In einem Erfolgsrezept für die Aktienauswahl darf eine kontinuierliche Dividendenzahlung nicht fehlen. Diese wichtige Zutat findet man nicht nur bei Unternehmen aus den großen Indizes, auch viele Nebenwerte weisen sie aus.

Bereits in den vergangenen Jahren meldeten die deutschen Unternehmen sprudelnde Ausschüttungen, und auch in diesem Jahr sieht es mit einer anvisierten Ausschüttungssumme von knapp über 50 (47) Mrd. € wieder nach einem neuen Rekordwert aus. 

Im internationalen Vergleich sind die hiesigen Konzerne finanziell besonders gut aufgestellt und können somit auch überdurchschnittlich ausschenken. Im Schnitt dürften rd. 42 % der 2017er Gewinne als Dividende an die Aktionäre gehen. Positiv zu beobachten ist, dass die Unternehmen ihre Profitabilität in den vergangenen Jahren ebenfalls deutlich gesteigert haben und gleichzeitig noch nachhaltig ins Geschäft investiert  wurde. Die Ausschüttungen wurden in der Regel operativ erwirtschaftet und sind somit solide finanziert. 

Gerade im Niedrigzinsumfeld sind ausschüttungsstarke Titel das Salz in der Suppe. Allerdings besteht die Gefahr, wenn man sich blind auf die Dividendenrendite verlässt, auch einmal an ein paar faule Eier zu geraten. Schließlich kann eine Dividende auch aus der Substanz gezahlt werden oder auf einem Sondereffekt beruhen. 

Genauer anschauen sollte man sich hingegen Werte für die, die Dividendenpolitik ein aktiver Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie ist. Konzerne, die eine kontinuierliche und weiter steigende Dividende zahlen wollen, müssen mit ihren finanziellen Mitteln umsichtig haushalten und diese effizient verwenden. Eine ordentliche Bilanzrelation, mit einem hohen Eigenkapitalbestand und stabilen Cashflows, stehen meistens mit auf der Zutatenliste. Im Gegensatz dazu haben z.B. Aktienrückkäufe keine vergleichbare Auswirkung. Für dividendenstarke Titel spricht, dass sie außerdem deutlich weniger schwankungsanfällig sind.

Zu den Dividenden-Leckerbissen im Nebenwerte-Bereich zählt Frosta. Der Trend zu tiefgefrorenen Fertiggerichten spielte den Bremerhavenern 2017 einmal mehr auf die Teller. Bei einer Umsatzsteigerung von 7,5 % auf 501 Mio. € stieg der Überschuss um 8,3 % auf 23,4 Mio. €. Das Unternehmen punktet mit seiner Strategie, ohne Zusatzstoffe auszukommen. Einen Anteil am Konzernwachstum hatte auch der Zukauf der italienischen Tiefkühlmarke „La Velle degli Orti“. Die Aktionäre können sich auf eine erneute Dividendenerhöhung auf 1,60 (1,50) € freuen (HV 22. Juni). 

Trotz schwieriger Zeiten in der Modebranche ist Ludwig Beck ein beständiger Dividendenzahler. So schlägt der Münchener Modekonzern seiner Hauptversammlung am 15. Mai eine konstante Dividende von 0,65 € vor, nachdem der Konzerngewinn in 2017 um 13 % auf 3,3 Mio. € zulegte. Für den Umsatzrückgang auf 173 (169) Mio. € waren das Stammhaus, als auch der Herrenausstatter Wormland, verantwortlich. Dank der strikten Kostenpolitik konnte das Ebit jedoch mit 6,5 (6,3) Mio. € die Prognose von 4–6 Mio. € übertreffen. Bereinigt um eine Impairment-Abschreibung für die Wormland-Filiale in Nürnberg (0,4 Mio. €) wäre das Ergebniswachstum sogar deutlich höher (+9,5%) ausgefallen.

Auch Amadeus Fire überzeugt seit Jahren mit einer deftigen Ausschüttung. Bei einem Anstieg der Erlöse um 6,5 % auf 184,5 Mio. € verbesserte sich der Nettogewinn für das Geschäftsjahr 2017 um 7,6 % auf 20,6 Mio. €. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 3,96 €, welches wie üblich bei Amadeus Fire direkt als Dividende ausgeschüttet wird. Auch für 2018 ist der Finanz- und IT-Konzern positiv gestimmt und erwartet eine weiter steigende Nachfrage nach Zeitarbeitskräften. Mit 250 Arbeitstagen steht die gleiche Zahl fakturierbarer Tage wie im Vorjahr zur Verfügung.

Noratis befindet sich mit seinem Geschäftsmodell Immobilienbestandshaltung und -entwicklung erst seit letztem Sommer am Aktienmarkt. In 2017 konnten strategiekonform mehrere Immobilienbestände eingekauft, als auch nach abgeschlossener Bestandsentwicklung erfolgreiche Verkäufe getätigt werden. Der Immobilienbestand erhöhte sich auf 1.194 (1.008) Wohneinheiten. Bei Umsätzen von 68 (44,6) Mio. € verbesserte sich das Ebit unter Berücksichtigung der IPO-Kosten um rd. 54 % auf 15,2 Mio. €. Der Jahresüberschuss kam auf 8,7 (4,2) Mio. € voran. „Wir wollen weiter wachsen und uns als attraktiver Dividendentitel bei gleichzeitig überschaubaren Risiken positionieren“, sagte Finanzvorstand André Speth bereits zum Börsenstart. Den Aktionären wird für 2017 die Dividende von 1,50  € munden (HV 3. Mai). 

Dividenden sind ganz klar das Salz in der Aktiensuppe. Aufgrund der guten Konjunkturlage sind auch für das aktuelle Geschäftsjahr weiter steigende Ausschüttungen zu erwarten. Die nebenstehende Tabelle regt den Aktionärsappetit für den Small-Cap-Bereich weiter an.  

 

 

paidContent: 17985 contentPage: 105