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Aktuelles aus der US-Bankenbranche

Hohe Rückstellungen für faule Kredite in der Coronakrise haben den Gewinn der Bank of America einbrechen lassen. Im 2. Quartal fiel das Nettoergebnis verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte auf 3,5 Mrd. $. Die Erträge sanken um 3 % auf 22,3 Mrd. $. Vor allem die erhöhte Krisenvorsorge auf gut 4
Mrd. $ belastete die Bilanz.

Die Bank of America muss jetzt zeigen, was in ihr steckt; (B). 

Dank Handelserträgen auf einem Rekordniveau konnte JP MorganChase im 2. Quartal historisch hohe Rückstellungen für Kreditausfälle ausgleichen. Im Geschäft mit festverzinslichen Papieren verdoppelte die Bank die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt legten die Umsatzerlöse zwar auf 33,8 (29,5) Mrd. $ zu. Nach Steuern ging das Ergebnis jedoch coronabedingt von 9,7 Mrd. auf 4,7 Mrd. $ zurück. Eine Prognose für das Gesamtjahr gab die Großbank indes weiter nicht aus.

JP Morgan bleibt eine gute Halteposition; (B+). 

Die US-Bank Citigroup verzeichnete im 2. Quartal wegen deutlich erhöhter Rückstellungen für drohende Kreditausfälle einen Gewinn-einbruch. Der Nettogewinn brach spürbar auf 1,3 Mrd. $ ein. Im Vorjahr hatte die Bank hier noch einen Gewinn von rd. 4,8 Mrd. $ eingefahren. Die Einnahmen stiegen indes dank guter Geschäfte im Bereich festverzinslicher Wertpapiere überraschend stark. Demnach erhöhten sich die Einnahmen in den drei Monaten auf 19,8 (18,8) Mrd. $. „Während die Kreditkosten das Ergebnis belasteten, war unser Geschäftsergebnis im Quartal insgesamt stark, und wir haben die COVID-19-Pandemie einigermaßen gut bewältigt“, so CEO Michael Corbat. Die Rückstellungen für faule Kredite kletterten zudem auf 26,4 Mrd. von 12,5 Mrd. $ im Vorjahresquartal.

Citigroup bleibt unter Beobachtung; (B+). 

Den ersten Quartalsverlust seit der Finanzkrise verzeichnete Wells Fargo im jüngst abgelaufenen 2. Quartal. Unterm Strich büßte das Geldhaus in den drei Monaten bis Ende Juni 2,4 Mrd. $ ein. Hohe Rückstellungen für Kreditausfälle drückten die Bilanz mit –2,38 Mrd. $ massiv ins Minus, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 6,2 Mrd. $ zu Buche stand. Die Erträge brachen insgesamt um über 17 % auf 17,8 Mrd. $ ein. Im Gegensatz zu den US-Konkurrenten, die Schwächen im Kreditgeschäft mit ihren Investmentbanking- und Handelssparten kompensieren können, hält sich Wells Fargo hier traditionell zurück. Zudem ist die Bank wegen Auflagen aufgrund von Affären um fingierte Konten und anderer dubioser Geschäftspraktiken ohnehin schon stark vorbelastet.

Wells Fargo bleibt auf der Strafbank; (B). 

Goldman Sachs hat zwischen April und Juni von den coronabedingten Finanzmarktturbulenzen und dem hohen Kapitalbedarf von Unternehmen profitiert. Durch die stark anziehenden Erträge im Geschäft mit Finanzmarktprodukten und im Investmentbanking konnte die Großbank die deutlich gestiegene Vorsorge für Kreditausfälle mehr als kompensieren. Unter dem Strich fiel der Gewinn damit inmitten der Coronakrise mit 2,25 Mrd. $ sogar etwas höher aus als vor einem Jahr. Die Erträge sind in den vergangenen drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr um rund 41 % auf 13,3 Mrd. $ gestiegen.

Goldman Sachs hat beinahe schon wieder alte Kursstände erreicht. Zumindest Teilgewinne abzusichern könnte hier daher derzeit nicht schaden; (B+). 

Die Investmentbannk Morgan Stanley hat zwischen April und Juni von brummenden Geschäften an den Kapitalmärkten profitiert. Insgesamt legten die Erlöse um 30 % auf 13,4 Mrd. $ zu. Der Gewinn nach Steuern kletterte zudem mit 3,2 Mrd. $ nicht nur um gut 45 % nach oben, sondern auch auf einen neuen Rekordwert.

Morgan Stanley überzeugt; (B+). 

 

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