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Aktuelles aus der US-Bankenbranche

Die Coronakrise hat die US-Großbank JPMorgan Chase zu Beginn des lfd. Geschäftsjahres schwer belastet. Das Geldhaus wappnet sich nun mit einem finanziellen Kraftakt für drohende Kreditausfälle. Die hohen Rückstellungen ließen das Nettoergebnis jedoch im 1. Quartal bereits um gut 70 % auf knapp 2,9 Mrd. $ einbrechen. JPMorgan legte wegen der Coronapandemie einen Sicherheitspuffer in Höhe von rund 8,3 Mrd. $ für ausfallbedrohte Kredite an – rund fünfeinhalb Mal so viel wie ein Jahr zuvor. „Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um der Welt zu helfen, sich von dieser globalen Krise zu erholen“, so Konzernchef Jamie Dimon. Die bereinigten Erträge gingen insgesamt um 3 % auf 29,1 Mrd. $ zurück.

JPMorgan lässt man erstmal am Seitenrand; (B). 

Einen deutlichen Ergebnisrückgang musste die Großbank Wells Fargo im 1. Quartal des lfd. Jahres einstecken. Die Auswirkungen des Coronavirus ließen die Gesamterlöse von 21,6 Mrd. auf 17,7 Mrd. $ einbrechen. Unter dem Strich sieht es noch düsterer aus. Hier krachte der Gewinn auf 650 Mio. $. Im Vorjahr hatte Wells Fargo noch einen Gewinn von 5,86 Mrd. $ eingefahren.

Wells Fargo kämpft bereits seit Längerem mit Skandalen und Co. Daher bleibt die Bank auf weiterhin uninteressant; (B). 

Beim größten US-Gesundheitsdienstleister und Krankenversicherer UnitedHealth hat die Coronapandemie im 1. Quartal nur leicht auf den Gewinn gedrückt. Die Erlöse konnte der Konzern noch auf 64,42 (60,31) Mrd. $ steigern. Netto fiel das Ergebnis mit 3,47 (3,56) Mrd. $ indes leicht geringer aus. Den Gewinn je Aktie will UnitedHealth zudem weiterhin von 14,33 $ im Vorjahr auf 15,45 bis 15,75 $ in diesem Jahr steigern.

UnitedHealth bleibt eine gute Halteposition; (B+). 

Hohe Rückstellungen für faule Kredite in der Coronakrise haben der Bank of America im 1. Quartal einen Gewinneinbruch eingebrockt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sackte das Nettoergebnis um 45 % auf rund 4 Mrd. $ ab. Wegen möglicherweise ausfallender Darlehen legte die Bank 4,8 Mrd. $ zurück. Damit haben sich die Rücklagen im Vergleich zum Vorjahr fast verfünffacht. Die Nettoerträge gingen leicht auf 22,8 (23,0) Mrd. $ zurück.

Abwarten; (B). 

Zwar konnten die Nettoerträge von  Goldman Sachs mit 8,7 Mrd. $ auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Hohe Rückstellungen für faule Kredite ließen den Nettogewinn jedoch um die Hälfte auf rd. 1,12 Mrd. $ einkrachen. Dennoch zeigt sich Goldman-Chef David Solomon optimistisch, dass sein Unternehmen gut für die Krise aufgestellt sei.

Goldman Sachs gibt man erstmal nicht aus der Hand; (B+). 

Um fast 5 Mrd. $ hat die Citigroup ihre Rückstellungen vor dem Hintergrund der Coronapandemie erhöht. Dadurch verringerte sich der Gewinn nach Steuern jedoch um ganze 46 % auf 2,52 Mrd. $. Ein gutes Aktien- und Anleihegeschäft ließ die Nettoerträge indes in den ersten 3 Monaten auf 20,73 (18,58) Mrd. $ ansteigen.

Der Weg zurück zur Normalität ist noch weit. Daher heißt hier die Devise: Abwarten; (B). 

Nur dank höherer Gebühren konnte die  Bank of New York Mellon in den ersten 3 Monaten die Gesamterträge auf 4,11 (3,89) Mrd. $ steigern. Auch der Gewinn nach Steuern konnte sich mit 962 (956) Mio. $ leicht verbessern. Zwar gab auch die Großbank an, von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen zu sein. In welchem Ausmaß gab der Konzern allerdings bislang nicht an.

Die Bank of New York Mellon bleibt vorerst im Depot; (B+). 

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