DEUTZ AG

Die DEUTZ AG hat ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2019 gesenkt. Aus der Insolvenz eines wichtigen Zulieferers erwartet die Gesellschaft finanzielle Belastungen. Damit wird die bisherige Prognose, eine EBIT-Marge von mindestens 5,0 Prozent vor Sondereffekten zu erreichen, nicht mehr aufrechterhalten. Angesichts der erwarteten finanziellen Belastungen rechnet das Management nun mit einer EBIT-Marge vor Sondereffekten in einer Bandbreite von 4,0 bis 5,0 Prozent. Die DEUTZ AG geht jedoch davon aus, dass die Belieferung trotz der Insolvenz gewährleistet bleibt. Auch wenn sich das konjunkturelle Umfeld derzeit abschwächt, bestätigt der Vorstand jedoch die Umsatzschätzung für das Gesamtjahr von mindestens 1,8 Mrd. Euro. (ES - 20.9.2019 - 22:00 Uhr)

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VERBIO Vereinigte BioEnergie AG

Der Vorstand der VERBIO Vereinigte BioEnergie AG veröffentlichte heute eine EBITDA-Prognose für das Geschäftsjahr 2019/20. Auf Basis des aktuellen Absatz- und Rohstoffpreisniveaus sowie der angestrebten Produktionsauslastung rechnet das Management mit einem EBITDA in der Größenordnung von 65 Mio. Euro. Dieser Wert liegt deutlich unter der letzten Prognose für das Geschäftsjahr 2018/19, die sich auf 95 Mio. Euro belief. Im laufenden Geschäftsjahr sollen Investitionen in Kapazitätserweiterungen und Internationalisierung fließen. Dazu setzt das Unternehmen die freien Finanzmittel aus Vorperioden und die Mittel aus dem laufenden operativen Cashflow ein. Angesichts dessen geht der Vorstand im Geschäftsjahr 2019/20 von einer geringeren Verschuldung aus.(ES - 20.9.2019 - 16:00 Uhr)

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exceet Group SE

Der Verwaltungsrat der exceet Group SE beschloss die Umwandlung der Gesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien unter luxemburgischem Recht (SCA) vorzubereiten. Als Komplementärin soll eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung fungieren, an der die Gründungspartner der Active Ownership Gruppe (AOC) jeweils zu 50 Prozent beteiligt sind. Da exceet als SE die Rechtsform nicht direkt in eine SCA umwandeln kann, ist zunächst geplant, die Gesellschaft in eine luxemburgische Aktiengesellschaft (SA) umzuwandeln. Die jeweiligen Formwechsel sollen in zwei außerordentlichen Hauptversammlungen im vierten Quartal beschlossen werden. Im Rahmen des Formwechsels wird es in Luxemburg zur Zusammenlegung von Konzernaktivitäten kommen, was mit Einmalaufwendungen von rund 1 Mio. Euro verbunden ist. Zudem hat der Verwaltungsrat beschlossen, den Aktionären eine Sonderausschüttung von 3,00 Euro je Aktie zukommen zu lassen. Darüber hinaus sollen die 450.000 eigenen Aktien eingezogen werden. Zudem plant AOC nach dem Formwechsel, einen opportunistischen Investmentansatz zu verfolgen. Im Fokus stehe künftig die Wahrnehmung attraktiver Chancen-Risiko-Profile ohne Beschränkungen im Hinblick auf die Art oder Dauer der Investments. Der CEO und CFO der Gesellschaft, Wolf-Günter Freese, wird sein Mandat mit Wirkung zum 31. März 2020 niederlegen.(ES - 19.9.2019 - 22:00 Uhr)

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ES-Aktienfavoriten

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Täglicher Börsenbericht

Hexensabbat

DAX bleibt dennoch stabil

Viermal im Jahr, an einem Freitag hüpfen die Aktienkurse scheinbar ohne Grund auf und ab. Der Grund sind weder schlechte oder gute Nachrichten, sondern schlicht der sogenannte Hexensabbat. Doch der deutsche Leitindex scheint sich heute erst einmal nicht beirren zu lassen und bleibt stabil. U.a. kommen aus Großbritannien gute Meldungen. Einen Tag vor den neuen Brexit-Gesprächen herrscht in Brüssel und London Optimismus. "Ich glaube, wir können eine Vereinbarung erzielen", so EU-Kommissionspräsident Juncker.

Der lang ersehnte Börsengang des Apartment-Vermittlers Airbnb lässt weiter auf sich warten. Das Unternehmen ließ verlauten, dass es erst im kommenden Jahr mit einem IPO rechne.

Der kriselnde Reiskonzern Thomas Cook stößt bei seiner Sanierung auf Schwierigkeiten. Derzeit wird das Unternehmen mit der Forderung der Royal Bank of Scotland konfrontiert, die über die vorhandenen Mittel von 900 Mio. £ hinausgehen.

Bei einer Anhörung im US-Kongress wies  Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Forderung der US-Regierung zurück, Whatsapp und Instagram abzuspalten.

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Auslandsfavoriten

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Thema der Woche

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Randnotizen

Laut Umweltbundesamt gibt es keine klimaschädlichere Art sich fortzubewegen als das Fliegen. Es gilt als der Klimakiller schlechthin, noch vor dem Autoverkehr. Flugzeuge setzen beim Verbrennen von Kerosin große Mengen an CO2, aber auch andere Gase frei. Diese legen sich um die Erde. Wird ihre Konzentration zu hoch, kann die eintreffende Sonneneinstrahlung nicht mehr ausreichend entweichen. Der natürliche Treibhauseffekt, der zunächst wie ein Schutzschild für die Erde wirkt, wird extrem verstärkt und führt zur unerwünschten Oberflächenerwärmung. Wie also halten es Diejenigen mit dem Fliegen, die klimafreundliches Reisen predigen?

Diskutiert wird viel unter den Politikern: über den CO2-Preis, die Einführung einer Kerosinsteuer und die Abschaffung von Subventionen für den Flugverkehr. Über alle Partei-grenzen hinweg ist man sich einig, dass Fliegen unattraktiver werden muss, damit die Leute eher in die Bahn steigen. Deutsche Ministerien und Behörden aber haben selbst rund 230.000 Inlandsflüge jährlich auf dem Klimakonto. Die Abgeordneten des Bundestages legten allein 2018 rund 9,08 Mio. Meilen (ca. 16,8 Mio. Kilometer) mit dem Flugzeug zurück – 1,68 Mio. Meilen mehr als noch im Jahr davor. Ein großer Teil dieser Strecke wurde zwischen Berlin und Bonn abgeflogen, wo immer noch sechs Ministerien ihren Hauptsitz haben. Die Verbindung von Bonn nach Berlin ist somit die am meisten frequentierte Route im innerdeutschen Flugverkehr. Eurowings, Easyjet und Ryanair bieten allein im aktuellen Sommerflugplan rund 1,2 Mio. Sitzplätze auf dieser Strecke an. Hauptnutzer ist ausgerechnet das Bundesumweltministerium. Dabei könnten die Abgeordneten für diese Strecke gut die Bahncard 100 nutzen, die sie zusammen mit dem Mandat gratis bekommen. 

Die meisten Mitglieder des Bundestages nutzen das Flugzeug aber auch für Reisen in ihren Wahlkreis oder für Ortstermine in ihren Fachbereichen. Dabei weiß heute jeder, dass Kurzstreckenflüge durch die häufigen Starts und Landungen besonders klimaschädlich sind. Umgerechnet ist jeder der 709 Parlamentarier im vergangenen Jahr somit durchschnittlich 13.000 Meilen geflogen, was einer Flugstrecke von Frankfurt nach Singapur und zurück entspricht. Diese Meilen schlagen grob gerechnet mit 4.000 Tonnen ausgestoßenem CO2 zu Buche, sagt Dietrich Brockhagen von der Organisation atmosfair. Nach seinen Berechnungen entspricht dies etwa dem Jahresausstoß von 2.000 deutschen Pkw, wenn jedes davon 12.000 Kilometer fährt. Und die Fraktion, die am lautesten die Bahn predigt, aber am häufigsten das Flugzeug nimmt, sind ausgerechnet die Grünen. Sie haben im Bundestag pro Kopf so viele Auslandsreisen unternommen wie keine andere Fraktion. Das geht aus einer Liste hervor, die alle Reisen auflistet, die von den 709 Abgeordneten seit Beginn dieser Legislaturperiode bei der Bundestagsverwaltung abgerechnet wurden. Danach gab es insgesamt 1.182 Dienstreisen von allen Abgeordneten, fast alle mit dem Flugzeug, einmal sogar in die Südsee (Fidschi-Inseln). 328 davon wurden im Rahmen von Delegationsreisen genehmigt. Dazu kommen weitere 854 sog. Einzeldienstreisen. Diese werden von den Politikern auf eigene Initiative unternommen und beim Bundestag abgerechnet. Am häufigsten flogen demnach die 67 Abgeordneten der Grünen auf eigene Faust, aber auf Kosten der Steuerzahler – nämlich innerhalb von zwei Jahren 126 Mal. 

Doch zum Glück gibt es ja den modernen Ablasshandel: Durch eine sog. CO2-Kompensation kann man sein Gewissen freikaufen. Die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann, forderte dann auch sofort einen generellen Ausgleich für alle Dienstflüge. Diese Wiedergutmachungsspenden finanzieren Klimaprojekte in der ganzen Welt und mögen durchaus sinnvoll sein. Doch damit werden weder der CO2-Ausstoß vermindert, noch das Klima gerettet. Abgesehen davon muss an dieser Stelle die Frage erlaubt sein: Bezahlen dann die Politiker die geforderte Kompensation wenigstens aus eigener Tasche oder wie immer aus der Geldbörse der Steuerzahler? 

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Am 1. September werden in Brandenburg und Sachsen neue Landtage gewählt, am 27. Oktober in Thüringen. Doch die Umfragen für die Große Koalition sind schlecht. Nach aktuellen Prognosen muss die CDU befürchten, bei der Landtagswahl in Sachsen von der AfD überholt zu werden. Die SPD kämpft danach sogar um ein zweistelliges Ergebnis. Auch in Brandenburg könnte die AfD stärkste Partei werden und damit die SPD ablösen, die nach den aktuellen Umfragen auch hier weit hinter der CDU landen würde. Um auf der Zielgeraden noch das Steuer herumreißen zu können, brachte jetzt das Bundeskabinett ziemlich überhastet den Vorschlag von Olaf Scholz zur Teilabschaffung des Soli auf den Weg, obwohl gerade die Union nicht überzeugt ist. Einige halten den Vorstoß sogar für verfassungswidrig. 

Dass die großen Parteien in letzter Sekunde mit dieser Taktik noch möglichst viele der rund 5,1 Mio. Wahlberechtigten in Sachsen und Brandenburg einfangen wollen, ist nur zu offensichtlich. Schließlich gehört der Solidaritätszuschlag zu den umstrittensten Steuern überhaupt, vor allem in Ostdeutschland. Obwohl diese Sondersteuer von 5,5 % auf die Körperschaft- oder Einkommensteuer als Aufbauhilfe Ost eingeführt wurde, musste sie von allen Bundesbürgern in West- und Ostdeutschland gleichermaßen bezahlt werden. Doch die Einnahmen flossen zum großen Teil gar nicht in die strukturarmen neuen Bundesländer, sondern in den Haushalt des Bundes. Denn trotz des schönen solidarischen Namens waren die Steuereinnahmen von Anfang an nie zweckgebunden. Allein im vergangenen Jahr spülte der Soli dem Staat 18,9 Mrd. Euro in die Kasse. 

Das hat vor allem die ostdeutschen Steuerzahler in Rage gebracht. Der Gesetzesentwurf zum Soli zielt daher genau auf diese Wählergruppe ab. Demnach sollen Ledige, die jährlich nicht mehr als 73.874 Euro brutto verdienen, keinen Soli mehr zahlen müssen. Danach folgt ein gleitender Anstieg. Bei einem Jahreseinkommen von über 109.451 Euro muss der volle Soli bezahlt werden. Ehepaare mit zwei Kindern sind bis zu einem gemeinsamen Brutto-Verdienst von 151.990 Euro pro Jahr vom Soli komplett befreit. Damit wird der Soli also zur verkappten Reichensteuer. Und um das Geld irgendwie wieder reinzubekommen, schiebt die SPD noch ein Konzept zur Wiedereinführung der Vermögenssteuer hinterher. Demnach sollen Grundbesitz, Immobilien, Unternehmensanteile und Barbesitz der ganz Reichen zusätzlich noch mit 1 bis 1,5 % besteuert werden.

Doch die Wahlgeschenk-Rechnung wird nicht aufgehen, denn weder eine verkappte Reichensteuer noch eine nachgeschobene Vermögenssteuer lösen die Probleme der Menschen in Ostdeutschland. Sie zeigen nur, dass die Politiker immer noch nicht kapiert haben, was die Wähler wirklich in die Arme der AfD treibt. Zudem werden nicht nur Millionäre weiterhin die Soli-Steuer zahlen müssen, sondern auch Normalverdiener sowie Personen- und kleine mittelständische Kapitalgesellschaften. Selbst die Mitglieder des Bundestags bezweifeln, dass ein solches Gesetz überhaupt mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Bayerns CSU-Ministerpräsident Söder erklärte, dass nach Meinung seiner Experten „die Wahrscheinlichkeit, dass der Soli als verfassungswidrig eingestuft und ganz abgeschafft wird, als sehr, sehr hoch einzuschätzen“ ist. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat schon eine Musterklage eingereicht. Vertreten wird er von RA Michael Sell, der bis vor Kurzem noch als Abteilungsleiter für direkte Steuern im Bundesfinanzministerium tätig war. „Die Politik hat den Soli immer mit den Finanzhilfen für die neuen Länder verknüpft. Diese laufen zum Jahresende aus, ... der Soli hat keine Legitimation mehr“, so BdSt-Präsident Reiner Holznagel.

Die Politiker setzen also bewusst darauf, dass das Verfassungsgericht es schon irgendwie richten wird. Aber dann sind die Landtagswahlen eh lange vorbei, und die Meinung der Wähler für die nächsten Jahre ohnehin nicht mehr wichtig. Und dann bleibt da ja noch die Vermögenssteuer ... 

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Garantiefonds sind nicht nur bei risikoscheuen Anlegern beliebt, sondern sind auch ein gern gewählter Baustein in Lebens- und Rentenversicherungen. Denn das eingesetzte Kapital soll am Laufzeitende zum großen Teil oder sogar in Gänze „garantiert“ wieder an den Anleger ausbezahlt werden. Es besteht also quasi kein Verlustrisiko. Im Gegenteil, darüber hinaus gibt es sogar die Chance auf eine Wertsteigerung. Garantiefonds sind damit eine gute Alternative zum herkömmlichen Sparbuch. Aber wie soll das gehen?

Garantiefonds haben meist nur eine kurze Zeichnungsfrist und werden als geschlossene Fonds angeboten. D.h., ein zwischenzeitlicher Ein- und Ausstieg ist nicht möglich, der Anleger hat während der mehrjährigen Laufzeit keinen Zugriff auf sein Geld. 

Im Gegensatz zum Fondskäufer muss der Fondsmanager aber das Geld möglichst wertsteigernd anlegen, um sein Garantieversprechen einlösen zu können. Daher wird ein Teil des Geldes in renditestarke Papiere gesteckt, bei denen es aber auch mal größere Kursschwankungen geben kann. Denn je höher die Rendite, desto höher das Risiko. Aber die Garantiefonds können nicht unbegrenzt ins Risiko gehen, sie müssen auch absichern. Daher wandert ein Teil des Kapitals in Anleihen, die über ihre Zinserträge einen Beitrag zur Absicherung des Garantiewerts leisten. 

Dieses Modell hat jahrelang gut funktioniert. Doch die Zinsen für Anleihen sind inzwischen generell in den Minusbereich gerutscht, das gilt nun auch für 30-jährige Bundesanleihen (vgl. ES 33/19). Damit fehlen den Fondsmanagern die Zinserträge der Anleihen, um eventuelle Verluste aus chancen- und damit auch risikoreicheren Wertanlagen wieder aufholen zu können. 

Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, zieht die Deutsche Bank-Tochter DWS nun die Reißleine und stellt eine ganze Garantiefonds-Familie komplett ein. Alle neun ausstehenden Teilfonds DWS Flexpension 2026 bis 2034 werden am 12. November zum Garantiewert liquidiert. Damit fließen die von den Fonds verwalteten knapp 2,6 Mrd. Euro wieder an die Kunden zurück. Sie müssen nun wieder selbst für ihre Altersvorsorge Rendite erwirtschaften und sollten dies auch tun. Garantien gibt´s zwar nicht mehr, aber gute Geldanlagen schon.

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Mit Optionsgeschäften lassen sich mit geringem Einsatz gute Gewinne erzielen. In Zeiten stark schwankender Aktienmärkte können Anleger damit auch an fallenden oder seitwärts bewegenden Kursen Geld verdienen. Mit dem Kauf einer Option erwirbt der Anleger das Recht, am Ende der Laufzeit eine bestimmte Anzahl an Basiswerten (z.B. Aktien) zum vereinbarten Preis vom Verkäufer der Option zu kaufen („Call“) oder an ihn zu verkaufen („Put“). Diesem Recht steht die entsprechende Verpflichtung gegenüber, die Basiswerte zu liefern oder abzunehmen, wenn das Optionsrecht ausgeübt wird. 

Bei der steuerlichen Behandlung solcher Optionsgeschäfte hat die Bundesregierung nun erneut ihre Auffassung untermauert, dass Gewinne daraus zu besteuern sind, Verluste allerdings steuerlich nicht berücksichtigt werden. In der Antwort auf eine sog. „Kleine Anfrage“ der FDP-Fraktion erläuterte die Bundesregierung ihre Entscheidung damit, dass nach ihrer Ansicht die hochspekulativen Optionsgeschäfte aufgrund eines Urteils des Bundesfinanzhofes (BFH) bisher steuerlich günstiger behandelt wurden als dies im Unternehmensteuerreformgesetz 2008 ursprünglich beabsichtigt war. Mit einer Gesetzesänderung soll daher der ursprüngliche Zweck wiederhergestellt werden. Wörtlich heißt es: Wenn „der Steuerpflichtige das hochspekulative Risiko eines Optionsgeschäfts eingeht und hieraus Wertzuwächse erzielt werden, sind diese der Einkommensbesteuerung zu unterwerfen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Kapitalerträge über Gestaltungen mit diesen Derivaten der Besteuerung entzogen werden könnten“. Andererseits darf nach Ansicht der Bundesregierung beim Verfall einer Option die Allgemeinheit nicht mit den Kosten des Steuerpflichtigen belastet werden, wenn die Spekulation nicht aufgeht. Schließlich sei dem Anleger ja das Verlustrisiko bekannt, das er trotzdem bewusst eingeht. 

Diese Antwort zeigt erneut die politische Grundhaltung der Bundesregierung, wonach für sie alle Anleger am Finanzmarkt spekulative Zocker sind. Es ist unfassbar, wie viel Inkompetenz und unnötige Kosten die Politiker der Allgemeinheit täglich zumuten!

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Auslandsnachrichten

Unternehmensticker Ausland

Börsenparkett intern

Feature

Es geht wieder mal um Zinsen an den Aktienmärkten, dieses Mal aber um eine ganz bestimmte Zinsstruktur, die als inverse Zinskurve bezeichnet wird. Sie ist der Schrecken der Börsianer. Aber warum? 

Ähnlich wie früher bei Festgeldkonten steigt bei Anleihen mit der Laufzeit die Höhe der Verzinsung. D.h., je länger der Bond läuft, desto höher der Ertrag. Schließlich können die Anleger länger nicht auf ihr Geld zugreifen. Und wer dies für 10 Jahre oder sogar noch länger in Kauf nimmt, ist in der Regel davon überzeugt, dass in dieser Zeit nichts Gravierendes am Markt passiert: die Inflation nicht plötzlich ansteigt, der Emittent in keine Krise gerät und die Wirtschaft nicht einbricht. Wenn aber die Anleger im Umkehrschluss akzeptieren, dass der langfristige Zins unter dem kurzfristigen liegt, fürchten sie in absehbarer Zeit eine negative wirtschaftliche Entwicklung mit all den unangenehmen Nebenwirkungen.

In den USA war im März erstmals seit zwölf Jahren genau dieses Szenario eingetreten: Die Renditekurve der US-Staatsanleihen war invers. Ab dem 22. März überstieg die Rendite für dreimonatige US-Staatsanleihen für etwa eine Woche die für zehnjährige. Damit bekamen Anleger zum ersten Mal seit 2007 für kurzfristige Bonds mehr Zinsen als für langfristige. Am 14. August kam es noch dicker: An diesem Tag fiel erstmals seit 2007 die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen unter die der 2-jährigen. Und auch in Deutschland erreichte die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen mit –0,641 % ein neues Rekordtief. Daraufhin gingen auch die Aktienmärkte in die Knie. Der Dow Jones verlor an diesem Tag 800 Punkte. 

Um den Zustand der Wirtschaft zu beurteilen, schenken Ökonomen dem Spread zwischen den zehn- und zweijährigen Papieren besondere Aufmerksamkeit. Eine Studie der Notenbank von San Francisco besagt zudem, dass allen Rezessionen in den vergangenen 60 Jahren in den USA eine inverse Renditekurve vorausging. Seit 1955 hat jeweils eine inverse Zinskurve in sieben von neun Fällen einen Konjunkturabschwung korrekt vorhergesagt. Nur in zwei Fällen gab es ein Fehlsignal. Den genauen Zeitpunkt einer Rezession konnte die Zinskurve bislang jedoch nicht liefern. Mal waren es sechs Monate, ein anderes mehrere Jahre. Nach Untersuchungen der Schweizer Credit Suisse tritt eine Rezession durchschnittlich erst 22 Monate nach solch einer Zinskonstellation auf. Außerdem steige der S&P 500 im Jahr danach zunächst um 12 % an, bevor die Börsen dann ins Minus drehen würden. 

Momentan rührt die Angst vor einer Rezession wohl aus der Dauerschleife von politischen Unruheherden und Provokationen und der daraus resultierenden Sorge, dass diese über kurz oder lang die weltweite Konjunktur verlangsamen und schließlich einige Länder in die Rezession führen werden. Obwohl diese Befürchtungen nicht von der Hand zu weisen sind, ist die Lage nicht so schlecht wie sie scheint. In den USA und auch in Deutschland ist die Konjunktur noch robust und wächst, wenn auch langsamer. Der Arbeitsmarkt brummt. Zudem hat Donald Trump den Erfolg seiner Präsidentschaft untrennbar an eine florierende Wirtschaft und steigende Börsen geknüpft. Ein Konjunktureinbruch und ein schwacher Aktienmarkt in den USA würde die Chancen seiner Wiederwahl stark herabsetzen. 

Es dürfte daher in den kommenden Monaten seiner Taktik entsprechen, bei vielen außenpolitischen Entscheidungen zunächst Härte zu zeigen, um dann medial einige spektakuläre Deals präsentieren zu können. Mit dieser Vorgehensweise kann er auch die amerikanische Notenbank manipulieren, indem er zunächst die Feuer der Konfliktherde immer mehr anfacht und dann eine Zinssenkung einfordert, der die Fed dann auch nachkommen muss, sofern sie die Märkte stabil halten will. Allerdings muss Trump aufpassen, dass er den Bogen nicht überspannt. Das Wegkippen der US-Zinsstrukturkurve sollte daher dem Präsidenten eine viel deutlichere Warnung für seine gefährliche Hick-Hack-Taktik sein als den Anlegern.

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Ausgetrocknete Flüsse, sterbende Bäume und verdorrte Äcker – kaum ein anderer Rohstoff besitzt eine derart hohe Relevanz für das Leben auf dieser Erde wie Wasser. Der drohende Wassermangel zählt zu den größten globalen
Risiken für die Menschheit. Daher verwundert es kaum, dass trotz der konjunkturellen und makroökonomischen Unsicherheiten Wasseraktien mehrheitlich nach oben laufen. 

Die Versorgung mit Wasser gehört zu den  größten Herausforderungen unserer Zeit. Denn Wasser ist alternativlos. Für diesen Rohstoff gibt es schlichtweg kein Substitut. Zwar sind mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt, doch das meiste davon ist Salzwasser. In den vergangenen 100 Jahren sind laut den Vereinten Nationen schätzungsweise 50 bis 70 % der natürlichen Feuchtgebiete der Erde verloren gegangen. 

Auf unsere Frage an die United Nations University zu den genauen Zahlen zur weltweiten Wasserverknappung erklärt uns Rachel Ahrens: „Genaue Zahlen sind schwierig, denn Wasserknappheit ist nicht ein Dauer-
zustand, sondern meistens u.a. saisonal bedingt. Was wir wissen ist, etwa vier Milliarden Menschen erleben schwere Wasserknappheit mindestens einen Monat pro Jahr. Und über zwei Milliarden Menschen leben in Ländern mit hohem Trockenstress bzw. Wassermangel. Der Wasserverbrauch ist seit 1980 weltweit um etwa 1 % pro Jahr gestiegen. Es wird geschätzt, dass es bis 2050 weltweit einen kumulierten Anstieg von
20 bis 30 % im Vergleich zur heutigen Wassernachfrage geben wird. Dies liegt vor allem am Bevölkerungswachstum, sozioökonomischer Entwicklung und sich änderndem Konsum. Es wird prognostiziert, dass der Stressgrad angesichts der zunehmenden Auswirkungen von Klimawandel und der wachsenden Wassernachfrage noch höher wird. Drei von zehn Menschen haben keinen Zugang zu sicherem (d.h. sauberem und dauerhaft einfach verfügbarem) Trinkwasser. Wichtig ist, dass die Betroffenen sich aber nicht gleichmäßig auf alle Nationen verteilen. Schon knapp 50 % der Menschen, die aus ungeschützten Quellen trinken, leben laut UN im Sub-Sahara Afrika.“

Schon heute ist die Situation in vielen Regionen alarmierend. Jedes Jahr sterben laut UNICEF und der WHO etwa 297.000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfall, der durch unzureichendes Waschen verursacht wird. „2017 verfügten weltweit drei von fünf Menschen in ihrem Zuhause über eine einfache Gelegenheit zum Händewaschen mit Wasser und Seife, in den am wenigsten entwickelten Ländern nicht einmal einer von drei (28 %). Das bedeutet, dass sich weltweit etwa 3 Milliarden Menschen zuhause noch immer nicht ordentlich die Hände waschen können“, heißt es im UN-Bericht 2019 für nachhaltige Entwicklung.

Schlechte sanitäre Einrichtungen und kontaminiertes Wasser fördern die Übertragung von Krankheiten wie Cholera, Ruhr, Hepatitis A und Typhus. Während die Süßwasservorräte begrenzt sind, wächst die Erdbevölkerung stetig. Hinzu kommt der wachsende Bedarf durch die Industrie, Landwirtschaft sowie der Verstädterung. Die Auswirkungen des Klimawandels mit den stetig steigenden Temperaturen und Wetterextremen sorgen für eine weitere Verknappung des Rohstoffs.

Selbst der Zustand in einigen Industrienationen ist zum Teil alarmierend. In vielen Regionen droht auch hier die Ebbe, was vor allem an einer völlig vernachlässigten Infrastruktur liegt. Allein in den USA sind über 40 % der Wasserleitungen gemäß der „American Society of Civil Engineers“ in einem miesen Zustand. Die Folge: Durch Leckstellen gehen dort 15 % des Trinkwassers verloren. Noch schlimmer sieht es in manchen Teilen Europas aus. In London, Dublin und Rom versickern sogar bis zu 40 % durch die marode Infrastruktur im Boden. Kein Wunder, dass die Sorge der Verbraucher nicht nur über die grundsätzliche Versorgung mit Wasser wächst. Auch die Angst vor einer schlechten Qualität nimmt rapide zu.

Dennoch dämmen wir unseren Wasserkonsum kaum ein. Laut dem Umweltbundesamt nutzt allein in Deutschland jede Person durchschnittlich etwa 121 Liter Wasser pro Tag! Dabei wird zwischen direktem und indirektem Verbrauch unterschieden. Indirekt ist all das, was beispielsweise zur Verarbeitung von Lebensmitteln oder Kleidung genutzt wird. Das Umweltbundesamt führt hierzu mehrere Beispiele auf. Für ein Kilogramm Rindfleisch müssen sage und schreibe mehr als 15.000 Liter Wasser aufgewendet werden. Der Verbrauch für ein Kilogramm konventioneller Baumwolle liegt bei bis zu 10.000 Liter Wasser. Rechnet man diesen Verbrauch noch hinzu, fällt die Bilanz noch höher aus. 

Wasserknappheit hatte schon immer eine hohe soziale und nationale Sprengkraft. In Indien gibt es Befürchtungen, dass China mit Staudämmen Wasserzuflüsse blockieren könnte. Allerdings muss man gar nicht so weit schauen. So stehen auch Nahrungsmittelkonzerne, wie z.B. die Schweizer Nestlé, in ewiger Kritik, sich umfangreiche Wasserrechte in einigen Ländern gesichert zu haben und damit der Bevölkerung den Hahn abzudrehen. Für Furore sorgt bereits seit Jahren der Streit zwischen Nestlé und dem französischen Ort Vittel. Seit den 1990er Jahren pumpt das Unternehmen für seine berühmte Weltmarke Wasser aus dem Boden. Die Folge: Der Grundwasserspiegel in der Region ist dramatisch gesunken und die Bevölkerung kämpft mit Wasserknappheit.

Wer in Wasseraktien investieren möchte, schaut nach Übersee. Auf dem deutschen Kurszettel finden sich schließlich gerade einmal drei Wasseraktien. Der Pennystock Hydrotec und die überaus engen Werte Gelsenwasser und KSB (s.S. Tabelle S. 36). Die attraktivsten Dienstleister in diesem Sektor kommen aus den USA, sind zum Teil jedoch schon recht ambitioniert bewertet. Nichtsdestotrotz sind diese Aktien einen genaueren Blick wert. Gerade in schwierigen Börsengewässern, wie sie derzeit vorherrschen, erweisen sich diese als Fels in der Brandung.

Zu den Wasser-Lieblingsaktien zählt zweifelsfrei American Water Works, die auch in nahezu allen Fonds aufgelistet werden. Ein Blick auf die Kursentwicklung zeigt auch warum: Wer die Aktie nach unserem Hinweis in 35/2016 zu 75,43 $ kaufte, darf sich inzwischen über eine Kursperformance von
knapp 65 % freuen. Damit kommt die Aktie auf eine jährliche Rendite von 16 %, Dividendenzahlungen noch gar nicht eingerechnet. Seit dem IPO im Jahr 2008 schraubte der Konzern jedes Jahr die Dividende nach oben (Quellensteuer-Thematik beachten!). Ein Ende des Höhenfluges bei der Aktie ist derzeit nicht in Sicht. Die Wachstumsraten von American Water Works überzeugten bislang. Für das nächste Geschäftsjahr darf man von einer Fortsetzung dieses Trends ausgehen. Der breiten Anlegermasse weniger bekannt ist Xylem, wobei die Aktie ebenfalls zu den Favoriten der Finanzinvestoren zählt. Auch dieses Papier gehört zum Standardinvestment zahlreicher Fondsanleger. Der Konzern, der sich mit Abwassertransport oder der Aufbereitung von Schmutzwasser beschäftigt, notiert gerade wieder an seiner 200-Tage-Linie. Da die USA in den kommenden Jahren an ihrer Infrastruktur arbeiten müssen, scheint auch hier das Wachstum vorprogrammiert.

Für Anleger, die sich breit gefächerter aufstellen möchten, erscheint zum Beispiel der DWS Global Water LD (ISIN DE000DWS0DT1) interessant. Der Fonds ist ausschüttend und investiert in in- sowie ausländische Aktien mit dem Schwerpunkt Wasserversorgung, Wasserinfrastruktur, Wassertechnologie und Wasser-Ressourcen-Management. Zu den größten Einzelwerten zählen natürlich American Water Works, Xylem, Danaher und Geberit.

Aktuell gibt es nur zwei Wasser ETFs, welche an einer deutschen bzw. europäischen Börse und somit auch in Euro gehandelt werden. Einer davon ist der von BlackRock aufgelegte iShares Global Water UCITS ETF (DE000A0MSAG2). Der Aktienfonds versucht, möglichst genau die Entwicklung des S&P Global Water 50 Index (s.S.3) abzubilden. Der Index enthält vor allem Werte aus den Bereichen Wasserversorgung sowie Wasseraufbereitung. Aus diesem Sektor versucht der ETF, die 50 größten Aktien weltweit abzubilden, welche gleichzeitig über eine hohe Liquidität verfügen. Dazu gehören auch hier die Werte American Water Works und Xylem, aber auch Veolia Environnement, IDEX oder United Utilities.

In unserer Reihe Megatrends ist das Thema Wasser zweifelsfrei von enormer Bedeutung. Denn kein Rohstoff ist derart unersetzlich und gleichzeitig überlebensnotwendig. In der unten stehenden Tabelle gibt der ES eine Übersicht über die global wichtigsten Wasserversorger bzw. -dienstleister. 

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Erst im Juni hatte der ES in seiner Ausgabe 23/19 das Konzept für einen deutschen Staatsfonds vorgestellt. Als Vorbild gilt dabei Norwegen: Der norwegische Staatsfonds ist der größte staatliche Fonds weltweit. Er ist an 9.000 Unternehmen aus mehr als 70 Ländern beteiligt. Seit Auflegung 1998 bis Ende 2018 erzielte der norwegische Pensionsfonds jährlich eine durchschnittliche Rendite von 5,47 %. Formell ist das norwegische Finanzministerium Eigner des Fonds, aber eigentlich ist es die Bevölkerung des kleinen skandinavischen Landes. Denn der Fonds investiert die Einnahmen aus der staatlichen Ölförderung am Kapitalmarkt, um für schlechtere Zeiten vorzusorgen. Er ist weitgehend vor Zugriffen des Staates geschützt und veröffentlicht sein Vermögen transparent in Echtzeit im Internet. 

Der deutsche Staat könnte ebenso für seine Menschen vorsorgen. Er besitzt zwar kein Öl oder andere Rohstoffe, aber eine extrem hohe Bonität. „Das Öl der Deutschen“ ist das Vertrauen der Investoren in die Solidität der deutschen Staatsfinanzen. So bekommt die Bundesrepublik Deutschland von allen drei großen Ratingagenturen die bestmögliche Note überhaupt: S&P und Fitch jeweils „AAA“, Moody´s: „Aaa“. 

Die Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft drückte am 2. August die Rendite für 30-jährige Bundesanleihen nun erstmals in den Minusbereich, genauer gesagt auf –0,006 %. Damit sind sämtliche deutsche Staatspapiere für Anleger ein Verlustgeschäft. D.h., sie müssen noch etwas drauflegen, wenn sie Deutschland Geld leihen. Und dennoch reißen sie sich förmlich darum. Damit ist der jetzige Zeitpunkt für die Auflegung eines Staatsfonds geradezu perfekt. Der Bund könnte am Markt günstig Kapital aufnehmen und für seine Bürger gewinnbringend in Aktien, Immobilien und Anleihen weltweit anlegen. Jedes weitere Jahr könnte ein kleiner Prozentanteil des BIP als frisches Kapital dem Fonds zufließen. Die so erwirtschafteten Überschüsse werden dann den künftigen Jahrgängen beim Erreichen der Regelaltersgrenze von 67 Jahren in Form einer Kapitalleistung ausbezahlt. Wann also, wenn nicht jetzt?!

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Geschätzte 100 Mrd. Euro an schmutzigem Geld werden jedes Jahr in Deutschland gewaschen. Und selbst wenn die Fälle aufgedeckt und die Täter rechtskräftig verurteilt werden, kann man ihnen meist ihr illegal erworbenes Vermögen nicht nehmen. Damit zieht Deutschland Schwarzgeld aus dem Ausland an wie ein Magnet. Inzwischen ist Deutschland sogar Importweltmeister von kriminellen Vermögen. Illegale Gelder werden ins Land gebracht und dann vor allem in Luxusautos, Kunst, Kryptowährungen oder Gold und Silber angelegt. In Deutschland kann theoretisch jeder Geldbetrag in bar bezahlt werden. Drogenkartelle zum Beispiel besitzen ein gut organisiertes Netz von Geldwäschern in ganz Europa, die ständig unterwegs sind, um die Gewinne aus den illegalen Geschäften einzusammeln, nach Deutschland zu schaffen und dort teure Konsumgüter zu kaufen. 

Größere Beträge werden inzwischen zunehmend in deutsche Immobilien investiert. Der Sektor gilt als Einfallstor für internationale Geldwäsche. Nach Angaben von Transpar-ency International Deutschland werden auf diesem Weg 15 bis 30 % des schmutzigen Geldes gewaschen. Als Inhaber werden dann oft noch Verwandte oder ausländische Scheinfirmen eingetragen, was eine Beschlagnahmung nach deutschem Recht verhindert. Kontoverbindungen von Hartz-IV-Beziehern werden dabei nicht selten für Transaktionen im fünf- bis sechsstelligen Eurobereich genutzt. Auf diesem Weg werden von Kriminellen ganze Straßenzüge in deutschen Städten gekauft. Dadurch können verbrecherische Organisationen oder Mafia-Clans im schlimmsten Fall auch Einfluss auf die Wirtschaft oder die kommunale Politik ausüben.

Zwar hatte die Große Koalition schon in ihrem Koalitionsvertrag verankert, den finanziellen Schwarzgeldsumpf trockenzulegen, den entscheidenden Schritt hierfür auch angekündigt, ihn dann aber letztlich unterlassen: die Beweislastumkehr gesetzlich zu verankern. Bisher müssen nämlich die Strafverfolgungsbehörden nachweisen, dass die Geldsummen aus illegalen Geschäften stammen. Bei der Beweislastumkehr müsste dagegen die legale Herkunft des verdächtigen Bargeldes nachgewiesen werden. Doch bisher sind die Gesetze lückenhaft. Das nutzt die organisierte Kriminalität gezielt aus. 

Nun aber will der Rechtsstaat der organisierten Geldwäsche den Kampf ansagen. Zu diesem Zweck sollen mehr Berufsgruppen als bisher verpflichtet werden, einen Verdacht auf Geldwäsche bei den Behörden zu melden. Die Neuerungen zielen insbesondere auf Immobilien ab. So müssen Notare künftig die Behörden informieren, wenn ein Verdacht auf illegale Gelder besteht. Auch Auktionshäuser und Edelmetallhändler werden zu mehr Transparenz verpflichtet. Sie müssen in Verdachtsfällen künftig bereits ab einem Handelswert von 2.000 Euro Meldung erstatten. Bislang lag die Schwelle bei 10.000 Euro. Für Kunstvermittler und Kunstlagerstätten gilt die Grenze von 10.000 Euro. Immobilienmakler müssen die Financial Intelligence Unit (FIU) kontaktieren, wenn die monatliche Miete in einem Mietvertrag mehr als 10.000 Euro beträgt. Auch Anbieter von sogenannten elektronischen Geldbörsen, also Diensten, die das Verwahren von Kryptowährungen möglich machen, werden zum Vorgehen gegen Geldwäsche verpflichtet. Zudem soll das sogenannte Transparenzregister für alle Personen öffentlich gemacht werden. Daraus wird allgemein ersichtlich, wer etwa hinter einem Unternehmen als Käufer steckt.

Ziel dieser Neuerungen sei es, dass Deutschland „international die höchsten Standards beim Kampf gegen Geldwäsche haben wird“, sagte Finanzminister Olaf Scholz in einem Zeitungsinterview. Doch wie soll das gehen, wenn die Große Koalition ihr wichtigstes Versprechen im Kampf gegen die Kriminalität schon vor Jahren gebrochen hat? Denn solange der legale Erwerb von Vermögenswerten nicht nachgewiesen werden muss und diese somit auch nicht vom Staat einkassiert werden dürfen, bleibt Deutschland für alle Kriminellen das angesagteste Geldwäscheparadies weltweit. 

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Hitzerekorde, Wasserknappheit und streikende Jugendliche. Der Kampf ums Klima findet schon längst vor unserer eigenen Haustür statt und ist eine Jahrhundertaufgabe. Mit den „Saubermännern“ der Börse kämpfen Investoren nicht nur gegen die Erderwärmung, sondern auch für ein gutes Klima im Depot.

Seit dem 29. Juli lebt die Menscheit auf Pump. Es geht nicht um Geld, es geht um Ressourcen. Genau bis zu diesem Stichtag haben die Menschen weltweit so viel Ressourcen verbraucht, wie die Erde in einem ganzen Jahr erneuern kann. Der sogenannte „Earth Overshoot Day“ markiert diesen traurigen Stichtag. Wir stoßen mehr Kohlendioxid aus als Wälder und Ozeane absorbieren, fischen schneller als sich die Bestände erholen oder fällen mehr Bäume als nachwachsen können. Als würde dies nicht schon reichen, müllen wir unseren Planeten regelrecht zu. So landet laut der Natur- und Umweltschutzorganisation WWF etwa pro
Minute eine LKW-Ladung Plastik im Meer. „Wasserproben enthielten Rekordmengen bedenklichen Mikroplastiks ... “, hieß es im WWF-Report des vergangenen Jahres.

Die Folgen dieser Maßlosigkeit bekommen wir deutlich zu spüren. Am 24. Juli wurde mit 40,5 Grad Celsius hierzulande ein neuer deutscher Hitzerekord gemessen. Die ersten Gemeinden sprachen bereits von Wasserknappheit – einen Zustand, den man wohl bislang eher mit Entwicklungsländern verbunden hat.

Der Druck wächst, und das Thema Umweltschutz wuchert in Politik und Gesellschaft. E-Mobilität überrollt gerade eine der deutschen Schlüsselindustrien. Gut eine Billion Euro dürfte die Energiewende kosten. Großkonzerne rechnen allein in den nächsten 5 Jahren weltweit mit Kosten in hoher dreistelliger Milliardenhöhe durch den Klimawandel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder möchte sogar den Klimaschutz im Grundgesetz verankern. Vor allem um die CO2-Bepreisung tobt eine heiße Debatte. Das Klimakabinett der Bundesregierung will am 20. September ein Gesamtpaket beschließen. Es soll sicherstellen, dass Deutschland verbindliche internationale Klimaziele einhält. Diese werden zurzeit allesamt weit verfehlt. Zumindest soll das Ziel, im Jahr 2030 mindestens 55 % weniger Treibhausgase als 1990 auszustoßen, erreicht werden. Gleich mehrere Modelle werden durchgespielt. Neben einer CO2-Steuer wird auch die Bepreisung mittels Zertifikatehandel diskutiert. Anreizsysteme für Investitionen in neue Technologien sind ebenso im Gespräch. Derzeit ist noch völlig unklar, welches Modell zuletzt umgesetzt wird. Eine europäische Lösung wäre sicherlich einer nationalen vorzuziehen. Davon ist die Politik derzeit aber weit entfernt.

Viel Aufmerksamkeit erhält insbesondere die „Fridays for Future“-Bewegung der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg. Die Jugendbewegung, die seit Dezember 2018 für Schlagzeilen sorgt, wird von allen Seiten umgarnt. Fachleute sprechen schon von einem „Greta-Effekt“ und vergleichen diesen mit dem Atomunglück von Fukushima. Die Katastrophe hatte bekanntermaßen im Jahr 2011 zu einem beispiellosen Aktionismus in Sachen Energiewende in Deutschland geführt. Doch den großen Unternehmen blies auch schon vor den Freitagsdemos der Gegenwind kräftig ins Gesicht. Kunden, Mitarbeiter, sogar Zentralbanker und auch Investoren fordern bereits seit Jahren ein Umdenken in den Führungsetagen in Richtung Nachhaltigkeit. Kaum eine Hauptversammlung vergeht inzwischen ohne kritische Aktionärsfragen zum Thema Umweltschutz. Allerdings wird es den Anlegern gar nicht so einfach gemacht, nachhaltig zu investieren. Es wuchert ein regelrechter Dschungel an Nachhaltigkeitsindizes und -fonds. Rein rechtlich darf sich schließlich jeder nachhaltig nennen, wenn er das möchte. 

Ein wenig konkreter ist es beim BNP Paribas Easy Low Carbon 100 Europe-Fonds (ISIN LU1377382368). Waffen-, Tabak- und Rüstungskonzerne haben hier keine Chance, aufgenommen zu werden. Der Aktienfonds bildet die Wertentwicklung des Low Carbon 100 Europe (NTR) Index nach, der sich aus den 100 liquidesten Unternehmen unterschiedlicher Branchen zusammensetzt. Auswahlkriterien sind Transparenz hinsichtlich der globalen Erderwärmungspolitik sowie Engagement in effiziente und grüne Energieaktivitäten. Zu den größten Positionen gehören Roche, Veolia, Airbus, SAP, Unilever, Reckitt Benckiser oder auch Diageo und UPM Kymmene. Der Indexfonds ist thesaurierend und über die deutschen Börsenplätze handelbar. 

Wer einen ausschüttenden Fonds sucht, ist bei Ak-tien Nachhaltigkeit International (ISIN: DE000A2JF7E4) richtig. Der aktiv gemanagte Fonds trifft die Aus-wahl seiner internationalen Wert-pa-pie-re un-ter Be-rück-sich-ti-gung von öko-lo-gi-schen, so-zia-len und die Un-ter-neh-mens-füh-rung be-tref-fen-den Nach-hal-tig-keits-kri-te-rien. Dazu gehören z.B. American Water Works, SAP, Tyson Foods und Toronto-Dominion Bank. 

Ein Pionier für grüne Investments ist zweifelsohne die Umweltbank. „Bei der Kreditvergabe achten wir darauf, dass unsere Positiv- und Ausschlusskriterien eingehalten werden“, erklärt Nadine Bold auf Anfrage des ES. Darüber hinaus entwickelte die Umweltbank zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ein Nachhaltigkeitsrating für die Vergabe von Baukrediten. Je nachhaltiger gebaut wird, desto günstiger sind auch die Konditionen für den Kunden.

Auch die DAX-Konzerne haben sich dem Klimaschutz verschrieben. Allen voran ein Unternehmen, von dem man es wohl zuletzt erwarten würde: BASF. Schließlich zählt die Chemiebranche zu einer der energieintensivsten und damit zu den Klimasündern schlechthin. Vielleicht gerade deswegen setzt sich Vorstandschef Martin Brudermüller verstärkt für den Umweltschutz ein. Der Manager ist als einziger DAX-Vorstand Mitglied des wirtschaftlichen Beirats bei der Öko-Partei Bündnis 90/Die Grünen. „Mir ist wichtig, dass wir wirklich alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit im Blick behalten und miteinander balancieren: die ökologische, die soziale und die wirtschaftliche Komponente. Unser Wohlstand in Deutschland basiert auf funktionierenden industriellen Wertschöpfungsketten. Übrigens kommen auch all die Innovationen, die wir für aktiven Klimaschutz benötigen aus der Industrie“, so Brudermüller auf ES-Anfrage. Kaum ein Unternehmen definierte in den letzten Jahren übrigens seine Klimaziele so konkret wie BASF. „Um dem Klimawandel und der globalen Erwärmung entgegenzutreten, haben wir uns dazu verpflichtet, unser Produktionsvolumen ohne zusätzliche CO2-Emissionen bis 2030 zu steigern“.

Anleger kämpfen jetzt mit starken Unternehmen für ein gutes Klima. In der Tabelle finden Leser ein Musterbeispiel, wie ein Nachhaltigkeits-Aktiendepot aussehen könnte. Wichtig ist auch hier, keine Klumpenrisikos einzugehen und eine gesunde Streuung vorzunehmen.

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Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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