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Aktuelles aus Frankreich

Bouygues hat im Schlussquartal weiter Boden gut gemacht. Im Gesamtjahr schrumpften die Erlöse zwar im Jahresvergleich um 9 % auf 34,7 Mrd. €. Unter dem Strich blieb im vergangenen Jahr insgesamt ein Gewinn von 696 Mio. € nach rund 1,2 Mrd. € im Vorjahr. Die Dividende soll dennoch wie bereits im Vorjahr 1,70 € betragen. „2021 wird weiterhin von der Pandemie betroffen sein, von der wir hoffen, sie schrittweise zu überwinden“, so Konzernchef Martin Bouygues. Für das lfd. Gechäftsjahr peilt der Mischkonzern einen deutlichen Zuwachs bei Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Coronajahr 2020 an.

Bouygues stemmt sich gegen die COVID-Auswirkungen. Den Titel behält man im Auge; (B+). 

Die Digitalisierungsstrategie vieler Unternehmen und die hohe Remote-Nachfrage hatten dem IT-Dienstleister Capgemini in die Karten gespielt. Im vergangenen Jahr legten die Umsatzerlöse insgesamt um 12,2 % auf 15,85 Mrd. € zu. Nach Steuern verdiente das Unternehmen mit einem Ergebnis von 957 (856) Mio. € ebenfalls mehr. Auch im kommenden Jahr soll das Wachstum fortgeführt werden. Entsprechend geht Capgemini ergebnisseitig von einem organischen Plus von 7–9 % aus.

Capgemini lässt man einfach weiterlaufen; (B+).

Der Umsatzrückgang der Nobelmarke Gucci hat die Erlöse des französischen Luxusgüterkonzerns Kering einbrechen lassen. Auf Jahressicht ergibt sich auf vergleichbarer Basis insgesamt ein Umsatzrückgang von rd. 16 % auf 13,1 Mrd. €. Das operative Ergebnis des fortgeführten Geschäfts sackte um gut ein Drittel auf 3,1 Mrd. € ab. Der bereinigte Gewinn fiel nach Steuern um fast 40 % auf knapp 2 Mrd. €. Die Folgen der Coronapandemie wirken sich auch auf die Dividende aus. So will das Management für das abgeschlossene Jahr eine Ausschüttung von 8 € auszahlen. Das ist knapp ein Drittel weniger als noch im Jahr zuvor.

Kering ist purer Luxus; (B).

Air France-KLM rechnet nach einem Milliardenverlust im Coronajahr 2020 in Kürze mit weiteren Staatshilfen. „Es ist eine Frage von Wochen, nicht Monaten“, so Finanzchef Frederic Gagey. Derzeit sprächen die Regierungen von Frankreich und den Niederlanden mit der EU-Kommission über weitere Finanzspritzen. Für das abgelaufene Jahr stand dadurch unter dem Strich ein Verlust von –7,1 Mrd. € nach einem Gewinn von 290 Mio. € ein Jahr zuvor.

Bei Air France-KLM bleibt man am Boden; (B). 

Hohe Abschreibungen auf Finanzlagen und Kosten im Zusammenhang mit Steuerstreitigkeiten haben dem französischen Stromkonzern EdF im abgelaufenen Jahr einen Gewinnrückgang eingebrockt. Der Umsatz lag 2020 mit 69 Mrd. € gut 3,4 % unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis nach Steuern brach auf 650 Mio. € ein. Vor einem Jahr hatte unterm Strich noch ein Gewinn von mehr als 5 Mrd. € gestanden.

EdF ist aktuell alles andere als reizvoll; (B).

Der Telekomkonzern Orange will sich von seinem Funkturmgeschäft trennen. Einen konkreten Käufer für die Sparte nannte das Unternehmen derweil nicht. Unterdessen blieben die Umsätze des Konzerns trotz Gegenwind im Coronajahr 2020 mit rund 42,2 Mrd. € weitgehend stabil. Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um ganze 60 % auf 4,8 Mrd. €, nicht zuletzt wegen einer saftigen Steuerrückzahlung in Höhe von 2,2 Mrd. €.

Bei Orange bleibt man zunächst nur auf dem Beobachtungsposten; (B). 

Carrefour hat 2020 Rückenwind durch den Corona-Lockdown in Frankreich und den Trend zum Homeoffice verspürt. Der Umsatz des Supermarktkonzerns fiel insgesamt zwar auf vergleichbarer Basis um mehr als 2 % auf 78,8 Mrd. €, was aber an negativen Wechselkurseffekten lag. Das Netto-ergebnis bieb mit rund 1,1 Mrd. € auf Vor-jahresniveau. Carrefour-Chef Alexandre Bompard zeigte sich zufrieden. Er hat dem Einzel- und Großhändler einen strikten Sparkurs verordnet und sich jetzt nochmals ehrgeizige Ziele gesetzt: So will Carrefour bis zum Jahr 2023 weitere 2,4 Mrd. € pro Jahr einsparen. Zudem will das Unternehmen seinen Aktionären für 2020 eine Dividende in Höhe von 0,48 € je Aktie zahlen und künftig zu einer normalen Dividendenpolitik zurückkehren, d.h. die Ausschüttung kontinuierlich wachsen lassen.

Carrefour legt man sich nicht in den Warenkorb; (B).

Vor allem das Wassergeschäft hat Danone im vergangenen Jahr belastet. Aufs Gesamtjahr gesehen musste der Lebensmittelkonzern einen Umsatzrückgang um nominal 6,6 % auf 23,6 Mrd. € hinnehmen. Unter dem Strich kletterte der Gewinn leicht auf 1,96 (1,93) Mrd. €, weil im Vorjahr noch höhere Sondereffekte belastet hatten. Aktionäre der Franzosen sollen eine Dividende von 1,94 € erhalten nach 2,10 € vor einem Jahr. „2021 wird das Jahr der Erholung sein“, so Konzernchef Emmanuel Faber. Das 1. Quartal werde sich voraussichtlich noch schwierig gestalten, ab dem 2. Jahresviertel aber soll es nach oben gehen. Dann will Danone auch wieder profitabel wachsen.

Danone gibt man angesichts der guten Langfristaussichten nicht aus der Hand; (B+).

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