. 

Es ist der 16. Oktober 2017, kurz nach 08:00 Uhr, als Flug AB 7001 aus Miami nach neun Stunden Flugzeit zur Landung auf dem Flughafen in Düsseldorf ansetzt. Der Himmel ist leicht bewölkt, die Maschine pünktlich. Alles verläuft nach Plan. Doch dann dreht der Airbus A330 ab und fliegt noch einmal um den Tower. Es ist die letzte Runde eines Air Berlin-Jets aus Miami, bevor die insolvente Fluglinie ihre Langstrecken-Verbindungen einstellt. Am 28. Oktober wird dann der Flugbetrieb endgültig eingestellt. Dabei war es ausgerechnet diese Airline, die mit dem sog. Erstflug am 28. April 1979 von Berlin Tegel nach Palma de Mallorca nicht nur ihre eigene Geschichte begann, sondern auch die der deutschen Zivilluftfahrt nach dem 2. Weltkrieg. 

Weil deutsche Fluggesellschaften das geteilte Berlin nicht anfliegen durften, wurde die Airline 1978 von dem US-Piloten Kim Lundgren im US-Bundesstaat Oregon als „Air Berlin Inc.“ gegründet und ins Handelsregister eingetragen. Die kleine Fluggesellschaft besaß genau zwei Maschinen, mit denen sie richtig durchstartete und schließlich zur zweitgrößten deutschen Airline am Himmel aufstieg. Im April 1991 kaufte Joachim Hunold 82,5 % der Geschäftsanteile und gründete nach dem Auslaufen des Viermächte-status nach der deutschen Wiedervereinigung die Air Berlin GmbH & Co. Luftverkehrs KG. Zwar hatte die Airline nun schon 150 Mitarbeiter, aber noch immer nur zwei Flugzeuge. Air Berlin flog damit Gäste deutscher Reiseveranstalter zu Sonnenzielen rund ums Mittelmeer. Im Sommer 1992 waren das immerhin 15 Flüge am Tag. Mit der Einführung des Mallorca-Shuttles 1998 stieg die Fluggesellschaft in das Linienfluggeschäft ein. Sie startete nun von 12 deutschen Flughäfen und begann mit dem Verkauf von Einzeltickets. Schon 2003 war sie gemessen an der Passagierzahl die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands. 

2004 erwarb die Airline knapp 25 % an der österreichischen Fluggesellschaft NIKI. Der Börsengang 2006 sicherte der inzwischen umfirmierten Aktiengesellschaft nach britischem Recht die weitere Wettbewerbsfähigkeit, denn bis dahin hatte sie sich stets aus eigener Kraft finanziert. Mit der Akquisition der Fluggesellschaft dba im gleichen Jahr sicherte sich Air Berlin ein dichtes innerdeutsches Streckennetz. Sie erhielt attraktive Slots (zugeteilte Start- und Landezeiten) an den Flughäfen Berlin, Düsseldorf, München und Frankfurt. 

Ein wichtiger Schritt in der Unternehmensgeschichte war auch der Kauf des Ferienfliegers LTU im Jahr 2007. Von nun an konnte Air Berlin auch interkontinentale Verbindungen anbieten. Die Finanzkrise machte Air Berlin allerdings einen Strich durch ihre weiteren Wachstumspläne. Die Airline rutschte erstmals in die roten Zahlen. Dennoch wurde NIKI ganz übernommen. Wegen der schlechten Zahlen startete Vorstandschef Joachim Hunold damals ein großes Sparprogramm, trat aber im August 2011 zurück. Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn ersetzte ihn. 18 der mittlerweile 170 Maschinen wurden verkauft. Der neue arabische Aktionär, die Staatsairline Etihad, half und erhöhte seinen Anteil von knapp 3 auf 29,2 %. Trotz Millionenzuschüsse von Etihad häuften sich die Verluste, 2015 waren es 447 Mio. Euro. 

Schließlich wurde 2016 ein Großteil der Flotte und der Crew an die Lufthansa vermietet. Im Februar 2017 kam dann auch noch der frühere Lufthansa-Manager Thomas Winkelmann als Chef zu Air Berlin. Kurze Zeit später holte er sich den Juristen und Übernahme-Spezialisten Gerd Becht in den Aufsichtsrat. Als der Großaktionär aus Abu Dhabi im Sommer 2017 mitten in der deutschen Hauptferienzeit den Geldhahn zudrehte, ist Air Berlin pleite und hinter den Kulissen vermutlich schon längst alles klar (vgl. ES-Randnotizen 34/17). 

Derzeit wird der Flugbetrieb noch mit Hilfe eines Überbrückungskredits aufrecht erhalten, um die wertvollen Slots zu sichern. Dennoch werden 200.000 Flugtickets wertlos verfallen – ohne einen Anspruch auf Schadenersatz. 5.000 der 8.000 Mitarbeiter werden ihren Job verlieren, darunter wohl auch Thomas Winkelmann. Nur im Gegensatz zu den anderen tausenden Air Berlin-Mitarbeitern ist sein Gehalt bis 2021 gesichert – immerhin 4,5 Millionen Euro! Für ihn also wird sich der letzte Flug lohnen.

Auslandsnachrichten

Unternehmensticker Ausland

Börsenparkett intern

Feature

Der Effecten-Spiegel hatte immer wieder auf die Knifflichkeiten des deutschen Steuer- rechts hingewiesen (z.B. S. 2/3 „Doppelbe- steuerung“ in ES 22/17, S. 2/3 „Bestands- schutz fällt“ in ES 37/17). Eine kürzlich eingegangene Leseranfrage machte auf eine weitere Steuerfalle aufmerksam. Es geht da- bei um die FiFo-Falle.

FiFo (First in – First out) ist eine aus dem Rechnungswesen und der Warenwirtschaft bekannte Methode zur Ermittlung der An- schaffungs- und Herstellungskosten. Dabei wird unterstellt, dass zuerst produzierte oder erworbene Produkte als erstes wieder ver- braucht oder verkauft werden. Es wird dem- nach versucht, die ältesten gelagerten Be- stände als erstes zu verbrauchen.

Was vielen jedoch nicht bewusst ist: Bereits seit dem 01.01.2005 wird diese Methode auch bei der Ermittlung des steuerpflichti- gen Veräußerungsgewinns bei Wertpapieren herangezogen. Bei Teilkäufen einzelner Akti-

en wird so die Reihenfolge bestimmt, welche Aktien beim Verkauf zuerst steuerlich heran- gezogen und berücksichtigt werden. Doch erst mit der Einführung der Abgeltungsteuer am 01.01.2009 kann dies für den Anleger zur Steuerfalle werden. Aktien, die bis zum 31.12.2008 gekauft wurden, unterliegen dem Bestandsschutz (s. ES 37/17). D.h. priva- te Veräußerungsgewinne aus diesen Aktien sind grundsätzlich steuerfrei.

Viele Anleger bauen eine Aktienposition je- doch nicht auf einmal auf, sondern schritt- weise. Nach der Anfangsposition werden bei zwischenzeitlichen Kursrücksetzern immer mal wieder Stücke nachgekauft und ins De- pot gelegt. Hierbei wird jeder Teilkauf sepa- rat mit dem jeweiligen Kaufdatum einge- bucht. So kann es sein, dass sich im Depot alte, bestandsgeschütze Wertpapiere neben neuen, zu versteuernden Aktien mit dersel- ben Kennnummer befinden. Wurden dann aus diesem Pool im Laufe der Jahre schon Aktien verkauft, kam hier die FiFo-Regel (zu- erst gekauft, zuerst verkauft) zur Anwen- dung.

Sind im Laufe der Zeit mehrfach Aktien ver- kauft und dann wieder nachgekauft worden, kann es passieren, dass nur noch wenige oder sogar überhaupt keine Bestandsschutz- aktien mehr im Depot sind. Der Anleger muss dann feststellen, dass der Fiskus plötz- lich vom Gewinn seiner Aktien Abgeltung- steuer einzieht, obwohl er die ersten Stücke weit vor 2009 gekauft hatte.

Anleger, die noch alte Wertpapierbestände haben, die sie vor 2009 gekauft haben, soll- ten diese in einem separaten Depot verwal- ten. So können sie abgeltungsteuerpflichtige von abgeltungsteuerfreien Wertpapieren sauber trennen. Eine Entscheidung des Bun- desfinanzministeriums erlaubt hierfür sogar die schlichte Eröffnung eines Unterdepots. Für den Anleger ist dies eine komfortable Lö- sung. Neben der besseren Übersicht sind auch die Gebühren für ein Unterdepot gerin- ger als für ein völlig neues.

Der ES übernimmt für diese Informationen keine Gewähr, sie stellen keine steuerliche Beratung dar. 

Große Internetkonzerne wie Google, Apple oder Facebook machen vor allem in Europa einen Großteil ihrer Milliardengewinne. Sie nutzen dabei die guten Infrastrukturen der großen Volkswirtschaften, tun aber alles, um Steuerzahlungen in diesen Ländern zu vermeiden. Sie rechnen ihre Gewinne klein oder verschieben sie in Niedrigsteuerländer. Viele EU-Staaten wollen sich das nicht mehr bieten lassen. Doch sie stoßen auf harten Widerstand.

Zunächst scheint alles ganz einfach: Gewinne von internationalen Unternehmen werden grundsätzlich dort versteuert, wo die Firmen ansässig und somit tätig sind. Wenn hierzulande Autos zusammengebaut und anschließend in China verkauft werden, dann entfällt das Gros der Steuereinnahmen auf Deutschland. Hier finden sich die Produktionsstraßen mitsamt Arbeitern, Ingenieuren, Verwaltung und Management. In Deutschland werden also jene Werte geschaffen, die nach den international anerkannten Regeln die Grundlage für die Ertragsteuer sind. 

Bei Internetkonzernen ist die Sache jedoch plötzlich nicht mehr so einfach. Überall auf der Welt sitzen deren Programmierer, ohne dass die Unternehmen dort immer mit einer Betriebsstätte physisch vor Ort sind. Wer z.B. bei Apple etwas im Internet bestellt, der begibt sich mit seinem Kauf auf eine Weltreise. Kurze Zeit nach der Bestellung erhält der Kunde seine Ware von einer Apple-Tochterfirma in den Niederlanden. Tatsächlich aber war das Paket niemals dort. Denn das Produkt wurde nicht nur in China gebaut, sondern direkt von dort nach Deutschland verschifft. Die Rechnung aber kommt von Apple Distribution International mit Sitz in Irland. Seit den 1980er Jahren besitzt Apple dort zwei Tochterfirmen, bei denen die Gewinne aus fast allen Geschäften weltweit auflaufen. Nur ein geringer Teil geht direkt an die US-Mutter.

Apple, Amazon, Facebook und Google sind nicht nur besonders innovativ bei der Entwicklung neuer digitaler Produkte, sondern auch bei der (neudeutsch) Steuervermeidung sehr kreativ. Sie nutzen dazu legale Lücken im System und die großen Steueroasen der Europäischen Union. Der Trick: Man gründet Tochterfirmen in verschiedenen Ländern und verschiebt virtuell die Geschäfte von einer Firma zur nächsten und somit von einem Land zum anderen. Auf diese Weise versickert immer mehr von dem Gewinn, bis am Ende nur noch wenig davon am eigentlichen Firmensitz in einem europäischen Niedrigsteuerland übrig bleibt. Noch leichter fällt dieses Hütchenspiel, wenn nicht Waren gehandelt werden, sondern Daten, Software oder digitale Werbung. Denn eines der Hauptprobleme ist, dass Internetkonzerne bislang nur dort besteuert werden können, wo sie tatsächlich einen Firmenstandort haben. Also wandert der Firmensitz in ein Land mit einem möglichst niedrigen Steuersatz. Hierhin fließen dann auch die weltweit über das Internet erzielten Gewinne, für die so kaum Steuern anfallen. 

Während der brave Europäer gut die Hälfte von Einkommen und Ertrag an den Fiskus abführt, zahlen die Big Player am Markt auf ihre Milliardengewinne nur wenige Prozentpunkte. Und auch der kleine Mittelständler zahlt brav daheim seine Steuern. International tätige Digitalfirmen kommen nach Angaben der EU-Kommission auf eine Besteuerungsquote zwischen 8,9 und 10,1 %, während der effektive Steuersatz von traditionellen, grenzüberschreitend tätigen Unternehmen im Schnitt bei 23,2 % liegt. Einige Internetkonzerne schaffen es sogar, dass sie trotz boomender Geschäfte rote Zahlen ausweisen und gar keine Steuern zahlen müssen. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass durch diese Praktiken der Allgemeinheit weltweit 600 Mrd. Dollar durch die Lappen bzw. Steuerlöcher gehen. 

Im letzten Jahr hatte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager genug davon und verdonnerte Apple kurzerhand zu einer Steuernachzahlung von 13 Mrd. Euro für die Zeit von 2003 bis 2014. Apple als wertvollstes Unternehmen der Welt (mit Firmensitz in Irland) zahlte 2003 gerade mal 1 % Steuern. Bis 2014 sank diese Steuerlast auf eher symbolische 0,005 %. Für jede Million Euro Gewinn musste das Unternehmen aus Cuper-
tino somit lächerliche 50 Euro Steuern zahlen. Wen wundert es da, dass Apple mehr als 100 Mrd. Dollar im Ausland lagert. Würde Firmenchef Cook das Geld nach Hause holen, um es beispielsweise an seine Aktionäre auszuschütten, wären sofort 35 % nachträgliche Steuern fällig. Da leiht sich Apple lieber 17 Mrd. Dollar am Kapitalmarkt, um die Dividende zu bedienen und das Aktienrückkaufprogramm durchzuführen. Dagegen wirken die Steuernachforderungen an Amazon in Höhe von 250 Mio. Euro wegen unzulässiger Nachlässe des Landes Luxemburg geradezu bescheiden.

Der Suchmaschinenbetreiber Google hat ebenfalls viel Erfahrung mit dem Steuersparen 4.0. Auch er wickelt seine Europageschäfte über eine Tochter in Irland ab. Die Überschüsse daraus schleust Google dann über die Niederlande auf die Bermudas – wo überhaupt keine Körperschaftsteuer anfällt. Google hat 2016 insgesamt 19 Mrd. Dollar Gewinn eingefahren und darauf so gut wie keine Steuern gezahlt. 

Das stinkt natürlich den vier großen EU-Ländern Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Sie wollen durch eine Ausgleichssteuer auf den Umsatz verhindern, dass Internetkonzerne ihre Gewinne in Europa kleinrechnen oder in Niedrigsteuerländer verschieben. Die EU-Kommission wurde daher aufgefordert, entsprechende Vorschläge zu machen. Der Steuerbetrag solle widerspiegeln, was solche Konzerne normalerweise an Körperschaftsteuer zu zahlen hätten. Damit stellt sich allerdings die Frage, wie viel Umsatz eigentlich ein Konzern wie Google oder Facebook in Deutschland oder Frankreich generiert. 

Diese Forderung an die EU-Kommission haben mittlerweile sechs weitere EU-Länder unterzeichnet: Bulgarien, Griechenland, Österreich, Portugal, Rumänien und Slowenien. „So wie ich das hier vorgetragen habe, würden es alle 27 EU-Kollegen unterschreiben“, glaubt Schäuble. Allerdings wäre ein Alleingang der EU für den Noch-Bundesfinanzminister nur die zweitbeste Lösung. Er strebt eine Regelung auf Ebene der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) an. Dann wären auch Länder wie die USA, die Schweiz oder Japan mit dabei. Doch Schäuble gibt sich pragmatisch: „Wie häufig ist es in der Globalisierung so: Eine zweitbeste Lösung ist im Zweifel besser als gar keine Lösung für eine lange Zeit.“ Bis Dezember will die EU-Kommission die Optionen umfassend und damit auch auf ihre Nachteile prüfen. Dann sollen die Minister entscheiden. Mitte 2018 soll ein Gesetzgebungsvorschlag für die auf Europa begrenzte Umsatzsteuer-Variante vorgelegt werden. 

Wo die strikten Gegner der Steuerpläne zu finden sind, ist klar. Protest kommt vor allem aus den Niedrigsteuerländern Irland und den Niederlanden. Die Regierungen beider Länder pochen auf ihre Steuerhoheit. „Null-Besteuerung ist auch Besteuerung. Das ist nicht etwa eine Nicht-Besteuerung, sondern eine Besteuerung mit einem bestimmten Satz“, hatte einst Großbritannien dreist erklärt.

Der Wurm ist nicht im Apfel, sondern in den Steuergesetzen, die das Ausnutzen bestehender Schlupflöcher legalisieren. Um das Steuersparen 4.0 der großen Internetkonzerne zu verhindern und mehr Gerechtigkeit zu erreichen, ist eine Spezialsteuer für Internetkonzerne nicht ausreichend. Vielmehr müssen die Steueroasen trockengelegt werden. Die EU sollte damit dort anfangen, wo sie am meisten ausrichten kann: in Irland, Luxemburg und den Niederlanden.

Ob Veräußerungsgewinne, Dividenden oder Zinsen – seit 2009 müssen auf alle Kapitalerträge 25 % Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an den Fiskus abgeführt werden. Der Staat kassiert immer mit. Einzige Ausnahme: Aktien, Wertpapiere und Fondsanteile, die bis zum 31.12.2008 gekauft wurden. Doch das gilt ab dem 01. Januar 2018 nicht mehr. 

Seitdem 2009 die Abgeltungsteuer eingeführt wurde, unterliegen Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und auch Veräußerungsgewinne der Abgeltungsteuer. Gleichzeitig wurde die bis dahin gültige Spekulationsfrist von einem Jahr abgeschafft. Allerdings gab es für Altbestände einen Bestandsschutz: Aktien, Wertpapiere und Fondsanteile, die vor 2009 gekauft wurden, sollten steuerfrei bleiben, und zwar noch in zehn oder zwanzig Jahren. Nur bei Zertifikaten war der Schutz auf sechs Monate beschränkt. 

Viele Anleger haben auf diesen Bestandsschutz vertraut und ihr Geld noch schnell bis zum 31.12.2008 investiert. Neben der Direktanlage Aktie boomten vor allem Investmentfonds. So manche Bank nutzte die Gelegenheit und legte gleich noch eigene Publikumsfonds auf. Dass dies aber auf Dauer Herrn Schäuble nicht gefallen konnte, ist klar. Um der dauerhaften Steuerfreiheit ein Ende zu setzen, hat der Gesetzgeber nun den Bestandsschutz für Fondsanteile einfach zeitlich gekappt. Ab Januar 2018 tritt das neue „Gesetz zur Reform der Investmentbesteuerung (Investmentsteuerreformgesetz – InvStRefG)“ in Kraft. 

Auf 27 Seiten finden sich 56 Paragrafen mit diversen Änderungen, die angeblich für mehr Steuergerechtigkeit zwischen ausschüttenden und thesaurierenden sowie zwischen ausländischen und inländischen Fonds sorgen sollen. Um der internationalen Gerechtigkeit willen müssen daher in Deutschland aufgelegte Fonds ab 2018 pauschal 15 % Steuern auf alle Gewinne aus deutschen Dividenden, deutschen Mieterträgen und aus dem Verkauf deutscher Immobilien zahlen. Damit stellt der Gesetzgeber ihre steuerliche Belastung grundsätzlich mit der von ausländischen Fonds gleich. 

Die Last für diese Gleichstellung landet aber letztlich wieder beim Anleger des Fonds, der eine um diese Steuer reduzierte Ausschüttung erhält. Schlimmer noch: Auch Anleger, die unterhalb des Sparerfreibetrags (801 Euro bei Singles und 1.602 Euro bei zusammen Veranlagten) liegen, werden jetzt ebenfalls zur Kasse gebeten, obwohl sie gar nicht abgeltungsteuerpflichtig sind. Für sie besteht noch nicht einmal die Möglichkeit einer Erstattung. Selbst die bisherige Anrechnung von bereits gezahlter Quellensteuer auf ausländische Dividendeneinnahmen (s. ES 22/17) ist nicht mehr möglich.

Um wenigstens annähernd einen Ausgleich zu schaffen, wurde ein kompliziertes Verrechnungsverfahren entwickelt, wonach die Ausschüttungen aus den Fonds beim Privatanleger teilweise von der Steuer freigestellt werden. Dies gilt dann unabhängig davon, ob der Fonds in Deutschland oder im Ausland aufgelegt wurde. Immerhin profitieren Privatanleger in Aktienfonds davon am meisten. Für sie sind 30 % der Ausschüttungen steuerfrei. Für Anleger in Mischfonds (Aktienquote im Fonds mindestens 25 %) sind 15 % der Ausschüttungen steuerfrei, bei offenen Immobilienfonds sind es generell 60 %. Anleger, die an Investmentfonds beteiligt sind, deren Aktienanteil unter 25 % liegt, können nichts ansetzen. Hier gibt es keine Freistellung. Zudem muss die Summe der Kapitalerträge wiederum über dem Sparerfreibetrag liegen. Ansonsten laufen die Freistellungen ins Leere, obwohl der Anleger Ausschüttungen erhält, für die er indirekt (nämlich auf Fondsebene) vorher Steuern bezahlt hat. 

Steuerlich noch dicker kommt es für den Anleger im letzten Kapitel des neuen InvStRefG. Mit § 56 „Anwendungs- und Übergangsvorschriften“ wird der von den deutschen Politikern einst garantierte Bestandsschutz für Gewinne aus Fondsanteilen nun endgültig ausgehebelt. Nur gemeinnützige Investment-anteile, die im Rahmen von zertifizierten Altersvorsorge-Verträgen (private Riester-Rente) oder Basisrentenverträgen (Rürup-Rente) gehalten werden, bleiben von der Steuer verschont. 

Jenseits dieser Sonderregelungen gibt es aber für den Gesetzgeber ab Januar 2018 generell keine alten Fondsbestände mehr und damit auch keine Steuerbefreiungen auf Altbestände. Der einfache Trick: Unabhängig vom Kaufdatum werden alle Fondsanteile von den Depotbanken zum 31. Dezember 2017 fiktiv veräußert und am 1. Januar 2018 fiktiv wieder angeschafft. Sämtliche Fondsanteile in den Depots deutscher Anleger haben dann als Kaufdatum den 1. Januar 2018. „Als Veräußerungserlös und Anschaffungskosten ist der letzte im Kalenderjahr 2017 festgesetzte Rücknahmepreis“ bzw. der Börsen- oder Marktpreis anzusetzen (§ 56 Abs. (2)).

Mit einem simplen technischen Vorgang werden so sämtliche Altanteile an deutschen Investmentfonds und mit ihnen die Garantien der Politiker zum Bestandsschutz komplett ausgebucht. Sind sonst stets endlose verfahrenstechnische Einzelschritte und aufwendiger Papierkrieg erforderlich, geht es jetzt ganz unbürokratisch. Dies bedeutet, dass nur noch bis zum 31.12.2017 eingetretene Wertsteigerungen und Verkaufsgewinne aus alten Fondsanteilen steuerfrei bleiben. Anleger, die ihre Gewinne aus diesen alten Fondsbeständen erst 2018 oder später realisieren wollen, müssen Steuern darauf zahlen. Immerhin wird ihnen zumindest ein steuerlicher Freibetrag von bis zu 100.000 Euro eingeräumt. Dieser Freibetrag steht jedem Anleger zu, der die Anteile im Privatvermögen hält. Gemeinsam veranlagte Partner haben entsprechend einen Freibetrag von zusammen 200.000 Euro. Dieser scheint auf den ersten Blick recht hoch. Doch selbst bei Kleinanlegern, die über einen Sparplan kontinuierlich in einen Fonds investiert haben, könnte die Summe mit der Zeit schon überschritten sein, z.B. bei Misch- oder bei Aktienfonds. Wurden die Anteile zwischenzeitlich im Betriebsvermögen gehalten, geht der Freibetrag verloren. Ob es auch Einschränkungen bei der unentgeltlichen Anteilsübertragung (Schenkung oder Erbe) gibt, ist noch nicht eindeutig geklärt. 

Wer allerdings glaubt, dass damit das Schlimmste ausgestanden sei, könnte bald eines Besseren belehrt werden. Am 24. September steht die Bundestagswahl an, und jede Partei hat Steuerreformen auf der Agenda (vgl. letzte Ausgabe, S. 2/3). SPD und Grüne wollen die pauschale Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge konsequent abschaffen, die CDU dagegen strebt eine individuelle Besteuerung an und liegt damit auf Linie der Grünen. Für Anleger könnte das jedoch noch teurer werden. Derzeit liegt der persönliche Einkommensteuersatz nämlich bei 45 %. 

„Die Übergangsregelungen des Investmentsteuerreformgesetzes betreffen nur Investmentanteile, nicht betroffen sind alle anderen Arten von Kapitalvermögensgegenständen wie beispielsweise Wertpapiere allgemein und Aktien im Besonderen“, so der Pressesprecher des Bundesministeriums für Finanzen auf Anfrage des ES. 

Der Effecten-Spiegel favorisiert seit Jahrzehnten die Direktanlage Aktie für den Vermögensaufbau. Aktienbesitzer, die ihre Wertpapiere seit 2008 oder länger halten, können sich auch weiterhin auf steuerfreie Gewinne freuen. Die Einschränkung des Bestandsschutzes gilt ausschließlich für Investmentfonds. Direktanlagen in Aktien und Renten sind hiervon nicht betroffen.

 

 

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Effecten-Spiegel AG: Halbjahresergebnis erneut über Vorjahr

Die Effecten-Spiegel AG hat von der positiven Stimmung an den Aktienmärkten profitiert und die gestiegenen Kurse zu Gewinnmitnahmen genutzt. Eine Anzahl von Aktienpositionen wurde teilweise (z.B. Apple, SAP, Merck), andere ganz veräußert. Aus dem Verkauf von Wertpapieren des Finanzanlagevermögens wurden Gewinne in Höhe von 3,5 Mio. Euro realisiert. Relevante positive Ergebnisbeiträge lieferten u.a. die vollständige Veräußerung der Aktien der Stada AG mit 561 TEUR und der Pfeiffer Vacuum AG mit 413 TEUR. An Dividenden wurden 905 TEUR vereinnahmt. Der Kassenbestand lief dadurch per Saldo auf 19,5 Mio. Euro hoch. Bankverbindlichkeiten bestehen weiterhin keine. 

Nach vorläufigen untestierten Zahlen liegt der erwirtschaftete Ertrag für die ersten sechs Monate bei 3,7 Mio. Euro und damit deutlich über dem des Vorjahreszeitraumes (1,9 Mio. Euro). Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass auf Wertpapiere des Anlagevermögens weder Zu- noch Abschreibungen vorgenommen wurden. Die nach dem Niederstwertprinzip stichtagsbezogen vorzunehmenden Abwertungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens liegen per 30.06.17 bei 198 (Vj. 718) TEUR. Die Wertdifferenzen werden separat als „Stille Reserven und Lasten“ ausgewiesen. Der Saldo hieraus beläuft sich bei den bilanzierten Wertpapieren des Anlage- und Umlaufvermögens auf +2,56 Mio. Euro. Der nicht bilanzierte Depotwert der eigenen Anteile beträgt 5,29 Mio. Euro. Das Verlagsgeschäft lag mit Umsatzerlösen von 1,52 Mio. Euro in etwa auf Vorjahresniveau (1,51 Mio. Euro). 

Im Gerichtsverfahren gegen die Deutsche Bank wegen der Postbankübernahme wurde vom OLG der nächste Verhandlungstermin für den 8. November 2017 bestimmt.

Die ES AG wird ihr Aktienrückkaufprogramm wieder aufnehmen. In der Zeit vom 01.08. bis 31.12.2017 sollen bis zu 82.028 Vorzugsaktien der Gesellschaft zu einem maximalen Betrag von 1.533.923,60 Euro erworben werden. 

Die 10 größten Aktienpositionen des Finanzanlagevermögens sind, geordnet nach Positionsgröße auf Basis des Tageskurswertes zum 30.06.2017: infas Holding AG, MAN SE (Stämme), Symrise AG, Porsche Holding SE (Vorzüge), Sanofi S.A., Novartis AG, Vossloh AG, Union Pacific Corp., Coloplast und K+S AG.

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