Die Rufe nach digitalem Geld werden immer lauter. Die ersten forderten bereits, dass auch die großen Zentralbanken digitales Geld ausgeben sollen. Während die klassischen Banken diesen Trend scheinbar völlig verschlafen und mal wieder in ihrer eigenen Welt leben, sind die Technologiegiganten bereits einen großen Schritt weiter.

Facebook steckt mitten in der Entwicklung seiner eigenen Kryptowährung und darf dabei nicht wie in der Vergangenheit oftmals geschehen unterschätzt werden. Das Modell scheint offenbar sogar so attraktiv, dass selbst große, mitunter traditionsreiche Unternehmen aus der Finanzbranche mit ins digitale Boot gestiegen sein sollen. Unter den neuen Followern finden sich laut dem ,Wall Street Journal‘ immerhin prominente Vertreter wie Visa, Mastercard, Paypal oder auch der Börsennewcomer Uber. Facebooks Kryptowährung soll dabei nicht wie das bisherige Digitalgeld unreguliert und damit wilden Spekulationen ausgesetzt, sondern an einen Korb aus staatlich ausgegebenen Währungen gekoppelt sein. Jeder der bislang 12 Partner investiert dem Bericht zufolge zunächst 10 Mio. Dollar, um eine Art Verwaltungsorganisation zu schaffen.

Unterstützung erhalten die US-Amerikaner dabei angeblich von einem prominenten britischen Bank-Lobbyisten. Ab September soll sich der ehemalige Standard-Chartered-Banker Ed Bowles höchstpersönlich um das Projekt „Facebook-Coin“ kümmern.

Bekanntermaßen arbeitet das soziale Netzwerk über seine Tochter WhatsApp schon länger an einem eigenen Bezahldienst in Indien. Und dies dürfte erst der Anfang sein. Die klassische Banken- und Finanzszene blockt CEO Mark Zuckerberg im Übrigen dabei komplett. 

Gelingt es dem Technologieriesen das Image der Kryptowährung aus der digitalen Schmuddelecke zu holen und ein seriöses weltweites Zahlungsmittel zu schaffen, könnte der „Facebook-Coin“ das Sterben der Banken-Dinosaurier zweifelsfrei beschleunigen.

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