Am Montag veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Ergebnisse zur deutschen Außenhandelsbilanz 2018. Danach waren die Vereinigten Staaten auch im vergangenen Jahr der wichtigste Exportkunde Deutschlands. Demnach wurden Güter im Wert von 113,5 Mrd. Euro in die USA geliefert. Doch mit dieser Art von „America First“ kann Präsident Donald Trump schwer leben. Im Gegenteil, für ihn stellt der Hauptexportschlager der Deutschen, das Auto, eine Gefahr für die nationale Sicherheit seines Landes dar. Mit dieser Einstufung könnte die Regierung nun Gegenmaßnahmen, wie z.B. Strafzölle, eigenmächtig ohne Einbindung des Kongresses verhängen. Dabei wird ein Großteil der deutschen Autos, die in den USA verkauft werden, auch dort produziert. Allein in den letzten Jahren wurden in den USA rund 300 Fabriken mit mehr als 113.000 Arbeitsplätzen in der Automobilbranche geschaffen. Das größte Werk von BMW steht nicht etwa in Bayern, sondern in South Carolina. Der republikanische Senator Grassley, Vorsitzender des Finanzausschusses, sieht daher mit der Einführung von Strafzöllen auf deutsche Autos auch über 700.000 Arbeitsplätze in den USA bedroht. 

Und was sagt die Bundeskanzlerin zu dem drohenden deutschen Albtraum? „Es wäre gut, wir kommen in gute Gespräche miteinander“, meinte sie in gewohnt eloquenter Art auf der Sicherheitskonferenz in München. Denn wenn diese Autos plötzlich eine Bedrohung der Sicherheit der Vereinigten Staaten sind, dann „erschreckt uns das“

Dass Donald Trump in die Offensive geht, Tatsachen schafft und mit der Faust auf den Tisch haut, „erschreckt“ Angela Merkel allenfalls. Sie „gibt zu bedenken“ oder „mahnt an“, ist „besorgt“ und im schlimmsten Fall sogar „verärgert“. Doch auf ihrer höflichen Frequenz der Kommunikation empfängt der amerikanische Präsident nicht. Wann begreift die deutsche Bundeskanzlerin endlich, dass die freundschaftlichen Zeiten der transatlantischen Partnerschaft vorbei sind. Es geht nicht mehr darum, den Amerikanern bedingungslos zu folgen, sondern deutsche und europäische Interessen durchzusetzen.

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