Tokio zählt 37,5 Millionen Einwohner. Die indische Metropole New Delhi ist für 28,5 Millionen Menschen das Zuhause, und in Shanghai leben gut 25,6 Millionen Bewohner. Insgesamt 33 sogenannte Megacities, also Städte in denen mehr als 10 Millionen Menschen leben, gibt es derzeit weltweit – Tendenz steigend. Mit der wachsenden Einwohnerzahl erhöhen sich auch die Anforderungen an den Lebensraum. Intelligente Lösungen bieten dabei nicht nur den Städten Wachstumspotenziale.      

Der Begriff der Smart City, zu deutsch die intelligente Stadt, ist derzeit in aller Munde. Doch was macht eine Stadt smart? Neben schnellem Internet und einer Internet of Things-Infrastruktur werden in einer Smart City moderne Technologien aus den Bereichen Energie, Mobilität, Stadtplanung, Verwaltung und Kommunikation so miteinander vernetzt, dass sich die Lebensqualität für die Bewohner steigert. Darüber hinaus spielt das Thema Lokalität eine große Rolle. Durch eine vor Ort angesiedelte Produktion und Distribution sollen Transportwege verkürzt und so Co2 eingespart werden. Die Smart City soll im Vergleich zu herkömmlichen Städten effizienter, nachhaltiger und fortschrittlicher sein. Probleme, die aus dem demografischen Wandel, dem Bevölkerungswachstum, der Umweltverschmutzung, dem Klimawandel und der Verknappung von Ressourcen entstehen, begegnet die Smart City mit innovativen Konzepten und Technologien. Durch die ständige Interaktion der Einwohner mit den sie umgebenden Technologien werden ihre Bedürfnisse immer stärker auf die Technik abgestimmt und bilden somit eine Einheit.  

Kernpunkt eines intelligenten Stadtkonzeptes bildet dabei die „vernetzte Straße“. Hierzu finden sich auch in Deutschland bereits einige Pilotprojekte. In Solingen werden derzeit intelligente Beleuchtungssysteme getestet, die u.a. mittels Sensoren den Verkehrsfluss messen und dem Fahrer via Navigationssystem oder App entsprechende Ausweichrouten vorschlagen. Darüber hinaus passt sich die Lichtstärke der Straßenbeleuchtung an die entsprechenden Witterungsbedingungen an. In Cottbus soll durch smarte, digitale Technologien das starre Liniennetz flexibler werden. Durch eine gemeinsame App sollen ÖPNV und On-Demand-Mobility (Carsharing, etc.) aufeinander abgestimmt werden. Das erleichtert den Menschen den Verzicht auf den eigenen Pkw. Darüber hinaus sollen gemeinsam mit der Dt. Telekom Sensoren auf Parkplätzen installiert werden, die mittels App den nächsten freien Parkplatz anzeigen. Stundenlanges Parkplatzsuchen in der Innenstadt gehört damit der Vergangenheit an. 

Der deutsche IT-Dienstleister Init Innovation (DE0005759807) hat sich auf Lösungen für die Elektrifizierung des ÖPNVs spezialisiert. Das hauseigene Planungs- und Simulationssystem „eMOBILE-PLAN“ hilft Städten bereits im Vorfeld der Einführungsphase durch Simulationen, wesentliche Parameter, wie Personalbedarf, Gesamtkosten und verschiedene Ladestrategien, zu testen und auf dieser Basis betriebswirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Ebenso unterstützt das System Verkehrsunternehmen bei der täglichen Planungsarbeit. Zur ständigen Überwachung des Ladezustands der Fahrzeuge bietet Init eine neue Funktion im Intermodal Transport Control System „MOBILE-ITCS“. In Karlsruhe erprobt der Konzern aktuell die Plattform „regimove“. Diese soll neben Bus und Bahnanbindungen auch Leihfahrrad- oder Carsharingservices anzeigen. Bei Init kann man auf weiter anziehende Kurse spekulieren. 

Die größte Herausforderung ist jedoch das Zusammenspiel der einzelnen Bereiche, die zumeist von einzelnen Unternehmen supportet werden. Ein Rund-um-Paket für die Verbindung aller Einzelbereiche bietet der amerikanische Software- und Cloud-Konzern Cisco (US17275R1023). Mit der hauseigenen Anwendung Cisco Kinetic for Cities integriert das Unternehmen Netzwerke, Prozesse und Sensoren in einem System und liefert in Echtzeit ein umfassendes Bild über den Zustand der städtischen Infrastruktur. Die Anwendung enthält zahlreiche Funktionen, wie z.B. die vollständige Automatisierung von Richtlinien oder eine Meldung von Notfällen in Echtzeit. So ermöglicht die Lösung auch die datenschutzkonforme Erfassung und Analyse von Daten aus Kameras, Sensoren und anderen Quellen. Das System kann Polizei, Feuerwehr oder andere Stellen benachrichtigen und relevante Informationen (Gesundheitszustand bei Unfällen) weitergeben. Cisco Kinetic for Cities findet man bereits in Großstädten wie Amsterdam, Kopenhagen oder Berlin. Im vergangenen Monat musste Cisco einige Kurspunkte abgeben. Das lag u.a. auch an dem Handelsstreit zwischen den USA und China. Im Q4 ging der Nettogewinn auf 2,21 (3,80) Mrd. $ zurück. Daher geht Cisco im gerade angelaufenen Jahr nur von einem Umsatzwachstum von 0–2 % aus. MD-Wert Cisco bleibt dennoch ein spannendes Langfrist-Investment. Kursrücksetzer daher zum Einstieg nutzen.  

Auch auf dem europäischen Markt findet sich ein Allrounder, wenn es um die Transformation einer Stadt geht: Schneider Electric (FR0000121972). Der französische Elektrotechnikkonzern hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der führenden Anbieter von intelligenten Energielösungen entwickelt. Die IoT-fähige Plattform EcoStruxure kommt in privaten Haushalten, Gebäuden, Rechenzentren und der Fertigungsindustrie zum Einsatz. Die Plattform teilt sich in die Bereiche Building, Plant & Machine, Grid, IT und Power auf. Damit sollen Kunden laut Unternehmensaussage ihre Co2-Bilanz um bis zu 50 % und ihre Entwicklungskosten um bis zu 80 % verringern können. Studien zeigen, dass der Wert des globalen Smart-Building-Markts bis 2020 auf voraussichtlich 36 Mrd. $ steigen wird. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 wurde er mit rd. 7 Mrd. $ bewertet. Kern des Konzepts ist jedoch eine intelligente Elektroinstallation. Das heißt, dass u.a. Sensoren in Verbindung mit entsprechenden Apps für eine energieeffiziente Lichtsteuerung eingesetzt werden. „Schneider Electric ist ein Experte in Sachen Smart Cities. Denn alles, was wir machen, läuft letztlich auf eine intelligente Stadt hinaus“, so Gordon Flaconer, Global Director, Smart Cities. Im abgelaufenen Quartal musste das Unternehmen zwar einen verringerten Nettogewinn hinnehmen. Dieser resultierte jedoch aus dem Verkauf des Überwachunskamera-Herstellers Pelco. Die Aussichten sind allerdings vielversprechend. Für spekulative Anleger ist Schneider Electric eine spannende Investmentchance. 

Der Aufbau einer smarten Stadt obliegt jedoch nicht einem Unternehmen alleine. Die Aufgabenfelder, wie Wohnraum, Energie oder Ressourcen sind so weit gefächert, dass bereits heute verschiedene Unternehmen branchenübergreifend zusammenarbeiten. Wie passend also, dass der Schweizer Vermögensverwalter Pictet einen eigenen Fonds zum Thema „SmartCity“ (Pictet SmartCity: LU0503634734) aufgelegt hat. Der Fonds legt welt-weit haupt-säch-lich in Ak-tien von Un-ter-neh-men an, die ei-nen Bei-trag zum Ur-ba-ni-sie-rungs-trend leis-ten oder da-von pro-fi-tie-ren. Die-se Un-ter-neh-men sind in den Bereichen Mo-bi-li-tät und Trans-port, In-fra-struk-tur, Im-mo-bi-lien oder nach-hal-ti-ges Res-sour-cen-ma-na-ge-ment tä-tig. Der 2010 aufgelegte Fonds weist derzeit ein Volumen von 867.19 Mio. € auf und ist thesaurierend. Zu den größten Positionen gehören Vonovia, Worldplay, Mastercard und Atmos Energy. Wer also eine weitere Streuung bevorzugt, investiert hier in einen Fonds mit einer Top-Performance (4,7 % durchschnittlich für
5 Jahre). 

Die meisten Technologien stecken noch in der Probephase, doch die Smart City ist nicht mehr zu stoppen. Frühzeitig mitspekulieren lohnt sich! 

 

 

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