Mit Optionsgeschäften lassen sich mit geringem Einsatz gute Gewinne erzielen. In Zeiten stark schwankender Aktienmärkte können Anleger damit auch an fallenden oder seitwärts bewegenden Kursen Geld verdienen. Mit dem Kauf einer Option erwirbt der Anleger das Recht, am Ende der Laufzeit eine bestimmte Anzahl an Basiswerten (z.B. Aktien) zum vereinbarten Preis vom Verkäufer der Option zu kaufen („Call“) oder an ihn zu verkaufen („Put“). Diesem Recht steht die entsprechende Verpflichtung gegenüber, die Basiswerte zu liefern oder abzunehmen, wenn das Optionsrecht ausgeübt wird. 

Bei der steuerlichen Behandlung solcher Optionsgeschäfte hat die Bundesregierung nun erneut ihre Auffassung untermauert, dass Gewinne daraus zu besteuern sind, Verluste allerdings steuerlich nicht berücksichtigt werden. In der Antwort auf eine sog. „Kleine Anfrage“ der FDP-Fraktion erläuterte die Bundesregierung ihre Entscheidung damit, dass nach ihrer Ansicht die hochspekulativen Optionsgeschäfte aufgrund eines Urteils des Bundesfinanzhofes (BFH) bisher steuerlich günstiger behandelt wurden als dies im Unternehmensteuerreformgesetz 2008 ursprünglich beabsichtigt war. Mit einer Gesetzesänderung soll daher der ursprüngliche Zweck wiederhergestellt werden. Wörtlich heißt es: Wenn „der Steuerpflichtige das hochspekulative Risiko eines Optionsgeschäfts eingeht und hieraus Wertzuwächse erzielt werden, sind diese der Einkommensbesteuerung zu unterwerfen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Kapitalerträge über Gestaltungen mit diesen Derivaten der Besteuerung entzogen werden könnten“. Andererseits darf nach Ansicht der Bundesregierung beim Verfall einer Option die Allgemeinheit nicht mit den Kosten des Steuerpflichtigen belastet werden, wenn die Spekulation nicht aufgeht. Schließlich sei dem Anleger ja das Verlustrisiko bekannt, das er trotzdem bewusst eingeht. 

Diese Antwort zeigt erneut die politische Grundhaltung der Bundesregierung, wonach für sie alle Anleger am Finanzmarkt spekulative Zocker sind. Es ist unfassbar, wie viel Inkompetenz und unnötige Kosten die Politiker der Allgemeinheit täglich zumuten!

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