KWS SAAT SE

Die KWS SAAT SE hat heute einen Kaufvertrag über den Erwerb des Geschäfts für Gemüsesaatgut unterzeichnet. Das Gemüsesaatgut wird dabei unter der Marke "Pop Vriend Seeds" in mehr als 100 Ländern vertrieben. Bei Pop Vriend Seeds handelt es sich um ein familiengeführtes Unternehmen, das weltweit Saatgut für Spinat, Bohnen, Rote Beete und Mangold anbietet. Das 1956 gegründete Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2017/18 einen Umsatz von rund 75 Mio. Euro. Dabei weist die Gesellschaft jedoch eine überdurchschnittliche Ertragskraft auf. Der Kaufpreis für Pop Vriend Seeds liegt bi etwa 20 % der derzeitigen Marktkapitalisierung der KWS SAAT SE.(ES - 19.6.2019 - 9:00 Uhr)

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Nanogate SE

Die Nanogate SE hat einen Auftrag eines führenden internationalen Herstellers von Premium-Kaffeemaschinen erhalten. Ab dem dritten Quartal 2019 wird die Gesellschaft entsprechende Komponenten liefern, wobei die vom Unternehmen entwickelte und umweltfreundliche Chromersatztechnologie zum Einsatz kommt. Langfristig könnten durchaus noch weitere Zusatzfunktionen bis hin zur Sensorik integriert werden. Mit diesem Auftrag weitet Nanogate die Marktposition im Zielmarkt Haushaltsgeräte aus und stärkt dabei ihr Industriegeschäft. Das Umsatzvolumen des auf 5 Jahre abgeschlossenen Vertrags liegt bei über 10 Mio. Euro.(ES - 14.6.2019 - 12:30 Uhr)

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ES-Aktienfavoriten

Ausgabe_25_2019 | 19.06.2019

Konservativ

Aktie mit konservativem Potenzial

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Täglicher Börsenbericht

DAX: kaum bewegt

Zinshoffnungen stabilisieren

Der DAX konnte seine Gewinne vom Vortag nicht weiter verteidigen. Grund sind u.a. die Aussichten auf eine Zinswende in den USA nach unten sowie eine weiterhin lockere Geldpolitik der EZB. Vor allem die schwächelnden Konjunktur in den USA macht Anlegern Hoffnung auf eine baldige Zinswende. Und auch in Asien zeigen sich die Handelsplätze freundlicher. Grund ist hier das geplante Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels Ende Juni. 

Medienberichten zufolge will der amerikanische Fernsehsatellitenbetreiber Dich Network für mindestens 6 Mrd. $ Vermögenswerte der beiden US-Mobilfunker T-Mobile US und Sprint erwerben, die die beiden Unternehmen im Zuge ihrer Fusionspläne abstoßen müssen. Allerdings ist bei dem Deal noch lange nicht alles in trockenen Tüchern. 

Die Immobilienkonzerne Vonovia und Dt. Wohnen leiden weiterhin unter der Entscheidung des Berliner Senats, die Mieten in der Stadt zu deckeln.

Nach einem Urteil des EU-Gerichts hat der Sportartikelhersteller Adidas das Recht an seinen drei Streifen verloren. Jedoch handle es sich bei der Entscheidung um eine spezifische Ausführung. 

Am 1. Juli kommt die erwartete Briefportoerhöhung der Dt. Post. Der Standardbrief im Inland kostet dann 0,80 € statt 0,70 € und auch die Postkarte wird um 15 Cent teurer und kostet ab dann 0,60 €.  

Auch der Ticketvermarkter CTS Eventim leidet unter einem Urteil des EuGH. Die geplante Autobahnmaut darf es in der geplanten Form nicht geben. Berlin hat bereits reagiert und entsprechende Verträge mit dem Konzern gekündigt. 

Der Softwarekonzern Adobe hat im 2. Quartal seinen Umsatz und Gewinn über den Analystenerwartungen steigern können. Vor allem die Sparte digitale Medien sorgte für den Wachstumsschub. 

Im Ringen um milliardenschwere Entschädigungen will die Bayer-Tochter Monsanto die Aufhebung des Urteils erwirken. Einen entsprechenden Antrag hat das Unternehmen bei der kalifornischen Richterin eingereicht. 

Einen 1,2 Mrd. € schweren Verlust hat die desolate Möbelkette Steinhoff im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 angehäuft. 

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Thema der Woche

Ausgabe_25_2019 | 19.06.2019

Im Kaufrausch

Deutscher Übernahmeboom für US-Unternehmen

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Randnotizen

Operativ sind die 279 Real-Märkte längst ein Sanierungsfall, daran ist nichts mehr zu deuteln. Ihr eigentlicher Wert steckt in denImmobilien, die mit 900 Mio. Euro in der Metro-Bilanz stehen. Daher versuchte Metro-Chef Koch immer wieder, die Supermarktkette als Ganzes zu verkaufen, was durchaus Sinn macht. Schließlich beschäftigt Real ca. 34.000 Mitarbeiter. Schon als die real-SB-Warenhaus GmbH nach heftigen Arbeitskämpfen im Juni 2015 den Flächentarifvertrag aufkündigte, war gerüchteweise ein Verkauf ins Spiel gebracht worden. „Man wolle die Braut hübsch machen auf Kosten der Beschäftigten“, hieß es damals von Gewerkschaftsseite. 

Vor einem Jahr war dann die Konzernleitung in die Offensive gegangen und hatte die Verkaufsverhandlungen der angeschlagenen Tochter aktiv betrieben. Mit der Trennung von Real wolle man sich wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren – den Großhandel mit Lebensmitteln. Mit seinem Zeitplan von sechs bis acht Monaten für einen Abschluss hatte sich Koch allerdings unnötig selbst unter Druck gesetzt. Anfangs waren dann wohl auch zwischen zwei und sechs Interessenten im Gespräch. Doch schnell lichtete sich das Feld der potenziellen Käufer. Inzwischen wäre Koch sicher froh, wenn er Real doch noch irgendwie als Ganzes losschlagen könnte. Nun aber wird die Zeit für ihn knapp. Denn sein neuer tschechischer Investor Daniel Kretinsky muss sich bis Juni entscheiden, ob er weitere Kaufoptionen ausüben will oder nicht. Derzeit gehören ihm zusammen mit seinem slowakischen Partner 10,9 % der Metro-Aktien. Allerdings hält er weitere Optionen, mit denen er seinen Anteil auf über 30 % aufstocken könnte. Würde Kretinsky diese Schwelle überspringen, wäre ein Pflicht-Übernahmeangebot an die übrigen Metro-Aktionäre fällig (vgl. ES 29/16). Seine Entscheidung wird er jedoch letztlich auch davon abhängig machen, ob Real nun endlich verkauft wird. Daher muss Koch auf Biegen und Brechen sein Sorgenkind loswerden, das wissen auch die Kauf-Interessenten.

Derzeit führt der deutsche Handelsriese Gespräche mit einem Konsortium um den Immobilien-Investor Redos, der erst vor wenigen Wochen die Verhandlungsrunde verlassen hatte. Nun kehrt Redos an den Pokertisch zurück, und zwar als exklusiver Verhandlungspartner. Redos betreut eigenen Angaben zufolge ein Portfolio von Einzelhandelsobjekten im Wert von rund 2,5 Mrd. Euro an 74 Standorten bundesweit. Daher dürfte der Fokus von Redos wohl auch vornehmlich auf den Real-Immobilien liegen, die in den teureren Innenstadtgebieten liegen. Diese würden dann an den Hamburger Spezialisten für Einkaufszentren ECE sowie Morgan Stanley durchgereicht werden. Redos selbst will die großflächigen SB-Supermärkte betreiben, allerdings unterstützt von der Metro. Sie soll das operative Geschäft noch für drei weitere Jahre als Minderheitsaktionärin mit 24,9 % begleiten. Damit bleibt unklar, was Redos überhaupt mit den Märkten will und ob der Investor diese nach Ablauf der drei Jahre überhaupt alleine weiter betreiben wird. Es könnte also letztlich doch auf eine Zerschlagung der Kette hinauslaufen. In jedem Fall wird es unter dem neuen Eigentümer zunächst eine harte „Kernsanierung“ mit einschneidenden Veränderungen am Geschäftsmodell und der Kostenstruktur geben, was Mitarbeiterentlassungen mit einschließt. 

Egal, was aus Real wird, die Börse interessiert nur, ob es in Kürze zu einem Verkauf der Warenhauskette kommt oder nicht, ob die Metro dabei draufzahlen muss oder nicht und was Kretinsky mit seinen Metro-Anteilen macht. Ebenso spannend ist für die Aktionäre, ob es zu einem Teilverkauf des chinesischen Großhandelsgeschäfts kommt. Gerüchten zufolge schielen die Onlineriesen Alibaba und Tencent auf die chinesische Metro-Tochter. Käme es tatsächlich zu einem Einstieg von einem der beiden Giganten, dann wäre dies ein lukratives Milliardengeschäft. 

Wenn es also Koch gelänge, zumindest einen der beiden Deals umzusetzen, dann könnten die leidgeplagten Metro-Aktionäre endlich mehr als nur den Umtausch von Payback-Punkten aus ihrem Investment rausholen.

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Immer wieder erreichen uns Anfragen von Lesern, wenn diese von ihren Depotbanken ein Informationsschreiben folgenden Inhalts erhalten:

„Wir hatten per (Datum oder Zeitraum) Aktien der oben genannten Gesellschaft in Ihrem Depot verbucht. Gegen diese Ge-sellschaft wurde/wird in den USA eine Sammelklage nach US-amerikanischem Recht geführt. Wir wurden informiert, dass die Gesellschaft die Beilegung der gerichtlichen Auseinandersetzung plant. Betroffenen Anlegern wird deshalb unter bestimmten Voraussetzungen angeboten, Entschädigungsansprüche geltend zu machen (sog. Proof of Claim).“ 

Diesem Text folgt zumeist noch der Hinweis auf einen englischsprachigen Internetlink, über den die Anspruchsberechtigten ein Formular herunterladen können, das ausgefüllt und unter Beachtung bestimmter Fristen eingereicht werden muss, sofern man eigene Forderungen geltend machen will. 

Obwohl vor allem die Privatanleger oft hohe Kursschäden in solchen Papieren zu beklagen haben, unternehmen sie in der Regel nichts, weil sie mit derartigen Schreiben völlig überfordert sind und zusätzliche Kosten befürchten, wenn sie hier tätig werden. Eine Nachfrage bei der Depotbank bringt sie zumeist auch nicht weiter, da diese nur die Informationen des Emittenten weitergeben. Was also ist zu tun?

Bei dem Informationsschreiben handelt es sich zunächst einmal nur um den Hinweis, dass die Möglichkeit besteht, eigene Ansprüche für ein bereits erledigtes oder kurz vor der Erledigung stehende Sammelklageverfahren in den USA anzumelden. Die Sammelklage wird in diesem Fall durch Vergleich (Settlement) beendet. 

Nach amerikanischem Recht ist jeder Anleger automatisch Mitglied der „Klägergruppe“ und hat damit auch einen gleichberechtigten Anspruch auf die Schadenssumme, wenn er zum fraglichen Zeitpunkt Aktien an dem verklagten Unternehmen hielt. Allerdings gilt dies nur dann, wenn er das dafür erforderliche Anmeldeformular (Proof of Claim) zu einem bestimmten End-Datum ausgefüllt an den zuständigen Verwalter in die USA schickt. Dieses Formular wird in der Regel allen Aktionären automatisch zugestellt oder zumindest zugänglich gemacht.

Der Depotinhaber wird also angeschrieben, weil er vermutlich in der Schadensperiode Aktien erworben oder gehalten hatte, die jetzt zum Schadensersatz berechtigen. Der Anleger sollte also auf der angegebenen Website das Anmeldeformular herunterladen, ausfüllen und die Ansprüche noch vor dem angegebenen Fristende beim US-Verwalter (Claims Administrator) anmelden. Hierzu müssen die Käufe und Bestände angegeben und ein Nachweis über den Kauf der Aktien bzw. der ADRs beigefügt werden.

Die Website informiert auch darüber, auf welchem Weg das Formular und weitere Unterlagen eingereicht werden können (postalisch, per E-Mail, über die Bank usw.). Allerdings gibt es keine deutschen Übersetzungen, sämtliche Angaben sind auf Englisch.

Fazit: Die Anmeldung der Ansprüche ist sinnvoll, insbesondere wenn größere Schäden entstanden sind oder Aktien bzw. ADRs mit höherem Volumen gehandelt wurden. Der Anleger bekommt dann – soweit der Anspruch anerkannt wird – nach ca. 12 bis 24 Monaten einen Scheck in US-Dollar über die ihm zugesprochene Schadensersatzsumme übersandt, welchen er bei seiner Bank einlösen kann. Anleger, die von dem Gerichtsurteil profitieren wollen, müssen also lediglich dafür sorgen, dass das Formular „Proof of Claim“ mit allen Aktiennachweisen rechtzeitig ausgefüllt auf den Weg in die USA gebracht wird. Dennoch lohnt bei kleineren Schäden von wenigen hundert Euro zumeist der Aufwand nicht. 

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn das Anschreiben die Aufforderung enthält, ein Formular mit der Überschrift „Certification“ auszufüllen und zu unterschreiben. Hierbei handelt es sich um einen Antrag auf Bestellung zum Leitkläger. Der Anleger wäre damit also nicht mehr nur passiver Teilnehmer einer Sammelklage. 

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Nach dem Klimawandel treibt seit Wochen ein neues Thema die Menschen auf die Straße. Vor allem in den Großstädten demonstrieren sie gegen Wohnungsnot und steigende Mieten. In Berlin begann zudem das umstrittene Volksbegehren zur Enteignung von Wohnungskonzernen. Die Initiatoren fordern, dass Unternehmen, die mehr als 3.000 Wohnungen besitzen, enteignet werden. Unterstützt werden sie von der rot-roten Regierung. 

Das hoch verschuldete Land Berlin soll also den Konzernen ihre Wohnungen zwangsweise abkaufen. Dabei verkloppte die Stadt doch selbst erst 2004 ihre landeseigene Wohnungsbaugesellschaft GSW mit 65.700 Wohn- und Gewerbeeinheiten in mehreren Berliner Bezirken. Da die 1924 gegründete Wohnbaugesellschaft damals mit 1,56 Mrd. Euro gegenüber Kreditgebern verschuldet war, wurde sie zum Schleuderpreis von 405 Mio. Euro inkl. einer Kostenpauschale von 4 Mio. Euro an die Finanzinvestoren Whitehall (Goldman Sachs) und Cerberus verramscht. Nach dem Börsengang gingen die Wohnungen 2013 in den Besitz der Deutsche Wohnen über. Heute sind die Wohneinheiten ca. 7 Mrd. Euro wert. Und ausgerechnet die seinerzeit beim Verkauf der GSW in der Regierungsverantwortung stehenden Parteien SPD und LINKE (damals PDS) schreien nun nach Verstaatlichung der Wohnungen. Dabei waren ihnen damals die Folgen ihres Deals mit den als Heuschrecken bekannten Investoren völlig egal. Ihnen ging es nur darum, die Finanzlöcher zu stopfen, die sie selber aufgerissen hatten. 

Für die Wohnungsnot sind also nicht irgendwelche profitgeilen Wohnungskonzerne verantwortlich, sondern Politiker, die von der Marktwirtschaft keine Ahnung haben und dann noch alle Sozialtore für eine unkontrollierte Zuwanderung öffnen. Mit ca. 1,9 Mio. Menschen war die Bundesrepublik mit Abstand europäischer Spitzenreiter. Deutschland nahm drei Mal so viele Asylbewerber auf wie etwa Frankreich und sechs Mal so viele wie die Briten, obwohl bei denen die ungedrosselte Zuwanderung zu den Brexit-Gründen gehörte. 

Dass knapp zwei Millionen Menschen, die nach Deutschland strömen, dann auch ein Dach über dem Kopf benötigen, mag nur unsere Politiker verwundern. Und Ankömmlinge mit wenig Geld beanspruchen natürlich gerade den preiswerten Wohnraum, und zwar in den Ballungsgebieten. Dazu gehören vor allem auch die Großstädte, denn dort gibt es Arbeit und Wohlstand. Daher zieht es auch immer mehr junge Leute aus Deutschland oder anderen EU-Staaten in die Metropolen Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf. Und wenn viele Menschen in einigen wenigen Städten leben wollen, dann entspricht es den Marktgesetzen, dass dort die Preise für Immobilien und damit auch für die Mieten steigen. 

Statt mit sozialistischen Enteignungsideen sollte man dieser Entwicklung mit marktwirtschaftlichen Lösungsansätzen begegnen. Doch 30 Jahre nach dem Mauerfall scheint der Sozialismus hierzulande wieder aufzuerstehen. Erst letzte Woche erklärte Juso-Chef Kevin Kühnert, dass er für eine „demokratische Kollektivierung“ großer Unternehmen, wie z.B. dem Automobilhersteller BMW eintrete. Sein Ziel sei eine demokratische Kontrolle über die Verteilung der Gewinne. Und „maximal“ solle jeder nur „den Wohnraum besitzen, in dem er selbst wohnt“. Vielleicht ist Kühnert zu jung und war auch in der Schule keine Leuchte, sonst wüsste er: Auch in der DDR wurden Grund und Boden sowie Immobilien enteignet. Wohnungen waren zwar billig, aber auch völlig runtergewirtschaftet, weil nichts investiert wurde. In der DDR gehörten die Betriebe dem Volk (VEB). Profite wurden trotzdem nicht demokratisch verteilt, weil keine erwirtschaftet wurden. Es herrschte Planwirtschaft, die zu Fehlallokationen und
Mangelwirtschaft führte. Jeder wurde durchs Sozialsystem geschleppt, bis das System kollabierte. 

Wo sind die großen ökonomischen Denker, die Deutschland zu Wohlstand und Ansehen gebracht haben? Es ist eine Schande mit anzusehen, wie Deutschland durch politischen Dilettantismus ungebremst vor die Wand gefahren wird. Dagegen sollten die Menschen heute auf die Straße gehen!

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Spezial

„Die Stahlfestung wankt“ schrieb der ES in Ausgabe 29/18, nachdem ThyssenKrupp sowohl seinen langjährigen CEO Hiesinger als auch seinen Aufsichtsratschef Ulrich Lehner verloren hatte. Zu den Problemen im operativen Geschäft gesellten sich nun auch noch ein kopfloses Management, eine unberechenbare Großaktionärin in Person der Mathematikprofessorin Gather sowie zwei aktivistische Investoren (vgl. ES 35/18). 

Kein Wunder also, dass namhafte Kandidaten für den Vorsitz im Aufsichtsrat dankend abwinkten. Was wohl Berthold Beitz dazu sagen würde, dass ihm letztlich Bernhard Pellens, Lehrstuhlinhaber für Internationale Unternehmensrechnung an der Universität Bochum, nachfolgt. 

Ex-Finanzchef Guido Kerkhoff bleibt weiterhin Vorstandschef und wird nun die Aufspaltung des Traditionskonzerns in die beiden börsennotierten Unternehmen „ThyssenKrupp Materials AG“ (Stahl, Werkstoffhandel, Großwalzlager- und Schmiedegeschäft) und „ThyssenKrupp Industrials AG“ (Anlagen, Autozulieferer, Aufzüge) umsetzen. Dass der Aufsichtsrat den Teilungsplan quasi durchwinkte, war letztlich absehbar. Schließlich hatte die Krupp-Stiftung, die mit 21 % größter Anteilseigner ist, schon ihre Zustimmung signalisiert. 

Die Idee der Krupp-Satzung, den Konzern als Ganzes zu erhalten, ist damit zwar weit weg, aber immerhin ist „Teilen“ besser als „Ausschlachten“.

 

 

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Auslandsnachrichten

Unternehmensticker Ausland

Börsenparkett intern

Feature

Obwohl die Wurzeln der „Financial Times“ (FT) in Großbritannien liegen, ist nur ein Viertel der Leserschaft dort zu finden. Schon seit 40 Jahren verbreitet die Tageszeitung ihre Nachrichten überwiegend auf den internationalen Märkten. Die deutsche Ausgabe wurde jedoch 2012 eingestellt, nachdem sie zwölf Jahre lang hintereinander nur Verluste geschrieben hatte. Da es auf dem britischen Heimatmarkt auch nicht rund lief, verkaufte Pearson, der 60 Jahre lang Besitzer der lachsfarbenen Wirtschaftszeitung gewesen war, die Financial Times 2015 an die japanische Mediengruppe Nikkei Inc. 

Die Japaner setzten sich damals im Bieterkampf um die Financial Times mit einem Kaufpreis von 844 Mio. Pfund (umgerechnet 1,2 Mrd. Euro) gegen den Axel Springer Verlag durch, der ebenfalls mit geboten hatte. Hierzulande ist die Nikkei-Gruppe vor allem durch die Veröffentlichung des gleichnamigen Aktienindex (Nikkei 225) bekannt, der aus den Kursen ausgewählter Unternehmen der Tokioter Börse berechnet wird. Doch die Nikkei Inc. publiziert zudem auch eine Vielzahl an Zeitungen, Bücher und Zeitschriften und bietet außerdem digitale Medien, Datenbanken und Rundfunkdienste sowie andere Dienstleistungen an. 

Obwohl die FT nicht mehr in deutscher Sprache erscheint, wurde sie gerade hierzulande in den letzten Monaten besonders aufmerksam gelesen. Der Grund: die kritische Berichterstattung über den Zahlungsanbieter Wirecard des bis dahin unbekannten Journalisten Dan McCrum. Dieser veröffentlichte seit 2015 zunächst seine Artikel über den Zahlungsabwickler in seinem Blog „Alphaville“ als Serie unter dem Titel „The House of Wirecard“. Doch die Öffentlichkeit nahm kaum Notiz von seinen brisanten Geschichten zu den Geschäften des Unternehmens. Erst als McCrum im Februar 2016 in der regulären Ausgabe der Financial Times über Studienergebnisse eines völlig unbekannten „Research-Dienstes“ zu Wirecard berichtete, bekam er die gewollte Aufmerksamkeit – und die Wirecard-Aktie stürzte ab. Nachdem sich die Aktie bis 2018 wieder mühsam erholt hatte und sogar mit der Aufnahme in den deutschen Leitindex geadelt wurde, setzte der FT-Journalist erneut zum Angriff an und gab nun immer nur „scheibchenweise“ sein angebliches Wissen über Manipulation und Geldwäschegeschäfte bei Wirecard in den Markt. Die Wirkung blieb nicht aus: Von ihrem Hoch bei fast 200 Euro wurde die Aktie bis auf 86 Euro nach unten durchgereicht. Jeder neue Erholungsversuch scheiterte an einem neuen Artikel von McCrum. Wer in seinem Schlepptau sowohl in den Erholungsphasen als auch bei den Kurseinbrüchen der Aktie wie viel Geld verdient hat, ist nicht bekannt. Allein die Handelsvolumina lassen jedoch Milliardensummen vermuten.

Erst nachdem die BaFin dem Treiben durch ein Leerverkaufsverbot bis zum 18. April ein Ende setzte und die Vorwürfe durch einen unabhängigen Bericht weitgehend ausgeräumt werden konnten, kehrte Ruhe in den Aktienkurs ein. Just in diesem Moment wurde bekannt, dass die Beteiligungsgesellschaft Softbank Group – ebenso Japaner wie die Financial Times-Dachorganisation – mit 900 Mio. Euro bei Wirecard einsteigen will. Einer Mitteilung des DAX-Konzerns zufolge wollen die Japaner eine, über fünf Jahre laufende Wandelanleihe zeichnen, die ihnen in einem ersten Schritt rund 5,6 % an den Wirecard-Aktien sichern soll. Der Wandlungspreis wird bei 130 Euro liegen. Über die Ausgabe der Wandelschuldverschreibung muss jedoch erst die Hauptversammlung der Wirecard AG am 18. Juni 2019 entscheiden. 

Wirecard ist durchaus eine passende Karte in dem Pokerblatt der Japaner, die Verbindung macht Sinn. Softbank gehört mit seinem Fonds zu den größten Technologieinvestoren weltweit. Schon jetzt tummeln sich unter dem Dach der Holding mehr als 1.000 Tochtergesellschaften, darunter der amerikanische Mobilfunker Sprint (83 %), Yahoo Japan (48 %) und Alibaba (29 %), aber auch Nvidia, ARM und Uber. 

Allerdings bleibt ein Geschmäckle, wenn die von einem japanischen Presseorgan unter Druck gesetzte Wirecard nun mit dem Softbank-Konzern ausgerechnet einen japanischen Ankeraktionär erhält. Stellt sich also die Frage, ob die Japaner einfach nur clever gepokert oder falsch gespielt haben?

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Die Zukunft des Mobilfunks beginnt jetzt! In der Vorwoche erläuterte der ES ausführlich, wie der neue Mobilfunkstandard 5G den genetischen Code der digitalen Welt verändern wird. Der Aufbruch ins digitale Neuland bietet ungemein lukrative Investmentchancen – eine Auswahl!

5G stellt für zahlreiche Konzerne eine wahre Sonderkonjunktur dar. So dürfte allein schon der Netzausbau in den kommenden Jahren Milliarden an Euro verschlingen. Gleichzeitig wird 5G technologische Innovationen und Entwicklungen hervorbringen, die wir heute noch gar nicht erahnen und die mit dem neuen Standard überhaupt erst möglich sind. Alle großen Zukunftsthemen von „Autonomen Fahren“ über „Internet der Dinge“ bis hin zu „Industrie 4.0“ stehen dank 5G vor dem nächsten großen Evolutionssprung.

Zu den großen Profiteuren zählen allen voran Netzwerkausrüster wie Ericsson und Nokia. Letztere gelang in den vergangenen Jahren erfolgreich die Metamorphose vom einstigen Handy-Pionier zum weltweit agierenden Netzwerkausrüster. „Nokia verfügt über ein sogenanntes Ende-zu-Ende Portfolio für 5G, d.h. wir können nicht nur die Funknetze bauen, über die „Endgeräte“ wie Smartphones, Sensoren, aber auch Fahrzeuge, Maschinen angebunden sind. Wir bauen genauso die Kernnetze der Netzbetreiber, die Transportnetze, die Cloud-Technologie und bieten auch Software, Beratung und Services an. 5G ist weit mehr als nur ein Funknetz. Die Netzarchitektur (der Aufbau des Netzes) ist ein anderer. Das wird häufig unterschlagen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Sie benötigen eine leistungsfähige Glasfaser-Infrastruktur, um die Daten aus dem 5G-Funknetz entsprechend weitertransportieren zu können. Dieses umfassende Portfolio ist eines der Alleinstellungsmerkmale von Nokia“, so 5G-Chefarchitekt Volker Ziegler ggü. dem ES. Nokia kann inzwischen 36 kommerzielle 5G-Deals vorweisen. In den USA setzen die Netzbetreiber AT&T und T-Mobile USA auf Nokia. Aber auch in anderen sog. Lead-Märkten, wie etwa Südkorea und Japan, vertrauen die Netzbetreiber auf die Technologien der Finnen, erklärt Ziegler weiter. „Wir kooperieren mit Chipherstellern wie Qualcomm und Intel, aber auch mit vielen Netzbetreibern, Industrieunternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen weltweit. Gerade bei 5G ist es wichtig, dass wir gezielt auch mit den Anwenderunternehmen arbeiten, denn bisherige Mobilfunkgenerationen waren vor allem für die Konsumenten und deren Bedarf ausgelegt. Im industriellen Umfeld betreten wir sozusagen Neuland.“ Auf der Hannover Messe Anfang April baute Nokia zusammen mit dem Technologiepartner Qualcomm ein 5G-Netz für gleich mehrere Industrieunternehmen auf. „Die 5G-Arena auf der Hannover Messe 2019 war das weltweit erste industrielle 5G-Campusnetz in dieser Größenordnung und mit dieser Anwendungsvielfalt.“

Die jüngsten Quartalszahlen von Nokia sorgten zunächst jedoch für eine große Enttäuschung (vgl. ES 18/19). Trotz des Verlustes im Quartal steht Nokia zu seinen Jahreszielen.„Die Wettbewerbsintensität hat sich leicht erhöht, da einige Wettbewerber versuchen, in der frühen 5G-Aufbauphase kommerziell aggressiver aufzutreten. Zudem bewerten einige Kunden ihre Anbieter im Hinblick auf Sicherheitsbedenken, was kurzfristig Druck ausübt, aber längerfristig Gelegenheiten schafft“, so CEO Rajeev Suri. Dennoch vernetzen sich Anleger spekulativ mit der Nokia-Aktie.

American Tower (ATC) passt hervorragend in die neue globale digitale Landschaft. Der US-Konzern agiert als neutraler Anbieter von Telekommunikationsinfrastruktur und betreibt weltweit mehr als 170.000 Masten. Das Geschäftsmodell ist einfach, wie genial. ATC baut Anlagen zur Drahtloskommunikation (z.B. Funkmasten) auf und vermietet sie dann an alle poten-zi-ellen Inter-es-senten. In Deutschland gelang dem Unternehmen 2012 durch die Übernahme von ca. 2.000 Standorten von E-Plus recht zügig der Markteintritt. „Das Unternehmen treibt hierzulande das weitere Wachstum aktiv voran“, erklärt Philipp Riederer, Geschäftsführer von American Tower Deutschland im ES-Interview am Standort in Ratingen. So steht der Konzern im ständigen Dialog mit den großen Mobilfunkkonzernen Dt. Telekom, Vodafone oder Telefonica, um die zahlreichen Funklöcher in Deutschland zu stopfen. Allerdings erklärt uns Riederer auch die Besonderheit auf dem deutschen Markt. „Während es in den USA ganz normal ist, Sendetürme von „Neutral hosts“ errichten zu lassen und anzumieten, und das gesparte Kapital dann lieber für einen umfassenderen Netzausbau einzusetzen, setzen die deutschen Operator vorrangig auf einen Eigenausbau und binden so im Vergleich zu den USA aber auch im internationalen Vergleich viel Kapital in einer maßgeblichen Phase des Ausbaus. Der Vergleich des Anteils unabhängiger Anbieter in den USA (über ¾) und in Deutschland (unter 10 %) zeigt, dass sich die Mobilfunknetzbetreiber hier noch schwer tun mehr auf neutrale Anbieter zu setzen“, so Riederer weiter. Der strenge Zeitplan der Bundesnetzagentur zum Ausbau der 5G-Netze kann den Beitrag von ATC Germany als unabhängigen Anbieter noch wertvoller erscheinen lassen. Besonders interessant dürfte der Markteintritt von United Internet (UI) für ATC Germany sein. Schließlich fängt der Mobilfunkkonzern bei Null an und muss seine gesamte Netzinfrastruktur neu aus dem Boden heben. Und wer UI-Vorstandschef Dommermuth kennt, weiß genau, dass der Manager mögliche Partner bereits gründlich sondiert und möglicherweise auch schon bei ihnen angeklopft hat. Hierzu möchte sich Riederer jedoch nicht äußern. 

Spannend ist zudem der Vorstoß von ATC Germany, mit den Bundesländern, Landkreisen und Gemeinden in den verschiedenen Regionen Gespräche zu führen. Um die sogenannten „Weißen Flecken“ in seinem Kreis auszufüllen, arbeitet z.B. der Landkreis Rhein-Neckar-Odenwald in einem Pilot-Projekt mit ATC Germany zusammen. Zweifelsfrei wird 5G die sog. „Connected Cities“ befeuern. ATC kooperiert in vielen Ländern bereits heute schon mit Unternehmen wie Signify oder Citybeacon, einem Hersteller smarter Infokioske (Touch-Terminals). Zusammen haben ATC und Signify z.B. mit mehreren Auszeichnungen gewürdigte smarte Straßenlaternen entwickelt. Diese können je nach Einsatzgebiet die klassischen Antennen ersetzen. Pilotprojekte laufen bereits in Paris oder Daytona (USA). Ein Blick auf die Bilanz von ATC zeigt, das Geschäft läuft glänzend. Entsprechend kennt der Kurs nur eine Richtung. Als REIT (Real Estate Investment Trusts) nimmt der Konzern darüber hinaus eine Sonderstellung ein (Quellensteuer beachten!). Anleger halten daher die Verbindung stabil!

Zum erlesenen Kreis der 5G-Profiteure zählen ganz klar auch Halbleiterkonzerne und somit unser Musterdepot-Wert Infineon. Denn es besteht kein Zweifel daran: ohne Halbleiter läuft in der 5G-Welt nichts! „5G ist nicht einfach eine Weiterentwicklung von 4G. Der neue Mobilfunkstandard wird vieles überhaupt erst möglich machen“, erklärt Uwe Rüddenklau von Infineon, verantwortlich für den Bereich Radio Frequency. Überall wo es um einen hohen Datenaustausch und die Übertragung in Echtzeit geht, wird 5G die Anwendungen beflügeln. „Die neue Technologie liefert schließlich gleich mehrere wesentliche Vorteile gegenüber 4G.“ Die größten sind sicherlich geringerer Stromverbrauch und höhere Sicherheitsanforderungen. 

Als weltweite Nr. 1 im Bereich Leistungshalbleiter nimmt Infineon eine besondere Rolle ein. Dabei muss man wissen: Leistungshalbleiter werden überall dort eingesetzt, wo es um Strom geht. Neben Produkten zur Stromversorgung für Basisstationen und Endgeräte, liefert Infineon RF-Lösungen als Teil der Antenne sowie Sicherheitslösungen. Wie in ES 16–17/19 skizziert, investieren die Mobilfunkkonzerne schon heute viel, um etwa das LTE-Netz noch weiter auszubauen. Der Netzausbau für den 5G-Standard wird nochmals hohe Investitionen fordern. Rüddenklau geht davon aus, dass es in den nächsten Jahren „eine Art Potpourri aus den jeweiligen Standards geben“ wird. Bekanntermaßen haben auch die Kunden aus der Industrie angekündigt, ihr eigenes Netz aufzubauen. Gut für Infineon! „Je mehr ausgebaut wird, desto mehr Halbleiter werden benötigt“, so Rüddenklau. Seiner Meinung nach werden viele Kunden aus der Industrie (vor allem Automobilhersteller) ihre Pläne eines eigenen Netzes auch in die Tat umsetzen. Das Modell dürfte so aussehen: „Die Netze können zwar von z.B. einer Dt. Telekom oder Vodafone aufgebaut werden, Eigentümer ist jedoch das jeweilige Unternehmen.“ 

„5G kann auch helfen, Internet ohne Kabel oder Glasfaser zum Endverbraucher nach Hause zu bringen. Mit den herkömmlichen Standards war dies in einigen Gegenden bislang gar nicht möglich. Auch wenn diese Methode nicht flächendeckend eingesetzt werden kann, ist sie für die sog. „Last Mile“ ein interessanter Lösungsansatz“, so Rüddenklau. Infineon kooperiert bereits mit zahlreichen Unternehmen, um 5G-Technologien voranzutreiben. Gerade das große Thema „Internet of Things“ wird 5G laut Rüddenklau deutlich vorantreiben. Im Automobilbereich verfolgt Infineon ebenfalls zahlreiche Partnerschaften. So sind die Münchener auch bei den aktuellen Tests auf der A9 in Bayern in Sachen Autonomes Fahren mit an Bord. Infineon ist mit seinen Halbleitern bei allen genannten wichtigen Zukunftsthemen dabei. Die ohnehin schon starken Perspektiven für Infineon werden durch 5G nochmals befeuert. Kaufen!

Neben Halbleiter wird es auch auf die Sensoren ankommen. Schließlich gewährleisten nur Sensoren ein reibungsloses Zusammenspiel der verschiedenen Technologien. Neben den zahlreichen US-Herstellern (siehe Tabelle Seite 3) lohnt sich zweifelsfrei ein Blick auf die deutsche First Sensor. „5G ist eine notwendige Grundlage, um das „Internet der Dinge“ und mit ihm Visionen wie Industrie 4.0, E-Health oder Autonomes Fahren, die auf voranschreitender digitaler Vernetzung basieren, zur Realität werden zu lassen“, erfährt der ES von Vorstandschef Dr. Dirk Rothweiler.

„First Sensor nutzt die langjährige Expertise in Chip Design und Production sowie Microelectronic Packaging um Standardsensoren und kundenspezifische Sensorlösungen in den Bereichen Photonics, Pressure und Advanced Electronics zu entwickeln. Für den Poly-Transceiver ist es uns gelungen, optische und elektronische Funktionalitäten zu verbinden. Das erhöht nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern schafft auch deutliche Kostenvorteile gegenüber bisherigen Herstellungsverfahren. Bei erfolgreicher Markteinführung des Poly-Transceivers ab 2020 erwarten wir einen jährlichen Umsatz in Millionenhöhe.“

Soeben meldete First Sensor einen Q1-Umsatzanstieg auf rd. 41 Mio. € (+20 %). Das Ebit soll dabei 4 (1,77) Mio. € erreicht haben (Q1-Zahlen: 14. Mai). Anleger tasten sich bei dem Small Cap First Sensor weiter vor.

Das Zusammenspiel der Netzwerkausrüster, Halbleiter- sowie Sensorenhersteller wird die digitale Welt verändern. Die Basis dafür ist jedoch 5G. Investieren lohnt sich!

 

 

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Vorbei die Zeiten, in denen Geld noch einen Wert hatte, und der Preis für das Geld der Zins war. Sparbuch, Tagesgeld und Co. werfen kaum noch etwas ab. Seitdem die Zinsen im Euroraum quasi abgeschafft wurden, herrscht Zinsebbe. Na und? An der Börse lässt sich immer Geld verdienen!

„Die Risikoscheu ihrer Bürger nutzen Staaten seit jeher, um sich von der Schuldenlast zu befreien. Dazu bedienen sie sich verschiedener Maßnahmen. Das beliebteste Instrument sind negative Realzinsen“, schrieb der Effecten-Spiegel schon in seiner ersten Ausgabe des Jahres 2013. Da lag der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) noch bei 0,75 % und somit drei Jahre weit entfernt von der magischen Null, die seit 2016 gilt. Bei einer Inflationsrate von aktuell knapp 1,5 % verlieren die Sparer Tag für Tag Geld. Obwohl mit steigenden Zinsen frühestens ab 2020 zu rechnen ist, wachsen nach Angaben der Deutschen Bundesbank die Geldbestände hierzulande weiter an. Die Deutschen setzen vor allem auf Bargeld und Einlagen, auf die sie schnell zugreifen können. Doch das meiste Geld ließ sich in den letzten Jahren an den Aktienmärkten verdienen. Natürlich birgt jede Renditechance immer auch ein Risiko. So war 2018 in allen Assetklassen wenig zu holen. Davon blieben Aktien ebenfalls nicht verschont. Doch Langfriststudien zeigen, dass schon bei einer Anlagedauer von 15 Jahren das Verlustrisiko bei Aktien gegen Null geht (vgl. ES 47/2015). Und selbst für Geringverdiener lohnt sich die Aktie als Rentenpapier. Unabhängige Finanztester haben berechnet, dass junge Leute, die ab dem
20. Lebensjahr jeden Monat 50 Euro in Aktien anlegen, bei Renteneintritt die höchste Sparsumme erzielen im Vergleich zu allen anderen Sparmodellen (vgl. ES 16/16). Hier empfiehlt sich das Sparen in solide Dividendentitel. 

Die Dividendenkönige im Nebenwertesektor hatte der ES in Ausgabe 5/19 vorgestellt. Allein der Monat April bietet den Dividendenjägern einige interessante Werte. So bringen es die an der Börse notierten Vorzugsaktien der Schaeffler AG (WKN: SHA015) aktuell auf eine Dividendenrendite von 6,4 % (HV am 24. April). Der Versicherungsgigant Munich Re (WKN:843002) wird der Hauptversammlung am 30. April eine Ausschüttung von 9,25 Euro vorschlagen, was einer Dividendenrendite von
4,4 % entspricht. Der stärkste Ausschüttungsmonat ist jedoch nach wie vor der Mai. Die höchsten Dividendenrenditen liefern hier die zweite und dritte Aktienreihe. So kommt man mit Anteilen der Freenet AG (WKN: A07277) auf 8,5 % (HV am 16. Mai) und der Aareal Bank (WKN: 540811) auf ca. 7,3 % (HV am 22. Mai). Schon am 7. Mai wird der MDAX-Wert Siltronic (WKN: WAF300) seine jährliche Aktionärsversammlung abhalten. Hier bekommt man eine Dividendenrendite von 4 %. Mit einer jährlichen Dividendenrendite von durchschnittlich 4,5 bis 5,5 % war auch die Effecten-Spiegel-Aktie (WKN Vorzüge: 564763, WKN Stämme: 564760) in den letzten 30 Jahren eine gute Sparanlage. Für 2018 wird der HV eine Ausschüttung von 0,55 Euro je dividendenberechtigte Aktiengattung vorgeschlagen (HV am 24. Mai). 

Ende 2018 besaßen rund 10,3 Mio. Bürger Aktien oder Aktienfonds. Allerdings sind das gerade einmal 16,2 % der Bevölkerung. Dem Plus von 617.000 neuen Anlegern in Aktienfonds steht jedoch bei der Direktanlage ein Minus von 373.000 Aktionären gegenüber. Das zeigt, dass durchaus Interesse an der Geldanlage besteht, aber vor allem die Jüngeren oft wenig Zeit haben, sich mit den Märkten zu beschäftigen. Auch trauen sich viele Privatanleger nicht zu, in schwachen Börsenphasen oder bei extremen Schwankungen die Nerven zu behalten. In einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Aktieninstituts und der Börse Stuttgart gaben
65 % der Nicht-Aktienbesitzer als Grund dafür an, dass sie die Direktanlage für zu riskant halten. Jeder Zweite (48 %) aus dieser Gruppe erklärte zudem, er halte eine Anlage in Aktien für umständlich. Denn zu einem Aktieninvestment gehört auch eine gewisse Recherchetätigkeit. Hinzu kommen politische Unwegsamkeiten und Währungsrisiken. 

Für diese Anleger können sog. Exchange Traded Funds (ETF) eine mögliche Alternative sein. Bei ETFs handelt es sich um börsengehandelte Indexfonds. Sie werden, ebenso wie Aktien, an den Börsen fortlaufend gehandelt. Die Ordererteilung erfolgt über die Banken mit Stückzahl und Wertpapierkennnummer (WKN). Anleger können so über den Erwerb eines einzigen Produkts an der Entwicklung ganzer Märkte oder Anlageklassen partizipieren (vgl. ES 26/16). Das macht vor allem bei Rohstoffen oder Märkten mit großen Währungsschwankungen Sinn, aber auch für Regionen, die dem Anleger sonst schwer zugänglich sind. Klassisch bilden ETFs jedoch einen Index ab. Der MSCI World z.B. setzt sich aus mehr als 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern zusammen, berücksichtigt aber auch Aktien aus Schwellenländern. Ihn bilden natürlich viele ETFs nach. Mit 6,8 % die beste Rendite seit der Finanzkrise legte der von BlackRock aufgelegte
iS-ha-res MSCI World Ucits ETF (ISIN: IE00B0M62Q58) hin. Die Wertentwicklung des STOXX Europe 600 bildet der iS-ha-res Stoxx Europe 600 Ucits ETF (ISIN: DE0002635307) ziemlich genau ab. Er bringt es seit der Finanzkrise auf eine Performance von soliden 3 %. Der Deka DAX UCITS ETF (ISIN: DE000ETFL011) ist ein physisch-replizierender ETF, d.h. er bildet den DAX fast 1:1 nach. Trotz eines schwachen Jahres 2018 liegt seine Renditebilanz für die letzten zehn Jahre bei stolzen 11,4 %.

Anleger, denen die Erfahrung, die Zeit oder einfach auch die Lust fehlt, sich mit der Geldanlage aktiv zu beschäftigen, verlassen sich gern auf das Können und den „Riecher“ von Profis. Sie investieren in gemanagte Investmentfonds. Doch viele Bankberater machen sich gar nicht die Mühe, den geeigneten Fonds für das Anlageprofil ihres Kunden zu finden. In Deutschland gibt es aktuell rund 19.000 zugelassene Fonds. Und am
15. April 2019 gingen zwei weitere an den Start: der Effecten-Spiegel Aktien-Fonds (WKN: A2N82J) und der Effecten-Spiegel Anlage-Mix-Fonds (WKN: A2N82K). Damit hat der Effecten-Spiegel zum ersten Mal in seiner Geschichte überhaupt seine Marke auch für Fonds lizenziert. Der Name ist dabei Programm. So investiert der Effecten-Spiegel Aktien-Fonds weltweit in Aktien mit relativer Stärke und günstiger fundamentaler Bewertung. Im Effecten-Spiegel Anlage-Mix-Fonds ist der Aktienanteil geringer, das Kapital wird dort auch in Renten, Rohstoffe, Währungen und andere Wertpapiere angelegt. Die beiden aktiv gemanagten Investmentfonds wurden von der Hansainvest aufgelegt. Der Portfoliomanager verwaltet die Fonds, unabhängig von der Effekten-Spiegel AG, die als Markenlizenzgeber mit im Anlageausschuss vertreten sein wird. Beide Fonds werden an der Börse Hamburg gehandelt. Um vor allem jungen Leuten und privaten Kleinanlegern beim Vermögensaufbau zu helfen, sind beide Fonds sparplanfähig. Der Verkaufsprospekt sowie weitere Informationen können auf der Website www.hansainvest.de abgerufen werden.

Trotz mehrjähriger Zinsebbe müssen Anleger nicht auf dem Trockenen sitzen.
An der Börse kann man weiterhin gutes Geld verdienen. Wichtig ist, dass die Kapitalanlage in die persönliche Anlagestrategie und zum Budget passt.  

 

 

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In dem Verfahren der Effecten-Spiegel AG ./. Deutsche Bank AG wegen der Postbankübernahme (Az.: 13 U 166/11) geht es nach Jahren der Stagnation nun Schlag auf Schlag:

Am 19. Februar 2019 hatte der Senat des Oberlandesgerichts (OLG) Köln in z.T. neuer Besetzung den Beschluss gefasst, im Rahmen der Beweisaufnahme nun doch endlich Zeugen zu vernehmen. Unter den 17 Namen finden sich alle, die seinerzeit bei den drei beteiligten Instituten zu den Entscheidungsträgern gehörten – von Stefan Krause als ehemaligen Finanzvorstand der Deutschen Bank AG, über Dr. Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG sowie den Ex-Postbankchef Dr. Wolfgang Klein bis hin zu Dr. Josef Ackermann, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank AG. Für die Zeugenvernehmung wurden schon zahlreiche Termine von Oktober bis Ende November 2019 bestimmt. Der Senat verfügte zudem, dass die Beweisaufnahme gemeinsam mit dem Parallelverfahren (vgl. „Das ist der Hammer“ ES 43/17) durchgeführt werden solle und er sich die Vorlage diverser Unterlagen oder jeweils von Teilen dieser Urkunden vorbehalte. 

Nach all den Jahren des erbitterten Kampfes um eine ordentliche Beweisaufnahme war schon dieser Beschluss eine kleine Sensation. Doch wie zu erwarten, wollten sich weder die Deutsche Bank noch die Zeugen dem einfach fügen. Stefan Krause wagte als Erster einen Vorstoß und beanspruchte unter Hinweis auf die gegen ihn und andere Beschuldigte eingereichte Strafanzeige das Recht zur Verweigerung einer Aussage, um sich nicht selbst zu belasten. Und tatsächlich: Mit Zwischenurteil vom 10. April 2019 entschied der 13. Zivilsenat des OLG Köln, dass der ehemalige Finanzvorstand der Deutschen Bank nicht als Zeuge auszusagen braucht. Interessant ist allerdings die gerichtliche Begründung hierfür. „Gegen den Zeugen war eine Strafanzeige eingereicht worden, die sich mit den Themenkomplexen befasst, die auch Gegenstand der beabsichtigten Zeugenvernehmung sind. … Seine Aussage stünde damit in einem so engen Zusammenhang mit den gegen ihn erhobenen Vorwürfen, dass der Zeuge zur Sache gar nicht auszusagen brauche“. 

Im Klartext: Das Gericht sieht offenbar einen Anfangsverdacht für eine Straftat als gegeben an. Dieser genügt, um eine Aussage gegen sich selbst in der Sache nicht machen zu müssen. Setzt man den Gedanken fort, könnte dies natürlich auch noch auf weitere der 17 Zeugen zutreffen, die das Gericht geladen hat. Doch der Senat will sich nach nunmehr neun Jahren Verfahrensdauer die Prozessführung nicht mehr aus der Hand nehmen lassen. Jedenfalls hat er nur kurze Zeit später nachgezogen und der Deutschen Bank per Beschluss vom 12. April aufgegeben, binnen drei Wochen folgende Unterlagen vorzulegen:

die Ursprungsvereinbarung vom 12.9.2008, die Nachtragsvereinbarung vom 14.1.2009, die Vereinbarung vom 22.12.2008 („Postponement Agreement“), den Pfandvertrag vom 30.12.2008 sowie den Zeichnungsvertrag zur Pflichtumtauschanleihe vom 25.2.2009. 

Der Senat behält sich zudem vor, zu den eigentlichen Urkunden ebenfalls noch die Vorlage der Anlagen einzufordern. Den ewig von der Deutschen Bank vorgebrachten Einwand der Schutzbedürftigkeit von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen lässt das Gericht nach all den Jahren nicht mehr gelten. Zudem werden die Ansprüche der Effecten-Spiegel AG und aller anderen Kläger ausführlich vom Senat begründet. So teilt der Senat eben nicht die Auffassung der Beklagten, dass dem Antrag auf Einsichtnahme in die Unterlagen „ins Blaue hinein aufgestellte Behauptungen zugrunde liegen“... „weil sich die Grundlagen für den von Klägerseite geltend gemachten Schadensersatzanspruch aus den genannten Urkunden ergeben können, sofern sie hinreichend sichere Rückschlüsse auf das von den Klägern behauptete acting in concert zulassen.“ 

Endlich muss die Deutsche Bank die Unterlagen auf den Tisch legen! Der Effecten-Spiegel wird natürlich in den nächsten Ausgaben über die weitere Entwicklung ausführlich berichten. Jetzt wird es richtig spannend!

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Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

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